{"id":181129,"date":"2019-09-08T20:46:21","date_gmt":"2019-09-08T18:46:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=181129"},"modified":"2019-09-08T20:46:21","modified_gmt":"2019-09-08T18:46:21","slug":"thomas-schaumberg-von-vogelsberg-consult-ueber-die-chancen-einer-potenziellen-wachstumsregion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=181129","title":{"rendered":"Thomas Schaumberg von Vogelsberg Consult \u00fcber die Chancen einer potenziellen Wachstumsregion"},"content":{"rendered":"<p>Ja, er gilt immer noch als eine der wenigen hessischen Regionen, die in Zukunft weiter schrumpfen werden \u2013 gerade erst reihte sich der Vogelsberg in der Erhebung des Statistischen Landesamtes mit Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder und Werra-Mei\u00dfner in die Liste der vier Landkreise Hessens ein, die nicht vom Wachstum der letzten sechs Jahre, das immerhin 4,5% betrug, profitiert haben. Strukturschwach soll er sein, \u00fcberaltert und ohne Perspektiven. Dass diese einseitige Sicht auf den Vulkan \u00fcberholt ist, davon zeigt sich Thomas Schaumberg, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Regionalentwicklungsgesellschaft Vogelsberg Consult GmbH, \u00fcberzeugt: Der Gesch\u00e4ftsbericht des Jahres 2018, der vor kurzem vorgestellt wurde, zeigt: Ja, der Vogelsberg schrumpft weiter, doch l\u00e4ngst nicht mehr in dem vor wenigen Jahren noch prognostizierten Ausma\u00df. Auch als Arbeitgeber zeigt sich die Region attraktiv, wie sowohl die steigende Anzahl an Einpendlern und Einpendlerinnen als auch die unter dem Durchschnitt liegende Arbeitslosenquote belegen. <!--more--><\/p>\n<p><strong>Der Vogelsberg auf dem Weg zur Wachstumsregion?<\/strong><br \/>\n\u201eBis der Vogelsberg wieder wachsen kann, wird es noch ein wenig dauern\u201c, gibt Schaumberg trotz leicht verbesserter Zahlen zu bedenken, \u201edenn unsere Erhebungen zeigen auch, dass die Wirtschaft in Abh\u00e4ngigkeit von der Bev\u00f6lkerungszahl nicht wirklich schnell wird wachsen k\u00f6nnen.\u201c Denn trotz guter Konjunktur gibt es einen limitierenden Faktor der Vogelsberger Wirtschaft \u2013 die Fachkr\u00e4fte. \u201eWir haben bereits seit Jahren einen nicht erf\u00fcllten Bedarf von mehr als 3.000 Fachkr\u00e4ften in der heimischen Wirtschaft \u2013 die Prognosen des IWAK Instituts der Goethe-Universit\u00e4t in Frankfurt, gehen bis zum Jahr 2024 von 6.450 fehlenden Fachkr\u00e4ften allein im Vogelsberg aus\u201c, stellt Schaumberg dar. F\u00fcr die anliegenden Landkreise Fulda und Gie\u00dfen sehe das nicht besser aus, sodass es eine Frage der richtigen Angebote und Fachkr\u00e4ftewerbung sein wird, ob die Menschen im Vogelsberg oder au\u00dferhalb der Kreisgrenzen arbeiten werden. Trotz verbesserter Zahlen betr\u00e4gt die Differenz zwischen Ein- und Auspendlern immer noch mehr als 9.000 Menschen zugunsten der Auspendler.<\/p>\n<p>Die wachsende Anzahl an offenen Fachkr\u00e4ftestellen sehen die Studien tats\u00e4chlich in der altersbedingten Verrentung begr\u00fcndet. Dabei schlagen hier vor allem nichtakademische Berufe zu Buche: \u201eEs wird zuk\u00fcnftig an Fachkr\u00e4ften in den Pflegeberufen, in Erziehungs- und sozialen Berufen, aber auch im Handwerk und in der Gastronomie fehlen. Selbst die Berufe des Gro\u00df- und Einzelhandels sind von dem Fachkr\u00e4ftemangel betroffen\u201c, malt der VBC-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer ein nicht allzu rosiges Bild von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p>Das Hauptaugenmerk seiner Gesellschaft kann daher auch nur auf der Fachkr\u00e4ftesicherung liegen, die auch im Berichtsjahr 2018 wie in den Jahren zuvor im Rahmen zahlreicher Projekte gef\u00f6rdert wurde: \u201eSeit 2016 bis Mitte 2019 standen rund 850.000 Euro zus\u00e4tzliche F\u00f6rdermittel f\u00fcr Fachkr\u00e4ftesicherung, f\u00fcr Koordination des \u00dcbergangs Schule \u2013 Beruf, f\u00fcr die Anwerbung von Auszubildenden, f\u00fcr die Reduzierung von Ausbildungsabbr\u00fcchen und f\u00fcr die Nachqualifizierung zur Verf\u00fcgung\u201c, f\u00fchrt Schaumberg aus und stellt einige Projekte aus diesem Pool vor, deren Ziel es ist, Fachkr\u00e4fte auszubilden und zu qualifizieren, diese anzuwerben und die Besch\u00e4ftigung auszuweiten.<\/p>\n<p>Dazu gibt es verschiedene Instrumente &#8211; ein sehr erfolgreiches ist QuABB (Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule), das von Dipl.