{"id":18435,"date":"2009-01-02T08:51:33","date_gmt":"2009-01-02T07:51:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=18435"},"modified":"2009-01-02T08:51:33","modified_gmt":"2009-01-02T07:51:33","slug":"wald-und-siedlungsflaechen-sind-in-den-letzten-13-jahren-leicht-angestiegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=18435","title":{"rendered":"Wald- und Siedlungsfl\u00e4chen sind in den letzten 13 Jahren leicht angestiegen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rh\u00f6n. <\/strong>Der Naturraum des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n hat sich im Vergleich zu 1993 ver\u00e4ndert. Das ist die Grundaussage der 2006 erneut durchgef\u00fchrten \u00dcberfliegung des gesamten Gebietes. Die Auswertung der Luftbilder hat jetzt ergeben, dass es eine Zunahme der W\u00e4lder, der Siedlungsstrukturen und eine Abnahme der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che gibt. Im Rahmen von Forschungsarbeiten sollen nun anhand der vorliegenden Bilder Detailaussagen zu einzelnen Nutzungstypen erstellt werden.<!--more--><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Vergleich mit 1993<\/strong> <strong>nun m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p>Bei der so genannten Fernerkundung, wie das \u00dcberfliegen genannt wird, ging es um die Erfassung des gegenw\u00e4rtigen Ist-Zustandes der Landnutzung. \u201eDie Rh\u00f6n wurde seit ihrer Anerkennung als Biosph\u00e4renreservat nun zum zweiten Mal komplett \u00fcber alle drei Landesgrenzen nach einer einheitlichen Methodik beflogen und fotografiert, wie sie in den einzelnen Bundesl\u00e4ndern nicht standardm\u00e4\u00dfig angewendet wird. In den drei Bundesl\u00e4ndern gibt es noch dazu einen unterschiedlichen Turnus, wann landesweit \u00fcberflogen wird, so dass f\u00fcr die gesamte Rh\u00f6n niemals vergleichbares Luftbildmaterial aus dem gleichen Jahr vorliegt. Durch die erneute l\u00e4nder\u00fcbergreifende Befliegung k\u00f6nnen wir aber jetzt, genau wie 1993, einen gemeinsamen Ist-Zustand zu einem gemeinsamen Zeitpunkt auswerten und dies mit den Ergebnissen von 1993 vergleichen\u201c, sagt die stellvertretende Leiterin der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n, Dr. Doris Pokorny. Die erneute \u00dcberfliegung des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n wurde von Oberelsbach aus koordiniert.<\/p>\n<p>Mit den Color-Infrarotbildern (CIR) verf\u00fcgt das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n nun erstmals \u00fcber eine Datengrundlage, um auswerten zu k\u00f6nnen, ob, in welche Richtung und mit welcher Dynamik sich etwas ver\u00e4ndert hat. Dabei geht es in erster Linie um die Nutzungs\u00e4nderung auf den einzelnen Fl\u00e4chen und um Ver\u00e4nderungen der Vegetation. \u201eEntspricht der Trend den Zielen, die sich die Akteure der Rh\u00f6n im Rahmenkonzept f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n gegeben haben? Das Ziel des UNESCO-Biosph\u00e4renreservats ist es, den Charakter der Kulturlandschaft zu erhalten. Viele Anstrengungen im Bereich der Regionalvermarktung wurden in den letzten 15 Jahren unternommen. Deshalb muss man fragen, ist das letztlich gelungen oder nicht\u201c, meint Dr. Doris Pokorny. Die fl\u00e4chendeckende \u00dcberfliegung und der Vergleich der Aufnahmen mit fr\u00fcheren Bildern sei die einzige Datenbasis, die das beantworten kann. \u201eGemeindestatistiken bilden die Landnutzung nur grob und nur in Form von Tabellen ab, nicht r\u00e4umlich. Man wei\u00df also nicht, wo sich etwas ver\u00e4ndert hat. Auch hat keine Fachverwaltung eine fl\u00e4chendeckende Datenbasis. Die Landwirtschaftsverwaltung kann sich zust\u00e4ndigkeitshalber nur um das Offenland k\u00fcmmern und muss den Wald und den Siedlungsbereich ausblenden; die Forstverwaltung k\u00fcmmert sich auftragsgem\u00e4\u00df nur um die W\u00e4lder, und der Naturschutz richtet seine Aufmerksamkeit auf gesch\u00fctzte Biotope und Schutzgebiete. Wir besitzen jetzt eine fl\u00e4chendeckende Datenbasis, die als Grundlage f\u00fcr Planungen den Fachverwaltungen zur Verf\u00fcgung steht\u201c, erkl\u00e4rt Pokorny. Au\u00dferdem k\u00f6nnen alle, die sich mit Forschungsprojekten zur Landnutzung befassen, auf die Daten zugreifen. Dasselbe gilt f\u00fcr die drei Verwaltungsstellen, die die Datengrundlage f\u00fcr ihre Arbeit nutzen. Mit der erneuten \u00dcberfliegung des gesamten Territoriums des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n, hebt die stellvertretende Leiterin der bayerischen Verwaltungsstelle hervor, sei au\u00dferdem ein bisher einmaliges Landschaftsmonitoring gelungen. In zehn bis 15 Jahren, k\u00fcndigt sie an, soll die Aktion wiederholt werden.