{"id":24593,"date":"2009-03-29T05:36:24","date_gmt":"2009-03-29T03:36:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=24593"},"modified":"2009-03-29T09:13:12","modified_gmt":"2009-03-29T07:13:12","slug":"ehrenamtliche-brauchen-anerkennung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=24593","title":{"rendered":"Ehrenamtliche brauchen Anerkennung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gersfeld.<\/strong> Gemeinsam gingen bei einer Tagung in Gersfeld die Hessische Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n und der Rh\u00f6nklub der Frage nach, ob das Ehrenamt \u00fcberhaupt noch eine Zukunft hat. Allein im hessischen Teil des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n sind rund 300 Ehrenamtliche in verschiedenen Arbeitsgruppen engagiert \u2013 eine Unterst\u00fctzung, auf die die Verwaltungsstelle nicht mehr verzichten m\u00f6chte und auch nicht verzichten kann.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kal_irene_ziegler.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-24594\" title=\"Mediendienst f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n \/ Carsten Kallenbach\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kal_irene_ziegler-265x385.jpg\" alt=\"Mediendienst f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n \/ Carsten Kallenbach\" width=\"265\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kal_irene_ziegler-265x385.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kal_irene_ziegler.jpg 412w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kal_sarah_hoffmann.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-24595\" title=\"Mediendienst f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n \/ Carsten Kallenbach\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kal_sarah_hoffmann-265x447.jpg\" alt=\"Mediendienst f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n \/ Carsten Kallenbach\" width=\"265\" height=\"447\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kal_sarah_hoffmann-265x447.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/kal_sarah_hoffmann.jpg 355w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><!--more--><\/p>\n<p><strong>Wo bleibt der Nachwuchs?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAls wir seitens des Vereins Natur- und Lebensraum Rh\u00f6n 2007 das neue Regionale Entwicklungskonzept f\u00fcr den hessischen Teil des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n ausgearbeitet haben, war uns klar, dass sich der demografische Wandel bereits auswirkt und auch auf das Ehrenamt Einfluss nimmt\u201c, sagte Martin Kremer, Sachgebietsleiter Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n beim Landkreis Fulda und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Vereins Natur- und Lebensraum Rh\u00f6n. Die Strukturen in den Vereinen der Region w\u00fcrden immer \u00e4lter, und es sei zunehmend schwierig, Vorstandsposten zu besetzen \u2013 beispielsweise im Rh\u00f6nklub. \u201eDie Frage ist, wo der Nachwuchs bleibt, der jetzt eigentlich in die Speichen greifen m\u00fcsste, um die Arbeit in den einzelnen Vereinen und Institutionen erfolgreich weiter zu f\u00fchren\u201c, meinte Kremer. In England sei das Ehrenamt beispielsweise staatlich organisiert. Hier gebe es sogar hauptamtliche Freiwilligenkoordinatoren. \u201eDas ist ein ganz anderes Modell als bei uns in Deutschland\u201c, gab der Sachgebietsleiter zu bedenken.<\/p>\n<p>\u201eWir haben in unserer Stadt 102 Vereine\u201c, sagte die B\u00fcrgermeisterin von Gersfeld, Margit Trittin. F\u00fcr sie sei es daher schon ein Thema, wie das ehrenamtliche Engagement f\u00fcr die Zukunft gesichert werden kann. Im Ortsteil Dalherda habe beispielsweise das Schwimmbad vor der Schlie\u00dfung gestanden. Nur ein ehrenamtlicher F\u00f6rderverein habe es retten k\u00f6nnen. Genauso verhalte es sich mit der Rettung der Orgel \u2013 auch hier gebe es einen F\u00f6rderverein, der sich darum k\u00fcmmert. \u201eDas Thema ist sehr brisant f\u00fcr unsere Gesellschaft, denn wie sollen die vielen Aufgaben noch geleistet werden, wenn wir keinen Nachwuchs mehr finden? Wir haben aber auf der anderen Seite nicht die M\u00f6glichkeiten, das ehrenamtliche Engagement zu bezahlen. Deshalb sind f\u00fcr mich die Wahrnehmung und die W\u00fcrdigung des Ehrenamts ganz wichtig\u201c, hob die B\u00fcrgermeisterin hervor.