{"id":185147,"date":"2022-03-28T13:35:00","date_gmt":"2022-03-28T11:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=185147"},"modified":"2022-04-12T09:59:40","modified_gmt":"2022-04-12T07:59:40","slug":"unterhaltsverlust-nach-ehelicher-untreue","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=185147","title":{"rendered":"Unterhaltsverlust nach ehelicher Untreue"},"content":{"rendered":"<p>Auch wenn es heute deutlich mehr Scheidungen als vor einigen Jahrzehnten gibt, ging deren Anzahl in Deutschland leicht zur\u00fcck. In Hessen lag sie im Jahr 2019 auf 12.021, 2020 nur noch auf 11.751. Mit Ausnahme von Bayern gilt die Verringerung der Ehescheidungen f\u00fcr alle Bundesl\u00e4nder. Zu den h\u00e4ufigsten Gr\u00fcnden einer Trennung z\u00e4hlt die eheliche Untreue. Laut einer Studie betr\u00fcgen Menschen ihre Partner vor allem, wenn sie sich vernachl\u00e4ssigt f\u00fchlen, unsicher in der Beziehung sind oder Angst vor dem Verlassenwerden haben. Warum die Ehe gescheitert ist, spielt vor allem bei den Unterhaltsanspr\u00fcchen eine Rolle.<\/p>\n<p><strong>Hohe Beweisanforderungen<\/strong><\/p>\n<p>Nicht jede Form der Untreue hat Einfluss auf den Anspruch auf Trennungs- oder nachehelichen Unterhalt. F\u00fcr eine Verwirkung des Unterhaltsanspruchs gem\u00e4\u00df \u00c2\u00a7 1361 i.V.m. \u00c2\u00a7 1579 BGB muss der Betrug bzw. die Verfehlung des unterhaltsberechtigten Ehepartners ein nennenswertes Gewicht haben und neutral bewiesen werden. Fakt ist: Auch der beste Scheidungsanwalt ist auf die Vorlage unparteiischer Beweise angewiesen. Gerichte treffen ihre Entscheidung nach Aktenlage. D.h. nach den Dokumenten und Aussagen, die ihnen von den Parteien vorgelegt werden.<\/p>\n<p>Selbst wenn ein Partner den anderen in flagranti erwischt, ist die Erbringung des diesbez\u00fcglichen Beweises schwierig. Scheidungsgerichte akzeptieren weder haltlose Behauptungen noch einzelne Kameraaufnahmen, die durch Fotomontage bearbeitet sein k\u00f6nnen. Ged\u00e4chtnisprotokolle werden gleichfalls nicht anerkannt, denn bekanntlich ist Papier geduldig. Gleiches gilt in der Regel f\u00fcr Zeugenaussagen von Kindern, Verwandten oder Freunden. \u00c4u\u00dferst selten werden sie von der Justiz anerkannt, da sie einen Ehebruch kaum gerichtsfest dokumentieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Einschaltung einer Detektei<\/strong><\/p>\n<p>Berufsdetektive sind f\u00fcr die Erbringung von gerichtstauglichen, unabh\u00e4ngigen Scheidungsbeweisen pr\u00e4destiniert. Sie allein k\u00f6nnen einen Sachverhalt in der ben\u00f6tigten Form erbringen. Das bedeutet, vern\u00fcnftige Zweifel an einer Darstellung auszuschlie\u00dfen, was das A und O eines Beweises ist. Damit werden s\u00e4mtliche Versuche f\u00fcr einen Gegenbeweis unm\u00f6glich, denn sie m\u00fcssen ins Leere gehen. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofes (OHG), Az. 7 Ob 195\/02f, bekr\u00e4ftigt diesen Aspekt mit folgender Entscheidung:<\/p>\n<p>\u201eDer gesch\u00e4digte Ehegatte ist zur Abwehr unterhalts- und verm\u00f6gensrechtlicher Nachteile berechtigt, seinen Prozessstandpunkt durch Beobachtung durch einen Detektiv zum Erlangen von Beweisen f\u00fcr ein ehebrecherisches Verh\u00e4ltnis des Ehegatten zu untermauern.