{"id":183826,"date":"2020-03-07T22:02:45","date_gmt":"2020-03-07T21:02:45","guid":{"rendered":"http:\/\/fuldaer-nachrichten.de\/?p=183826"},"modified":"2020-03-07T22:02:45","modified_gmt":"2020-03-07T21:02:45","slug":"biologie-lk-der-albert-schweitzer-schule-im-teaching-lab-des-max-planck-instituts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=183826","title":{"rendered":"Biologie-LK der Albert-Schweitzer-Schule im teaching lab des Max-Planck-Instituts"},"content":{"rendered":"<p>Aus der Schule in die Praxis zu kommen, ist f\u00fcr viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ein wichtiger Bestandteil des Lernens \u2013 insbesondere f\u00fcr angehende Abiturientinnen und Abiturienten. Eine ganz besondere Gelegenheit dazu bot sich f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des Biologie-Leistungskurses der Q3 unter der Leitung von Dr. Ulrike Laube. Sie erm\u00f6glichte den jungen Erwachsenen einen erf\u00fcllten Tag im Max-Planck-Institut (MPI), wo sie selbst promoviert hat. Im dort ans\u00e4ssigen teaching lab konnte die Gruppe an verschiedenen Stationen erleben, wie Neurobiologen an den aktuellen Fragestellungen der Hirnforschung arbeiten und auch selbst experimentieren.<\/p>\n<p>An der ersten Station hatten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die M\u00f6glichkeit, lebende Nervenzellen aus einer Zellkultur zu isolieren und anschlie\u00dfend mit einem spezifischen Farbstoff anzuf\u00e4rben. Das F\u00e4rbemittel war mit einem Fluoreszenzfarbstoff assoziiert, welches dann unter dem Mikroskop mit blauem Licht angeregt wurde und somit sichtbar gemacht wurde. So kannte man die feinsten Ausl\u00e4ufer und Ver\u00e4stelungen, das typische Merkmal von Neuronen, gut erkennen und bestaunen.<\/p>\n<p>An der zweiten Station standen f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler Computer bereit, an denen entsprechende Programme verf\u00fcgbar waren, um die Ableitung von Neuronenimpulsen zu simulieren. Hierbei wurde auch die M\u00f6glichkeit gezeigt, mit Hilfe von mathematischen Algorithmen, die man anhand der Neuronenantworten entwickelt hat, in Teilbereiche der k\u00fcnstlichen Intelligenz vorzudringen.<\/p>\n<p>Die dritte Station zeigte unterschiedliche Mikroskopiertechniken, um beispielsweise Neuronenverl\u00e4ufe im Gehirn auch dreidimensional darstellen zu k\u00f6nnen. Das ist zum Beispiel wichtig, um zu zeigen welche Gehirnareale miteinander kommunizieren.<\/p>\n<p>An der vierten Station wurde eine F\u00fchrung durch die Labore angeboten, in denen die elektrophysiologischen Messungen vorgenommen werden. Die Ergebnisse von Untersuchungen der Gehirnaktivit\u00e4ten von verschiedenen Tieren bringen weitreichende Einblicke \u00fcber das funktionelle Zusammenarbeiten von Neuronenverb\u00e4nden und helfen somit, gesunde und auch krankhafte Zust\u00e4nde des Gehirns besser zu verstehen und verhaltensbiologische Fragestellungen zu diskutieren.<\/p>\n<p>Histologische Pr\u00e4parate von Hirnschnitten, mit facettenreichen F\u00e4rbungen kunstvoll dargestellt, sind Teil der Ausstellung \u201eThe art of the brain\u201c, die die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im MPI besuchen konnten. Sie entdeckten hier eine weitere spannende Seite der Hirnforschung.<\/p>\n<p>Dr. Ulrike Laube w\u00fcrde es sehr begr\u00fc\u00dfen, wenn ihre Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auch in der Schule auch einen h\u00f6heren Praxisanteil absolvieren k\u00f6nnten, wie sie sagte. Sie sei daher sehr froh dar\u00fcber, dass Exkursionen wie die an das MPI die M\u00f6glichkeit bieten, das Forschen hautnah zu erleben und vor Ort mit den Wissenschaftlern, Doktoranden und MTAs ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Am MPI arbeiten 300 Menschen aus 37 Nationen. So ist es selbstverst\u00e4ndlich, dass die Wissenschaftssprache Englisch ist. Auch ihr K\u00f6nnen auf diesem Bereich konnten die G\u00e4ste aus Alsfeld testen, w\u00e4hrend sie sich mit den jungen Wissenschaftlern unterhielten.<br \/>\n\u201eZiel einer solchen Fahrt ist es, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern die Faszination der Forschung in Naturwissenschaften, und hier insbesondere der Hirnforschung, n\u00e4her zu bringen\u201c, erl\u00e4utert Dr. Laube. Wie gut dies gelungen ist, zeigten die positiven Reaktionen nach dem Besuch am MPI. \u201eEinige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erw\u00e4gen sogar, nach dem Abitur ein Studium im Bereich der Naturwissenschaften anzustreben\u201c, freut sich die Lehrerin.<br \/>\nAls weiteren Punkt auf der Tagesordnung stattete die Reisegruppe dem direkt in der Nachbarschaft gelegenen Max-Planck-Institut f\u00fcr Biophysik einen Besuch ab.<\/p>\n<p>Hier promoviert zur Zeit Eike Laube, Sohn von Dr. Ulrike Laube und ehemaliger Sch\u00fcler der Albert-Schweitzer-Schule. Er zeigte sich erfreut \u00fcber den Besuch aus der alten Heimat und stellte den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern sowohl seinen Werdegang als auch sein Forschungsgebiet vor. In seinem Institut liegt das Hauptaugenmerk auf die Erforschung von Struktur und Funktion von Biomolek\u00fclen, insbesondere der Proteine, die mit Hilfe eines Transmissionselektronenmikroskop aufgedeckt werden k\u00f6nnen. Dieses Mikroskop verf\u00fcgt \u00fcber eine Aufl\u00f6sungsgrenze von unter 0,5 nm. Ein normales Schulmikroskop schafft normalerweise eine Aufl\u00f6sung von10 \u00c2\u00b5m, ist also ca. um den Faktor 100 000 schw\u00e4cher. Als die Sch\u00fcler das Mikroskop besuchten, wurde gerade die Struktur von H\u00e4moglobin (roter Blutfarbstoff) eines Regenwurms eindrucksvoll dargestellt. Nicht nur die Aufl\u00f6sung, auch Dimension des Mikroskops, das einen gesamten Raum f\u00fcr sich beanspruchte, war beeindruckend, und der Wert des Ger\u00e4ts von ca. 10 Millionen Euro \u00fcbertraf so manche Vorstellungen. Kaum denkbar, dass solch ein Ger\u00e4t in vielen Laboren vorhanden ist.<\/p>\n<p>Mit vielen Eindr\u00fccken lie\u00dfen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die Gro\u00dfstadt an diesem Tag hinter sich \u2013 sie hatten viel gesehen, noch mehr Infos bekommen und k\u00f6nnen nun das Ganze noch mehrfach \u00fcberdenken und Revue passieren lassen \u2013 und vielleicht finden sie in der Zukunft ja auch beruflich wieder an das MPI.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Aus der Schule in die Praxis zu kommen, ist f\u00fcr viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ein wichtiger Bestandteil des Lernens \u2013 insbesondere f\u00fcr angehende Abiturientinnen und Abiturienten. Eine ganz besondere Gelegenheit dazu bot sich f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des Biologie-Leistungskurses der Q3 unter der Leitung von Dr. Ulrike Laube. 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