{"id":180636,"date":"2019-08-20T20:06:23","date_gmt":"2019-08-20T18:06:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=180636"},"modified":"2019-08-21T14:06:48","modified_gmt":"2019-08-21T12:06:48","slug":"lotse-im-system-ergaenzende-unabhaengige-teilhabeberatung-eutb-blickt-auf-das-erste-jahr-ihrer-taetigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=180636","title":{"rendered":"Lotse im System: Erg\u00e4nzende unabh\u00e4ngige Teilhabeberatung (EUTB) blickt auf das erste Jahr ihrer T\u00e4tigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Seit Anfang vergangenen Jahres werden bundesweit Beratungsangebote im Rahmen der Erg\u00e4nzenden unabh\u00e4ngigen Teilhabeberatung (EUTB) aufgebaut. In mehr als 500 Anlaufstellen sollen Menschen mit Fragen zur Teilhabe, beispielsweise zu Assistenz und Hilfsmitteln, zu Arbeits- und Wohnm\u00f6glichkeiten und vielen anderen Themen unterst\u00fctzt werden. Auch im Vogelsberg wurden ab M\u00e4rz 2018 zwei Beratungsstellen eingerichtet, die sowohl fast fl\u00e4chendeckend f\u00fcr den Landkreis als auch f\u00fcr einige angrenzende Orte das im SGB IX, Paragraf 32 festgelegte Angebot sicherstellen.<!--more--><\/p>\n<p>Andrea Schmidt und Berthold Sommer stellen dabei nicht nur die Beratung vor Ort in Lauterbach und Alsfeld sicher, sondern bieten auch offene Beratungen in allen Gemeinden  \u2013 ein Konzept, das sich bereits jetzt, nach einem guten Jahr bew\u00e4hrt hat, wie Sommer ausf\u00fchrt. \u201eWir decken eine gro\u00dfe Fl\u00e4che mit unserem Angebot ab \u2013 da ist es unbedingt n\u00f6tig, den Menschen ein wohnortnahes Angebot zu machen, zumal viele unsere Klienten auch nur bedingt mobil sind\u201c, so der Teilhabeberater mit Sitz in Alsfeld. Damit dies gelingt, waren zun\u00e4chst Gespr\u00e4che mit den B\u00fcrgermeistern der einzelnen Kommunen n\u00f6tig. \u201e\u00e2\u20ac\u02dcTeilhabe und Barrierefreiheit\u00e2\u20ac\u02dc ist zwar allen ein Begriff\u201c, berichtet Sommer, \u201edie EUTB und ihre Zielsetzung mussten wir allerdings erst erl\u00e4utern.\u201c Nun werden in den Gemeinden die Sprechstunden von Sommer und Schmidt in den Mitteilungsorganen publiziert \u2013 genauso wie die Veranstaltungsorte, denn nicht immer bietet sich die Gemeindeverwaltung an: \u201eNoch immer sind nicht alle kommunalen Verwaltungsgeb\u00e4ude vollst\u00e4ndig  barrierefrei\u201c, stellen die beiden Berater fest und hoffen, dass sich dies in naher Zukunft \u00fcberall \u00e4ndern wird. \u201eDabei ist es auch unsere Aufgabe, die Begrifflichkeiten \u00e2\u20ac\u0161Teilhabe\u00e2\u20ac\u02dc und \u00e2\u20ac\u0161Inklusion\u00e2\u20ac\u02dc inhaltlich zu erkl\u00e4ren\u201c, skizziert Sommer einen weiteren Teil seiner Arbeit.<\/p>\n<p>Im Jahr 2018 z\u00e4hlten er und seine Kollegin 108 Beratungen und rund ebenso viele Beratungsanfragen. Die Menschen kommen mit den verschiedensten Anliegen in die Sprechstunden oder w\u00fcnschen telefonisch Auskunft. \u201eDa gibt es keine richtigen Schwerpunkte\u201c, geben Sommer und Schmidt an, \u201edie Anfragen sind so individuell wie die Menschen, die Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen.\u201c Ganz oft geht es dabei um Integration auf dem Arbeitsmarkt; Menschen m\u00f6chten nach einer Krankheit oder einer unfallbedingten Behinderung wieder in ihrem oder einem anderen Unternehmen Fu\u00df fassen. \u201eWir sind hier oft nur die erste Anlaufstelle, denn genau f\u00fcr diese Fragen gibt es auch den Integrationsfachdienst und das Integrationsamt. Wir beraten zun\u00e4chst  das weitere Vorgehen, verweisen auf die zust\u00e4ndigen Stellen, helfen beim  Ausf\u00fcllen von Formularen\u201c, beschreibt Sommer eine m\u00f6gliche Vorgehensweise. Auch Menschen mit geistigen Behinderungen und deren Familien oder Betreuende k\u00f6nnen die Beratung der EUTB nutzen. Hier kann es darum gehen, die Vorstellungen von m\u00f6glichst selbstbestimmtem Leben und Arbeiten mit den verschiedenen Angeboten abzustimmen und eine m\u00f6glichst gute Teilhabel\u00f6sung zu finden. \u201eManche Beratungen sind daher auch langwieriger\u201c, berichtete Sommer, \u201eda ist es mit nur einem Beratungstermin oft nicht getan.