{"id":2198,"date":"2007-03-20T08:00:15","date_gmt":"2007-03-20T07:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=2198"},"modified":"2007-03-20T08:04:51","modified_gmt":"2007-03-20T07:04:51","slug":"am-22-maerz-ist-weltwassertag-infos-ueber-virtuelles-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=2198","title":{"rendered":"Am 22. M\u00e4rz ist Weltwassertag &#8211; Infos \u00fcber &#8220;virtuelles Wasser&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sch\u00f6nes aus Fulda.<\/strong> Am Donnerstag, dem 22. M\u00e4rz, ist Weltwassertag. In diesem Jahr lautet das Motto \u201eZeit zum Handeln \u2013 Wasserknappheit und D\u00fcrre\u201c. Besondere Aufmerksamkeit wird in diesem Jahr auf das so genannte \u201eVirtuelle Wasser\u201c gelenkt. So wird jenes Wasser bezeichnet, welches nicht nur unmittelbar in einem Produkt enthalten ist, sondern das zu seiner Herstellung dient. Der Weltwassertag geht auf den Erdgipfel der Vereinten Nationen im Jahr 1992 zur\u00fcck. Damals hatten in Rio de Janeiro\u00c2\u00a0178 Staaten beschlossen, j\u00e4hrlich einen Weltwassertag durchzuf\u00fchren. Volker Strauch vom Umweltzentrum Fulda hat anl\u00e4sslich des Weltwassertages einige interessante Informationen rund um das Wasser zusammengestellt.<\/p>\n<p><!--more--><strong>Der direkte und virtuelle Wasserverbrauch<\/strong><\/p>\n<p>Direkt verbraucht jeder deutsche Bundesb\u00fcrger rund 126 Liter Wasser am Tag. Nicht so offensichtlich ist der \u201eversteckte\u201c Wasserverbrauch. Viele Tomaten, die in Deutschland verkauft werden, stammen aus Gew\u00e4chsh\u00e4usern in S\u00fcdspanien. Ein Teil des Wassers, das dort verbraucht wird, muss \u00fcber hunderte Kilometer zugeleitet werden. Die 13 Liter f\u00fcr eine 70-Gramm-Tomate fehlen in Spanien an anderer Stelle. In jeder Tasse Kaffee verbergen sich 140 Liter virtuelles Wasser. Die Produktion von einem Kilogramm Weizen ben\u00f6tigt ca. 1.100 Liter Wasser und in einem Kilo Rindfleisch stecken rund 15.000 Liter hat das Institute for Water Education der UNESCO errechnet. In diesen Wert geht nicht nur der Verbrauch von Trinkwasser f\u00fcr die Tiere ein, sondern auch die Bew\u00e4sserung von Futterpflanzen.<\/p>\n<p>Auch in nicht essbaren Produkten steckt viel virtuelles Wasser: F\u00fcr die Produktion eines einzigen DIN-A-4-Blattes sind nach Angaben der UNESCO im weltweiten Durchschnitt zehn Liter Wasser erforderlich, f\u00fcr einen Mikrochip mit einem Gewicht von zwei Gramm 32 Liter und f\u00fcr ein Baumwoll-T-Shirt werden 2000 Liter Wasser ben\u00f6tigt. Zieht man die Bilanz des virtuellen Wassers, verbraucht jeder Deutsche pro Tag 4000 Liter Wasser.<\/p>\n<p><strong>70 Prozent des Wassers werden in der Landwirtschaft genutzt<\/strong><\/p>\n<p>Weltweit werden 70 Prozent des Wassers, das der Mensch verbraucht, in der Landwirtschaft genutzt. Besonders hoch ist der Wassereinsatz in der Fleischproduktion, denn ein Rind s\u00e4uft nicht nur viel, sondern frisst auch viel Gras, das zum Wachsen Wasser braucht. Zu ber\u00fccksichtigen ist auch, in welchem Zustand das genutzte Wasser in die Landschaft zur\u00fcckflie\u00dft. Nach einer aktuellen Studie werden 2,4 Prozent des Ackerbaulandes der Welt mit Baumwolle bepflanzt, aber die Baumwollproduktion bietet die Grundlage f\u00fcr 24 Prozent des globalen Insektizidmarktes und elf Prozent aller Pestizidverk\u00e4ufe.