{"id":184285,"date":"2020-05-10T09:24:21","date_gmt":"2020-05-10T07:24:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=184285"},"modified":"2020-05-10T09:24:21","modified_gmt":"2020-05-10T07:24:21","slug":"psychosoziale-kontakt-und-beratungsstelle-der-vogelsberger-lebensraeume-unterstuetzt-menschen-in-der-sozialen-isolation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=184285","title":{"rendered":"Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle der Vogelsberger Lebensr\u00e4ume unterst\u00fctzt Menschen in der sozialen Isolation"},"content":{"rendered":"<p>In Zeiten der Covid-19-Pandemie m\u00fcssen die Menschen gro\u00dfe Einschr\u00e4nkungen in ihrem Alltag hinnehmen. Dies belastet mehr und mehr nicht nur psychisch Kranke, sondern verursacht Konflikte in Familien, sch\u00fcrt \u00c4ngste bei Alleinstehenden und Menschen, die zu einer Risikogruppe geh\u00f6ren, sowie bei vielen Senioren. In dieser Not stehen die Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen der Vogelsberger Lebensr\u00e4ume im gesamten Vogelsbergkreis zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>An den sieben Standorten in Alsfeld, Grebenhain, Homberg, Lauterbach, M\u00fccke, Schlitz und Schotten melden sich immer mehr Menschen, die durch die Corona-Krise aus der Bahn geworfen werden. \u201eDurch Kontaktverbote und andere Auflagen ist das \u00f6ffentliche und soziale Leben heruntergefahren, viele Menschen f\u00fchlen sich allein und suchen einfach jemanden zum Reden\u201c, beschreibt der Leiter der Vogelsberger Lebensr\u00e4ume Harry Bernardis die derzeitige Situation. Er ermuntert Menschen in Not, sich zu melden, das Gespr\u00e4ch zu suchen, das nach Absprache und unter strengen hygienischen Auflagen pers\u00f6nlich in einer der Beratungsstellen stattfinden kann.<\/p>\n<p>\u201eEs gibt so viele, die in dieser Krise den Alltag mit Homeoffice, sozialer Isolation und Ausgangssperren nicht bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Oft kommen existenzielle \u00c4ngste hinzu &#8211; sei es wirtschaftlich oder kommunikativ &#8211; die dann in einer Depression m\u00fcnden\u201c, beschreibt Claudia Van den Berg die Erkenntnisse der letzten Wochen. Die Sozialp\u00e4dagogin ist f\u00fcr die Beratungsstellen im nordwestlichen Vogelsbergkreis verantwortlich.<br \/>\nDem pflichtet ihre Kollegin Sybille Heller aus Schotten bei: \u201eEs gibt junge Menschen, die bei uns anrufen, da sie sich nach Beendigung ihrer Ausbildung mit Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit auseinandersetzen m\u00fcssen. Einige haben den Schritt in die eigene Wohnung gewagt und wissen jetzt nicht mehr, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen.\u201c<br \/>\nIra Steigel, verantwortlich f\u00fcr die Beratungsstellen in Lauterbach, Grebenhain und Schlitz stellt in ihren Gespr\u00e4chen fest, dass die Menschen sich mehr und mehr mit den gro\u00dfen Sinnfragen zu Themen, wie dem Tod, Werte oder gar die Weltordnung auseinandersetzen. \u201eHier sind wir gefordert. Wir arbeiten systemisch und l\u00f6sungsorientiert, wir liefern positive Bilder und helfen dabei, dass Betroffene neue Ressourcen in der Natur oder in ihrer eigenen Kreativit\u00e4t entdecken &#8211; und zwar unabh\u00e4ngig von Corona\u201c, sagt Steigel.<\/p>\n<p>Leider \u00fcberlagere derzeit das gro\u00dfe Thema \u201ePandemie\u201c die \u00f6ffentliche Wahrnehmung f\u00fcr psychisch Kranke, Menschen mit Behinderungen oder diejenigen, die durch die krasse Ver\u00e4nderung ihrer Lebensumst\u00e4nde in Zeiten von Covid-19 aus der Bahn geworfen werden, sagen die drei Expertinnen unisono. \u201eWir sehen die Situation, erkennen die Einzelschicksale und unterst\u00fctzen dabei, Perspektiven zu entwickeln. Kurz gesagt: wir sind f\u00fcr alle da, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Kostenlos und unabh\u00e4ngig von einer diagnostizierten psychischen Erkrankung\u201c, so die Sozialp\u00e4dagoginnen.<\/p>\n<p>Bei den Vogelsberger Lebensr\u00e4umen hat man l\u00e4ngst erkannt, dass auch in diesen Zeiten Leben zugelassen werden muss. So findet manches Gespr\u00e4ch zu Hause bei Betroffenen im Garten oder beim Spaziergang mit gebotenem Abstand und Mundschutz statt. Dar\u00fcber hinaus hat das Thema Achtsamkeit innerhalb des Kollegiums noch mehr an Bedeutung gewonnen. \u201eEs ist wichtig, genau hinzuschauen, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pers\u00f6nlich klar kommen, wie der interne Kommunikationsaustausch ist und wie die neuen Erfahrungen verarbeitet werden\u201c, sagt Harry Bernardis, der in der Krise aber auch positive Aspekte sieht. \u201eIch kann derzeit viel \u00fcber mich selbst lernen, daraus k\u00f6nnen sich v\u00f6llig neue Perspektiven und Bilder entwickeln, die nachhaltige Ver\u00e4nderungen f\u00fcr jeden Einzelnen nach sich ziehen.\u201c<br \/>\nEr ermuntert Menschen aller Altersklassen, die einen Gespr\u00e4chspartner suchen, in Verbindung mit einer der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen der Vogelsberger Lebensr\u00e4ume zu treten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>In Zeiten der Covid-19-Pandemie m\u00fcssen die Menschen gro\u00dfe Einschr\u00e4nkungen in ihrem Alltag hinnehmen. 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