{"id":184967,"date":"2021-05-04T12:02:11","date_gmt":"2021-05-04T10:02:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=184967"},"modified":"2021-05-04T12:02:11","modified_gmt":"2021-05-04T10:02:11","slug":"fehlende-alltagsstruktur-verstaerkt-psychische-erkrankungen-tagesstaetten-der-vogelsberger-lebensraeume-in-lauterbach-und-alsfeld-als-anker-fuer-betroffene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=184967","title":{"rendered":"Fehlende Alltagsstruktur verst\u00e4rkt psychische Erkrankungen &#8211; Tagesst\u00e4tten der Vogelsberger Lebensr\u00e4ume in Lauterbach und Alsfeld als Anker f\u00fcr Betroffene"},"content":{"rendered":"<p>Immer mehr Menschen erkranken an der Seele. Depressionen, Angstst\u00f6rungen, Zwangserkrankungen oder Schizophrenie sind dabei die wohl bekanntesten Krankheitsbilder. Damit ihr Leben nicht v\u00f6llig aus den Fugen ger\u00e4t, k\u00f6nnen Betroffene Hilfe suchen in Einrichtungen, wie den Gemeindepsychiatrischen Zentren (GPZ) der Vogelsberger Lebensr\u00e4ume in Lauterbach und Alsfeld.<\/p>\n<p>Ob Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle, Betreutes Wohnen oder die Tagesst\u00e4tte mit Angeboten f\u00fcr Besch\u00e4ftigung, Arbeit oder Freizeitgestaltung, an beiden Standorten gibt es erfahrene P\u00e4dagogen und Therapeuten, die Hilfesuchende dabei unterst\u00fctzen, neues Selbstvertrauen zu tanken und die Bew\u00e4ltigung ihres Alltags anzunehmen.<br \/>\n\u201eWir stellen immer mehr fest, dass viele Menschen in ihrer Wohnsituation vereinsamen und nicht nur durch Corona zus\u00e4tzlich erkranken\u201c, erkl\u00e4rt Klaus Schmidtkunz, Leiter des GPZ Alsfeld. Genau wie sein Pendant Roland Bamberger in Lauterbach m\u00f6chte er Menschen mit psychischen Erkrankungen fr\u00fcher aus ihrer selbstgew\u00e4hlten Isolation abholen, mit Ansprache und Kommunikation den Weg in eine geordnete Tagesstruktur ebnen und ihnen eine Begegnungsst\u00e4tte bieten.<\/p>\n<p>Die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle ist dabei eine erste Anlaufstelle f\u00fcr Menschen in einer akuten Krise und bei Bedarf ein Eingangstor f\u00fcr weitere Unterst\u00fctzungsangebote. Die Tagesst\u00e4tte ist ein Ort, an welchem Menschen die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet wird, auf eine f\u00fcr sie passende Weise sinnvoll den Tag zu verbringen.<br \/>\n\u201eWir haben einen Wochenplan mit vielf\u00e4ltigen Angeboten, der es uns erm\u00f6glicht, auf individuelle Bed\u00fcrfnisse einzugehen\u201c, sagt Roland Bamberger. Ob an einem oder auf Wunsch auch an mehreren Tagen in der Woche, die Teams der Tagesst\u00e4tten in Lauterbach und Alsfeld geben Betroffenen Halt und Orientierung und, wenn gew\u00fcnscht, einen roten Faden f\u00fcr ihren Tagesablauf. Neben der Gesellschaft mit anderen Besuchern gibt es an beiden Standorten die M\u00f6glichkeit kreativer Besch\u00e4ftigung, wie Malen oder Kunsthandwerk, Bewegungs-\/Mobilisationsangebote sowie Arbeitsangebote im Garten oder in der K\u00fcche, oder auch beispielsweise die Herstellung von Holzanz\u00fcndern. Ausgebildete Fachkr\u00e4fte in multiprofessionellen Teams unterst\u00fctzen individuell und bieten bei Bedarf auch an, Interessierte zuhause aufzusuchen oder beliebte \u201eWalk and Talk\u201c &#8211; Einzelspazierg\u00e4nge mit Klienten &#8211; durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>\u201eWir haben dazu gelernt und sind gut aufgestellt in der Pandemie\u201c, beruhigt Roland Bamberger besorgte Anrufer, die sich nicht trauen, in die Tagesst\u00e4tten zu kommen. Er und sein Kollege Klaus Schmidtkunz haben Verst\u00e4ndnis, wenn jemand kein eigenes Auto besitzt und derzeit nur ungern \u00f6ffentliche Verkehrsmittel nutzen m\u00f6chte. Dennoch sei es gerade in diesen Zeiten wichtig, dass Betroffene sich nicht zur\u00fcckziehen und aktiv Hilfe suchen, daf\u00fcr stehe ein eigener Fahrdienst zur Verf\u00fcgung, der Besucher abhole und auch wieder nach Hause bringe.