{"id":25813,"date":"2009-04-08T05:24:34","date_gmt":"2009-04-08T03:24:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=25813"},"modified":"2009-04-07T21:56:54","modified_gmt":"2009-04-07T19:56:54","slug":"referate-vom-sonntag-anlaesslich-der-45-kulturtagung-des-rhoenklub-ev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=25813","title":{"rendered":"Referate anl\u00e4sslich der 45. Kulturtagung des Rh\u00f6nklub e.V."},"content":{"rendered":"<p><strong>Rh\u00f6n. <\/strong>Heribert Kramm bezeichnete sich gleich zu Beginn seines Vortrages nicht als Kunsthistoriker, sondern als ein Wanderf\u00fchrer zu den Sch\u00f6nheiten der Rh\u00f6n.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/kutg-20090001.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-25814\" title=\"Rh\u00f6nclub\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/kutg-20090001-265x353.jpg\" alt=\"Rh\u00f6nclub\" width=\"265\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/kutg-20090001-265x353.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/kutg-20090001.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/kutg-20090002.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-25815\" title=\"Rh\u00f6nclub\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/kutg-20090002-265x353.jpg\" alt=\"Rh\u00f6nclub\" width=\"265\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/kutg-20090002-265x353.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/kutg-20090002.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><!--more--><\/p>\n<p><strong>Renaissance kam nach Deutschland<\/strong><\/p>\n<p>Die Barock-Kunstrichtung sei als Weiterentwicklung der Renaissance aus dem S\u00fcden nach Deutschland gekommen. Die F\u00fcrsten, und damit die Kirche, wollten nach dem 30-j\u00e4hrigen Krieg einen Akzent gegen die Reformation setzen und schm\u00fcckten ihre Kirchen pr\u00e4chtig aus. 1705 lie\u00df F\u00fcrstabt Schleifras die Fuldaer Basilika abrei\u00dfen und an deren Stelle den Dom errichten. Im Fuldaer Dom sei die Malerei sp\u00e4rlich, es herrsche die Architektur vor. In W\u00fcrzburg sei die Hofkirche zum barocken Vorzeigeobjekt geworden. Im Kreis Fulda habe es nach dem Bau des Domes mehrere Kirchen gegeben, die alle barockisiert worden sind, z. B. Burghaun, Kleinsassen und Gro\u00dfenl\u00fcder. Mit hervorragenden Bildern zeigte der Referent die Fresken, d.h. die Farben werden in feuchten Putz gesetzt, der Br\u00fcder Andreas und Peter Herrlein, die \u00fcberall in der Rh\u00f6n noch aufzusp\u00fcren sind. Auch Emanuel Wohlhaubter sei ein ber\u00fchmter Maler der Rh\u00f6n. Er habe mit den Herrleins zusammengearbeitet. Andreas Herrlein war Hofmaler in Fulda. Peter Herrlein habe \u00fcber 100 Kreuzwege in Kirchen gestaltet. Seine Arbeitsgebiete lagen um Schweinfurt und um K\u00f6nigshofen. Er arbeitete bereits in einer Arbeitsgemeinschaft und hatte Schreiner und Stuckateure und Maler zur Hand, so dass die Ausgestaltung einer Kirche wie aus einem Guss erscheint. Das gr\u00f6\u00dfte Deckengem\u00e4lde Unterfrankens befindet sich in der Kirche von Gro\u00dfwenkheim und stammt von Peter Herrlein. In der evgl. Kirche von Sondheim\/Rh\u00f6n befindet sich eine gewaltige Br\u00fcstungsmalerei, die Peter Herrlein 1775 malte. In R\u00f6delmeier, Saal und in Ipthausen k\u00f6nnen Werke von Peter Herrlein auf Wandertouren besichtigt werden. Der Fotograf habe sich beim Fotografieren auf den Boden legen m\u00fcssen, um die herrlichen Deckengem\u00e4lde ablichten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>\u201eVolksfr\u00f6mmigkeit im Barockzeitalter am Beispiel sakraler Flurdenkm\u00e4ler in der Rh\u00f6n\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem 30-j\u00e4hrigen Krieg breitete sich in der Rh\u00f6n eine gro\u00dfe Volksfr\u00f6mmigkeit aus, die