{"id":180428,"date":"2019-08-17T11:06:03","date_gmt":"2019-08-17T09:06:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=180428"},"modified":"2019-08-22T12:38:40","modified_gmt":"2019-08-22T10:38:40","slug":"e-zigaretten-weltweit-zwischen-foerderung-und-verbot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=180428","title":{"rendered":"E-Zigaretten weltweit \u2013 zwischen F\u00f6rderung und Verbot"},"content":{"rendered":"<p>Weltweit greifen immer mehr Menschen zur E-Zigarette. Allein in den USA wird die Zahl der Dampfer auf acht Millionen gesch\u00e4tzt. Gleichzeitig formiert sich eine breite Front gegen die <a href=\"https:\/\/www.liquido24.de\/e-zigaretten\">E-Zigarette<\/a>. Einige Kritiker fordern ein striktes Verbot und begr\u00fcnden ihre rigorose Haltung mit dem Argument, dass Jugendliche gesch\u00fctzt werden m\u00fcssten. In anderen L\u00e4ndern, wie zum Beispiel in Gro\u00dfbritannien und in der Schweiz, sieht man auch die positiven Seiten der E-Zigarette: Hier soll die E-Zigarette zur Schadensminderung eingesetzt werden. Dieser Ansatz st\u00fctzt sich auf wissenschaftliche Studien, die nachweisen, dass E-Zigarette effektiver als konventionelle Mittel bei der Rauchentw\u00f6hnung helfen.<\/p>\n<p><b>San Francisco \u2013 Schauplatz eines erbitterten Krieges<\/b><\/p>\n<p>Im Juni 2019 fasste der Stadtrat von San Francisco einen Beschluss, der f\u00fcr Aufsehen sorgt. Die Stadtr\u00e4te beschlossen, dass nur noch solche E-Zigaretten und Liquids verkauft werden d\u00fcrfen, die eine Zulassung der US-Gesundheitsbeh\u00f6rden besitzen. Damit ist San Francisco die erste Gro\u00dfstadt, in der der Verkauf von E-Zigaretten und Zubeh\u00f6r de facto verboten ist, denn bisher kann keines der im Handel angeboten Produkte eine solche Zulassung vorweisen.<\/p>\n<p><b>Die Vorgeschichte<\/b><\/p>\n<p>Dieser aufsehenerregende Beschluss kam nicht aus heiterem Himmel. Schon seit l\u00e4ngerer Zeit verfolgen US-amerikanische Pharmakonzerne die zunehmende Akzeptanz der E-Zigarette als Mittel zur Rauchentw\u00f6hnung mit wachsendem Argwohn. Jahrzehntelang haben einige Firmen mit nikotinhaltigen Rauchstopp-Medikamente gute Gesch\u00e4fte gemacht.<\/p>\n<p>In der \u00d6ffentlichkeit treten die Vertreter der Pharmaindustrie jedoch nicht auf. Sie nutzen ihren Einfluss auf Politiker und Organisationen und finden &#8216;Fachleute&#8217;, die vehement auf die Gefahren der E-Zigarette hinweisen. Viele Organisationen, die vorgeben, dass sie Jugendliche vor den Gefahren des Rauchens sch\u00fctzen wollen, bekommen Spenden von Firmen wie Johnson &amp; Johnson &#8211; dem Hersteller der Nicorette. Die Lobbyarbeit zeigte Fr\u00fcchte. Es gab riesige Kampagnen und eine B\u00fcrgerbefragung. Das Ergebnis: Seit Juni des vergangenen Jahres sind Aromen verboten. In San Francisco d\u00fcrfen seitdem nur noch Liquids mit &#8216;nat\u00fcrlichem&#8217; Geschmack (Tabak und Menthol) verkauft werden. Mit dem Beschluss, der k\u00fcrzlich gefasst wurde, errangen die Gegner der E-Zigarette einen noch gr\u00f6\u00dferen Erfolg. Doch die E-Zigaretten-Hersteller wollen sich nicht kampflos ergeben. Juul k\u00fcndigte an, seinen Hauptsitz in die Innenstadt von San Francisco zu verlegen, um sich als Big Player zuk\u00fcnftig bei Wirtschaftspolitikern mehr Geh\u00f6r zu verschaffen.<\/p>\n<p><b>Die Situation in der Schweiz<\/b><\/p>\n<p>Bei unseren Schweizer Nachbarn zeigt sich ein v\u00f6llig anderes Bild. Bisher gibt es in der Schweiz in Bezug auf E-Zigaretten keine gesetzlichen Regeln. Es gibt kein Werbeverbot und keine Altersbeschr\u00e4nkung f\u00fcr den Verkauf von E-Zigaretten. Das wird von vielen Fachleuten durchaus kritisch gesehen. Solche gesetzlichen Regelungen werden zwar seit l\u00e4ngerer Zeit auf politischer Ebene diskutiert, doch bisher gibt es keinen Termin f\u00fcr eine endg\u00fcltige Entscheidung. Eine Prognose, wie eine solche Entscheidung ausfallen w\u00fcrde, wagt bisher niemand.