{"id":180260,"date":"2019-08-15T09:50:21","date_gmt":"2019-08-15T07:50:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=180260"},"modified":"2019-08-15T09:50:21","modified_gmt":"2019-08-15T07:50:21","slug":"jahre-nach-woodstock-hair-endlich-wieder-in-der-stiftsruine-let-the-sunshine-in","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=180260","title":{"rendered":"Jahre nach Woodstock &#8211; HAIR endlich wieder in der Stiftsruine: LET THE SUNSHINE IN"},"content":{"rendered":"<p>Es ist genau 50 Jahre her: Das WOODSTOCK-Festival begann am 15. August 1969 und endete am Morgen des 18. August. Passend zum Jubil\u00e4um und wegen der hohen Nachfrage nach Karten im letzten Sommer zeigen die Bad Hersfelder Festspiele das Musical HAIR ab dem 16. August noch einmal in der Stiftsruine. Regisseur Gil Mehmert schreibt dazu im Programmheft der Bad Hersfelder Festspiele zu seiner Inszenierung und dem B\u00fchnenbild von Jens Kilian: \u201eDas Setting ist eine Hommage an Woodstock und diesen unvergesslichen Summer of Love aus Musik, Liebe und Regen. Die B\u00fchnenaufbauten sind nach diesem Open-Air-Ereignis aus dem Entstehungsjahr gestaltet. Die Texte sind immer noch eine Collage, diesmal aus dem Original-Skript, dem sp\u00e4teren Drehbuch und Zitaten vieler Protagonisten des Hippie-Zeitalters. HAIR soll in dieser Inszenierung eine Bewegung sein, die langsam anf\u00e4ngt, immer mehr Fahrt aufnimmt und schlie\u00dflich alles mitrei\u00dft. HAIR ist und bleibt im wahrsten Sinne des Wortes: ein gro\u00dfer Trip! Ein Trip im Rausch des Lebens, das wir hier in all seinen Facetten auf der B\u00fchne feiern. LET THE SUNSHINE IN!\u201c <!--more--><\/p>\n<p>Auch 2019 pr\u00e4sentiert Regisseur Gil Mehmert wieder ein f\u00fcr ihn und Bad Hersfeld gewohnt hochkar\u00e4tiges Ensemble.  Dazu geh\u00f6ren (wie im letzten Jahr) als Claude Christof Messner (z.B. WEST SIDE STORY\/ Vereinigten B\u00fchnen Bozen, DER GESTIEFELTE KATER \/Oper Graz  oder FAME \/Theater Kiel) und Bettina M\u00f6nch in der Rolle der Sheila (z.B. Sally in CABARET in Bad Hersfeld, Evita in EVITA oder Kate in KISS ME KATE an der Oper in Bonn). Neu im Ensemble ist Merlin Fargel als Berger (statt Ricardo Greco im Vorjahr). Ihn kennt das Publikum zum Beispiel aus DAS WUNDER VON BERN, als TARZAN in Oberhausen und als Ch\u00e9 in EVITA in Bonn. Markus Schneider spielt in diesem Sommer (statt Nils Klitsch) Woof. Zuletzt trat er bei den Domfestspielen in Magdeburg als Riff in WEST SIDE STORY und in der Hauptrolle in dem Musical  COMPANY an den Landesb\u00fchnen Sachsen auf. Au\u00dferdem erleben die Zuschauer in diesem Sommer neben den vielen wunderbaren T\u00e4nzern und S\u00e4ngern, die sie im letzten Jahr schon sehen konnten, Dionne Wudu, Maike Merkel, Samantha Turton, Nicky Milford, Pascal Cremer, Stefan Zenker als neue Ensemblemitglieder. Begleitet werden die wunderbaren S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger, T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer wieder Abend f\u00fcr Abend live von der Band der Bad Hersfelder Festspiele unter Leitung von Christoph Wohlleben.<\/p>\n<p>Als HAIR das erste Mal gezeigt wurde, war es eine Revolution. Statt Musical- und Operettenseligkeit brachte eine Generation ihre Themen und ihre Musik auf die B\u00fchne.<\/p>\n<p>Vor 51 Jahren, am 29. April 1968 feierte HAIR am (On-)Broadway Premiere. Rund 1800 mal wurde es alleine dort aufgef\u00fchrt, bevor es seine Reise um die ganze Welt antrat. 1979 wurde HAIR durch Milo\u00c5\u00a1 Forman verfilmt. Der Film unterscheidet sich aber deutlich von der Musicalfassung.<\/p>\n<p>&#8220;Harmonie und Verst\u00e4ndnis, Sympathie und Vertrauen, keine Falschheit mehr oder Spott, lebendige Tr\u00e4ume goldener Visionen &#8230;\u201c so hei\u00dft es im ersten Song, AQUARIUS. Ein neues Zeitalter \u201eim Zeichen des Wassermanns\u201c wird angesprochen.<\/p>\n<p>Bunt und lustvoll wird der Schrei der Jugend nach Befreiung und der Massenprotest gegen den Vietnam-Krieg inszeniert und die zu dem Zeitpunkt noch getrennten Welten von Rockmusik und Musiktheater wachsen zusammen. <\/p>\n<p>Der Theaterkritiker Scott Miller schrieb damals: &#8220;Rassismus. Umweltzerst\u00f6rung. Armut. Sexismus und sexuelle Repression. Gewalt in der Familie. Entfremdung von neuen Technologien und politische Korruption. Die Hippies sahen sich als die wahren amerikanischen Patrioten, die dieses Land retten wollten. Lange Haare waren ihr Emblem \u2013 nicht nur als Symbol der Rebellion, sondern auch gegen die Diskriminierung und die \u00fcberkommenen Gender-Rollen.