-P\u00e4dagoge Marian Mattner betreut wird. Hier geht es darum, bedrohte Ausbildungsverh\u00e4ltnisse durch Beratung und moderate Ver\u00e4nderungen zu retten oder beendete Ausbildungsverh\u00e4ltnisse in ein neues zu \u00fcberf\u00fchren. Im Jahr 2018 berichtet Mattner von 31 Beratungskunden, von denen schlie\u00dflich 27 ihre Ausbildung fortsetzten und vier eine neue Ausbildung begannen. \u201eSomit ging dem Arbeitsmarkt keine potenzielle Fachkraft verloren\u201c, skizziert Schaumberg den Erfolg von QuABB, das auch im laufenden Jahr fortgesetzt wird. Ein weiteres Bet\u00e4tigungsfeld ist die Qualifikation von Menschen, die sich in ihrem bereits ausge\u00fcbten Beruf weiterqualifizieren m\u00f6chten. Im Rahmen der Initiative ProAbschluss vermitteln Kathatina Barth und Dipl.-Kfm. Matthias Steckenreuter F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten an Menschen, sich berufsbegleitend zu gut und passend ausgebildeten Fachkr\u00e4ften weiterzuentwickeln. \u201eFirmen unterst\u00fctzen in der Regel die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden, da sie deren Wert deutlich erkannt haben\u201c, so Steckereuter. Weitere Mechanismen zur Fachkr\u00e4ftebindung sind Ma\u00dfnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die gemeinsam mit dem B\u00fcndnis f\u00fcr Familie im Vogelsberg verfolgt werden. Die Praktikums- und Ausbildungsb\u00f6rse setzt fr\u00fcher an \u2013 sie soll helfen, den \u00dcbergang Schule-Beruf zu erleichtern. Und weil Ausbildung ein ganz gro\u00dfes Thema ist, macht seit kurzem auch ein Film f\u00fcr den Charme einer guten Berufsausbildung Werbung. \u201eWir hoffen, dass auch diese Ma\u00dfnahmen, die am Anfang einer Berufswahl und -ausbildung stehen, zum Erfolg f\u00fchren\u201c, wagt Schaumberg einen Blick in die Zukunft.<\/p>\n<p>Ein Blick zur\u00fcck f\u00fchrt ihn in seinem Gesch\u00e4ftsbericht 2018 zu 108 Veranstaltungen, die seine Gesellschaft f\u00fcr Regionalentwicklung und Wirtschaftsf\u00f6rderung den Menschen in der Region angeboten hat. Vom regelm\u00e4\u00dfig stattfindenden Unternehmens- und Gr\u00fcndersprechtag \u00fcber die Teilnahme an der Gr\u00fcnen Woche bis hin zur Expertenrunde \u201eWandel im Dialog\u201c. Unter zahlreichen Vortr\u00e4gen und Workshops stach aus den Veranstaltungsangeboten die Jubil\u00e4umstagung \u201e25 Jahre Regionalentwicklung in Hessen \u2013 Tag der hessischen LEADER-Regionen\u201c heraus, wie Schaumberg berichtet. In der f\u00fcnften Umsetzungsphase von 2014 bis 2020 flie\u00dfen aus der LEADER-F\u00f6rderung ca. 2 Millionen Euro in den Vogelsberg, f\u00fchrt er aus. Gerade kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen mit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Gesch\u00e4ftsideen profitierten davon, wie der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer mitteilte.<\/p>\n<p>Zu den strategischen Ans\u00e4tzen von Vogelsberg Consult z\u00e4hlt Schaumberg die Pflege des Unternehmensbestandes, die F\u00f6rderung von Existenzgr\u00fcnungen und die Verbesserung der Standortfaktoren. Alle Ma\u00dfnahmen aus den Bereichen Finanzierungsberatung, Fachkr\u00e4ftesicherung, B\u00fcndnis f\u00fcr Familie, LEADER und die Schaffung von Austauschforen dienen diesen Zielen. \u201eUnd das\u201c, so Schaumberg, \u201esoll auch im laufenden Jahr 2019 und dar\u00fcber hinaus unter dem Dach des Vogelsbergkreises so bleiben.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Ja, er gilt immer noch als eine der wenigen hessischen Regionen, die in Zukunft weiter schrumpfen werden \u2013 gerade erst reihte sich der Vogelsberg in der Erhebung des Statistischen Landesamtes mit Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder und Werra-Mei\u00dfner in die Liste der vier Landkreise Hessens ein, die nicht vom Wachstum der letzten sechs Jahre, das immerhin 4,5% betrug, &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":181130,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-181129","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-startseite"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/181129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=181129"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/181129\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":181131,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/181129\/revisions\/181131"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/181130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=181129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=181129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=181129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}