{"id":183177,"date":"2019-11-19T20:13:21","date_gmt":"2019-11-19T19:13:21","guid":{"rendered":"http:\/\/fuldaer-nachrichten.de\/?p=183177"},"modified":"2019-11-19T20:13:21","modified_gmt":"2019-11-19T19:13:21","slug":"16-hessischer-integrationspreis-integration-und-interreligioeser-dialog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=183177","title":{"rendered":"16. Hessischer Integrationspreis: \u201eIntegration und interreligi\u00f6ser Dialog\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Hessische Landesregierung verleiht heute im Rahmen eines feierlichen Festaktes im Biebricher Schloss am Wiesbadener Rheinufer den Hessischen Integrationspreis 2019. Sozial- und Integrationsminister Kai Klose gratuliert den Gewinnerinnen und Gewinnern: \u201eInsgesamt sind in diesem Jahr 51 Bewerbungen mit au\u00dferordentlich spannenden Projekten eingegangen. Sie alle beweisen, dass B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger aller Glaubensrichtungen und Weltanschauungen in Hessen einander kennenlernen, voneinander lernen und miteinander in den Dialog treten wollen\u201c, so Klose. \u201eAuch in diesem Jahr ist es der Jury gelungen, mit ihrer Auswahl viele Facetten des spannenden Leitthemas abzubilden. Die ausgew\u00e4hlten Projekte zeigen, in welchem au\u00dfergew\u00f6hnlichem Ma\u00dfe sich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund f\u00fcr den interreligi\u00f6sen Dialog engagieren.\u201c<!--more--><\/p>\n<p>\u201eGerade vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse kann man den interreligi\u00f6sen Dialog und die Menschen, die ihn f\u00fchren, nicht hoch genug wertsch\u00e4tzen.  Sie erm\u00f6glichen durch die Begegnungen, auf die sie sich selbst einlassen oder die sie f\u00fcr andere organisieren, einen Perspektivwechsel, der gerade auch im religi\u00f6sen Rahmen wichtig ist. Die Basis jeder pluralen Gesellschaft ist es zu erkennen, dass der eigene Standpunkt nicht der einzig m\u00f6gliche ist und man durch das Teilen von verschiedenen Perspektiven auch viel \u00fcber sich selbst lernt.\u201c, so Klose.<\/p>\n<p>Die Landesregierung hat den Hessischen Integrationspreis geschaffen, um die Herausforderungen und Erfolge von Integration in Hessen sichtbar zu machen und zu st\u00e4rken. \u201eWir pr\u00e4mieren mit diesem Preis herausragende Projekte und Ma\u00dfnahmen, die die Zugeh\u00f6rigkeit und Zusammengeh\u00f6rigkeit aller in Hessen lebenden Menschen st\u00e4rken\u201c so Kai Klose. Dabei gilt dem ehrenamtlichen Engagement besondere Aufmerksamkeit. Nach intensiven Beratungen hat die Jury beschlossen, den Hessischen Integrationspreis 2019 an folgende Projekte zu verleihen:<\/p>\n<p>Der erste Platz geht an das Projekt \u201eMeschugge \u2013 Der Hass, der uns spaltet, geht uns alle etwas an\u201c, Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Offenbach e.V.<br \/>\nDas Projekt ist ein Theaterprojekt des DRK-Kreisverbands Offenbach e.V., bei dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gewaltpr\u00e4ventions- und Gleichberechtigungsprojekts seit vier Jahren Jugendarbeit leisten. Das Projekt thematisiert die Zunahme antisemitischer Meinungen und Haltungen bei Jugendlichen an Schulen. Es regt an, gemeinsam nach L\u00f6sungen zu suchen und dar\u00fcber zu reflektieren, wie man Gewalt verhindern und dagegen pr\u00e4ventiv vorgehen kann. Das interaktive Theaterst\u00fcck der Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren aus Offenbach soll neben Theaterb\u00fchnen vor allem an Schulen und Jugendzentren aufgef\u00fchrt werden. Ziel ist, \u00fcber Antisemitismus aufzukl\u00e4ren und Jugendliche darin zu best\u00e4rken, Hass entschieden entgegenzutreten.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Projekte werden gemeinsam mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.<br \/>\nProjekt \u201eForum der Religionsgemeinschaften Dreieich\u201c, Religionsgemeinschaften in Dreieich &#8211; Integrationsb\u00fcro<br \/>\nDas Forum von 13 Glaubensgemeinschaften wurde im Jahr 2010 gegr\u00fcndet. Die Federf\u00fchrung hat das st\u00e4dtische Integrationsb\u00fcro. Das Forum trifft sich regelm\u00e4\u00dfig zu gemeinsamen Sitzungen in den R\u00e4umen unterschiedlicher Gemeinden und setzt sich daf\u00fcr ein, dass die Religionsgemeinschaften einander vorstellen und miteinander in den Dialog treten. Das Forum ist offen f\u00fcr Interessierte aller Glaubensrichtungen.