{"id":18438,"date":"2009-01-02T08:49:55","date_gmt":"2009-01-02T07:49:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=18438"},"modified":"2009-01-02T08:49:55","modified_gmt":"2009-01-02T07:49:55","slug":"hessische-rhoen-ist-eine-hochburg-fuer-oekologisch-erzeugtes-rindfleisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=18438","title":{"rendered":"Hessische Rh\u00f6n ist eine Hochburg f\u00fcr \u00f6kologisch erzeugtes Rindfleisch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rh\u00f6n.<\/strong> Der hessische Teil des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n ist gepr\u00e4gt durch eine eher kleinzellige Landwirtschaft. Ganz stark ist die Region in der Produktion \u00f6kologisch erzeugten Rindfleischs. Auch die Schafhaltung w\u00e4chst; insbesondere beim Rh\u00f6nschaf, das noch vor wenigen Jahrzehnten als vom Aussterben bedroht galt. Im neuen Regionalen Entwicklungskonzept f\u00fcr die hessische Rh\u00f6n, das europ\u00e4ische F\u00f6rdermittel bis 2013 in Aussicht stellt, wurde die Landwirtschaft im Bereich Rh\u00f6n des Landkreises Fulda ausgiebig beleuchtet.<!--more--><\/p>\n<p><strong>1600 Betriebe bewirtschaften die Rh\u00f6n<\/strong><\/p>\n<p>Im Gebiet des Regionalen Entwicklungskonzeptes f\u00fcr die hessische Rh\u00f6n bewirtschaften momentan fast 1 600 Betriebe rund 38 600 Hektar Fl\u00e4che. Das sind 6,8 Prozent der hessischen Betriebe beziehungsweise f\u00fcnf Prozent der in Hessen bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fl\u00e4che. Die durchschnittliche Betriebsfl\u00e4che von 24 Hektar sowie die Viehbestandsgr\u00f6\u00dfen liegen unter dem hessischen Durchschnitt. 2,5 Prozent der Betriebe bewirtschaften Fl\u00e4chen von jeweils \u00fcber 100 Hektar. Demgegen\u00fcber haben 648 Betriebe \u2013 das sind 42 Prozent aller Betriebe \u2013 eine Fl\u00e4chenausstattung von unter zehn Hektar. Nachdem sich die Anzahl der Haupterwerbsbetriebe seit Beginn der 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts stark reduziert hat, liegt die aktuelle Zahl der Auszubildenden in der Landwirtschaft f\u00fcr den Landkreis Fulda seit etwa zehn Jahren stabil bei 10 bis 15.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend im hessischen Durchschnitt 62,7 Prozent der Betriebsfl\u00e4chen Ackerfl\u00e4chen sind, betr\u00e4gt deren Anteil in der hessischen Rh\u00f6n nur 40,6 Prozent. Der Anteil an Dauerkulturen ist sehr viel geringer als im hessischen Durchschnitt; er betr\u00e4gt mit insgesamt 94 Hektar lediglich 0,2 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che.<br \/>\nAus landwirtschaftlicher Sicht ist das Gebiet, f\u00fcr das das Regionale Entwicklungskonzept gilt, in zwei Gebiete unterschiedlicher Auspr\u00e4gung zu teilen: zum einen in die h\u00f6here Rh\u00f6n (\u00fcber 400m \u00fcber dem Meeresspiegel mit den Gemeinden Ehrenberg. Hilders, Tann, Poppenhausen und Gersfeld) sowie h\u00f6her gelegenen Gemarkungen von Ebersburg, Dipperz, Hofbieber und N\u00fcsttal; zum anderen in die niedriger liegenden Gemarkungen der oben genannten Gemeinden sowie die Gemeinden in der Nordrh\u00f6n wie H\u00fcnfeld, Rasdorf und Burghaun.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Gersfeld und Ehrenberg in der Rh\u00f6n Gr\u00fcnlandanteile von \u00fcber 90 Prozent aufweisen, betr\u00e4gt dieser in der Gemeinde Burghaun lediglich 25 Prozent. Diese Zahlen stehen f\u00fcr ein allgemeines Gef\u00e4lle des Gr\u00fcnlandanteils von der Hohen Rh\u00f6n in die niedrigeren Lagen und den Nordteil.<br \/>\nAuf 15.500 Hektar Ackerfl\u00e4che ist im Vergleich mit Hessen der Getreideanteil fast zehn Prozent geringer, der von Futterpflanzen hingegen zehn Prozent h\u00f6her. In j\u00fcngster Zeit kann die Zunahme von Silomais-Anbau f\u00fcr die Energieerzeugung beobachtet werden.