<\/p>\n<p><strong>40% engagieren sich<\/strong><\/p>\n<p>Mehr als 40 Prozent aller Deutschen engagieren sich ehrenamtlich, hat eine Umfrage des Forschungsinstituts infratest im Auftrag der Akademie f\u00fcr Ehrenamtlichkeit in Berlin ergeben. Baden-W\u00fcrttemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern geh\u00f6ren dabei zu den f\u00fchrenden L\u00e4ndern. Th\u00fcringen liegt im Mittelfeld. Am st\u00e4rksten, sagte Sarah Hoffmann von der genannten Akademie, ist das Engagement im Sport. Hier gebe es viele \u00dcbungsleiter, Trainer und andere Posten zu besetzen.<\/p>\n<p>Das meiste ehrenamtliche Engagement zeigen M\u00e4nner und Frauen zwischen 40 und 50 Jahren. Einen Zuwachs gibt es jedoch bei den 60- bis 70-J\u00e4hrigen. \u201eDas hat einfach mit dem demografischen Wandel zu tun\u201c, begr\u00fcndete Hoffmann. F\u00fcr Jugendliche sei es zunehmend schwer, sich zu engagieren. Der Druck in der Schule und im Studium steige immer mehr an. Im Gegensatz dazu habe sich herausgestellt, dass ehrenamtliches Engagement gerade in der Kindheit und Jugend gelernt wird. \u201eWer von klein auf gelernt hat, sich f\u00fcr eine Sache zu engagieren, der bleibt meist bis ins Alter dabei. Deshalb ist es wichtig, diesen Gedanken in der Kindheit zu f\u00f6rdern. Diejenigen, die es nicht gelernt haben, sich ehrenamtlich einzubringen, brauchen geschulte Vermittler\u201c, sagte Hoffmann.<\/p>\n<p><strong>Spa\u00df steht an erster Stelle<\/strong><\/p>\n<p>Die heutigen ehrenamtlich Engagierten erwarten in erster Linie, dass ihre T\u00e4tigkeit Spa\u00df macht. \u201eDeshalb muss sich jeder, der mit Ehrenamtlichen zu tun hat, dar\u00fcber klar sein, dass eine gute Stimmung, kein Stress und Freude an der T\u00e4tigkeit die Schl\u00fcssel zum Erfolg sind\u201c, sagte Hoffmann. Heute k\u00f6nne man auch schon von so genannten \u201eNeuen Freiwilligen\u201c sprechen. Hierbei gehe der Trend eher zur konkreten Beteiligung an Projekten, wobei die Arbeit von vornherein als zeitlich begrenzt betrachtet wird. Spa\u00df und Freude sind die bestimmenden Erwartungen. Au\u00dferdem besteht, vor allem bei Jugendlichen, der Wunsch nach Mitbestimmung.<\/p>\n<p>Hoffmann empfiehlt, den Ehrenamtlichen bereits beim ersten Kontaktgespr\u00e4ch \u201ereinen Wein\u201c einzuschenken, besonders wenn es um F\u00e4higkeiten und Kenntnisse f\u00fcr die jeweilige Stelle geht. Nach M\u00f6glichkeit m\u00fcsse Qualifizierung und Versicherungsschutz angeboten werden. Als erfolgreich haben sich regelrechte Engagementangebote, \u00e4hnlich Stellenausschreibungen, erwiesen. Bei Europarc, der Dachorganisation der Biosph\u00e4renreservate, Naturparke und Nationalparke, sei das beispielsweise g\u00e4ngige Praxis. Der Bewerber wisse so von vornherein, welche Erwartungen an ihn gekn\u00fcpft werden. Beim ersten Gespr\u00e4ch m\u00fcsse au\u00dferdem ein \u201eNein\u201c auf beiden Seiten m\u00f6glich sein, meinte Hoffmann. Gleichzeitig warb sie f\u00fcr eine \u201eAnerkennungskultur\u201c beim Ehrenamt \u2013 beispielsweise in Form von regelm\u00e4\u00dfigen Gespr\u00e4chen, Stammtischen oder Fortbildungsveranstaltungen. \u201eDie Leute wollen ihre T\u00e4tigkeit gew\u00fcrdigt sehen \u2013 immer wieder ein Dankesch\u00f6n hilft da schon weiter\u201c, sagte Hoffmann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Gersfeld. Gemeinsam gingen bei einer Tagung in Gersfeld die Hessische Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n und der Rh\u00f6nklub der Frage nach, ob das Ehrenamt \u00fcberhaupt noch eine Zukunft hat. 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