{"id":181608,"date":"2019-09-24T11:54:03","date_gmt":"2019-09-24T09:54:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=181608"},"modified":"2019-09-24T11:54:03","modified_gmt":"2019-09-24T09:54:03","slug":"lyrik-lesung-an-der-avh-beeindruckt-mit-sprachgefuehl-und-ausdruckskraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=181608","title":{"rendered":"Lyrik-Lesung an der AvH beeindruckt mit Sprachgef\u00fchl und Ausdruckskraft"},"content":{"rendered":"<p>\u201eLautschriften 2019\u201c \u2013 Unter diesem Titel ist vor kurzem ein Buch erschienen, das Werke junger K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler enth\u00e4lt, Werke von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, die diese unter fachlicher Anleitung im Rahmen eines Schulprojektes erarbeiten konnten. Den Auftakt der frischen Autorenreihe machen elf junge Leute von der Alexander-von-Humboldt-Schule, die vor den gro\u00dfen Ferien gemeinsam mit der preisgekr\u00f6nten Lyrikerin Safiye Can an f\u00fcnf Nachmittagen in der Lauterbacher Stadtb\u00fccherei in Klausur gegangen sind, um ihren Gedanken, Ideen und Lebenswelten eine sprachliche, eine lyrische Form zu geben. Wir gut dies gelungen ist, davon konnten sich am vergangenen Donnerstag die Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer in der Aula der Alexander-von-Humboldt-Schule \u00fcberzeugen: In einer Lyrik-Lesung trugen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ihre Gedichte vor und begeisterten ihr Publikum nicht nur mit ihrer Sprachgewandtheit und ihrem Ideenreichtum, sondern auch mit der Selbstverst\u00e4ndlichkeit und dem Selbstvertrauen, mit dem sie vor die G\u00e4ste in der Aula traten.<!--more--><br \/>\n\u201eWir erinnern uns in sp\u00e4teren Jahren niemals an den eigentlichen Unterricht, sondern immer nur an die Highlights unserer Schulzeit\u201c \u2013 ein wahres Wort, mit dem Schulleiterin Gitta Holloch die Lesung an ihrer Schule er\u00f6ffnete. Und ein Highlight war diese Lesung, gemeinsam mit den vielen Wochen intensiven lyrischen Schaffens, die ihr vorausgegangen waren, auf jeden Fall. Eine Arbeitssituation au\u00dferhalb der Schule, freiwillig auf sich genommen, und doch ohne Schule und engagierte Lehrkr\u00e4fte nicht denkbar. Holloch dankte der hierf\u00fcr verantwortlichen Deutschlehrerin Hanna Borchers, dass Sie die Anregung von Petra Scheuer, Leiterin der Lauterbacher Stadtb\u00fccherei, aufgegriffen und den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern des Gymnasiums damit die Teilnahme an dem Lyrik-Workshop mit Safiye Can erm\u00f6glicht hat, die selbst nat\u00fcrlich auch zur Lesungen ihrer Lyrik-Sch\u00fctzlinge nach Lauterbach gereist war. \u201eMan merkt den Gedichten an, wie sehr sie mit Herz, Hand und Verstand entstanden sind\u201c, so Holloch, die ein solches Projekt, gepaart mit einer gelungenen Abschlussveranstaltung, als \u201eLeuchtturm im Schulalltag\u201c bezeichnete.<\/p>\n<p>Das Initiatorinnen-Team Hanna Borchers und Petra Scheuer lie\u00df noch einmal die Wochen des Schaffens Revue passieren. \u201eIn dem Raum des Dichter-Clubs, dem \u00e2\u20ac\u0161Eselsohr\u00e2\u20ac\u02dc unterm Dach der B\u00fccherei, sprang jedes Mal der Funke \u00fcber\u201c, berichtete Petra Scheuer, immer noch ganz angetan von der flirrenden, inspirierten Stimmung der Gruppe, die sich gemeinsam mit Safiye Can in die Welt der Worte und Emotionen versenkte. \u201eIn diesem Buch erleben wir die Dichte der Worte, die Tiefe der Gedanken und ein unglaubliches Gesp\u00fcr f\u00fcr Sprache\u201c, k\u00fcndigte Petra Scheuer Buch und Lesung an, genauso wie Hanna Borchers sichtlich stolz auf das Schaffen der 12- bis 18-J\u00e4hrigen, die sich ganz ihrer poetischen Neigung hingegeben haben. \u201eWir sind insbesondere dem Hessischen Litarturforum au\u00dferordentlich dankbar, dass es sowohl das Projekt als auch unseren Leseabend gro\u00dfz\u00fcgig unterst\u00fctzt hat\u201c, f\u00fchrte die Deutschlehrerin aus. \u201eUnsere Dichterinnen und unser Dichter sind eine motivierte stabile Gemeinschaft geworden, mit dem Willen, das zu tun, was sie taten\u201c, so Borchers, die hinzuf\u00fcgte, welch gl\u00fcckliche Auswahl Safiye Can als Coach war: \u201eDie Chemie stimmte von Anfang an.