&#8221;*<\/p>\n<p>Die Geschichte kreist um den jungen Claude Bukowski, den seine Eltern zum Milit\u00e4rdienst zwingen wollten. In New York st\u00f6\u00dft er auf eine Clique langm\u00e4hniger Hippies, die einen alternativen Stil lebt. Claude findet sich in einer Dreierbeziehung wieder \u2013 zwischen der politisch engagierten Sheila und dem Anarchisten Berger. Und in dem Konflikt zwischen Kriegsdienst und Verweigerung. Die Vision von einer friedlicheren, besseren Welt endet letztlich in einem Albtraum, in dem die Schrecken des Krieges verdeutlicht werden.<\/p>\n<p>\u00dcber 58 000 junge Amerikaner starben im Vietnam-Krieg, der erst 1975 zu Ende ging. Der kurze Sommer der Anarchie, von dem auch die Hippies in dem Musical HAIR singen, tanzen und tr\u00e4umen, hatte diesen Krieg trotz der Massenproteste nicht verhindern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>50 Jahre sp\u00e4ter inszenierte Erfolgs-Regisseur Gil Mehmert 2018 HAIR in der Stiftsruine Zu seinen herausragenden Arbeiten geh\u00f6ren neben zahlreichen Musicals, darunter DAS WUNDER VON BERN in Hamburg, B\u00fchnen-Bearbeitungen von Filmstoffen, aber auch aufwendige Open-Air-Produktionen wie die jeweils von ZDF bzw. WDR live \u00fcbertragene Er\u00f6ffnungsshow und das Finale der RUHR.2010. In Bad Hersfeld inszenierte Gil Mehmert SUNSET BOULEVARD im Sommer 2011 mit Helen Schneider, Rasmus Borkowski, Helmut Baumann und 2016 CABARET mit Bettina M\u00f6nch, Rasmus Borkowski, Helen Schneider und vielen anderen.<\/p>\n<p>Zu seiner Inszenierung von HAIR in Bad Hersfeld sagt Regisseur Gil Mehmert: \u201eMan kann HAIR nicht mehr so spielen, wie vor rund 50 Jahren. Aber man begibt sich immer auf d\u00fcnnes Eis, wenn man sich an der Tagespolitik, oder zum Beispiel an Trump abarbeitet. Wir machen eine Ikonografie der 70er-Jahre. Es treten unter anderem Jimi Hendrix und Liz Taylor auf. Und wir zitieren nat\u00fcrlich Woodstock als DAS Happening dieser Zeit.\u201c<\/p>\n<p>Trotzdem ist der Stoff in seinen Augen so aktuell wie lange nicht: \u201eIch habe HAIR im Jahr 2001 schon mal inszeniert, und da kam es mir weiter weg vor. Bis zum Anschlag auf das World Trade Center lebten wir in politisch eher ruhigen Zeiten. Jetzt ist das anders, ganz besonders auch in den USA. Deshalb stellt sich jetzt wieder die Frage, wie sich gerade die junge Generation zum Weltgeschehen verh\u00e4lt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eLove and peace\u201c  war das Motto der Hippie-Bewegung, viele der \u00fcber 30 Songs aus HAIR wurden Hits. In Bad Hersfeld werden die Songs in englischer Sprache pr\u00e4sentiert, \u201eweil die Songs eher Haltungen beschreiben und weniger die Handlung vorantreiben\u201c, begr\u00fcndet Gil Mehmert diese Entscheidung. Gespielt wird aber auf Deutsch.<\/p>\n<p>Im Programmheft zu HAIR 2018 in Bad Hersfeld schreibt der Regisseur: \u201eWas ist HAIR in dieser Inszenierung? Eine Hommage an eine Generation, die f\u00fcr einen Sommer die Zeit angehalten hat mit ihren Gedanken und ihren Gef\u00fchlen. Eine Revue \u00fcber Amerika und ihre Einfl\u00fcsse auf Politik, Kultur und Gesellschaft. Eine Geschichte \u00fcber eine Jugend, die wie jede Jugend vor und nach ihnen, Normen und Werte der Eltern und \u00c4lteren in Frage stellt, an den unmittelbaren Auswirkungen auf ihr Leben leidet und versucht ein Gegenmodell zu entwickeln.\u201c<\/p>\n<p>\u201eLove and Peace\u201c ist also wieder das Motto in 13 Vorstellungen des Musicals HAIR in der Stiftsruine bis Ende August 2019.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Es ist genau 50 Jahre her: Das WOODSTOCK-Festival begann am 15. August 1969 und endete am Morgen des 18. August. Passend zum Jubil\u00e4um und wegen der hohen Nachfrage nach Karten im letzten Sommer zeigen die Bad Hersfelder Festspiele das Musical HAIR ab dem 16. August noch einmal in der Stiftsruine. 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