<\/p>\n<p><b>Schadensminderung statt Null-Toleranz-Politik<\/b><\/p>\n<p>Das hei\u00dft nicht, dass die Schweizer bei diesem Thema unt\u00e4tig w\u00e4ren. Insbesondere in der deutschsprachigen Schweiz gehen einige Verantwortlichen mit dem Thema E-Zigarette pragmatisch um. Sie vertreten die Meinung, dass allgemeine Verbote wenig hilfreich sind und bevorzugen das Prinzip der Schadensminderung. Das ist ein Begriff, der bisher mit illegalen Drogen in Verbindung gebracht wurde. An Stelle von Null-Toleranz tritt bei diesem Ansatz die Einsicht, dass es im Falle einer starken Sucht vorteilhafter ist, den Schaden durch weniger riskante Alternativen zu begrenzen und den Betroffenen auf diese Weise zu helfen.<\/p>\n<p><b>Gratis-Abgabe von E-Zigaretten<\/b><\/p>\n<p>Suchthilfe Ost ist eine Hilfsorganisation, die dieses Prinzip nun auf die Rauchentw\u00f6hnung \u00fcbertragen will. Der Vorreiter startete ein Pilotprojekt und gibt seit kurzer Zeit gratis E-Zigaretten an Nikotins\u00fcchtige ab. Die Begr\u00fcndung: Die Betroffenen m\u00fcssen so gut es geht vor einer Erkrankung an Lungenkrebs gesch\u00fctzt werden. Im Sommer 2020 sollen die Daten und Erfahrungen ausgewertet und eine Entscheidung \u00fcber die weitere Vorgehensweise getroffen werden.<\/p>\n<p><b>Das Ziel muss eine differenzierte Betrachtungsweise der E-Zigarette sein<\/b><\/p>\n<p>Wer die \u00f6ffentliche Diskussion und die Berichterstattung in den Medien aufmerksam verfolgt, erkennt schnell, dass es zu diesem Thema x verschiedene Meinungen gibt. Dass der Streit immer erbitterter gef\u00fchrt wird, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass hinter jeder Position handfeste finanzielle Interessen stehen. Eine ablehnende Haltung wird in vielen F\u00e4llen mit den Erfordernissen des Jugendschutzes begr\u00fcndet. Dieses Argument ist wichtig, denn Untersuchungen zeigen, dass viele Raucher bereits als Minderj\u00e4hrige mit dem Rauchen begonnen haben. Ziel muss es also sein, junge M\u00e4nner und Frauen fr\u00fchzeitig \u00fcber die gesundheitlichen Risiken von Tabak- und E-Zigaretten aufzukl\u00e4ren, damit sie gar nicht erst mit dem Rauchen beziehungsweise Dampfen beginnen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist es wichtig, den Schutz der \u00f6ffentlichen Gesundheit im Auge zu behalten. Viele Raucher scheitern immer wieder beim Versuch, sich das Rauchen abzugew\u00f6hnen. Obwohl in allen entwickelten L\u00e4ndern Entw\u00f6hnungskurse angeboten werden und nikotinhaltige Pflaster, Kaugummis oder Sprays zur Unterst\u00fctzung bei der Entw\u00f6hnung angeboten werden, bleiben die Raucherquoten hoch. Die E-Zigarette erweist sich als deutlich hilfreicher. Zwar tritt die E-Zigarette bei den meisten Ex-Rauchern langfristig an die Stelle der Tabakzigarette &#8211; doch f\u00fcr die Gesundheit ist der Wechsel ein Gewinn.<\/p>\n<p><b>Jugendschutz und Gesundheitsschutz \u2013 beide Aspekte m\u00fcssen ber\u00fccksichtigt werden<\/b><\/p>\n<p>Schwarz-Wei\u00df-Diskussionen wie in San Francisco sind aus den genannten Gr\u00fcnden wenig hilfreich. Besser w\u00e4re es, wenn bei der Diskussion um die E-Zigarette Jugendschutz und Gesundheitsschutz voneinander getrennt werden. Nur so ist es m\u00f6glich, einen Weg zu finden, der allen Seiten gerecht wird und der allgemeinen Gesundheit zu Gute kommt.<\/p>\n<p>Foto: <a href=\"https:\/\/www.blacknote.com\/e-juice\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Sarah Johnson, blacknote.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Weltweit greifen immer mehr Menschen zur E-Zigarette. 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