<\/p>\n<p>Projekt \u201eRat der Religionen im Kreis Gie\u00dfen\u201c, Evangelische Kirche im Kreis Gie\u00dfen<br \/>\nNach der Gr\u00fcndung im Oktober 2006 haben sich inzwischen 13 Gemeinschaften aus sechs Religionen zum Rat der Religionen zusammengeschlossen. Dieser Rat f\u00f6rdert als Beratungs- und Aktionsb\u00fcndnis das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionen und Kulturen. Es finden regelm\u00e4\u00dfige Treffen an wechselnden Orten der beteiligten Gemeinschaften statt, bei denen sich ausgetauscht und informiert wird. Dar\u00fcber hinaus gibt es \u00f6ffentliche Informations- und Begegnungsveranstaltungen, die der Rat der Religionen im Landkreis Gie\u00dfen plant und durchf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Projekt \u201eRat der Religionen Frankfurt\u201c, Frankfurt am Main<br \/>\nSeit der Gr\u00fcndung im Jahre 2009 f\u00f6rdert der Rat der Religionen Frankfurt den Dialog zwischen den Frankfurter Religionsgemeinschaften und der Stadtgesellschaft. Er nimmt aus einer religi\u00f6sen Sicht Stellung zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Mit Stellungnahmen, Konferenzteilnahmen sowie in Gespr\u00e4chen und Beratungen mit und f\u00fcr Vertreterinnen und Vertreter der Gremien, \u00c4mter, Dezernate und Fraktionen sowie der Zivilgesellschaft leistet der Rat der Religionen Frankfurt vielf\u00e4ltige Beitr\u00e4ge zu Dialog und Verst\u00e4ndigung.<\/p>\n<p>Projekt \u201eRunder Tisch der Religionen in Fulda\u201c<br \/>\nDer Runde Tisch der Religionen wurde im Jahre 2012 ins Leben gerufen. Er setzt sich aus 13 Gemeinden und Organisationen zusammen. Die religi\u00f6se Vielfalt der Stadt ist durch diesen Runden Tisch ebenso sichtbar wie Vertrauen, Verst\u00e4ndnis und Wertsch\u00e4tzung zwischen den Religionen, die das Gremium f\u00f6rdert. Der Runde Tisch ist sowohl ein Forum f\u00fcr alltagsrelevante als auch f\u00fcr theologische Themen auf lokaler und regionaler Ebene, die sich aus der religi\u00f6sen Vielfalt in Fulda ergeben. \u00d6ffentliche Veranstaltungen f\u00f6rdern den interreligi\u00f6sen Dialog, pflegen die Willkommens- und Anerkennungskultur und unterst\u00fctzen so die gleichberechtigte Teilhabe.<\/p>\n<p>Projekt \u201eRunder Tisch der Religionen Kassel\u201c<br \/>\nDer Runde Tisch besteht seit 2010 in Kassel, vertreten sind insgesamt 15 Gemeinden und Organisationen. Mehrere Tausend Mitglieder repr\u00e4sentieren und verstehen sich als Plattform eines gleichberechtigten Dialogs. Bei regelm\u00e4\u00dfigen Treffen tauschen sich die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger aus den Gemeinden aus, initiieren bi- und multilaterale Aktionen und vereinbaren Themenschwerpunkte, die in \u00f6ffentlichen Sitzungen zusammen mitexternen Referentinnen und Referenten bearbeitet werden.<\/p>\n<p>Mit einem dritten Platz wird das Projekt \u201eGemeinsam \u2013 \u00d7\u2122\u00d7\u2014\u00d7\u201c &#8211; \u00d9\u2026\u00d8\u00b9\u00d8\u00a7 \u201c der J\u00fcdischen Gemeinde Marburg e.V. und der Islamischen Gemeinde Marburg e.V. ausgezeichnet.<br \/>\nDas Projekt des langj\u00e4hrigen und sich in vielen konkreten Begegnungen verstetigenden, immer tragf\u00e4higeren interreligi\u00f6sen Dialogs besteht seit 20 Jahren. Der Dialog begann mit pers\u00f6nlichen und gegenseitigen Besuchen zu Feiertagen und Gemeindeaktivit\u00e4ten und hat sich seither intensiviert und konkretisiert. Die Stadtgesellschaft ist bei den gemeinsamen Aktivit\u00e4ten und Veranstaltungen einbezogen. Die Religionen lernen sich gegenseitig besser kennen, tauschen sich aus und bauen so Vorurteile ab.<\/p>\n<p>Ein weiterer dritter Platz geht an das Projekt \u201eIch bin eine Muslima \u2013 Haben Sie Fragen?\u201c, Lajana Imaillah Deutschland, Frankfurt<br \/>\nDie muslimische Frauengruppe geht mit ihrem Projekt auf die Stra\u00dfe. Sie m\u00f6chten aufkl\u00e4ren und ins Gespr\u00e4ch kommen, um mit Vorurteilen und Klischees aufzur\u00e4umen. Seit Juni 2018 waren die Frauen in 60 deutschen St\u00e4dten unterwegs und sprachen mit ca. 4.000 B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in Hessen. Die Frauen sehen den kontinuierlichen Dialog und die Informationsarbeit als Verantwortung und Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden sowie als Teil der Integration.<\/p>\n<p>\u00dcber die Verleihung des Integrationspreises entscheidet eine unabh\u00e4ngige Jury unter Vorsitz von Sozial- und Integrationsminister Kai Klose. Die weiteren Mitglieder sind Journalist*innen und Publizist*innen \u00fcberregionaler deutscher und ausl\u00e4ndischer Medien. Diese sind:<br \/>\nWerner D\u00c2\u00b4Inka, Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH<br \/>\nJoachim Frank, DuMont Mediengruppe<br \/>\nHadija Haruna-Oelker, Hessischer Rundfunk<br \/>\nManfred Krupp, Intendant des Hessischer Rundfunks<br \/>\nAhmet K\u00fclahci, Dogan Media International GmbH<br \/>\nJagoda Marini\u00c4\u2021, S\u00fcddeutsche Zeitung, taz u. a.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Hessische Landesregierung verleiht heute im Rahmen eines feierlichen Festaktes im Biebricher Schloss am Wiesbadener Rheinufer den Hessischen Integrationspreis 2019. Sozial- und Integrationsminister Kai Klose gratuliert den Gewinnerinnen und Gewinnern: \u201eInsgesamt sind in diesem Jahr 51 Bewerbungen mit au\u00dferordentlich spannenden Projekten eingegangen. 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