{"id":184252,"date":"2020-05-10T09:17:00","date_gmt":"2020-05-10T07:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=184252"},"modified":"2020-05-10T09:17:00","modified_gmt":"2020-05-10T07:17:00","slug":"bundesweites-schutzprojekt-startet-feldforschung-zur-mopsfledermaus-in-insgesamt-acht-bundeslaendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=184252","title":{"rendered":"Bundesweites Schutzprojekt startet Feldforschung zur Mopsfledermaus in insgesamt acht Bundesl\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p>Bereits im Januar wurde sie zur \u201eFledermaus des Jahres 2020-2021\u201c gek\u00fcrt. Nach Ende ihrer Winterruhe sucht sich die Mopsfledermaus nun vor allem in alten B\u00e4umen mit abstehender Rinde, in Stammrissen oder Baumspalten ihre Sommerquartiere. Doch wo in unseren W\u00e4ldern gibt es Mopsflederm\u00e4use? Wie nutzen diese Tiere ihre Lebensr\u00e4ume und wie lassen sich die Bedingungen f\u00fcr die bedrohte Art verbessern? Um diese Fragen zu beantworten, beginnen ab Mai in acht Bundesl\u00e4ndern Feldforschungsarbeiten zur deutschlandweiten Verbreitung der Mopsfledermaus. Die Arbeiten sind Bestandteil eines bundesweiten Schutzprojekts im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Das Bundesland Hessen stellt eine der Forschungsregionen dar. Hier wird unter Leitung der Naturstiftung David vor allem in der Rh\u00f6n, im Kellerwald und im Spessart nach Quartierb\u00e4umen der seltenen Fledermausart gesucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bis Ende der 1990er Jahre galt die Mopsfledermaus in Hessen als ausgestorben. Mittlerweile sind wieder elf Kolonien mit rund 200 Weibchen f\u00fcr das Bundesland nachgewiesen. Mit Unterst\u00fctzung der Forst\u00e4mter und Ehrenamtlicher soll nun das Wissen um die Verbreitung der Mopsfledermaus in Hessens W\u00e4ldern vertieft werden. \u201eDas Land Hessen setzt sich im bundesweiten Verbundprojekt \u201eMopsfledermaus\u201c gemeinsam mit den Partnern daf\u00fcr ein, die Lebensbedingungen dieser sehr gef\u00e4hrdeten Art in Hessen zu verbessern und ihre Wiederverbreitung zu sichern\u201c, machte die Hessische Umweltministerin Priska Hinz deutlich. \u201eDie im Projekt geplante Erarbeitung eines Leitfadens mit konkreten Ma\u00dfnahmen f\u00fcr eine artgerechte forstliche Bewirtschaftung ist eine wichtige Grundlage. Die Einbindung der Forst\u00e4mter in das Projekt sichert eine realistische Umsetzung und Akzeptanz in der Forstwirtschaft.\u201c Das Land Hessen f\u00f6rdert das Vorhaben mit 165.000 Euro. Dazu flie\u00dfen rund 700.000 Euro Bundesmittel im Rahmen des Projektes nach Hessen.<\/p>\n<p>Um zun\u00e4chst die Verbreitung der kleinen S\u00e4ugetiere in den hessischen Forschungsregionen zu untersuchen, werden unter anderem Ruferfassungsger\u00e4te, sogenannten Mini-Batcorder, eingesetzt. Wenn eine Mopsfledermaus zwischen Baumwipfeln und an Waldr\u00e4ndern Kleinschmetterlinge jagt und dabei ihren unverkennbaren Ortungslaut ausst\u00f6\u00dft, zeichnen ihn diese Ger\u00e4te auf. Gelingt der Nachweis der seltenen Art in einem Gebiet, werden anschlie\u00dfend einzelne Tiere von Forschenden mit Netzen gefangen und mit einem Sender versehen. Damit lassen sich die Quartiere der Flederm\u00e4use ausfindig machen. Anhand dieser Erkenntnisse wird in Hessen die Raumnutzung sowie das Jagdverhalten der Mopsfledermaus untersucht, um sp\u00e4ter gemeinsam mit \u00f6rtlichen Forstpraktikerinnen und -praktikern konkrete Schutzma\u00dfnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Die Naturstiftung David arbeitet dabei eng mit dem hessischen Institut f\u00fcr Tier\u00f6kologie und Naturbildung zusammen. Der Landesbetrieb HessenForst unterst\u00fctzt das Projekt \u00fcber die Forst\u00e4mter vor Ort.