{"id":185428,"date":"2024-07-02T11:26:36","date_gmt":"2024-07-02T09:26:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=185428"},"modified":"2024-07-02T11:26:36","modified_gmt":"2024-07-02T09:26:36","slug":"freundeskreise-fuer-suchtkrankenhilfe-aus-ganz-hessen-trafen-sich-zu-den-suchttagen-in-nieder-moos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=185428","title":{"rendered":"Freundeskreise f\u00fcr Suchtkrankenhilfe aus ganz Hessen trafen sich zu den Suchttagen in Nieder-Moos"},"content":{"rendered":"<p>Sie alle teilen ein Thema: Sucht. Die Menschen, die sich in den Freundeskreisen f\u00fcr Suchtkrankenhilfe zusammenschlie\u00dfen, haben selbst Erfahrungen als Suchtkranke oder Angeh\u00f6rige von an einer Sucht Erkrankten. Sich bei Menschen Hilfe und Rat zu holen, die selbst betroffen sind, ist von gro\u00dfer Bedeutung und schmiedet auch zusammen. Sichtbar wird dieser Zusammenhalt an verschiedenen Treffen, die auf unterschiedlichen Ebenen regelm\u00e4\u00dfig stattfinden. Eine der gr\u00f6\u00dferen Veranstaltungen sind die Suchttage des Landesverbandes Hessen e.V., zu der in diesem Jahr auch der frischgew\u00e4hlte Bundesvorsitzende Ralf Vietze erschienen war. Alle zwei Jahre laden die Organisatoren dazu ein, ein ganzes Wochenende gemeinsam zu verbringen, verschiedene Themen zu vertiefen, Ausgleich und Inspiration zu finden und nat\u00fcrlich sich zu treffen, auszutauschen und gemeinsame Zeit zu verbringen. Zum wiederholten Mal fanden die Suchttage nun schon im Freizeitpark Vulkan in Nieder-Moos statt. \u201eHier werden wir mit offenen Armen empfangen und haben auf dem ganzen Gel\u00e4nde viele M\u00f6glichkeiten\u201c, sagt Thomas Steinh\u00e4user, der Landesvorsitzende.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit einem Vorbereitungsteam hattet er f\u00fcr die etwa achtzig G\u00e4ste der Suchttage ein interessantes Programm ausgearbeitet, das diese \u00fcber die Pfingstfeiertage wahrnehmen konnten. Neben verschiedenen Kreativ-Workshops wie Holz- oder Specksteinbearbeitung, Weben oder Basteln, standen auch Bewegungsangebote wie Minigolf und Wanderungen auf dem Programm. Alle Teilnehmenden konnten nach ihren W\u00fcnschen ausw\u00e4hlen, woran sie mitwirken wollten. \u201eEs geht in erster Linie darum, gemeinsam Zeit zu verbringen, aber auch Inspirationen f\u00fcr Hobbys zu finden, Entspannungsm\u00f6glichkeiten kennenzulernen\u201c, so Ursula Nahrgang vom Freundeskreis Vogelsberg.<\/p>\n<p>Doch auch die Interessensvertretung der Freundeskreise in der \u00d6ffentlichkeit und den politischen Gremien ist ein gro\u00dfes Thema in den Vereinen. Aus diesem Grund wurden anl\u00e4sslich der Suchttage professionelle Workshops im Bereich der Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit angeboten. Dazu hatten die Organisatoren zum einen die Redakteurin Hanna von Porsch gewinnen k\u00f6nnen, zum andere war der PR- und Kommunikationstrainer Wolfgang Nafroth mit einem Workshop in Nieder-Moos vertreten. Beide Referenten versorgten die Teilnehmenden mit viel Wissen und auch praktischen \u00dcbungen. F\u00fcr Thomas Steinh\u00e4user ist ein offener Umgang mit Sucht von gro\u00dfer Bedeutung: Zum einen k\u00f6nne man nur durch Offenheit pr\u00e4ventiv arbeiten, zum anderen sei es wichtig, in der Gesellschaft diese Themen anzusprechen: Suchtkranke lebten in Familien, seien in Vereinen und in der Arbeitswelt anzutreffen. Ihre Krankheit und auch die Befindlichkeiten der Angeh\u00f6rigen seien dort von Bedeutung. \u201eUnd wir m\u00fcssen auch zeigen, dass wir trotz unserer Suchterkrankung Teile der Gesellschaft sind, leistungsf\u00e4hig, und bereit zur Mitwirkung.