{"id":183989,"date":"2020-04-02T11:40:20","date_gmt":"2020-04-02T09:40:20","guid":{"rendered":"http:\/\/fuldaer-nachrichten.de\/?p=183989"},"modified":"2020-04-02T11:40:20","modified_gmt":"2020-04-02T09:40:20","slug":"mit-fulda-zur-corona-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=183989","title":{"rendered":"MIT Fulda zur Corona Krise"},"content":{"rendered":"<p>Der Kreisvorstand der Mittelstandsvereinigung Fulda hat in einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz die durch die Corona Krise ausgel\u00f6ste Situation beraten. Neben den ernstzunehmenden gesundheitlichen Risiken, die die gesamte Bev\u00f6lkerung betreffen, haben viele kleine und mittlere Betriebe mit den von Bund und Land verordneten Einschr\u00e4nkungen zu k\u00e4mpfen.<br \/>\nBereits in der zweiten Woche des Shutdown w\u00fcrden sehr viele Kleinbetriebe aufgrund fehlender Liquidit\u00e4t um ihre Existenz ringen. Neben den Gastronomie- und Hotelbetrieben sind nach Ansicht der MIT besonders die station\u00e4ren Einzelhandelsunternehmen betroffen. In vielen Bereichen des Einzelhandels sind die Fr\u00fchjahrswochen und insbesondere das Ostergesch\u00e4ft die umsatzst\u00e4rksten Zeitr\u00e4ume. Die Schlie\u00dfungen f\u00fchren zu totalen Umsatzausf\u00e4llen. Im Gegenzug profitiert der Internethandel \u00fcberproportional von den erzwungenen Ladenschlie\u00dfungen. \u201eDie Paketdienste kommen mit den Belieferungen nicht nach\u201c, so Vizevorsitzende Heike Kleemann. Die Schlie\u00dfung der Einzelhandelsgesch\u00e4fte stelle f\u00fcr den Internethandel leider eine gigantische Werbeaktion dar, so Kleemann weiter. In diesem Zusammenhang wird die Kritik vieler Mittelst\u00e4ndler an der ungerechten Steuersituation noch lauter. Noch immer ist bekannt, dass die gr\u00f6\u00dften Interneth\u00e4ndler in Deutschland kaum Steuern bezahlen. Vor diesem Hintergrund wird die Forderung nach staatlichen Hilfen f\u00fcr den station\u00e4ren Einzelhandel und f\u00fcr den Mittelstand insgesamt umso nachvollziehbarer.<\/p>\n<p>Die von Bund und Land zur Bew\u00e4ltigung der Krise eingesetzten Finanzierungshilfen w\u00fcrden, so Kreisvorsitzender J\u00fcrgen Diener, nicht im vollen Umfang dem Rechnung tragen, was zur Sicherstellung der \u00dcberlebensf\u00e4higkeit der mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft notwendig w\u00e4re. Die Soforthilfen w\u00fcrden nur bei wenigen Unternehmen die in einem Zeitaufwand von drei Monaten entstehenden Verluste ausgleichen k\u00f6nnen. Liquidit\u00e4tshilfekredite wurden durch die Politik angek\u00fcndigt, die Realit\u00e4t zeigt aber, dass diese beim Mittelstand nicht in dem ben\u00f6tigten Umfang ankommen. Auch bei gr\u00f6\u00dferen Unternehmen zeige sich, dass die Rahmenbedingungen unter denen die Kredite ausgereicht w\u00fcrden, eine nicht \u00fcberwindbare H\u00fcrde darstellten. Auch die von Bund und Land gew\u00e4hrten Haftungsb\u00fcrgschaften von bis zu 90 % der beantragten Kreditsumme schafften in sehr vielen F\u00e4llen keine Voraussetzung f\u00fcr die Kreditgew\u00e4hrung, denn noch immer verblieben Risiken mit 10 % bei den Banken. Das zwinge die Kreditinstitute dazu, auch in der jetzigen Zeit, bei der Kreditvergabe bank\u00fcblichen Bedingungen zu ber\u00fccksichtigen. Damit w\u00fcrde die Bonit\u00e4t des Unternehmens zum entscheidenden Faktor. Die Bonit\u00e4t sei seit Beginn der Krise bei sehr vielen mittelst\u00e4ndischen Betrieben nicht ausreichend, um auf Basis der geltenden Regeln des Kreditwesengesetzes (KWG) Darlehen vergeben zu k\u00f6nnen. Eine Lockerung des KWG und \/oder die Erh\u00f6hung der B\u00fcrgschaftsquote auf 100 %, inzwischen von vielen Wirtschaftsfachleuten und auch von Politikern gefordert, scheitere an EU-Richtlinien. Eine \u00c4nderung des EU-Recht wurde zuletzt vom leider am Samstag verstorben hessischen Finanzminister Dr. Thomas Sch\u00e4fer eingefordert. Die MIT fordert in diesem Kontext die handelnden Politiker auf Bundes- und Landesebene auf, in Br\u00fcssel die Lockerung der betreffenden EU-Beihilferichtlinie zu fordern.<\/p>\n<p>Die MIT wird in den kommenden Wochen noch intensiver die Belange des Mittelstandes analysieren und notwendige \u00c4nderungen oder Erg\u00e4nzungen vorschlagen. Die bisherige Erfahrung im Austausch mit den CDU-Abgeordneten, aber auch mit den kommunalen Spitzenvertretern seien sehr positiv verlaufen. Besonders hilfreich sei der Kontakt zu MdB Michael Brand zu bewerten, der sehr engagiert die Belange von Mittelstand und Besch\u00e4ftigten in die Beratungen in Berlin einbringe. \u201eMichael Brand ist in Berlin hervorragend vernetzt und kann die Interessen der Region unmittelbar an die entscheidenden Stellen adressieren\u201c, befindet der Vorstand der MIT.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der Kreisvorstand der Mittelstandsvereinigung Fulda hat in einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz die durch die Corona Krise ausgel\u00f6ste Situation beraten. Neben den ernstzunehmenden gesundheitlichen Risiken, die die gesamte Bev\u00f6lkerung betreffen, haben viele kleine und mittlere Betriebe mit den von Bund und Land verordneten Einschr\u00e4nkungen zu k\u00e4mpfen. 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