{"id":185180,"date":"2022-08-11T14:50:11","date_gmt":"2022-08-11T12:50:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=185180"},"modified":"2022-08-11T14:50:11","modified_gmt":"2022-08-11T12:50:11","slug":"neues-medikament-bei-zoeliakie-hoffnung-fuer-patienten-mit-glutenunvertraeglichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=185180","title":{"rendered":"Neues Medikament bei Z\u00f6liakie: Hoffnung f\u00fcr Patienten mit Glutenunvertr\u00e4glichkeit"},"content":{"rendered":"<p>Weltweit z\u00e4hlt die Z\u00f6liakie, eine spezielle Form der Glutenunvertr\u00e4glichkeit, zu den meistverbreiteten Nahrungsmittelunvertr\u00e4glichkeiten. Auch in Deutschland sind mehr als 800.000 Menschen &#8211; fast jeder 100. &#8211; davon betroffen. Bei Z\u00f6liakie k\u00f6nnen die Patienten verschiedene Nahrungsbestandteile nicht richtig verwerten, was zu einer erheblichen Einschr\u00e4nkung der Lebensqualit\u00e4t f\u00fchrt.<br \/>\nForschern der Universit\u00e4tsklinik Mainz ist es nun gelungen, einen Wirkstoff zur Behandlung der Glutenunvertr\u00e4glichkeit zu entwickeln, der im Rahmen einer gro\u00dfen Studie untersucht werden soll. Mit der ersten medikament\u00f6sen Z\u00f6liakie-Therapie, die unterst\u00fctzend zur glutenfreien Di\u00e4t Anwendung finden k\u00f6nnte, verbinden betroffene Patienten Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Medizinische Klinik II (Gastroenterologie) des Klinikums Fulda ist eines der ersten Zentren, das an der Studie teilnimmt.<\/p>\n<p>An Z\u00f6liakie erkrankte Patientinnen und Patienten reagieren auf ein in verschiedenen Getreidesorten enthaltenes Eiwei\u00df, das sog. Gluten. Aber auch viele weitere Nahrungsmittel (z.B. Milchprodukte und bestimmte Fette) k\u00f6nnen in der Folge von an Z\u00f6liakie betroffenen Patienten nur eingeschr\u00e4nkt verdaut werden. Diese Nahrungsmittel rufen bei ihnen unterschiedliche Symptome hervor: starke Bauchschmerzen, \u00dcbelkeit und Erbrechen, Bl\u00e4hungen oder Durchfall bis hin zu Entz\u00fcndungen des D\u00fcnndarms, die zu einer Ver\u00e4nderung der Darmschleimhaut f\u00fchren. Zudem haben die Betroffenen ein erh\u00f6htes Risiko, z.B. an b\u00f6sartigen D\u00fcnndarmtumoren zu erkranken oder Lymphome zu entwickeln. \u201ePatienten mit Z\u00f6liakie haben oftmals eine sehr lange Leidensgeschichte\u201c, so Priv.-Doz. Dr. Carsten Schmidt, Direktor der Medizinischen Klinik II, Gastroenterologie am Klinikum Fulda. \u201eDie Behandlung der Z\u00f6liakie besteht jedoch bislang fast ausschlie\u00dflich in einer konsequent glutenfreien Ern\u00e4hrung. Ein kompletter Glutenverzicht ist jedoch im Alltag kaum m\u00f6glich, da viele Nahrungsmittel geringe Mengen an Gluten enthalten\u201c, so Dr. Schmidt weiter. Seit vielen Jahren wurde daher an der Entwicklung eines Medikaments zur Z\u00f6liakie-Therapie geforscht. Forschern der Universit\u00e4tsklinik Mainz ist es nun gelungen, einen medikament\u00f6sen Wirkstoff zur Behandlung der Glutenunvertr\u00e4glichkeit zu entwickeln.<\/p>\n<p>Studie zur Behandlung der Glutenunvertr\u00e4glichkeit<\/p>\n<p>Ziel der europaweit angelegten Studie, an der das Klinikum Fulda als eines der ersten Zentren teilnimmt, ist es, die Wirksamkeit und Vertr\u00e4glichkeit des neuartigen Medikaments bei m\u00f6glichst vielen Patientinnen und Patienten zu untersuchen.<br \/>\nZ\u00f6liakie-Patienten, die an dieser Studie bereits teilgenommen hatten, erhielten \u00fcber 6 Wochen t\u00e4glich 3 Gramm Gluten in Form eines Pl\u00e4tzchens. Die parallele Verabreichung des neuartigen Medikaments in Form einer Kapsel sollte die durch das Gluten verursachte Darmentz\u00fcndung signifikant verhindern. \u201eIn einer der ersten Test-Phasen der Studie traten bislang keine relevanten Nebenwirkungen auf, so dass wir von einem sehr vielversprechendem Medikament ausgehen\u201c, so Dr. Schmidt. Diese positiven Ergebnisse sollen nun in einer Phase IIb-Studie, die in ca. 50 Studienzentren in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern durchgef\u00fchrt wird, weiter untersucht und best\u00e4tigt werden. Daf\u00fcr wird Z\u00f6liakie-Patienten, die trotz konsequenter glutenfreier Di\u00e4t weiterhin Beschwerden und entz\u00fcndliche Ver\u00e4nderungen haben, angeboten, an der aktuellen Therapiestudie teilzunehmen.<\/p>\n<p>\u201eDie Patienten k\u00f6nnen somit das neuartige Medikament und damit eine Therapieformen ausprobieren\u201c, so Schmidt, \u201eund werden dabei von unserem Studienteam sowie unseren \u00c4rztinnen und \u00c4rzten engmaschig betreut.\u201c Die klinische Studie erfolgt nach internationalem Qualit\u00e4tsstandard und wird von unabh\u00e4ngigen Gremien fortlaufend \u00fcberwacht. Die teilnehmenden Patienten erhalten mit der Studie nicht nur eine Chance durch eine neue Therapie ihre Beschwerden zu lindern, sie werden zudem besonders intensiv \u00fcberwacht und betreut. \u201eUnd wir tauschen uns innerhalb des Studiennetzwerks mit weiteren Experten aus. So k\u00f6nnen wir zeitnah und bestm\u00f6glich auf etwaige unerw\u00fcnschte Wirkungen sofort reagieren\u201c, betont Schmidt.<\/p>\n<p>An der Z\u00f6liakie-Studie interessierte Patienten wenden sich bitte an Priv.-Doz. Dr. Carsten Schmidt, Direktor der Medizinischen Klinik II am Klinikum Fulda, unter Telefon: (0661) 84-5421 oder per Mail, unter med2.sek@klinikum-fulda.de.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Weltweit z\u00e4hlt die Z\u00f6liakie, eine spezielle Form der Glutenunvertr\u00e4glichkeit, zu den meistverbreiteten Nahrungsmittelunvertr\u00e4glichkeiten. Auch in Deutschland sind mehr als 800.000 Menschen &#8211; fast jeder 100. &#8211; davon betroffen. Bei Z\u00f6liakie k\u00f6nnen die Patienten verschiedene Nahrungsbestandteile nicht richtig verwerten, was zu einer erheblichen Einschr\u00e4nkung der Lebensqualit\u00e4t f\u00fchrt. 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