{"id":25973,"date":"2009-04-09T05:50:11","date_gmt":"2009-04-09T03:50:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=25973"},"modified":"2009-04-08T22:33:19","modified_gmt":"2009-04-08T20:33:19","slug":"jugendamt-und-kommunen-bewerten-gemeinsam-den-bedarf-an-kinderbetreuung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=25973","title":{"rendered":"Jugendamt und Kommunen bewerten gemeinsam den Bedarf an Kinderbetreuung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vogelsbergkreis. <\/strong>Der Bedarf ist unterschiedlich, die St\u00e4dte und Gemeinden m\u00fcssen unterschiedlich viel investieren, der Landkreis wird seine Anstrengungen im Bereich Tagespflege intensivieren. Das ist die Kurzform der Erkenntnisse aus der ersten gro\u00dfen Elternbefragung im Vogelsbergkreis. Ziel war es herauszufinden, wie viel Bedarf an Betreuung f\u00fcr Kinder unter drei Jahren besteht. \u00dcber eine relativ hohe R\u00fccklaufquote von fast 42 Prozent aller m\u00f6glicherweise betroffenen Eltern freute sich Dagmar Scherer, Leiterin des Amtes f\u00fcr Jugend, Familie und Sport. Scherer und Vizelandrat Gerhard Ruhl dankten den St\u00e4dten und Gemeinde f\u00fcr die Umsetzung der Befragung vor Ort. Die Erkenntnisse aus der Befragung seien ein gutes &#8220;Einstiegs-Instrument&#8221;, auch wenn die Aussagekraft nicht bei jedem Kriterium 100 Prozent sein k\u00f6nne.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Investitionen notwendig<\/strong><\/p>\n<p>Der Bundesgesetzgeber strebt an, bis 2013 f\u00fcr 35 Prozent der unter Dreij\u00e4hrigen einen Betreuungsplatz anzubieten &#8211; dies k\u00f6nnen neu geschaffene Hortpl\u00e4tze in den Kommunen oder bei anderen Tr\u00e4gern ebenso sein wie die Verst\u00e4rkung von Tagespflegeangeboten (Tagesm\u00fctter). Bei notwendigen Investitionen beteiligt sich der Bund mit 90 Prozent, maximal mit 14.000 Euro je geschaffenem Platz.<\/p>\n<p>Um diese 35 Prozent im Vogelsbergkreis zu erreichen, m\u00fcssen in den kommenden vier Jahren noch 380 Pl\u00e4tze neu geschaffen werden. Auf jeden Fall will der Kreis mit dem Ausbau der Tagespflege ein Drittel der geforderten Pl\u00e4tze sicherstellen. Der Bedarf ist sehr unterschiedlich, berichtete Susan Jusseaume, die im Jugendamt den Bereich Tagespflegeausbau betreut.<\/p>\n<p><strong>Versorgungsquote bereits um 5,8 Prozent verbessert<\/strong><\/p>\n<p>Von 2008 bis 2009 hat sich &#8211; vor allem durch die baulichen Anstrengungen in den Kommunen (plus 72 Pl\u00e4tze), aber auch durch die Verst\u00e4rkung der Lobbyarbeit f\u00fcr Tagesm\u00fctter beim Kreis &#8211; die Versorgungsquote schon von 10,6 auf 16,4 Prozent verbessert. Das bedeutet: die H\u00e4lfte der Anforderung ist bereits erreicht. Waren es 2008 noch 42 Tagespflegepl\u00e4tze, die durch das Jugendamt vermittelt werden konnten, so seien es jetzt &#8211; dank guter Werbung, so Scherer &#8211; bereits 98 Tagespflegepl\u00e4tze &#8211; ein Plus von 56 Prozent. Die Ausbildung der Tagesm\u00fctter stehe auf soliden F\u00fc\u00dfen und finde sowohl bei der Neuen Arbeit als auch bei der Volkshochschule statt.<\/p>\n<p>In der Diskussion hob Dagmar Scherer hervor, dass bei aller Unterschiedlichkeit vor Ort, der soziale Trend &#8220;Pro Kinderbetreuung&#8221; gehe. Darauf m\u00fcsse man sich auch dann einstellen, wenn gleichzeitig demographische Schrumpfungsprozesse zu bew\u00e4ltigen seien. F\u00fcr die B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeister waren Fragen der Restfinanzierung, der Personal- und Betriebskosten, der Festlegung der Versorgungsquote sowie der Verbindlichkeit einer Priorit\u00e4tenliste besonders wichtig. Das Spektrum in der Diskussion reichte von &#8220;Eigentlich ist das alles viel zu teuer&#8221; bis Eigentlich m\u00fcsste das f\u00fcr die Eltern alles kostenfrei sein&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Zentales Thema der Familienpolitik<\/strong><\/p>\n<p>Erster Kreisbeigeordneter Gerhard Ruhl hob in der Tagung im Kreishaus hervor, das Thema Kindertagesbetreuung sei zu einem zentralen Thema in der Familienpolitik des Bundes und der L\u00e4nder und im Vogelsbergkreis geworden. Familien und ihre Interessen seien mit gutem Grund in den Mittelpunkt \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit ger\u00fcckt. Familienfreundlichkeit sei ein Indiz f\u00fcr Lebensqualit\u00e4t und ein wichtiger Standortfaktor, der im Wettbewerb der Kommunen und Landkreise untereinander in den kommenden Jahren noch an Bedeutung zunehmen werde.<\/p>\n<p>Die Vereinbarkeit von Kinderwunsch und Erwerbst\u00e4tigkeit sei f\u00fcr viele junge Menschen eine echte Herausforderung. Der Vogelsbergkreis habe sich im Fr\u00fchsommer des vergangenen Jahres auf den Weg gemacht, systematisch und mit planerischer Kompetenz die Situation der Kinderbetreuung, besser beurteilen zu k\u00f6nnen. &#8220;Wir &#8211; Kreis und Kommunen &#8211; wollen gemeinsam die Situation verbessern&#8221;, sagte Amtsleiterin Dagmar Scherer. Auf der Priorit\u00e4tenliste des Kreises stehen die Kommunen oben, bei denen die meisten Investitionen anstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Vogelsbergkreis. Der Bedarf ist unterschiedlich, die St\u00e4dte und Gemeinden m\u00fcssen unterschiedlich viel investieren, der Landkreis wird seine Anstrengungen im Bereich Tagespflege intensivieren. Das ist die Kurzform der Erkenntnisse aus der ersten gro\u00dfen Elternbefragung im Vogelsbergkreis. 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