\u201c<\/p>\n<p>Auf diese Weise f\u00fcllt die EUTB eine L\u00fccke in der Beratungslandschaft: Die Berater kennen die regionalen Leistungserbringer, haben Kontakte zu vielen Tr\u00e4gern von Angeboten und verstehen sich dar\u00fcber hinaus auf das Antragswesen. Dieses Wissen setzten sie direkt f\u00fcr die Klienten ein, die all das aufgrund der Vielzahl von Angeboten und der unterschiedlichen Leistungen oft gar nicht \u00fcberblicken k\u00f6nnen. \u201eDas Ziel der Beratung ist es dann, der einzelnen Person die Informationen an die Hand zu geben, die sie f\u00fcr eine gute, passende Entscheidung ben\u00f6tigt. Wir beraten unabh\u00e4ngig von der Tr\u00e4gerschaft, nur im Sinne des Klienten und sind damit sozusagen der Lotse im System\u201c, fassen Sommer und Schmidt ihre Arbeit zusammen, von der auch Menschen mit psychischen Erkrankungen profitieren k\u00f6nnen. Auch f\u00fcr sie, die bei der Teilhabe am Arbeitsmarkt oft beeintr\u00e4chtigt sind und Anspruche auf Teilhabeleistungen haben, geht es darum, die verschiedenen Angebote, beispielsweise Werk- oder Tagesst\u00e4tten, in der Region kennenzulernen. Und die Region ist gro\u00df: Der Alsfelder St\u00fctzpunkt betreut 10 Gemeinden im Altkreis Alsfeld sowie Ottrau, Schrecksbach und Neukirchen im Schwalm-Eder-Kreis. Von Lauterbach aus werden 9 Kommunen im Altkreis Lauterbach, einschlie\u00dflich Schotten und Gemeinden des angrenzenden Kreis Fulda bedient, letztere sind Gro\u00dfenl\u00fcder, Hosenfeld und Bad Salzschlirf.<\/p>\n<p>\u00dcberall dort m\u00f6chte man drei bis vier offene Beratungen im Jahr etablieren, die in der lokalen Presse bekanntgegeben werden. Hinzu kommen Einzelberatungen, die bei Bedarf terminiert werden k\u00f6nnen. Darunter fallen auch aufsuchende Angebote, also Beratungen im Umfeld der Betroffenen. Ein weiterer Schwerpunkt der EUTB ist die Vernetzungsarbeit, wie Berthold Sommer weiter ausf\u00fchrt. \u201eEin wichtiger Teil des Konzepts ist die St\u00e4rkung der Selbsthilfearbeit.\u201c Dazu wurden Kontakte zu Verb\u00e4nden und Vereinigungen aufgebaut, wie beispielsweise dem Blinden- und Sehbehindertenbund, der Lebenshilfe, dem Verein Barrierefreies Alsfeld oder der MS-Selbsthilfegruppe. \u201eBetroffene mit viel Erfahrung k\u00f6nnen anderen Betroffenen in der Regel am besten helfen und sie beraten. F\u00fcr solche selbstorganisierten Beratungen sollen unsere R\u00e4ume ebenfalls zur Verf\u00fcgung stehen.\u201c Auf diese Weise sollen Schnittmengen gefunden werden, die zu mehr Teilhabe f\u00fchren: \u201eInklusion ist ein gemeinsames Ding\u201c, so Sommer, der diese Feststellung auch an Arbeitgeber richtet.<\/p>\n<p>Nach einem Jahr res\u00fcmieren er und seine Kollegin einen hohen Beratungsbedarf, der mit steigendem Bekanntheitsgrad noch w\u00e4chst. \u201eWir sehen also die Notwendigkeit unserer T\u00e4tigkeit und m\u00f6chten gerne alle Menschen mit Fragen zu ihrem Assistenz- und Teilhabeanspruch einladen, sich mit uns in Verbindung zu setzen.\u201c Als Lotse im System k\u00f6nnen Berthold Sommer und Andrea Schmidt n\u00e4mlich einiges bewegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Seit Anfang vergangenen Jahres werden bundesweit Beratungsangebote im Rahmen der Erg\u00e4nzenden unabh\u00e4ngigen Teilhabeberatung (EUTB) aufgebaut. 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