sich in vielen Flurdenkm\u00e4lern \u00e4u\u00dferte. So begann J\u00fcrgen Reinhardt, Fulda, seinen Vortrag. Vor 1600 habe es schon Bildnisse von Heiligen auf Holz gegeben, die allerdings nicht von langer Dauer waren. Im Barock kam es dann zu einer gewissen Bl\u00fctezeit mit einem enormen Gestaltungsreichtum. Man setzte nun Denkm\u00e4ler aus Stein. Damit sollte der \u201ealte\u201c Glaube dokumentiert werden. Der \u00e4lteste erhaltene Bildstock steht in Stockheim. Er ist aus dem Jahr 1611. Die Bildst\u00f6cke waren auf einer schlanken S\u00e4ule mit einem Reliefaufsatz versehen. Es gab 2 Schauseiten mit dem Bild eines Heiligen oder mit der Kreuzigungsgruppe. Oft war der Name des Stifters eingemei\u00dfelt. Sp\u00e4tere Bildst\u00f6cke hatten bereits Runds\u00e4ulen mit Weinlaubverzierung. Das Wallfahrtswesen nahm einen enormen Aufschwung. F\u00fcr Flurprozessionen wurden Altarbildst\u00f6cke aufgestellt. Auf dem Steintisch wurde die Monstranz abgestellt. Auch die sog. Kreuzschlepper kamen an den Wegrand. Ein sehr sch\u00f6ner steht noch immer in der Ortsmitte von Oberwei\u00dfenbrunn. Sp\u00e4ter schufen die Steinbildhauer auch die Pieta, also Maria mit dem toten Jesus auf dem Scho\u00df. Im 18. Jahrhundert kam es zur Aufstellung vieler Feldkreuze. Von diesen finden sich in unserer Heimat noch sehr viele. Auch die Kreuzwege mit den 14 Stationen haben ihren Ursprung der Barockzeit. Aus dem Jahr 1710 stammt der \u00e4lteste Kreuzweg, n\u00e4mlich der auf dem Kreuzberg. Er sei zun\u00e4chst unvollst\u00e4ndig gewesen, so der Redner. Wahrscheinlich habe es am Geld gefehlt. In der Rh\u00f6n folgten dann die Kreuzwege auf dem Frauenberg in Fulda, der am Kloster Altstadt bei Hammelburg und schlie\u00dflich der auf dem Volkersberg. Alle 4 Kl\u00f6ster geh\u00f6ren dem Franziskanerorden. Auch in Fladungen, Rasdorf und auf dem Michelsberg bei Heustreu kann der Wanderfreund barocke Kreuzwege abwandern. Beliebt als religi\u00f6ses Symbol des Glaubens war vor allem der Heilige Nepomuk. Bereits im Jahr 1683 wurde das \u201eUrbild\u201c dieses M\u00e4rtyrers auf der Karlsbr\u00fccke in Prag aufgestellt. Es findet sich in der Rh\u00f6n auf vielen Br\u00fccken, denn Nepomuk wird als \u201eBr\u00fcckenheiliger\u201c verehrt. Zum Schluss betonte Reinhardt, dass alle Produkte der Volksfr\u00f6mmigkeit ohne Druck von oben entstanden seien. Die meisten Denkm\u00e4ler, die heute noch in der Flur bewundert werden k\u00f6nnen, stammen von Privatpersonen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/jsmedaille-09.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-25816\" title=\"Rh\u00f6nclub\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/jsmedaille-09-265x205.jpg\" alt=\"Rh\u00f6nclub\" width=\"265\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/jsmedaille-09-265x205.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/jsmedaille-09.jpg 775w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Heribert Kramm bezeichnete sich gleich zu Beginn seines Vortrages nicht als Kunsthistoriker, sondern als ein Wanderf\u00fchrer zu den Sch\u00f6nheiten der Rh\u00f6n.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,44],"tags":[],"class_list":["post-25813","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-kultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25813","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25813"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25813\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25818,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25813\/revisions\/25818"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25813"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25813"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25813"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}