{"id":183874,"date":"2020-03-19T09:44:20","date_gmt":"2020-03-19T08:44:20","guid":{"rendered":"http:\/\/fuldaer-nachrichten.de\/?p=183874"},"modified":"2020-03-19T09:44:20","modified_gmt":"2020-03-19T08:44:20","slug":"mit-kreisverband","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=183874","title":{"rendered":"MIT-Kreisverband"},"content":{"rendered":"<p>Das Coronavirus hat Deutschland mit voller Wucht getroffen. Das anf\u00e4nglich als eine Bedrohung f\u00fcr die Volksgesundheit empfundene Virus, hat inzwischen eine Krise ausgel\u00f6st, die alle Bereiche unseres Lebens betrifft. Die deutsche Volkswirtschaft ist bereits nach wenigen Tagen in ihren Grundfesten ersch\u00fcttert. Mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die mittelst\u00e4ndische Wirtschaft hat sich der Vorstand der Mittelstandsvereinigung im Kreis Fulda besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>MIT-Vorsitzender J\u00fcrgen Diener spricht in einer Stellungnahme von \u201eeiner ernsthaften Bedrohung vieler Unternehmen in der Region\u201c. Umsatzeinbr\u00fcche und krankheitsbedingte Produktionsausf\u00e4lle w\u00fcrden aus allen Bereichen der Wirtschaft gemeldet. Es sei zu erwarten, dass sich die negativen Auswirkungen noch versch\u00e4rfen werden. Durch den zu erwartenden \u201eLockdown\u201c, also die Eind\u00e4mmung fast aller Kontakte, wie bereits in Bayern auf den Weg gebracht, werden nicht nur die internationalen Verflechtungen der Wirtschaft, sondern auch nationale Gesch\u00e4ftsbeziehungen massiv eingeschr\u00e4nkt bis gekappt.<\/p>\n<p>\u201eDadurch bedingt verlieren nicht nur Gastronomie und Hotellerie, sondern auch die meisten G\u00fcterhersteller und Dienstleister massiv Umsatzerl\u00f6se\u201c, prognostiziert Hans-Dieter Alt, Mitglied des Vorstandes der MIT. Die Spitze der Mittelstandsvereinigung sieht in vorderster Linie die Verantwortlichkeit bei jedem Einzelnen. \u201eJeder B\u00fcrger sollte sich so verhalten, dass vermeidbare Risiken nicht eingegangen werden. Ein staatliches Handeln, so es unvermeidbar ist, muss jedoch stringent und nachvollziehbar sein.\u201c Dies sei nicht immer der Fall gewesen.<\/p>\n<p>Kritik \u00fcbt der MIT-Vorstand an der zun\u00e4chst z\u00f6gerlichen und unkoordinierten Vorgehensweise. Viele Veranstaltungen auf kommunaler Ebene wurden auf Empfehlung staatlicher Stellen abgesagt, w\u00e4hrend beispielsweise die Hessischen Staatstheater noch spielten. Insgesamt wurde aus Sicht der MIT wertvolle Zeit verloren. Andere, auch Europ\u00e4ische Nationen sind mit ihren Ma\u00dfnahmen teilweise ein bis zwei Wochen voraus, Deutschland erweckte zeitweise einen handlungsunf\u00e4higen Eindruck.<br \/>\nDurch die staatlich administrierten Einschnitte erlitten fast alle Unternehmen massive Umsatzeinbu\u00dfen und in deren Folge entst\u00fcnden hohe Verluste. \u201eDie Unternehmen, die von der Pandemie-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht werden, sind ausnahmslos solide und gut aufgestellte Betriebe. Aber jedes solide Unternehmen kann nicht \u00fcber mehrere Wochen und Monate &#8211; weit unterhalb der Normalauslastung existieren\u201c, verdeutlicht Vorsitzender Diener und betont: \u201eF\u00fcr die MIT gilt der Grundsatz, dass die massiven Eingriffe und damit verbundenen Existenzbedrohungen durch staatliche Hilfe \u00fcberwunden werden m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Den betroffenen Unternehmen m\u00fcsse schnell und ohne b\u00fcrokratische H\u00fcrden geholfen werden, so der MIT-Vorstand. Der Mittelstand begr\u00fc\u00dft ausdr\u00fccklich die aktuell von der Bundesregierung beschlossenen Ma\u00dfnahmen. \u201eDie Verbesserungen im Bereich des Kurzarbeitergeldes sind eine erste Hilfe um Personal, das aufgrund der getroffenen Ma\u00dfnahmen keine T\u00e4tigkeit aus\u00fcben kann, nicht entlassen zu m\u00fcssen\u201c.<\/p>\n<p>Die beschlossenen Hilfen zur Sicherstellung der Zahlungsf\u00e4higkeit seien ebenfalls unabdingbar. Die B\u00fcrgschaften, die von der KfW f\u00fcr durch die Krise gef\u00e4hrdete Unternehmen gew\u00e4hrt werden k\u00f6nnen, stellen eine Hilfe dar. Jedoch kommt es wesentlich auf die Ausf\u00fchrungsbestimmungen an. F\u00fcr Liquidit\u00e4tshilfen \u00fcbernimmt die KfW 80 % des Ausfallrisikos, 20 % Risiko verbliebe damit bei der Hausbank, die deswegen verpflichtet ist, die Kredite nach Bonit\u00e4tskriterien zu vergeben. Viele mittelst\u00e4ndische Firmen w\u00fcrden so von der Gew\u00e4hrung von Betriebsmittelkrediten ausgeschlossen. Zudem sollen die Liquidit\u00e4tskredite nach Bonit\u00e4tsstufen verzinst werden, was zu Zinsbelastungen von \u00fcber 7,0 % p.a. reichen kann.<\/p>\n<p>Die MIT fordert von der Bundesregierung, diese \u201eMittelstandsh\u00fcrde\u201c sofort abzubauen. Die mittelst\u00e4ndische Wirtschaft wird in Folge der Krise in Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse geraten. Daher kommt es nach Auffassung von Hans-Dieter Alt, Vorstandsmitglied und im Beruf Wirtschaftspr\u00fcfer und Steuerberater, darauf an, dass die Unternehmen schnellstm\u00f6glich Liquidit\u00e4tspl\u00e4ne erstellen und deren Ergebnis mit ihren Hausbanken besprechen. \u201eAuf Basis von Liquidit\u00e4tspl\u00e4nen k\u00f6nnen die \u00dcberbr\u00fcckungskredite von der Hausbank bei der KfW beantragt werden. Jetzt kommt es sehr darauf an, dass die Hausbanken ihre Funktion als Finanzierungspartner des Mittelstandes vollumf\u00e4nglich aus\u00fcben.\u201c Gerade die regionalen Banken, Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken stehen hier besonders in der Verantwortung. Die MIT bittet die Verantwortlichen dieser so wichtigen Institute alle M\u00f6glichkeiten zur Unterst\u00fctzung der heimischen mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft zu nutzen. \u201eNur im Schulterschluss zwischen Hausbank und Unternehmen l\u00e4sst sich die extremste Herausforderung seit Ende des zweiten Weltkrieges \u00fcberwinden.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Das Coronavirus hat Deutschland mit voller Wucht getroffen. Das anf\u00e4nglich als eine Bedrohung f\u00fcr die Volksgesundheit empfundene Virus, hat inzwischen eine Krise ausgel\u00f6st, die alle Bereiche unseres Lebens betrifft. Die deutsche Volkswirtschaft ist bereits nach wenigen Tagen in ihren Grundfesten ersch\u00fcttert. 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