{"id":181614,"date":"2019-09-24T11:59:35","date_gmt":"2019-09-24T09:59:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=181614"},"modified":"2019-09-24T11:59:35","modified_gmt":"2019-09-24T09:59:35","slug":"nachbarschaftsstreit-dachziegel-die-blenden-muessen-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=181614","title":{"rendered":"Nachbarschaftsstreit: Dachziegel, die blenden, m\u00fcssen weg"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fchlt sich ein Hauseigent\u00fcmer durch die glasierten Dachziegel seines Nachbarn geblendet, kann ein Gericht nur nach seinem pers\u00f6nlichen Eindruck bei einem Ortstermin entscheiden. Denn: Grenzwerte f\u00fcr Lichtreflexe gibt es nicht. Blenden die Ziegel jedoch zu stark, muss sie der Nachbar entfernen. Dies entschied laut Michaela Rassat, Juristin der ERGO Rechtsschutz Leistungs-GmbH, das Oberlandesgericht Hamm.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Worum ging es bei Gericht?<\/strong><br \/>\nDer Eigent\u00fcmer eines Einfamilienhauses hatte sein Dach zun\u00e4chst mit hochgl\u00e4nzenden Ziegeln eindecken lassen. Zwei Jahre sp\u00e4ter lie\u00df er einen Gro\u00dfteil gegen matt glasierte Dachpfannen austauschen. Im Bereich der Dachr\u00e4nder und des Dachfirstes blieben die Hochglanzpfannen liegen. Sein Nachbar konnte sich mit dem immer noch gl\u00e4nzenden Dach jedoch nicht abfinden: Aus seiner Sicht blendete es so stark, dass er Garten, Wohn- und Esszimmer seines Hauses nur noch mit gesenktem Kopf nutzen konnte \u2013 besonders tags\u00fcber im Fr\u00fchjahr und Sommer sowie im Winter in Vollmondn\u00e4chten. Der Nachbar klagte schlie\u00dflich vor Gericht darauf, die Blendwirkung zu verringern.<\/p>\n<p><strong>Das Urteil<\/strong><br \/>\n\u201eDas Oberlandesgericht Hamm best\u00e4tigte das Urteil der Vorinstanz, nach dem nur die hochgl\u00e4nzenden Dachpfannen gegen weniger reflektierende auszutauschen waren\u201c, erl\u00e4utert Michaela Rassat. Das Gericht habe im Rahmen eines Ortstermins festgestellt, dass die Blendwirkung der matten Dachpfannen nur unwesentlich sei. Allenfalls die hochgl\u00e4nzenden Dachziegel blenden so stark, dass sie eine wesentliche Beeintr\u00e4chtigung des Nachbargrundst\u00fcckes darstellen. Das Gericht betonte, dass der pers\u00f6nliche Eindruck vor Ort entscheidend war. \u201eWichtig sind im Einzelfall die Dauer der Blendwirkung, die Intensit\u00e4t der Lichtreflexe und die daraus folgenden Auswirkungen f\u00fcr die Nutzung des betroffenen Grundst\u00fccks. Feste Grenzwerte f\u00fcr Lichtreflex-Immissionen gibt es nicht\u201c, so die Juristin.<\/p>\n<p><strong>Was bedeutet das f\u00fcr Hauseigent\u00fcmer?<\/strong><br \/>\nHochgl\u00e4nzende Dachziegel k\u00f6nnen eine starke Blendwirkung haben. \u201eIn diesem Fall haben Nachbarn unter Umst\u00e4nden einen Anspruch auf Beseitigung der St\u00f6rung. Bei einem Prozess z\u00e4hlen allerdings keine Grenzwerte, sondern der pers\u00f6nliche Eindruck vor Ort\u201c, wei\u00df die Rechtsexpertin.<br \/>\n<strong>Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 9. Juli 2019, Az. 24 U 27\/18<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>F\u00fchlt sich ein Hauseigent\u00fcmer durch die glasierten Dachziegel seines Nachbarn geblendet, kann ein Gericht nur nach seinem pers\u00f6nlichen Eindruck bei einem Ortstermin entscheiden. Denn: Grenzwerte f\u00fcr Lichtreflexe gibt es nicht. Blenden die Ziegel jedoch zu stark, muss sie der Nachbar entfernen. 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