{"id":181810,"date":"2019-10-01T18:00:09","date_gmt":"2019-10-01T16:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/fuldaer-nachrichten.de\/?p=181810"},"modified":"2019-10-02T18:02:59","modified_gmt":"2019-10-02T16:02:59","slug":"ausgewaehlte-op-teams-aus-vier-kontinenten-trainieren-im-klinikum-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=181810","title":{"rendered":"Ausgew\u00e4hlte OP-Teams aus vier Kontinenten trainieren im  Klinikum Fulda"},"content":{"rendered":"<p>Ausgew\u00e4hlte OP-Teams aus Deutschland, Saudi-Arabien, S\u00fcdafrika, Taiwan und den USA kommen im Oktober 2019 ans Klinikum Fulda, um unter der Anleitung von Professor Dr. Robert Behr, Direktor der Neurochirurgie am Klinikum Fulda, die Implantation eines ABI zu erlernen. Das Auditory Brainstem (Hirnstamm) Implantat er-setzt die Funktion des gesch\u00e4digten H\u00f6rnervens und stellt das H\u00f6rverm\u00f6gen wie-der her. Professor Dr. Behr ist einer der Pioniere dieses zuverl\u00e4ssigen, erprobten, aber international noch selten angewandten Verfahrens. Er implantiert ABI nicht nur in Fulda, sondern mehrfach im Jahr in Kliniken rund um den Globus.<!--more--><\/p>\n<p>Vom 10. bis zum 12. Oktober kommen f\u00fcnf nach ihrer Qualifikation ausgew\u00e4hlte Teams nach Fulda. Zum Team geh\u00f6ren jeweils ein HNO-Arzt, ein Neurochirurg und ein weiterer Arzt. Die Teams verfolgen nach der gegenw\u00e4rtigen Planung zun\u00e4chst am Donnerstag (10. Oktober, ab  08.15 Uhr) zwei Live-Operationen. Prof. Dr. Robert Behr  wird einem Kind aus Estland ein ABI implantieren. Einem Tumorpatienten wird er zun\u00e4chst einen \u2013 der H\u00f6rnerv sch\u00e4digenden &#8211; Tumor entfernen und dann ein ABI implantieren. Am Freitag und am Samstagvormittag werden die Teams unter Anleitung von Prof. Dr. Behr die Implantation an Pr\u00e4paraten trainieren und die Ergebnisse anschlie\u00dfend diskutieren. Nach dem Training in Fulda, sagt Prof. Dr. Robert Behr, sollten die Teams in der Lage sein, das ABI selbst zu implantieren: \u201eEs kommt immer darauf an, wie sicher sich die Teams f\u00fchlen.\u201c <\/p>\n<p><strong>Internationale Trainingsreihe wird dank gro\u00dfer Nachfrage fortgesetzt<\/strong><br \/>\nNachdem ein solcher Kurs unter Anleitung von Prof. Dr. Robert Behr im Universit\u00e4tsklinikum T\u00fcbingen im vorigen Herbst stattgefunden hatte, wird das erfolgreiche Training wegen der qualifizierten Nachfrage in diesem Jahr fortgesetzt. Fulda hat sich in der Auswahl als bevorzugter Veranstaltungsort gegen\u00fcber Wien und Stra\u00dfburg durchgesetzt. \u201eDie Teilnehmer wollten unbedingt, dass wir weitermachen\u201c, berichtet Prof. Behr, und setzt darauf, dass fr\u00fchere Operationss\u00e4le, die mit der Er\u00f6ffnung des neuen Intensiv-, Notfall- und Operationszentrums (INO-Zentrum) am Klinikum Fulda nicht mehr genutzt werden, nun zu Schulungss\u00e4len umgebaut werden.<\/p>\n<p><strong>\u201eDie Methode des ABI wird noch zu selten genutzt\u201c<\/strong><br \/>\n\u201eDie Implantation eines ABI ist als Methode bew\u00e4hrt, und sie hilft den Menschen, wieder zu h\u00f6ren. Aber sie wird immer noch zu selten genutzt. Ich helfe anderen \u00c4rzten, diese Methode anzuwenden, um damit Menschen einen Weg aus der Isolation heraus zu bahnen, in die sie die H\u00f6rsch\u00e4digung oder die Taubheit gef\u00fchrt haben\u201c, begr\u00fcndet Prof. Behr sein inter-nationales Engagement. Manche \u00c4rzte, vermutet Prof. Behr, denken \u201edas k\u00f6nnen wir nicht, das brauchen wir nicht\u201c. Es gebe \u00c4rzte, die kennten die Methode nicht, obwohl sie schon seit 20 Jahren mit Erfolg angewandt werde.<\/p>\n<p><strong>Implantation in einer neurochirurgischen Nischenregion, wo sonst keiner operiert<\/strong><br \/>\n\u201eAber man kann es auch nicht schnell mal lernen, ein ABI ein zusetzen\u201c, nennt Prof. Dr. Robert Behr eine weitere H\u00fcrde. Der Platz, wo die Elektroden des ABI am H\u00f6rnervkern im Stammhirn eingesetzt werden, sei eine \u201eneurochirurgische Nische, die normalerweise keine h\u00e4ufige OP-Region ist\u201c. Dort befinden sich nach Prof. Dr. Robert Behrs Worten kaudale Hirnnerven, die zum Beispiel Signale f\u00fcr die Herzfrequenz, das Schlucken, den Verdauungstrakt und die Stimmb\u00e4nder \u00fcbermitteln. \u201eEs braucht Fachleute, die sich in dieser Hirnregion anatomisch auskennen, und die wissen, wie mit dem Gewebe in dieser Region umzugehen ist, zumal es nicht genau zu definieren ist, wo der Kern des H\u00f6rnerven liegt\u201c, sagt Prof. Dr. Robert Behr. Entscheidend sei ferner, dass die Implantation des ABI ein Team erfordere: \u201eDer HNO-Arzt braucht den Neurochirurg und der Neurochirurg braucht den HNO-Arzt. Es bedarf eines Genius loci, eines be-stimmten Ortes, wo sich diese Teams zusammenfinden.\u201c Meist entstehen sie nach Beobachtung von Prof. Dr. Behr aus einer \u201eguten CI-Gruppe\u201c, die Cochlea-Implantate (CI) setzt.<br \/>\nW\u00e4hrend das Cochlea-Implantat den Schall-druck aufnimmt, ihn in elektrische Signale \u00fcbersetzt und diese in den H\u00f6rnerv an der H\u00f6rschnecke (Cochlea) einspeist, \u00fcberbr\u00fcckt das ABI einen Defekt am H\u00f6rnerv zwischen Cochlea und Stammhirn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Ausgew\u00e4hlte OP-Teams aus Deutschland, Saudi-Arabien, S\u00fcdafrika, Taiwan und den USA kommen im Oktober 2019 ans Klinikum Fulda, um unter der Anleitung von Professor Dr. Robert Behr, Direktor der Neurochirurgie am Klinikum Fulda, die Implantation eines ABI zu erlernen. 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