<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfteil betreibt Rinderhaltung<\/strong><\/p>\n<p>93 Prozent aller Betriebe betreiben Tierhaltung, 78 Prozent davon Rinderhaltung. Damit liegt der Anteil der Rinder haltenden Betriebe weit \u00fcber dem hessischen Durchschnitt. Gegenw\u00e4rtig halten 38 Prozent aller Betriebe Milchk\u00fche. Auch dieser Wert ist nahezu doppelt so hoch wie im hessischen Durchschnitt. Mit 22 Milchk\u00fchen pro Betrieb ist der Durchschnittsbestand allerdings wiederum kleiner. 555 Landwirte im Gebiet des Regionalen Entwicklungskonzepts besitzen Milchkontingente in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von insgesamt 82 Millionen Liter. In den Hochrh\u00f6ngemeinden, insbesondere in Ehrenberg und Tann, nimmt die Milchmenge allerdings kontinuierlich ab. Mutterkuhhaltung als Betriebszweig wird aufgrund der geringeren Arbeitsbelastung oftmals nach Aufgabe der Milchproduktion eingef\u00fchrt und insbesondere durch Nebenerwerbsbetriebe betrieben. Eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit kann durch zwischenbetriebliche Kooperationen (z.B. Weidegemeinschaften), besonders aber durch die Vermarktung mit \u00d6koaufschlag erreicht werden.<\/p>\n<p>Verglichen mit der Situation in Hessen halten mehr, n\u00e4mlich ca. 56 Prozent der Betriebe, Schweine. Allerdings liegt die Zahl der durchschnittlich gehalten Tiere mit 41Tiere pro Betrieb deutlich unter dem hessischen Durchschnitt mit 73 Tieren. Nur wenige Betriebe haben sich auf Schweinezucht beziehungsweise Schweinemast spezialisiert. In 14 Mastbetrieben stehen daher insgesamt 13 000 Mastpl\u00e4tze, in acht Zuchtbetrieben insgesamt 1 700 Zuchtsauenpl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung. In diesen 2,24 Prozent der Schweine haltenden Betriebe werden damit nahezu 80 Prozent der Tiere gehalten.<\/p>\n<p><strong>Starke Zunahme der Rh\u00f6nschafe<\/strong><\/p>\n<p>Ebenso wie im Landesdurchschnitt hat auch die Zahl der Schafhalter und Schafe zugenommen. In sieben Betrieben stellt die Schafhaltung einen bedeutenden Betriebszweig dar, wovon in f\u00fcnf Betrieben die Schafhaltung im Haupterwerb betrieben wird. Die Zahl der Rh\u00f6nschafe hat in den vergangenen Jahren \u00fcberdurchschnittlich stark zugenommen, dies ist insbesondere auf die gut funktionierende Vermarktungssituation dieser vor wenigen Jahren noch vom Aussterben bedrohten Rasse zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Schafhaltung findet fast ausschlie\u00dflich in Form der Koppelhaltung statt; lediglich im Norden des Gebietes durchziehen zwei Sch\u00e4fer zeitweise mehrere Gemarkungen. In einigen dieser Schafhaltungsbetriebe werden zus\u00e4tzlich zu den Schafen Ziegen gehalten, um den Anforderungen der Landschaftspflege gerecht werden zu k\u00f6nnen. Der Bestand und die Entwicklung dieser Betriebe ist allerdings sehr stark abh\u00e4ngig von der Bereitstellung von Landschaftspflegemitteln.<\/p>\n<p>Im Bereich der Gefl\u00fcgelhaltung werden H\u00fchner, G\u00e4nse, Enten und Puten, zumeist allerdings nur saisonal zur Eigenversorgung, gehalten. Nur drei Betriebe betreiben die Gefl\u00fcgelhaltung im Haupterwerb; sie sind gleichzeitig sehr stark involviert in die Direktvermarktung. In einem gewerblichen Betrieb wird Junghennenaufzucht betrieben. In vier Betrieben stellt die Pferdezucht den Haupterwerbszweig dar.<\/p>\n<p>12 Prozent der Betriebe bewirtschaften 14 Prozent der Fl\u00e4chen nach den Richtlinien des \u00f6kologischen Landbaus. Eindeutig liegt der Schwerpunkt der \u00f6kologischen Bewirtschaftung in den gr\u00fcnlandstarken Gemeinden mit Ehrenberg an der Spitze. 