<\/p>\n<p>Nicht nur in Hessen, auch in Baden-W\u00fcrttemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Th\u00fcringen wird die heimische Mopsfledermaus untersucht. Die Feldforschungsarbeiten bilden den ersten zentralen Baustein f\u00fcr ein Verbundprojekt von Stiftung FLEDERMAUS, Naturstiftung David, NABU Baden-W\u00fcrttemberg, NABU Niedersachsen sowie der Universit\u00e4t Greifswald. Das Projekt zum Schutz und zur F\u00f6rderung der Mopsfledermaus in Deutschland wird bis Dezember 2024 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die Mopsfledermaus<\/strong><\/p>\n<p>Die Mopsfledermaus (<em>Barbastella barbastellus<\/em>) z\u00e4hlt bundesweit zu den stark gef\u00e4hrdeten bzw. vom Aussterben bedrohten Arten. Sie bevorzugt naturnahe W\u00e4lder und hat einen ihrer europ\u00e4ischen Verbreitungsschwerpunkte in Deutschland. In den 1950er bis 1970er Jahren f\u00fchrten Quartierverluste und eine Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft zu dramatischen Bestandseinbr\u00fcchen. Pestizide reduzierten das Nahrungsangebot f\u00fcr die hoch spezialisierte Mopsfledermaus erheblich. Vielerorts wurde Alt- und Totholz in unseren W\u00e4ldern beseitigt und die Landschaft mehr und mehr durch Verkehrswege zerschnitten. Die anspruchsvolle Fledermausart \u00fcberlebte in Deutschland und Westeuropa nur in wenigen Reliktgebieten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber das Projekt<\/strong><\/p>\n<p>Das Projekt \u201eSchutz und F\u00f6rderung der Mopsfledermaus in Deutschland\u201c hat zum Ziel, die Mopsfledermaus zu sch\u00fctzen. Ihre Lebensr\u00e4ume sollen optimiert und vernetzt werden, um der Verantwortung Deutschlands f\u00fcr den Erhalt der Art gerecht zu werden. Ein zentraler Baustein hierbei ist eine naturnahe Waldbewirtschaftung, denn sie f\u00f6rdert Baumstrukturen, die die Mopsfledermaus als Lebensraum ben\u00f6tigt. Daher engagiert sich das Projekt f\u00fcr eine enge Zusammenarbeit mit den \u00f6ffentlichen wie privaten Waldeigent\u00fcmerinnen und -eigent\u00fcmern sowie der Forstwirtschaft. Gemeinsam sollen geeignete Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Art in eine forstliche Nutzung integriert werden.<\/p>\n<p>Das Verbundprojekt \u201eSchutz und F\u00f6rderung der Mopsfledermaus in Deutschland\u201c wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt f\u00fcr Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) mit 4,3 Mio. Euro gef\u00f6rdert. Die Teilprojekte des Vorhabens werden dar\u00fcber hinaus von den jeweiligen L\u00e4ndern und weiteren Partnern unterst\u00fctzt. Das finanzielle Gesamtvolumen betr\u00e4gt 5,44 Mio. Euro.<\/p>\n<p><strong>\u00c2\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Website: <a href=\"http:\/\/www.mopsfledermaus.de\/\">www.mopsfledermaus.de<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Weitere Infos: <a href=\"http:\/\/biologischevielfalt.bfn.de\/bundesprogramm\">biologischevielfalt.bfn.de\/bundesprogramm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Bereits im Januar wurde sie zur \u201eFledermaus des Jahres 2020-2021\u201c gek\u00fcrt. Nach Ende ihrer Winterruhe sucht sich die Mopsfledermaus nun vor allem in alten B\u00e4umen mit abstehender Rinde, in Stammrissen oder Baumspalten ihre Sommerquartiere. Doch wo in unseren W\u00e4ldern gibt es Mopsflederm\u00e4use? 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