{"id":27792,"date":"2009-05-06T05:08:03","date_gmt":"2009-05-06T03:08:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=27792"},"modified":"2009-05-05T17:55:54","modified_gmt":"2009-05-05T15:55:54","slug":"gegen-oekonomischen-analphabetismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=27792","title":{"rendered":"Gegen \u00f6konomischen Analphabetismus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda (cp). <\/strong>Die Weltwirtschaftskrise kam f\u00fcr sie nicht \u00fcberraschend und eine L\u00f6sung hat sie auch parat: \u201eStabilit\u00e4t durch Vielfalt\u201c hei\u00dft eines der Schlagworte von Prof. Dr. Margrit Kennedy. Tausch- und Regionalw\u00e4hrungen sollen das bestehende System erg\u00e4nzen, so dass eine gr\u00f6\u00dfere Nachhaltigkeit und Sicherheit f\u00fcr das wirtschaftlich-soziale Instrument Geld erreicht werde. Im Rahmen des \u201eFuldaer ZukunftsSalons\u201c, der von der Stadt Fulda in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fulda vorbereitet wurde, referierte die gelernte Architektin, Stadtplanerin und \u00d6konomin \u00fcber das Thema \u201eGeld regiert die Welt. Doch wer regiert das Geld? Wie Geld ohne Zinsen und Inflation als Tauschmittel uns allen dient\u201c. Frank Tischer sorgte am Fl\u00fcgel f\u00fcr die musikalische Untermalung des Abends.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09493.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-27793\" title=\"Magistratspressestelle\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09493-265x198.jpg\" alt=\"Magistratspressestelle\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09493-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09493.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09503.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-27794\" title=\"Magistratspressestelle\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09503-265x198.jpg\" alt=\"Magistratspressestelle\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09503-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09503.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><!--more--><br \/>\n<strong><br \/>\nSystemfehler<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl Geld die genialste Erfindung der Menschheit sei, wissen die wenigsten Menschen wie es funktioniere, leitete der Mitorganisator Dr. Peter Krahulec den Vortrag ein. Margrit Kennedy besch\u00e4ftigt sich seit mittlerweile 27 Jahren mit dem Finanzsystem und steht f\u00fcr etwa 200 bis 300 Expertinnen und Experten in Europa, die an diesem Thema arbeiten. Sie betonte, dass die Wirtschaft momentan nicht nur in einer Krise stecke, sondern vielmehr das gesamte System fehlerhaft sei. Die 169 W\u00e4hrungs- und 96 Bankenkrisen, die zwischen 1970 und 1998 aufgetreten seien, zeigen sehr gut, dass das gegenw\u00e4rtige System immer wieder Krisen verursache. \u201eSolch unstabile Geldsysteme sind eine nicht zu untersch\u00e4tzende Bedrohung des Friedens auf der Welt\u201c, erl\u00e4uterte Kennedy. Im Zuge dessen r\u00e4umte sie mit Missverst\u00e4ndnissen bez\u00fcglich der Zinsen auf. So bezahlen zum Beispiel 80 Prozent der Menschen mehr als doppelt so viel an Zinsen als sie einnehmen, w\u00e4hrend zehn Prozent von dieser sozialen Ungleichheit profitieren.<\/p>\n<p><strong>Folgen und L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09520.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-27796\" title=\"Magistratspressestelle\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09520-265x353.jpg\" alt=\"Magistratspressestelle\" hspace=\"5\" width=\"265\" height=\"353\" align=\"left\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09520-265x353.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09520.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Folgen dieses \u201ezerst\u00f6rerischen\u201c Systems seien verheerend, machte die \u00d6konomin deutlich. So f\u00fchre es unter anderem zu einer zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung, einer unaufhaltsamen Geldentwertung und zu wachsender monet\u00e4rer Instabilit\u00e4t. Als m\u00f6gliche L\u00f6sungen nannte sie unter anderem Beispiele aus Schweden, Japan, Brasilien und der Schweiz, wo verschiedene Arten von Komplement\u00e4rw\u00e4hrungen eingef\u00fchrt worden sind. Trotz der unterschiedlichen Ans\u00e4tze wurde bei allen auf den Zins verzichtet. Das japanische \u201eFurei-Kippu-System\u201c gibt zum Beispiel Pflegetickets aus, durch die \u00e4ltere Menschen mit Hilfeleistungen von j\u00fcngeren versorgt und diese dadurch wiederum \u201eStundengutschriften\u201c f\u00fcr den sp\u00e4teren Gebrauch als eine Art \u201eGuthaben\u201c ansammeln k\u00f6nnen. Das \u201eSABER-System\u201c in Brasilien setzt dagegen auf Bildungs-Gutscheine f\u00fcr Sch\u00fcler, die sich damit F\u00f6rderunterricht bei \u00e4lteren Sch\u00fclern \u201ekaufen\u201c k\u00f6nnen. F\u00fcr diese erh\u00f6ht sich durch das Lehren nicht nur der Lerneffekt um das Vielfache, sie k\u00f6nnen die \u201eBildungsw\u00e4hrung\u201c auch nutzen, um die Universit\u00e4tsgeb\u00fchren zu bezahlen. Kennedy hob hervor, dass solche Systeme nicht nur transparent und inflations-d\u00e4mpfend, sondern auch gemeinschaftsf\u00f6rdernd seien. Denn Komplement\u00e4rw\u00e4hrungen m\u00fcssen ein Gewinn f\u00fcr alle, statt nur f\u00fcr zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung, sein. Niemand d\u00fcrfe nach Ansicht der \u00d6konomin mehr draufzahlen.<\/p>\n<p><strong>Regionalw\u00e4hrungen<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09505.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-27798\" title=\"Magistratspressestelle\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09505-265x198.jpg\" alt=\"Magistratspressestelle\" hspace=\"5\" width=\"265\" height=\"198\" align=\"left\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09505-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/dsc09505.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><\/strong>Das Geld m\u00fcsse als Dienstleistung und nicht als Mittel der Bereicherung gesehen werden, fuhr Kenndy fort und nannte Regionalw\u00e4hrungen als einen weiteren vielversprechenden L\u00f6sungsansatz. Indem die B\u00fcrger einer Region in ortsans\u00e4ssigen Gesch\u00e4ften, mit der Regionalw\u00e4hrung zahlen, verbleiben die \u00dcbersch\u00fcsse in der Region, die Transportwege werden verk\u00fcrzt, neue finanzielle Liquidit\u00e4t wird geschaffen und die regionale Identit\u00e4t insgesamt gest\u00e4rkt. Dadurch, dass derjenige, der dieses Geld hortet, im Laufe der Monate Geld verliert, wird das Geld schneller in Umlauf gebracht und somit die Wirtschaft der Region angekurbelt. Au\u00dferdem flie\u00dft ein gewisser Prozentsatz des Umsatzes an \u00f6rtliche Vereine. Mittlerweile gibt es 50 solcher \u201eRegionalw\u00e4hrungen\u201c bundesweit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (cp). Die Weltwirtschaftskrise kam f\u00fcr sie nicht \u00fcberraschend und eine L\u00f6sung hat sie auch parat: \u201eStabilit\u00e4t durch Vielfalt\u201c hei\u00dft eines der Schlagworte von Prof. Dr. Margrit Kennedy. 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