{"id":182660,"date":"2019-10-29T20:41:32","date_gmt":"2019-10-29T19:41:32","guid":{"rendered":"http:\/\/fuldaer-nachrichten.de\/?p=182660"},"modified":"2019-10-29T20:41:32","modified_gmt":"2019-10-29T19:41:32","slug":"vorlesestudie-2019-ein-drittel-aller-eltern-liest-zu-selten-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=182660","title":{"rendered":"Vorlesestudie 2019 &#8211; Ein Drittel aller Eltern liest zu selten vor"},"content":{"rendered":"<p>Warum Vorlesen nicht nur mit B\u00fcchern funktioniert \u2013 und ein Drittel aller Eltern es dennoch zu selten macht. Vorlesestudie 2019 zeigt, dass Berufst\u00e4tigkeit kein Hindernis ist \/ V\u00e4ter lesen noch immer zu wenig vor.<\/p>\n<p>Viele Eltern fassen den Begriff des Vorlesens zu eng und denken, dass dazu immer ein gedrucktes Buch mit viel Text geh\u00f6rt. Schauen Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Wimmelb\u00fccher an oder lesen Texte vom E-Reader vor, verstehen dies 23 Prozent nicht als Vorlesen. Mit Babys einfache Bilderb\u00fccher zu betrachten geh\u00f6rt f\u00fcr jeden f\u00fcnften Befragten nicht dazu \u2013 obwohl gerade diese Impulse von Anfang an f\u00fcr die Entwicklung von Kindern wichtig sind.<br \/>\nDies zeigt die Vorlesestudie 2019, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Die Studie ist wie der Bundesweite Vorlesetag am 15. November ein gemeinsames Projekt von Stiftung Lesen, DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung.<\/p>\n<p>\u201eViele Eltern verstehen den Begriff des Vorlesens zu eingeschr\u00e4nkt. Vor allem jene, die selten vorlesen, denken nur an das klassische Lesen von Buch mit Text. Auch Comics und Bilderb\u00fccher anschauen oder das Erz\u00e4hlen von Geschichten hilft den Kindern, Sprache zu entwickeln und lesen zu lernen\u201c, erkl\u00e4rt J\u00fcrgen Kornmann, Leiter Marketing &amp; PR der Deutschen Bahn und Beauftragter Lesef\u00f6rderung der Deutsche Bahn Stiftung.<\/p>\n<p>Rund 32 Prozent aller Eltern in Deutschland lesen ihren Kindern im Vorlesealter von zwei bis acht Jahren zu selten oder nie vor. Dieser Wert hat sich seit 2013 nicht ver\u00e4ndert. Vor allem Eltern mit formal niedriger Bildung lesen zu selten oder nie vor (51%) und haben dar\u00fcber hinaus einen besonders konservativen Vorlesebegriff.<\/p>\n<p>Die Studie hat zudem herausgefunden, dass berufst\u00e4tige M\u00fctter mehr vorlesen als nicht berufst\u00e4tige. Im Vergleich lesen 27 Prozent berufst\u00e4tiger M\u00fctter zu selten vor, bei den nicht berufst\u00e4tigen sind es 39 Prozent. V\u00e4ter sind weiterhin Vorlesemuffel, 58 Prozent von ihnen lesen selten oder nie vor.<\/p>\n<p>\u201eNoch immer liest ein Drittel aller Eltern ihren Kindern zu selten vor, obwohl es Kinder auf vielf\u00e4ltige Weise f\u00f6rdert\u201c, sagt Dr. Rainer Esser, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der ZEIT Verlagsgruppe. \u201eWir raten daher allen M\u00fcttern und V\u00e4tern, jeden Tag 15 Minuten vorzulesen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnsere Aufgabe bleibt es weiterhin, Eltern zu motivieren und ihnen zu zeigen, dass Vorlesen wichtig f\u00fcr die Entwicklung von Kindern ist\u201c, fasst Dr. J\u00f6rg F. Maas, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Stiftung Lesen, zusammen. \u201eSie k\u00f6nnen im Alltag auf vielf\u00e4ltige Weise sprachliche Anreize geben. Viele, gerade bildungsferne Eltern, tun dies bereits. Dann ist es vom M\u00e4rchenerz\u00e4hlen \u00fcber das gemeinsame Betrachten des Fotobuchs zum klassischen Vorlesen nicht weit. Darauf wollen wir nicht nur am Bundesweiten Vorlesetag am 15. November aufmerksam machen.\u201c<\/p>\n<p>Die Vorlesestudie wird seit 2007 j\u00e4hrlich durchgef\u00fchrt. 2019 hat KMF Kr\u00e4mer Marktforschung GmbH im Juni und Juli 700 Eltern von Kindern im Alter von 2 \u2013 8 Jahren (490 M\u00fctter, 210 V\u00e4ter) telefonisch befragt. Die Ergebnisse sind damit repr\u00e4sentativ f\u00fcr diese Zielgruppen.<br \/>\nAlle Ergebnisse sowie Vorleseempfehlungen f\u00fcr Kinder zwischen zwei und acht Jahren finden Sie unter: <a href=\"http:\/\/www.stiftunglesen.de\/vorlesestudie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.stiftunglesen.de\/vorlesestudie<\/a><\/p>\n<p>Zentrale Ergebnisse aus den zur\u00fcckliegenden Vorlesestudien lauten:<\/p>\n<p>&#8211; Kinder, denen regelm\u00e4\u00dfig vorgelesen wird, sind allgemein erfolgreicher in der Schule. Sie haben in Deutsch, Mathe und Fremdsprachen bessere Noten als Kinder, denen nicht vorgelesen wird. (2011)<\/p>\n<p>&#8211; Vorlesen hat dar\u00fcber hinaus eine l\u00e4ngerfristige soziale Bedeutung. Wurde Kindern regelm\u00e4\u00dfig vorgelesen, sind diese h\u00e4ufiger darum bem\u00fcht, andere in die Gemeinschaft zu integrieren. Auch ist der allgemeine Gerechtigkeitssinn dieser Kinder besonders ausgepr\u00e4gt. (2015)<\/p>\n<p>&#8211; Vier von f\u00fcnf Kindern, denen regelm\u00e4\u00dfig vorgelesen wurde, f\u00e4llt das Lesenlernen in der Grundschule leicht. Bei den anderen ist das laut ihren Eltern deutlich seltener der Fall (50 Prozent). Fragt man die Kinder selbst, ist sogar mehr als die H\u00e4lfte der Grundsch\u00fcler mit wenig Vorleseerfahrung frustriert, weil das Lesenlernen ihnen zu lange dauert. (2018)<\/p>\n<p>Beim Bundesweiten Vorlesetag setzen jedes Jahr Hundertausende Menschen ein Zeichen f\u00fcr das Vorlesen. 2019 findet er am 15. November statt. Weitere Informationen und Anmeldung:<a href=\"http:\/\/www.vorlesetag.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> www.vorlesetag.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Warum Vorlesen nicht nur mit B\u00fcchern funktioniert \u2013 und ein Drittel aller Eltern es dennoch zu selten macht. Vorlesestudie 2019 zeigt, dass Berufst\u00e4tigkeit kein Hindernis ist \/ V\u00e4ter lesen noch immer zu wenig vor. 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