\u201c<\/p>\n<p>Professionellen Ermittlern wie die <a href=\"https:\/\/www.lentz-detektei.de\/hessen\/detektei-hanau\">Detektei in der Region Fulda \/ Hanau<\/a> ist bewusst, dass allein sie f\u00fcr die derartige Beweiserbringungen zust\u00e4ndig sowie gesetzlich befugt und bef\u00e4higt sind. Ihr Leistungsspektrum ist umfangreich, in der Regel stehen f\u00fcr jede Art der Beauftragung spezielle Fachkr\u00e4fte bereit. In Bezug auf Eheprobleme, <a href=\"https:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=184279\">Scheidungen und daraus resultierenden weiteren Schwierigkeiten<\/a> wird eine Detektei h\u00e4ufig zur<\/p>\n<ul>\n<li>Beobachtung bei Verdacht von Untreue in der Ehe\/Partnerschaft,<\/li>\n<li>Observation bei Unterhaltsbetrug sowie<\/li>\n<li>Beobachtung und Ermittlung bei Sorgerechtsangelegenheiten<\/li>\n<\/ul>\n<p>eingeschaltet. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat best\u00e4tigt, dass die Kosten f\u00fcr einen Detektiveinsatz als Teil der Prozesskosten anzusehen sind. D.h., in einem gerichtlichten Streitfall tr\u00e4gt die unterlegene Partei die Ermittlergeb\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Was verlangt die Rechtsprechung?<\/strong><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich f\u00fchrt nicht jeder Ehebruch als solcher zu einer Herabsetzung oder zum Ausschluss des Unterhalts nach \u00c2\u00a7 1579 B\u00fcrgerliches Gesetzbuch (BGB). Es ist nichts daran zu r\u00fctteln, dass es sich bei einem Versto\u00df gegen die eheliche Treuepflicht um ein Fehlverhalten gem\u00e4\u00df \u00c2\u00a7 1579 Nr. 7 BGB handelt. Jedoch fordern Gerichte, dass dieses eindeutig beim betreffenden Partner liegt. Wird f\u00fcr den Ehebruch ein einseitiges Fehlverhalten zweifelsfrei festgestellt, stellt diese Tatsache daher noch keine Garantie f\u00fcr die Einflussnahme auf die H\u00f6he oder g\u00e4nzliche Versagung des Unterhalts dar.<\/p>\n<p>Laut Rechtsprechung muss <a href=\"https:\/\/www.scheidung.org\/haertefallscheidung\/\">ein H\u00e4rtegrund vorliegen<\/a>. Er wird vom Gericht angenommen, wenn die Aufnahme eines nachhaltigen, auf l\u00e4ngere Dauer angelegten Intimverh\u00e4ltnisses zum Scheitern der Ehe f\u00fchrte. Eine klare Aussage bez\u00fcglich der Frage, ob Ehebruch an sich zwingend f\u00fcr den Wegfall des Unterhalts ausreicht, hat das Oberlandesgericht (OLG, Az. 2 UF 112\/18) Frankfurt im Jahr 2019 getroffen:<\/p>\n<p><em>\u201eEbenso wenig kann der Kl\u00e4gerin ein offensichtlich schwerwiegendes Fehlverhalten im Sinne von \u00c2\u00a7 1579 Nr. 7 BGB vorgeworfen werden. Soweit der Beklagte in diesem Zusammenhang eine ehewidrige Beziehung der Kl\u00e4gerin mit dem Nachbarn H. behauptet, erf\u00fcllt dies die Voraussetzungen des \u00c2\u00a7 1579 Nr. 2 BGB nicht. Selbst wenn es zutreffen sollte, dass die Kl\u00e4gerin diese Beziehung aus \u201eintakter Ehe heraus\u201c aufgenommen haben sollte, so gen\u00fcgt Ehebruch allein noch nicht zur Verwirkung des Unterhaltsanspruchs. Ein H\u00e4rtegrund im Sinne von \u00c2\u00a7 1579 Nr. 7 BGB kann vielmehr erst bei Aufnahme eines nachhaltigen, auf l\u00e4ngere Dauer angelegten intimen Verh\u00e4ltnisses angenommen werden, wenn darin, unabh\u00e4ngig vom Zeitpunkt, die Ursache f\u00fcr das Scheitern der Ehe lag.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Foto: <a href=\"http:\/\/de.depositphotos.com\">de.depositphotos.com<\/a>; Titel: Reporter spionierte ein Paar aus ; ID: 95937396; Autor: oneinchpunch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Auch wenn es heute deutlich mehr Scheidungen als vor einigen Jahrzehnten gibt, ging deren Anzahl in Deutschland leicht zur\u00fcck. In Hessen lag sie im Jahr 2019 auf 12.021, 2020 nur noch auf 11.751. Mit Ausnahme von Bayern gilt die Verringerung der Ehescheidungen f\u00fcr alle Bundesl\u00e4nder. 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