{"id":184444,"date":"2020-06-28T09:34:27","date_gmt":"2020-06-28T07:34:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=184444"},"modified":"2020-06-28T09:34:27","modified_gmt":"2020-06-28T07:34:27","slug":"das-zweite-fruehste-fruehchen-der-welt-am-klinikum-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=184444","title":{"rendered":"Das zweite \u201efr\u00fchste Fr\u00fchchen der Welt\u201c am Klinikum Fulda"},"content":{"rendered":"<p>\u201eAm 5. M\u00e4rz 2019 wurde uns eine Hausgeburt von Zwillingen in der 22. Schwangerschaftswoche angek\u00fcndigt. So etwas hatte ich noch nicht erlebt in meiner langen Berufszeit. Das war der neonatalogische Super-GAU. Allein schon, dass wir als Notfallteam bei der Geburt der Kinder nicht dabei waren. Aber es war eben eine absolute Notsituation voller Wunder. Dass es der Notarzt im Rettungswagen geschafft hatte, beide Kinder abwechselnd zu beatmen, war ein Wunder. Und dass beide Kinder so deutliche Lebenszeichen zeigten, so dass wir wussten, wir werden sie auch versorgen. Nat\u00fcrlich hatten wir f\u00fcr die Kinder, bevor sie eintrafen, alles penibel vorbereitet in einem rasenden Tempo. Mit einer kleinen Intensiveinheit haben wir die Kinder auf unsere Station geholt. In solchen Situationen geht alles Hand in Hand, da sitzt jeder Griff. Jeder kennt den anderen und wei\u00df, wie er arbeitet. Professionell und routiniert. Wir m\u00fcssen uns im Team, \u00c4rzte und Pflege, blind aufeinander verlassen k\u00f6nnen. Ohne Worte.<\/p>\n<p>Melinas Br\u00fcderchen ist leider am ersten Tag noch verstorben. Das muss dann auch noch getragen werden vom Team. Und da sind all die anderen Patienten auf der Station, die wir versorgen wollen. Das muss man alles koordinieren k\u00f6nnen. Daf\u00fcr sind wir die gelernten Profis \u2013 in der Pflege mit einer zweij\u00e4hrigen Weiterbildung als Kinderintensivfachpfleger nach der dreij\u00e4hrigen Ausbildung in der Pflege mit Staatsexamen.<\/p>\n<p>Unser Beruf hier auf der Station ist so besonders. Wir haben keine Fluktuation im Team, &#8211; weil wir so gut harmonieren und weil alles, was wir erleben, so bereichernd ist. Wir haben medizinisches, handwerkliches, technisches und psychologisches Know-how. Wir lernen die Familien kennen, deren Kinder wir versorgen. Wir helfen den Eltern, eine Bindung zu ihren Kindern aufzubauen, wenn die Kinder im Inkubator liegen in physischer Trennung von den Eltern. Wir leisten entwicklungsf\u00f6rdernde familienzentrierte Betreuung. Vater, Mutter und Kind sind f\u00fcr uns eine Einheit, und die wird von uns betreut.<\/p>\n<p>\u201eEs ist eine echte Berufung, der man folgt\u201c<\/p>\n<p>Bei allen, die am Menschen arbeiten, ist die Begeisterung daf\u00fcr n\u00f6tig. Es ist eine echte Berufung, der man folgt, wenn man in diesem hochengagierten Team arbeitet.<\/p>\n<p>Mit Milena und ihren Eltern haben wir lange auf die Entlassung hingearbeitet, um herauszufinden, wie das Kind zu Hause am besten versorgt werden kann. Das gelingt nur interdisziplin\u00e4r mit \u00c4rzten, Pflege, Medizintechnikern, dem ambulanten Pflegedienst und der Mutter, die in die Pflege eingewiesen ist. Wir haben das Ziel, dass die Kinder m\u00f6glichst stabil nach Hause gehen. Und sp\u00e4ter kommen uns die Familien immer mal wieder besuchen. Es ist toll, wenn man sieht, was aus einer so kleinen Hand voll Mensch dann geworden ist. Es ist bezaubernd, daf\u00fcr zu arbeiten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eAm 5. M\u00e4rz 2019 wurde uns eine Hausgeburt von Zwillingen in der 22. Schwangerschaftswoche angek\u00fcndigt. So etwas hatte ich noch nicht erlebt in meiner langen Berufszeit. 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