{"id":2167,"date":"2007-03-09T10:44:39","date_gmt":"2007-03-09T08:44:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=2167"},"modified":"2007-03-28T02:48:30","modified_gmt":"2007-03-28T00:48:30","slug":"desiree-nick-brillierte-im-fuldaer-schlosstheater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=2167","title":{"rendered":"D\u00e9sir\u00e9e Nick brillierte im Fuldaer Schlosstheater"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sch\u00f6nes aus Fulda. <\/strong>Anders sein zu wollen. Anders zu sein. Die Berliner Schauspielerin und Erfolgsautorin D\u00e9sir\u00e9e Nick ist anders in dem Sinn, wie sie selbst als Protagonistin in dem dramatischen B\u00fchnenst\u00fcck des \u00d6sterreichers Thomas Bernhard \u201eAm Ziel\u201c die Besonderheit des K\u00fcnstlers beschreibt. In ihr mischt sich einerseits die preu\u00dfische Strenge mit k\u00fchler Weiblichkeit, analytischer Geist mit ungesch\u00f6nter, manchmal verletzender Sch\u00e4rfe. Michael Schwab sprach mit der K\u00fcnstlerin, die im\u00c2\u00a0Fuldaer Schlosstheater ihrem Publikum einen fulminanten Auftritt mit gro\u00dfartiger Rezitationsf\u00e4higkeit bot.<\/p>\n<p><strong>Fotos:<\/strong> Michael Schwab<\/p>\n<p><strong><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/070317_nick_2.jpg\" title=\"Fotos: Michael Schwab\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/070317_nick_2.thumbnail.jpg\" alt=\"070317_nick_2.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/070317_nick_1.jpg\" title=\"Fotos: Michael Schwab\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/070317_nick_1.thumbnail.jpg\" alt=\"070317_nick_1.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/070317_nick_3.thumbnail.jpg\" alt=\"070317_nick_3.jpg\" \/><\/strong><\/p>\n<p><!--more--><strong>Frau Nick: Was wollen Sie Ihrem Fuldaer Publikum im Schlosstheater mit Ihrer Rolle in Thomas Bernhards St\u00fcck vermitteln?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nick:<\/strong> Thomas Bernhard ist ein Klassiker. Dieser \u00f6sterreichische Geniale hat sich der Verlogenheit der Bourgoisie gewidmet. Ich finde es wunderbar, in diesem St\u00fcck eine 72-j\u00e4hrige zu spielen. So wie die Protagonistin bin ich nicht. Es ist aber f\u00fcr eine Schauspielerin eine gro\u00dfartige Charakterrolle, an der ich gro\u00dfe Freude habe. Au\u00dferdem kann ich in dieser Rolle mein ganzes K\u00f6nnen unter Beweis stellen, denn ich habe Texte lernen m\u00fcssen, die f\u00fcr mehrere Stunden reichen. Die meisten anderen Schauspieler k\u00f6nnen nicht mehr als drei S\u00e4tze vollst\u00e4ndig sagen und sind auf Hilfe angewiesen.<\/p>\n<p><strong>Wie wirkt Fulda auf Sie?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nick:<\/strong> Ich bin schon mit der Tourneeproduktion Landgraf in Fulda gewesen. Fulda ist eine wundersch\u00f6ne alte, deutsche Stadt. Wenn Amerikaner oder Asiaten nach Fulda kommen, dann sieht die Stadt ganz so aus, wie sie sich deutsche St\u00e4dte von Spitzweggem\u00e4lden her vorstellen.<\/p>\n<p><strong>Die Frankfurter Rundschau urteilt hart \u00fcber Sie und nennt Sie zynisch und schamlos. Wie empfinden Sie sich wirklich?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nick:<\/strong> Leider wird in den Medien nur abgedruckt, was auf Sensationsheischerei aus ist. Mit Banalit\u00e4t kann man allerdings das Publikum auch nicht bei der Stange halten. Wie ich mich empfinde? Auf mich trifft vieles zu.<\/p>\n<p><strong>Das hei\u00dft auch, wie in einem Interview \u00fcber Sie geschrieben worden ist, dass Sie in diesem Leben das Wahre, das Gute, das Sch\u00f6ne suchen und aufzeigen, was Sie als platt und billig empfinden. Wie ist dieser Satz zu deuten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nick:<\/strong> F\u00fcr mich ist das Wahre, was als Kunst Bestand hat. Allerdings spielen etwa in Shakespeares K\u00f6nigsdramen nicht nur das Sch\u00f6ne, sondern auch Mord, Intrigen, Inzest eine Rolle. Das ist es, was die Menschheit bewegt und trotzdem ist es sch\u00f6n, wenn der K\u00fcnstler diesen Stoff auf die B\u00fchne bringt. Selbst wenn Gretchen im Faust erw\u00fcrgt wird hei\u00dft es dann: O Gott, wie sie das gespielt hat!<\/p>\n<p><strong>Mir kommt es so vor, als wenn D\u00e9sir\u00e9e Nick in Schubladen gezw\u00e4ngt wird?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nick:<\/strong> In Deutschland will man Schubladen haben. Vielleicht braucht man auch eine Schublade. Aber ich bin vielseitig und wenn man nicht vielseitig ist und nur in eine Schublade gezw\u00e4ngt wird, bleibt man immer auch nur f\u00fcr eine Nummer zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p><strong>Sie waren Religionslehrerin, Ballett-T\u00e4nzerin und sind inzwischen ein bekannter Unterhaltungsstar. Ein ungew\u00f6hnlicher Berufsweg. Oder?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nick:<\/strong> Die S\u00e4ulen des deutschen TV-Gesch\u00e4fts, die Giganten wie G\u00fcnther Jauch, Thomas Gottschalk oder Beckmann haben Theologie studiert. Nur weil ich eine Frau bin, werde ich immer danach gefragt. Als Religionslehrerin war ich meiner Zeit um 20 Jahre voraus. Damals war es ein Skandal, dass ich mit meinen Sch\u00fclern ins Museum gegangen oder Filme zum Thema angesehen habe. Da hie\u00df es schnell: Die macht ja keinen Unterricht. Zwischen meiner Zeit als katholische Religionslehrerin und dem Unterhaltungsgesch\u00e4ft lagen 10 bewegte Jahre und viele tausend kleine Zuf\u00e4lle und H\u00fcrden, die ich nehmen musste.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sch\u00f6nes aus Fulda. Anders sein zu wollen. Anders zu sein. 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