\u201c Schreibanlass waren zwei Kurzfilme, die die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler als Assoziationsgrundlage f\u00fcr ihre Werke nutzten. Ihre Gedanken brachten Sie unter der Leitung von Safiye Can zu Papier.<\/p>\n<p>Safiye Can, preisgekr\u00f6nte Lyrikerin und Vorstandsmitglied der Zeitschrift f\u00fcr Literatur, Kunst und Kritik \u201edie horen\u201c, war voll des Lobes f\u00fcr ihre junge Dichterschar. Sechsmal reiste sie eigens aus Offenbach an die Lauter und man konnte f\u00f6rmlich sp\u00fcren, wie sehr ihr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in dieser Zeit ans Herz gewachsen sind. \u201eLautschriften\u201c ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums f\u00fcr Wissenschaftund Kunst in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Literaturforum im Mousonturm e.V. und dem Fischer Kinder- und Jugendbuchverlag, stellte die Autorin das Projekt vor. Vier Teams, vier Schulen, vier Autoren, vier Bibliotheken sind hessenweit daran beteiligt. \u201eIch war jeden Moment begeistert von der Themenvielfalt, die sich entwickelt hat\u201c, blickte Can zur\u00fcck. \u201eWir haben geschrieben, redigiert, bearbeitet, vorgelesen, korrigiert und gedruckt\u201c, so Can, die auch die Zusammenarbeit mit dem Fischer-Verlag lobend erw\u00e4hnte. Dorthin waren die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erst wenige Tage zuvor gereist, hatten sich im Literaturforum getroffen, den Verlag kennengelernt und die Regisseurin eines ihrer Ausgangsfilme getroffen. \u201eHeute ist der letzte Tag unseres Projekts, nun trauern und feiern wir.\u201c Nacheinander lasen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ihre Werke vor, Lennart Zink und Emelie Mithin, hatten zus\u00e4tzlich zwei Musikbeitr\u00e4ge f\u00fcr ihr Publikum mitgebracht. Zink spielte zur Er\u00f6ffnung und Mithin gemeinsam mit Felicia Eisenmeier ein Intermezzo, eine Art musikalisches Gedankenspiel.<\/p>\n<p>Die Gedichte aller jungen Autorinnen und Autoren, die nun vor ihr Publikum traten, sind so individuell wie die jungen Menschen selbst, ebenso wie ihre Art der Rezitation: Rhythmisch, lebendig lesen die einen, verhalten, fast still die anderen \u2013 ganz so, wie es zu ihnen selbst und zu ihren Werken passt. Ihre Themen sind Freiheit und Freundschaft, auch vergangene. \u00c4ngste und Sehns\u00fcchte finden ihren Ausdruck in kurzen oder l\u00e4ngeren Gedichten, die teilweise Ans\u00e4tze von visuellen Gedichten enthalten. Lebenswelten, Tr\u00e4ume, famili\u00e4re Verflechtungen \u2013 all das verpacken die jungen Dichterinnen und Dichter in Worte voller Strahlkraft, die nachhallen und die Eindr\u00fccke noch lange in der Erinnerung des Publikums festhalten.<\/p>\n<p>Nachdem die letzte junge Lyrikerin verklungen war, las Safiye Can aus ihrem neuen Lyrikband \u201eKinder der verlorenen Gesellschaft\u201c. Die ausgew\u00e4hlten Texte handelten von Verletzung und Hoffnung, von der Sehnsucht nach Frieden, die auf die harte Realit\u00e4t trifft, von der Liebe und ihrer Zerbrechlichkeit. Werke \u2013 wie die ihrer Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u2013 zum Eintauchen.<\/p>\n<p>Die Lauterbacher Dichterinnen und Dichter sind:<br \/>\nMarlene Aevermann, Charlotte Deuchert, Lotta Gohlke, Ilka K\u00f6tzschau, Emma Langstein, Emelie Mithin, Catharina Pilz, Melinda Utke, Annamaria Weber, Alexandra Wink und Lennart Zink.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eLautschriften 2019\u201c \u2013 Unter diesem Titel ist vor kurzem ein Buch erschienen, das Werke junger K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler enth\u00e4lt, Werke von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, die diese unter fachlicher Anleitung im Rahmen eines Schulprojektes erarbeiten konnten. 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