<\/p>\n<p><strong>Trend der Ortskernflucht vermeinden<\/strong><\/p>\n<p>Der Gegenstand des Auftrages war zun\u00e4chst eine Bilanzierung der Hauptnutzungstypen wie Wald, Gr\u00fcnland, Ackerfl\u00e4che oder Siedlung. Insgesamt wurden jedoch mehr als 800 verschiedene Nutzungstypen erfasst. \u201eEs war nicht zu erwarten, dass sich in den letzten 13 Jahren die Landnutzung gewaltig ver\u00e4ndert hat\u201c, meint Dr. Doris Pokorny. Dennoch sind gerade schleichende Ver\u00e4nderungen wesentlich, so der Trend hin zu einer leichten Zunahme der W\u00e4lder und einer Zunahme der Siedlungsfl\u00e4chen. \u201eDas scheint auf den ersten Blick nicht dramatisch. Aber gerade das Wachstum der Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4chen in der Rh\u00f6n mit rund 460 ha liegt \u00fcber dem jeweils landesweiten Durchschnitt. Die Ortskerne drohen sich in vielen D\u00f6rfern zu entleeren; gleichzeitig steigt aber trotz stagnierender oder sogar zur\u00fcckgehender Bev\u00f6lkerungszahlen die Nachfrage nach Bauland im Au\u00dfenbereich. Wir werden jetzt versuchen, jemanden zu finden, der sich dieser Thematik im Rahmen einer Forschungsarbeit annimmt und eine Analyse erstellt.\u201c Generell, betont Dr. Doris Pokorny, seien in dieser Angelegenheit jedoch die Kommunen selbst gefragt, entsprechende Konzepte zu erstellen, um ein Ausbluten des Ortskerns bei gleichzeitig steigendem Fl\u00e4chenverbrauch zu verhindern. Gedacht ist zun\u00e4chst an ein Pilotprojekt, das in Kooperation mit einer Gemeinde durchgef\u00fchrt wird.<br \/>\nInsgesamt haben sich 30 Prozent der Fl\u00e4che zwischen 1993 und 2006 in irgendeiner Weise ver\u00e4ndert, geht aus den Daten hervor. Das betrifft im Bereich des Waldes in erster Linie \u00c4nderungen durch forstliche Bewirtschaftung oder Windw\u00fcrfe durch St\u00fcrme. Bei der Landwirtschaft ist ein Trend dahingehend zu erkennen, dass immer mehr Ackerland in Gr\u00fcnland umgewandelt wird. Detailliert ausgewertet werden soll der Verbuschungsgrad der Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen, betont Dr. Doris Pokorny. \u201eZu diesem Thema wollen wir ebenfalls eine Forschungsarbeit vergeben. Ziel ist es, daraus zu erkennen, auf welchen Fl\u00e4chen die Verbuschung zugenommen hat und ob sie gut oder schlecht f\u00fcr diese einzelnen Gebiete ist.\u201c<\/p>\n<p><strong>Erweiterung des Biosph\u00e4renreservats<\/strong><\/p>\n<p>Bei der \u00dcberfliegung im August 2006 wurde auch das potentielle Erweiterungsgebiet f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat in Bayern und Hessen \u201eabgelichtet\u201c. Die Verwaltungsstellen teilen sich anhand der jeweils vorhandenen Fl\u00e4che die Kosten. Eine Firma aus Baden-W\u00fcrttemberg hatte die Befliegung \u00fcbernommen; ein B\u00fcro in Potsdam wurde im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung beauftragt und besch\u00e4ftigte sich mit der Auswertung der Daten. Dasselbe B\u00fcro hatte auch bereits die Daten aus dem Jahr 1993 bewertet, so dass eine fachliche Kontinuit\u00e4t gegeben war. Neben Dr. Doris Pokorny war die Th\u00fcringer Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n an der Koordinierung der Arbeiten beteiligt. Dort befindet sich n\u00e4mlich die Zentrale des Geografischen Informationssystems f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Der Naturraum des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n hat sich im Vergleich zu 1993 ver\u00e4ndert. Das ist die Grundaussage der 2006 erneut durchgef\u00fchrten \u00dcberfliegung des gesamten Gebietes. 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