{"id":182550,"date":"2019-10-26T09:49:44","date_gmt":"2019-10-26T07:49:44","guid":{"rendered":"http:\/\/fuldaer-nachrichten.de\/?p=182550"},"modified":"2019-10-26T09:50:09","modified_gmt":"2019-10-26T07:50:09","slug":"schmuck-und-handwerkskunst-aus-mexiko-schaffen-sicherheit-und-perspektiven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=182550","title":{"rendered":"Schmuck und Handwerkskunst aus Mexiko schaffen Sicherheit und Perspektiven"},"content":{"rendered":"<p>\u201ePakilia\u201c \u2013 in Nahuatl, der Sprache der Azteken, hei\u00dft das \u201eFreude geben\u201c. Hinter einem Unternehmen gleichen Namens steckt ein junges Team aus Frauen, die sich dem fairen Handel mit Kunsthandwerkern aus Mexiko verschrieben haben. Entstanden aus einem Studentenprojekt, ist \u201ePakilia\u201c inzwischen Lieferant von fairen L\u00e4den und somit auch mit einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Schmucksortiment im Alsfelder Weltladen vertreten. Vor wenigen Tagen nahm Melly Baumann vom Deutschland-Team der in Mexiko und Deutschland gleicherma\u00dfen agierenden Organisation interessierte Menschen in den neuen R\u00e4umen des Alsfelder Weltladens mit auf eine Reise in das Herkunftslandes ihres Silberschmucks.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n\u201eZu den Standbeinen unseres Vereins geh\u00f6ren Verkauf und Bildungsarbeit\u201c, stellte Sabine Kehm vom Einkaufsteam des Weltladens zur Begr\u00fc\u00dfung das Selbstverst\u00e4ndnis des Weltladens dar. Sie sei begeistert von den Produkten, die Pakilia stets aus Mexiko mitbringe, genauso wie von dem engagierten Einsatz der jungen Frauen, die den Menschen in Mexiko wirtschaftliche Sicherheit und Perspektive bieten, wie Baumann sp\u00e4ter noch ausf\u00fchren w\u00fcrde. \u201eWenn man Bildungsarbeit dann mit so sch\u00f6nen Produkten verbinden kann, wie wir es heute tun, dann macht das nat\u00fcrlich besondere Freude\u201c, so Kehm, die auf gut besetzte Stuhlreihen blickte.<\/p>\n<p>Zu Beginn ihrer Pr\u00e4sentation stellte die Referentin das Land dar: Ein Land mit einer langen Geschichte und einer vielf\u00e4ltigen Kultur. Reizvolle, abwechslungsreiche Landschaften \u2013 von Str\u00e4nden \u00fcber verschneite Berge bis hin zu W\u00fcsten \u2013 bietet es. \u201eDas Land, die Kultur und seine Menschen sind eine Reise wert\u201c, lud Baumann ein, Mexiko zu entdecken. Doch Mexiko sei auch das Land der gesellschaftlichen und sozialen Gegens\u00e4tze, so Baumann: Gro\u00dfer Reichtum st\u00fcnde krasser Armut gegen\u00fcber \u2013 wie sehr die Bev\u00f6lkerung gespalten ist, zeigte eine eindrucksvolle Luftaufnahme, die sch\u00f6ne, helle H\u00e4user direkt neben einem grauen heruntergekommenen Viertel zeigte \u2013 getrennt durch eine Mauer, sodass die einen nichts mit den anderen zu tun haben, h\u00f6chstens als Arbeitgeber und Dienstboten.