<\/p>\n<p>Global wird im In- und Export mit virtuellem Wasser gehandelt. Viele L\u00e4nder versuchen, ihre schwindenden Wasservorr\u00e4te durch sofort verf\u00fcgbare und scheinbar kosteng\u00fcnstige Waren auszugleichen. Virtuelles Wasser kostet erstaunlich wenig. Die Weizenpreise sind in den letzten 100 Jahren stetig gefallen. Auf dem von den USA und der EU beherrschten Markt f\u00fcr landwirtschaftliche Produkte wird Weizen gegenw\u00e4rtig f\u00fcr etwa die H\u00e4lfte der Produktionskosten gehandelt. Viele wasserarme Staaten wollen sich jedoch nicht in diese Abh\u00e4ngigkeiten begeben und f\u00f6rdern mit hohem Aufwand eigenes Wasser. Beispielsweise ist man in Libyen um gr\u00f6\u00dfere Nahrungsmitteltunabh\u00e4ngigkeit vom Ausland bem\u00fcht: Mit dem Great-Man-Made-River Projekt soll Wasser aus Tiefbrunnen im Norden \u00fcber unterirdische Rohre an die Mittelmeerk\u00fcste gepumpt werden, um dort etwa 200 000 ha Ackerland zu berieseln. Die gesch\u00e4tzten Kosten des Mammutprojekts betragen 25 Milliarden Dollar.<\/p>\n<p><strong>Deutschland geh\u00f6rt zu den zehn gr\u00f6\u00dften Wasserimporteuren weltweit<\/strong><\/p>\n<p>Die UNESCO hat errechnet, dass in Industriestaaten wie Deutschland die Importprodukte zu 50 bis 80 Prozent zum virtuellen Wasserverbrauch des Landes beitragen. Deutschland geh\u00f6rt zu den weltweit zehn gr\u00f6\u00dften Wasserimporteuren.<br \/>\nDie Erkenntnisse \u00fcber den virtuellen Wasserverbrauch k\u00f6nnen helfen, globale Wasserprobleme zu l\u00f6sen. Wichtig und aussichtsreich sind Methoden, durch sparsame Bew\u00e4sserungstechniken den Wasserverbrauch je Tomate oder Kaffeestrauch deutlich zu senken. Auch die Entscheidungen wasserarmer L\u00e4nder zur Ausweitung von Getreide- und Gem\u00fcseanbau in Trockengebieten muss gut abgewogen werden.<\/p>\n<p>In der Europ\u00e4ischen Union k\u00f6nnen der Klimawandel und die zunehmende Verst\u00e4dterung die Situation versch\u00e4rfen. In erster Linie sind S\u00fcdosteuropa und der Mittelmeerraum betroffen, aber auch in unseren Breiten k\u00f6nnte in den Sommermonaten vermehrt Wasserknappheit auftreten. Zukunftsorientiert ist die Mehrfachnutzung von Wasser in Kreislaufsystemen. Und f\u00fcr die Verbraucher bietet das Wissen um den virtuellen Wasserverbrauch die Chance, beim Einkaufen zu ber\u00fccksichtigen, wie viel kostbares Wasser f\u00fcr die Produktion der Waren verbraucht wird. Virtuelles Wasser ist eine Ressource, die weltweit gehandelt wird und unser Lebensstil beeinflusst erheblich die globale Verf\u00fcgbarkeit von S\u00fc\u00dfwasser.<\/p>\n<p><strong>Infos zum Wassersparen im Umweltzentrum<\/strong><\/p>\n<p>Im Umweltzentrum Fulda gibt es sowohl Informationen zum direkten Wassersparen in privaten Haushalten als auch zu regionalen Lebensmitteln, in denen wenig globales virtuelles Wasser enthalten ist. Schulklassen k\u00f6nnen unter anderem Workshops zu Wasser, Gew\u00e4ssern, zum Papierrecycling und zur Ern\u00e4hrung buchen. (Volker Strauch)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sch\u00f6nes aus Fulda. Am Donnerstag, dem 22. M\u00e4rz, ist Weltwassertag. 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