{"id":182372,"date":"2019-10-21T14:29:51","date_gmt":"2019-10-21T12:29:51","guid":{"rendered":"http:\/\/fuldaer-nachrichten.de\/?p=182372"},"modified":"2019-10-21T14:31:03","modified_gmt":"2019-10-21T12:31:03","slug":"borkenkaefer-ueberwintern-im-boden-hessenforst-zieht-eine-bilanz-der-kaefersaison","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=182372","title":{"rendered":"Borkenk\u00e4fer \u00fcberwintern im Boden &#8211; HessenForst zieht eine Bilanz der K\u00e4fersaison"},"content":{"rendered":"<p>Das Jahr 2019 wird den Forstleuten noch lange Zeit als \u201edas K\u00e4ferjahr\u201c in Erinnerung bleiben. Zu Jahresbeginn bestand noch Hoffnung, dass sich der Wald mit ausreichend Sommerniederschl\u00e4gen erholen w\u00fcrde. Doch dann folgte ein weiteres trockenes Jahr mit Waldsch\u00e4den in nie dagewesenem Ausma\u00df.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nVom trockenen Vorjahr geschw\u00e4chte Fichten, frisches Windwurfholz aus den St\u00fcrmen Eberhard und Franz sowie die anhaltende Sommertrockenheit bescherten dem Borkenk\u00e4fer in den letzten Monaten ideale Brutbedingungen. \u201eWir haben in diesem Jahr zwar nur zwei K\u00e4fergenerationen beobachtet, aber es sind insgesamt so viele K\u00e4fer wie noch nie\u201c, so Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs HessenForst.<\/p>\n<p>Den Winter verbringen die meisten Buchdrucker im Boden. Bereits Ende September stellten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in G\u00f6ttingen fest, dass sich die ersten K\u00e4fer zur \u00dcberwinterung zur\u00fcckzogen. Mittlerweile ist schon eine gro\u00dfe Zahl in der Bodenstreu verschwunden. Ein Teil der K\u00e4fer \u00fcberwintert auch in den B\u00e4umen und, obwohl einige davon Frost, Spechten oder Pilzen zum Opfer fallen, ist die Anzahl der insgesamt \u00fcberwinternden K\u00e4fer besorgniserregend hoch. Die Forstleute gehen davon aus, dass 2020 ein weiteres K\u00e4ferjahr auf sie zukommt.<\/p>\n<p>Gerst bedankt sich bei Mitarbeitern und Unternehmern f\u00fcr das Engagement. HessenForst musste in diesem Jahr im Staatswald die vierfache Menge Fichtenholz gegen\u00fcber Normaljahren ernten. Dies erforderte einen gro\u00dfen auch finanziellen Einsatz, w\u00e4hrend die Holzpreise durch das stark steigende Angebot fielen.<\/p>\n<p>\u201eDas war ein echter Kraftakt. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in Zusammenarbeit mit Holzernteunternehmen, Holzr\u00fcckern und Fuhrleuten eine Mammutaufgabe bew\u00e4ltigt. Ihnen allen geb\u00fchrt mein Dank f\u00fcr das gro\u00dfe Engagement!\u201c, so Gerst. Er erg\u00e4nzt: \u201eBis zum n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr k\u00f6nnen wir mit der Entnahme von mit K\u00e4fern besetzten B\u00e4umen noch ein wenig bewirken, deshalb werden die Arbeiten in den Herbst- und Wintermonaten auf die unbedingt sch\u00fctzenswerten Bereiche konzentriert. Die Verbindung zweier Trockenjahre in jener Dimension, wie wir sie nun erlebt haben, ist au\u00dfergew\u00f6hnlich. Auch die Natur reagiert darauf, wie die Ver\u00e4nderung der K\u00e4ferpopulation zeigt. Die D\u00fcrre l\u00f6st eine hochkomplexe Folge weiterer Ver\u00e4nderungen aus, die heute noch gar nicht absehbar sind. Wir schauen jetzt nach vorne und planen die Wiederbewaldung.\u201c<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der B\u00f6den ist gegenw\u00e4rtig immer noch zu trocken. Da wo es m\u00f6glich ist, wird der nat\u00fcrlichen Verj\u00fcngung der Waldb\u00e4ume Vorrang gew\u00e4hrt. \u201eDer gr\u00f6\u00dfte Teil der geplanten Pflanzungen ist im kommenden Fr\u00fchling vorgesehen\u201c, so Gerst. \u201eZum einen hoffen wir, dass die B\u00f6den dann besser durchfeuchtet sind, zum anderen umgehen wir so wintertypische Gefahren, wie starken Frost, Winterfra\u00df durch M\u00e4use oder erh\u00f6hten Verbissdruck durch Wild.\u201c<\/p>\n<p><strong>Sch\u00e4den auch an Laubb\u00e4umen<\/strong><br \/>\nDie Buche, unsere typisch hessische Baumart, kam mit den letzten beiden Sommern nicht gut zurecht. D\u00fcrre und Hitze f\u00fchrten dazu, dass \u00c4ste in Buchenkronen ebenso abstarben wie ganze B\u00e4ume. Dieser Prozess wird sich im kommenden Jahr fortsetzen. Von trockenen \u00c4sten oder ganzen absterbenden B\u00e4umen geht ein erh\u00f6htes Risiko aus, da sie unvermittelt ab- bzw. zusammenbrechen k\u00f6nnen. Michael Gerst wirbt f\u00fcr erh\u00f6hte Aufmerksamkeit im Wald und bittet alle Waldbesucherinnen und -besucher auf diese waldtypischen Gefahren zu achten. \u201eMancherorts sehen wir uns gezwungen, Waldwege zum Schutz der Bev\u00f6lkerung zu sperren. Daf\u00fcr bitte ich Sie alle um Verst\u00e4ndnis und R\u00fccksichtnahme.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Das Jahr 2019 wird den Forstleuten noch lange Zeit als \u201edas K\u00e4ferjahr\u201c in Erinnerung bleiben. Zu Jahresbeginn bestand noch Hoffnung, dass sich der Wald mit ausreichend Sommerniederschl\u00e4gen erholen w\u00fcrde. 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