<\/p>\n<p>Die Lieferanten von Pakilia haben ihre kleinen Silberschmieden in den schlechteren Gegenden der alten Silberstadt Taxco gefunden. Bekannt als \u201eSilberstadt\u201c \u2013 die erste Silbermine wurde hier bereits im 16. Jahrhundert entdeckt -, ist die Stadt zwar Anziehungspunkt f\u00fcr Touristen und Schmuckfreunde, berichtete Baumann, allerdings h\u00e4tten gerade die kleinen Kunsthandwerker aufgrund einer gestiegenen industriellen Fertigung erhebliche Einbu\u00dfen zu verzeichnen. Nur einmal pro Woche h\u00e4tten sie auf dem Silbermarkt die Chance ihre Produkte zu verkaufen. Ihren Kunden sowie m\u00f6glichen Wiederverk\u00e4ufern seien sie hilflos ausgeliefert, wenn diese die Preise dr\u00fccken wollten. Zum einen liege dies nat\u00fcrlich an ihrer schwachen Marktposition, zum anderen auch an dem mangelnden Wissen um wirtschaftliche Kalkulation. F\u00fcr inzwischen 18 Kleinbetriebe, in der Regel mit zwei Personen und famili\u00e4r betrieben, setzen sich seit sieben Jahren die Frauen von Pakilia ein. Noch als Studentinnen gr\u00fcndeten Julia Maier und Miriam M\u00fcller das Unternehmen, um genau diesen Menschen zu einer sicheren und fairen Abnahme ihrer Produktion zu helfen. Inzwischen sind sie mit einem Team dauerhaft in Mexiko vertreten. Sie kennen ihre Lieferanten, ihre oft bewegenden Geschichten und pflegen pers\u00f6nliche, freundschaftliche Beziehungen mit ihenen. Sie unterst\u00fctzen diese durch faire Preise und die Vorfinanzierung der Lieferung, Weitergabe von wirtschaftlichem Knowhow und gemeinsame Produktweiterentwicklung f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt. Baumann zeigte Bilder von den Betrieben, von dem oft sehr einfachen Arbeitswerkzeug, das eine hohe Handwerkskunst voraussetzt, und von den unterschiedlichen Modellen, die in den einzelnen Werkst\u00e4tten gefertigt werden. F\u00fcr jedes Schmuckst\u00fcck, das man sp\u00e4ter in Europa kauft, bekommt man den Namen und ein Bild des Kunstschmieds dazu, man kann Einzelteile und Produktvariationen nachbestellen \u2013 der Kontakt zu den Herstellern und den Kunden ist unkompliziert und direkt.<\/p>\n<p>\u201eDas Sch\u00f6nste an alldem ist\u201c, so Melly Baumann in ihrer Pr\u00e4sentation, \u201edass wir unseren Lieferanten zu einem guten Auskommen verhelfen und zu mehr Selbstbewusstsein im sozialen Umfeld, aber auch im Gesch\u00e4ftlichen.\u201c Mit Luz Amalia beispielsweise hat es eine Frau geschafft, aus den immer noch sehr patriarchalischen Strukturen des Landes auszubrechen. Mit ihrer kleinen Goldschmiede, in der sie einen Mitarbeiter besch\u00e4ftigt, kann sie nun nicht nur ihre eigene, sondern auch die Familie von Pancho ern\u00e4hren und auch ihren Sohn zur Universit\u00e4t schicken, berichtet die Frau, der die Familie bis vor wenigen Jahren noch untersagt hatte, zu arbeiten. Auch gegen\u00fcber anderen Lieferanten, die unfaire Praktiken anwenden, k\u00f6nnen sich die Pakilia-Anbieter nun behaupten. Die Produktreihe von Pakilia w\u00e4chst und w\u00e4chst. Von filigranen puren St\u00fccken \u00fcber breite, robuste Werke f\u00fchrt der Weg inzwischen auch zu einer Malerin, die die bunte Totenkultur des Landes aufgreift. All das gibt es nun auch in Alsfeld. Das Team des Alsfelder Weltladen e.V. freut sich, das Engagement von Pakilia zu unterst\u00fctzen \u2013 und die danken es dem Verein, indem sie mexikanische Handwerkskunst nach Alsfeld liefern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201ePakilia\u201c \u2013 in Nahuatl, der Sprache der Azteken, hei\u00dft das \u201eFreude geben\u201c. Hinter einem Unternehmen gleichen Namens steckt ein junges Team aus Frauen, die sich dem fairen Handel mit Kunsthandwerkern aus Mexiko verschrieben haben. 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