{"id":182543,"date":"2019-10-26T09:40:07","date_gmt":"2019-10-26T07:40:07","guid":{"rendered":"http:\/\/fuldaer-nachrichten.de\/?p=182543"},"modified":"2019-10-26T09:40:07","modified_gmt":"2019-10-26T07:40:07","slug":"hessenforst-verantwortungsbewusste-entscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=182543","title":{"rendered":"HessenForst: Verantwortungsbewusste Entscheidung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die D\u00fcrrejahre 2018 und 2019 stellen die Forstbetriebe vor Herausforderungen, die historisch kaum ein Vorbild haben. Nur 1540 soll es schlimmer gewesen sein. Auch im hessischen Wald hat die Trockenheit deutliche Spuren hinterlassen und als Folge dessen nahm die Borkenk\u00e4ferkalamit\u00e4t dieses Jahr eine Dynamik an, die auch die Wissenschaft nicht vorhergesehen hatte und die uns alle vor bisher &#8211; abermals &#8211; nicht da gewesene Herausforderungen stellt.<\/strong><\/p>\n<p>HessenForst hat in diesem wie im vorigen Jahr dem Forstschutz die h\u00f6chste Priorit\u00e4t zukommen lassen. In einem Kraftakt hat der Landesbetrieb in den ersten drei Quartalen 2019 in Zusammenarbeit mit Holzernteunternehmen, Holzr\u00fcckern und Fuhrleuten die vierfache Menge Fichtenholz gegen\u00fcber Normaljahren aufgearbeitet und die Borkenk\u00e4fergradation nach Kr\u00e4ften einzud\u00e4mmen versucht.<\/p>\n<p><strong>Dank an alle Beteiligten<\/strong><br \/>\nAllen Beteiligten, insbesondere auch der ausgezeichneten Forstunternehmerschaft, dankte Landesbetriebsleiter Michael Gerst f\u00fcr ihr Engagement, das die gemeinsamen Erfolge \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machte und in der Folge Fichtenbest\u00e4nde sicherte.<\/p>\n<p>Doch die Ver\u00e4nderung ist in ihrem Ausma\u00df und ihrer Dynamik so neu und gro\u00df, dass der Landesbetrieb ein Verharren in \u00fcberkommenen Strukturen der Krisenbek\u00e4mpfung nicht verantworten kann: \u201eWir beweisen Mut zur Entscheidung. Denn seit Mitte September zeichnete sich ab, dass die zweite K\u00e4fergeneration wohl \u00fcberwiegend in der Bodenstreu \u00fcberwintern wird. Eine dritte Generation, die sich in den Vorjahren gebildet hatte, blieb aus. Das hei\u00dft: Auch die Natur reagiert f\u00fcr uns unerwartet auf die grundlegenden klimatischen Ver\u00e4nderungen.\u201c sagte Michael Gerst. \u201eZudem war die Aufnahmef\u00e4higkeit des Holzmarktes absehbar \u00fcberfordert. Wir zogen die notwendige Konsequenz: Aufgrund der sehr hohen Aufarbeitungsdynamik der letzten Monate haben wir das Tempo, mit dem wir die Sch\u00e4den begrenzen, bewusst angepasst, und unsere Forst\u00e4mter aufgefordert, im 4. Quartal 2019 keine neuen Auftr\u00e4ge zur K\u00e4ferholzaufarbeitung mehr zu erteilen und bestehende Vertragskontingente \u00fcber die Herbst- und Wintermonate auf die notwendigen waldschutzrelevanten Ma\u00dfnahmen zu konzentrieren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Eine ungekannte Dynamik<\/strong><br \/>\nDie kurzfristige Anpassung von Aufarbeitungsumfang und -geschwindigkeit war notwendig. Weil die zweite K\u00e4fergeneration wohl \u00fcberwiegend in der Bodenstreu \u00fcberwintert, kann ein wirkungsvolles Absch\u00f6pfen der hohen Befallsdichten durch fortgesetzt hohe Aufarbeitung kaum mehr gelingen. \u00dcber diese Grundsatzentscheidung hat der Landesbetrieb die Forstunternehmer direkt \u00fcber HessenForst Technik und die Forst\u00e4mter informiert. \u201eDie Entscheidung fiel kurzfristig, und sie trifft die Unternehmen sowie deren Mitarbeiter, die in l\u00e4ngeren Zeitr\u00e4umen disponieren wollen und m\u00fcssen. Gleichwohl war die Entscheidung richtig. Wir werden uns wohl darauf einstellen m\u00fcssen, in den kommenden Jahren immer h\u00e4ufiger mit bisher ungekannten Situationen und Dynamiken konfrontiert zu werden.\u201c sagte Gerst. HessenForst wird schneller und anders entscheiden m\u00fcssen als unter den fr\u00fcheren, relativ stabilen Verh\u00e4ltnissen. Insofern ist die Schnelligkeit in der Entscheidung eine zunehmend geforderte Qualit\u00e4t, die in der Forstwirtschaft zwar als ziemlich neu erscheint, aber unerl\u00e4sslich werden d\u00fcrfte.<\/p>\n<p><strong>Ebenso schnell kommuniziert wie entschieden<\/strong><br \/>\nSobald die Entscheidung zur Anpassung der Aufarbeitungskapazit\u00e4ten getroffen war, hat der Landesbetrieb sie auch kommuniziert. Dennoch ist klar, dass die Information f\u00fcr jene, die nicht unmittelbar an der Entscheidung beteiligt waren, kurzfristig und \u00fcberraschend kam. HessenForst will im Dialog besser werden und arbeitet intern an neuen Wegen f\u00fcr einen Fortschritt bei der Auftragsdisposition und -abwicklung in Ausnahmesituationen wie in diesem Jahr. Gerst erg\u00e4nzt: \u201eDieser Vorsatz wird uns aber nie von der Verantwortung entbinden, wenn es sein muss, schnell zu entscheiden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Die Arbeit geht nicht aus<\/strong><br \/>\nNoch im laufenden Jahr m\u00f6chte der Landesbetrieb die Ausschreibungen f\u00fcr Holzerntearbeiten im ersten Quartal 2020 ansto\u00dfen. Der tats\u00e4chliche Beginn der Arbeiten orientiert sich an den Erfordernissen des jeweiligen Forstamtes. Die Herbst- und Wintermonate nutzt HessenForst zur Begrenzung von Waldschutzrisiken durch gezielte Aufarbeitung. Angesichts der hohen K\u00e4ferpopulation erwarten die Forstleute eine weiterhin sehr kritische Waldschutzsituation. Die gravierenden und seit dem Sommer dramatisch zunehmenden Sch\u00e4den an Buchen erfordern zudem kurzfristig umfangreiche Verkehrssicherungsma\u00dfnahmen, z. B. entlang von Stra\u00dfen. Da das gesamt Ausma\u00df kaum abgesch\u00e4tzt werden kann und nach dem trockenen Sommer auch im kommenden Fr\u00fchjahr mit weiter absterbenden Buchen gerechnet wird, sind normale Holzerntearbeiten zur\u00fcckgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die D\u00fcrrejahre 2018 und 2019 stellen die Forstbetriebe vor Herausforderungen, die historisch kaum ein Vorbild haben. Nur 1540 soll es schlimmer gewesen sein. 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