88 Prozent der \u00f6kologisch bewirtschafteten Fl\u00e4che ist Gr\u00fcnland. Der Fl\u00e4chenumfang der \u00f6kologischen Bewirtschaftung dort \u00fcbersteigt den in der Statistik ausgewiesenen Wert noch erheblich, da viele Fl\u00e4chen \u00fcber Landschaftspflegemittel wie \u201eHELP\u201c gef\u00f6rdert werden. Die \u00f6kologisch wirtschaftenden Betriebe konzentrieren sich in den f\u00fcnf Hochrh\u00f6ngemeinden Tann, Hilders, Ehrenberg, Gersfeld und Poppenhausen mit einem Anteil von 38 Prozent \u00f6kologisch bewirtschafteter Fl\u00e4che. In den restlichen Gemeinden mit besseren Standortvoraussetzungen, h\u00f6heren Ackerfl\u00e4chenanteilen und gr\u00f6\u00dferen Haupterwerbsbetrieben liegt der Anteil an \u00d6kobetrieben unter dem hessischen Durchschnitt.<\/p>\n<p><strong>\u00d6kobetriebe setzen auf Fleisch<\/strong><\/p>\n<p>Bedingt durch den hohen Gr\u00fcnlandanteil ist die Produktion der \u00d6kobetriebe sehr stark auf die Produktion von Fleisch, insbesondere Rindfleisch, ausgerichtet. In vier Betrieben wird \u00d6komilch produziert und als solche vermarktet. 50 Betriebe haben sich zum Verein \u201eRh\u00f6ner Biosph\u00e4renrind\u201c zusammengeschlossen und produzieren F\u00e4rsen und Ochsen f\u00fcr tegut\u00e2\u20ac\u00a6 Zwei der f\u00fcnf Haupterwerbssch\u00e4fereien und der Ziegenbetriebe wirtschaften nach den Kriterien des \u00d6kolandbaus, sie vermarkten ebenso \u00fcber den genannten Vermarkter. F\u00fcnf Haupterwerbsbetriebe, die \u00f6kologisch bewirtschaftet werden, sind in der Direktvermarktung engagiert.<br \/>\nIn der hessischen Rh\u00f6n gibt es keine Betriebe, die sich auf den Anbau von Obst oder Gem\u00fcse spezialisiert haben. Dies gilt f\u00fcr \u00f6kologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe. 30 Prozent der Betriebe melden in ihrem Agrarantrag Fl\u00e4chen f\u00fcr den Anbau von Kartoffeln. Im Bereich der Verarbeitung produziert eine einzige M\u00fchle nennenswerte Mengen an Mehl f\u00fcr heimische B\u00e4ckereien.<\/p>\n<p><strong>Hessenweite Vermarktung<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcnf Betriebe geh\u00f6ren dem Vermarktungsverbund Rh\u00f6n-Vogelsberg an, der seine Produkte hessenweit vermarktet. Dieser Verbund hat sich der Vereinigung Hessischer Direktvermarkter e.V. (Landmarkt) angeschlossen. Die direkt vermarktenden Bauernfamilien grenzen sich mit ihren Produkten, die nachweislich regional erzeugt und vermarktet werden, gegen den Trend zur Anonymisierung und Globalisierung ab. Die Nutzung des Zeichens \u201eLandmarkt\u201c beinhaltet, dass diese Betriebe sich regelm\u00e4\u00dfig durch anerkannte Kontrollstellen zertifizieren lassen. Die Betriebe haben sich verpflichtet, sowohl im Anbau als auch bei der Verwendung von Futtermittel keine gentechnisch ver\u00e4nderten Produkte einzusetzen.<br \/>\nInnerhalb der Beerenobstgemeinschaft Rh\u00f6n-Vogelsberg bauen verschiedene Landwirte Beeren, insbesondere Johannisbeeren und Holunder, an. Wichtige Abnehmer sind regionale Getr\u00e4nkehersteller. Die Beerenobstgemeinschaft behauptet sich erfolgreich in einem Nischensegment seit vielen Jahren und hat, insbesondere durch den Boom bei der Holunderverarbeitung, hervorragende Wachstumsperspektiven.<\/p>\n<p>Der Verein Rh\u00f6ner Durchblick e.V. entstand 1996 im Rahmen eines Fortbildungsprojektes f\u00fcr Landfrauen. Die teilnehmenden Landfrauen loteten M\u00f6glichkeiten zur Generierung von Zusatzeinkommen aus und gr\u00fcndeten im Anschluss hieran den Verein. Der Verein mit rund 30 Mitgliedern betreibt auf der Wasserkuppe einen eigenen Regionalladen mit einer gro\u00dfen Bandbreite von Produkten, die in den einzelnen Betrieben produziert werden (K\u00e4se, Wurstwaren, Backwaren, Lik\u00f6re, Konfit\u00fcre, Lammspezialit\u00e4ten, Kunstgewerbe). Ein zentraler Vereinszweck ist die Fortbildung und Weiterbildung der Mitglieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. 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