{"id":182925,"date":"2019-11-11T21:04:09","date_gmt":"2019-11-11T20:04:09","guid":{"rendered":"http:\/\/fuldaer-nachrichten.de\/?p=182925"},"modified":"2019-11-11T21:04:09","modified_gmt":"2019-11-11T20:04:09","slug":"hessischer-stadtatlas-band-fulda-erschienen-historische-kartenschaetze-zugaenglich-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=182925","title":{"rendered":"Hessischer Stadtatlas Band Fulda erschienen &#8211; Historische Kartensch\u00e4tze zug\u00e4nglich gemacht"},"content":{"rendered":"<p>Hessischer St\u00e4dteatlas &#8211; das klingt auf den ersten Blick nach einem etwas n\u00fcchtern-trockenen Lesestoff mit ein paar Stadtpl\u00e4nen. Doch der jetzt erschienene Band zu Fulda ist f\u00fcr jeden lokalhistorisch Interessierten eine wahre Schatztruhe. Zum Teil noch nie ver\u00f6ffentlichte Pl\u00e4ne und Stadtansichten aus verschiedenen Jahrhunderten sind in hochwertigen Reproduktionen oder farbigen Umzeichnungen im Kartenteil zusammengefasst, daneben gibt es zwei Textteile mit Informationen zur Lokalgeschichte und zur Stadtentwicklung sowie detaillierte Erl\u00e4uterungen zu einzelnen Geb\u00e4uden.<!--more--><\/p>\n<p>Bei der Vorstellung des Bandes, dessen Entstehung die Stadt Fulda aus Anlass des Jubil\u00e4ums \u201e1275 Jahre Fulda\u201c beim Hessischen Landesamt f\u00fcr geschichtliche Landeskunde in Marburg angeregt hatte, sprach Stadtbaurat Daniel Schreiner sichtlich begeistert von einem \u201ewundersch\u00f6nen Baustein zum Stadtjubil\u00e4um\u201c, der dem Nutzer zu einem erschwinglichen Preis sehr viel Inhalt biete und einzigartig anschauliche Erkenntnisse zur Stadtgenese erm\u00f6gliche. Fulda sei die gr\u00f6\u00dfte unter den bislang 17 St\u00e4dten Hessen, die \u00fcber einen eigenen Band zum St\u00e4dteatlas verf\u00fcgen, \u201einsofern bin ich dankbar, dass Sie dieses Wagnis eingegangen sind\u201c, sagte Schreiner an die Adresse des Herausgebers.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Marburger Landesamt betonte Prof. Dr. Holger Thomas Gr\u00e4f, der Band Fulda sei eine \u201esch\u00f6ne Herausforderung\u201c gewesen, angesichts der F\u00fclle des Materials habe man sich entschieden, \u00fcber die Standardkarten hinaus zw\u00f6lf Sonderbl\u00e4tter und einen zus\u00e4tzlichen Textteil zu ver\u00f6ffentlichen. Der Stadt Fulda dankte er f\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung. Er erl\u00e4uterte auch die Hintergr\u00fcnde des Projekts Hessischer St\u00e4dteatlas, der sich als Teil des Deutschen St\u00e4dteatlas versteht und zugleich einen Beitrag zu einem gr\u00f6\u00dferen europ\u00e4ischen Atlaswerk bilden m\u00f6chte. Der jeweils \u00e4hnliche Aufbau der Kartenwerke soll zudem interdisziplin\u00e4re vergleichende St\u00e4dteforschung erleichtern.<\/p>\n<p>Die Autorin des Fuldaer Bandes, die Wiener Historikerin Dr. Andrea P\u00fchringer, beleuchtete die Entstehungsgeschichte des Bandes, in dem etwa zwei Jahre intensive Besch\u00e4ftigung mit dem Thema sowie eine aufwendige Arbeit der Kartografin stecken. Angesichts der F\u00fclle des Materials war die relativ kurze Bearbeitungszeit nur deshalb m\u00f6glich, weil Fulda f\u00fcr P\u00fchringer kein Neuland war: Sie hatte bereits die zweib\u00e4ndige Fuldaer Stadtgeschichte 2008\/2009 wissenschaftlich redigiert.<\/p>\n<p>Herzst\u00fcck eines jeden St\u00e4dteatlas die Umzeichnung des sogenannten Ur-Katasters, der jeweils \u00e4ltesten verf\u00fcgbaren Karten-Quelle mit grundst\u00fccksbezogenen Angaben. In vielen L\u00e4ndern Europas wurden solche Kataster im 18. Und 19. Jahrhundert fl\u00e4chendeckend erstellt, und der Hintergrund war ganz profan: Es wurde eine solide Grundlage f\u00fcr die Erhebung von Grundsteuern gebraucht. In Fulda stammt diese Katasteraufnahme aus den Jahren 1842-44. Die Originalkarten aus dieser Zeit sind oft in einem schlechten Zustand, so dass die Umzeichnungen des St\u00e4dteatlas zugleich wichtige Daten und Quellen sichert, die sonst in einige Jahren oder Jahrzehnten unleserlich und damit verloren w\u00e4ren. \u00dcbrigens: Der vielzitierte sogenannte Jest\u00e4dt-Plan von 1727 sei eine Besonderheit f\u00fcr Fulda, betonte P\u00fchringer, da nur wenige St\u00e4dte in Deutschland \u00fcber eine so fr\u00fche Katastergrundlage verf\u00fcgten. Allerdings seien die Jest\u00e4dtschen Eintragungen zu ungenau, um als Ur-Kataster dienen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>P\u00fchringer erl\u00e4uterte im Anschluss die verschiedenen Standardkarten des St\u00e4dteatlas, die zum Beispiel die Stadtentwicklung von der Klostergr\u00fcndung bis zum 19. Jahrhundert oder vom 19. Jahrhundert bis heute mit einer klaren farblichen Gestaltung eindrucksvoll wiedergeben. \u201eMan sagt ja gew\u00f6hnlich: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Aber ein solcher Stadtplan sagt noch viel mehr\u201c, betonte Kulturamtsleiter und Stadtarchivar Dr. Thomas Heiler. Das neue Kartenwerk sei dabei kein Selbstzweck: Etwa mit Blick auf die Neugestaltung des Vonderau-Museums biete es \u2013 auch durch die digitalisierte Kartengrundlage &#8211; die Voraussetzung, die topografische Stadtentwicklung pr\u00e4gnant und publikumswirksam zu pr\u00e4sentieren. Und Stadtbaurat Schreiner erg\u00e4nzte: \u201eDieses Kartenwerk kommt zur richtigen Zeit: Wer viel umgestaltet und in den Grundriss einer Stadt eingreift, der braucht verl\u00e4ssliche Quellen. Mit diesem St\u00e4dteatlas k\u00f6nnen moderne St\u00e4dteplaner direkt arbeiten und dabei historische Zusammenh\u00e4nge und Bez\u00fcge erkennen und wieder erlebbar machen.\u201c<\/p>\n<p>Der Hessische St\u00e4dteatlas, Band Fulda, kostet 39,30 Euro und ist ab sofort im Buchhandel erh\u00e4ltlich oder direkt bei der Verlagsdruckerei Schmidt GmbH in Neustadt\/Aisch, Telefon (09161) 8860-0. <a href=\"http:\/\/www.verlagsdruckerei-schmidt.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.verlagsdruckerei-schmidt.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Hessischer St\u00e4dteatlas &#8211; das klingt auf den ersten Blick nach einem etwas n\u00fcchtern-trockenen Lesestoff mit ein paar Stadtpl\u00e4nen. 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