<br \/>\n\u201eViele unserer Mitarbeiter*innen und Besucher*innen sind inzwischen geimpft. Dank der guten Kooperation mit dem Impfzentrum Hessenhalle und der City Ambulanz Alsfeld sind mobile Impfteams direkt in unsere Einrichtungen gekommen\u201c, beschreibt Klaus Schmidtkunz die Aktivit\u00e4ten der vergangenen Wochen gegen COVID-19. Es w\u00fcrden weiterhin die AHA-Regeln eingehalten, w\u00f6chentlich Belegschaft und Besucher getestet und zus\u00e4tzliche Vorsichtsma\u00dfnahmen geschaffen, damit auch beispielsweise das gemeinsame Mittagessen als wichtiger Tagesordnungspunkt stattfinden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Wichtige St\u00fctze f\u00fcr den Alltag<\/p>\n<p>F\u00fcr Nadine (38) ist der Besuch der Tagesst\u00e4tte in Lauterbach eine notwendige St\u00fctze: \u201eF\u00fcr mich bedeutet es Struktur in meinem Alltag und, dass ich soziale Kontakte trotz Corona habe.\u201c Die Mitarbeiter*innen seien noch genauso f\u00fcrsorglich und herzlich wie fr\u00fcher, macht sie dem Team ein gro\u00dfes Kompliment. Das unterstreicht auch Katrin (42), die sogar w\u00e4hrend des Lockdowns zu Hause mit Arbeitsauftr\u00e4gen versorgt wurde. Heike (57) f\u00fchlt sich mit all den Vorsichtsma\u00dfnahmen sicher: \u201eZuhause ist es mir zu langweilig. Ich bin froh, hierher kommen zu k\u00f6nnen.\u201c Vermissen w\u00fcrden sie nat\u00fcrlich trotzdem gemeinsame Ausfl\u00fcge, mal Schwimmen zu gehen oder ein Fest zu feiern, f\u00fcgt Christiane (53) an und spricht damit allen Teilnehmern aus der Seele. Sie empfiehlt Menschen, die sich aufgrund ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr aus dem Haus trauen, eine Vertrauensperson, zum Beispiel bei den Vogelsberger Lebensr\u00e4umen oder \u00fcber das Notfalltelefon, zu kontaktieren.\u00e2\u20ac\u00a8\u00c4hnlich ist die Situation in Alsfeld. Auch hier sind die Besucher froh, an den Angeboten teilhaben zu k\u00f6nnen. \u201eEs ist die einzige Abwechslung\u201c, sagt Christiane und Brigitte f\u00fcgt hinzu: \u201eDer Besuch ist immer wichtig, aber jetzt noch mehr als sonst. Sch\u00f6n ist auch, dass man mehr R\u00fccksicht aufeinander nimmt.\u201c Und Helmut hofft darauf, dass sich die Lage bessert und man wieder mal einen Kaffee in der Stadt trinken kann. Man d\u00fcrfe den Kontakt zu anderen Menschen nicht verlieren, sind sich alle Beteiligten einig und sehnen sich danach, mal wieder jemanden in den Arm nehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>BU:<br \/>\nDie Teams in Lauterbach und Alsfeld engagieren sich mit viel Herz f\u00fcr ihre Klienten. Beispielhaft f\u00fcr alle Kollegen haben sich (von rechts) Roland Bamberger, Veronika Hamel, Alexandra Lang, Klaus Schmidtkunz, Lydia Seipel und Tobias Leibold zum Gemeinschaftsfoto aufgestellt.<\/p>\n<p>Standorte und Kontakt:<br \/>\nVogelsberger Lebensr\u00e4ume<br \/>\nGemeindepsychiatrisches Zentrum Lauterbach<br \/>\nFuldaer Stra\u00dfe 12<br \/>\n36341 Lauterbach<br \/>\nTelefon 06641 9668-16<br \/>\nMo &#8211; Do von 8.00 &#8211; 15.30 Uhr, Fr von 8.00 &#8211; 14.00 Uhr<\/p>\n<p>Vogelsberger Lebensr\u00e4ume<br \/>\nGemeindepsychiatrisches Zentrum Alsfeld\u00e2\u20ac\u00a8Theodor-Heuss-Stra\u00dfe 3\u00e2\u20ac\u00a836304 Alsfeld<br \/>\nTelefon 06631 91183-12<br \/>\nMo &#8211; Mi u. Fr von 8.00 &#8211; 15.30 Uhr, Do von 8.00 &#8211; 14.30 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Immer mehr Menschen erkranken an der Seele. 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