\u201c<\/p>\n<p>Viel habe sich in dieser Hinsicht schon getan, freuen sich die Verantwortlichen in den Vereinen und regionalen Gruppen. Dennoch bleibe viel zu tun. Derzeit stelle die Freigabe von Cannabis die Freundeskreise vor Herausforderungen und schaffe Diskussionsbedarf: W\u00e4hrend Thomas Steinh\u00e4user die Legalisierung von Cannabis als leichter Weg zu einer Einstiegsdroge sieht, argumentiert Christina Stolz vom Freundeskreis Bad Nauheim, dass eine Entkriminalisierung der Konsumenten sowie die Gew\u00e4hrleistung von Grenzwerten und Qualit\u00e4t Vorteile habe. Einigkeit herrscht in jedem Fall dar\u00fcber, dass Pr\u00e4vention und Aufkl\u00e4rung n\u00f6tig seien \u2013 und das schon in Schulen. \u201eEs geht auch nicht darum, alle Drogen zu verteufeln\u201c, sagt Steinh\u00e4user deutlich, \u201esondern klar die Grenze zwischen Konsum und Missbrauch zu ziehen.\u201c<\/p>\n<p>Um all diese Themen ging es auch in einem Theaterst\u00fcck, das die Gruppe schrieb, einstudierte und auff\u00fchrte. Eine Aktivit\u00e4t, die allen Beteiligten stets Freude macht und mit der sie sich auch auf verschiedenen Anl\u00e4ssen immer wieder pr\u00e4sentieren. Die Wege in die \u00d6ffentlichkeit sind also vielf\u00e4ltig.<\/p>\n<p>Daneben spielen aber auch die Gruppe an sich und das Miteinander eine wichtige Rolle: Die Teilnehmenden an den Suchttagen freuen sich \u00fcber die Auszeit und die wertsch\u00e4tzende, verst\u00e4ndnisvolle Atmosph\u00e4re, die in Nieder-Moos herrscht. Einige kennen sich bereits untereinander, freuen sich \u00fcber ein Wiedersehen und bringen die ganze Familie mit. Andere wiederum sind zum ersten Mal dabei und genie\u00dfen die vielen Anregungen, die Gespr\u00e4chsm\u00f6glichkeiten \u00fcber Leichtes und Schweres sowie die Ruhe abseits eines oft anstrengenden Alltags. Stolz blickten sie auf ihre verschiedenen Arbeiten, seien es ausgefallene Webb\u00e4nder in der Brettchenwebtechnik oder Kettenanh\u00e4nger aus Speckstein. Manchen stellten Geschenke her, die sie ihren Lieben und Freunden mitnehmen wollten \u2013 auf diese Weise hat ein sch\u00f6nes Vogelh\u00e4uschen mit Kerstin die Heimreise nach Kassel angetreten. Auch kleine Traditionen pflegen die Freundeskreise in Nieder-Moos bereits: Auf dem selbstgemachten Insektenhotel werden seit Jahren Plaketten f\u00fcr die Treffen angebracht \u2013 nat\u00fcrlich auch dieses Mal wieder. Und ein Baum, der schon vielfach umgesetzt wurde, steht f\u00fcr die Widerstandskraft und das Durchhalteverm\u00f6gen der Selbsthilfegruppe und ihrer Menschen.<\/p>\n<p>14 regionale Vereine geh\u00f6ren zum Landesverband. Sie kommen aus Altenstadt, Bad Nauheim, Dillenburg, Fulda, Hanau, Hessisch Lichtenau, Kassel, Montabaur, Oberhessen, Osthessen, Selters, dem Vogelsberg und dem Westerwald. Ihr Motto in diesem Jahr lautete \u201eOptimisten f\u00fcrs Leben.\u201c Dazu Thomas Steinh\u00e4user: \u201eWir schauen immer auf das, was geht, und nicht darauf, was nicht geht. Wir alle haben viel erlebt, aber wir haben auch jeden Grund, hoffnungsvoll in die Zukunft zu gehen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sie alle teilen ein Thema: Sucht. Die Menschen, die sich in den Freundeskreisen f\u00fcr Suchtkrankenhilfe zusammenschlie\u00dfen, haben selbst Erfahrungen als Suchtkranke oder Angeh\u00f6rige von an einer Sucht Erkrankten. Sich bei Menschen Hilfe und Rat zu holen, die selbst betroffen sind, ist von gro\u00dfer Bedeutung und schmiedet auch zusammen. 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