{"id":180077,"date":"2019-05-13T12:18:27","date_gmt":"2019-05-13T10:18:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=180077"},"modified":"2019-05-13T12:18:29","modified_gmt":"2019-05-13T10:18:29","slug":"die-stadt-fulda-trauert-um-den-ehemaligen%e2%80%a8kulturamtsleiter-dr-werner-kirchhoff-1945-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=180077","title":{"rendered":"Die Stadt Fulda trauert um den ehemaligen\u00e2\u20ac\u00a8Kulturamtsleiter Dr. Werner Kirchhoff (1945-2019)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stadt Fulda trauert um den langj\u00e4hrigen Leiter des st\u00e4dtischen Kulturamts und profunden Kenner der Fuldaer Stadtgeschichte, Dr. Werner Kirchhoff. In den mehr als 35 Jahren an der Spitze des Kulturamts hat er das kulturelle Leben der Stadt entscheidend gepr\u00e4gt und gro\u00dfe Fu\u00dfspuren hinterlassen. Unter anderem waren die Verlagerung des Vonderau-Museums in die Geb\u00e4ude der Alten Stadtschule und die Neukonzeptionierung der Dauerausstellung zum Jubil\u00e4umsjahr 1994 ganz wesentlich mit seinem Namen verbunden. Dr. Kirchhoff ist am vergangenen Wochenende im Alter von 73 Jahren in seiner Heimatstadt Fulda gestorben. \u201eWir verlieren einen gro\u00dfen Gelehrten, eine authentische Pers\u00f6nlichkeit und einen liebensw\u00fcrdigen Menschen\u201c, sagte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Werner Kirchhoff wurde am 26. Mai 1945 als Sohn des Rechtsanwalts Theodor Kirchhoff und seiner Ehefrau Liselotte in Fulda geboren. Er besuchte das Fuldaer Domgymnasium sowie das Bisch\u00f6fliche Progymnasium in Am\u00f6neburg und legte sein Abitur 1964 am Domgymnasium ab. Von 1964 bis 1974 studierte er in T\u00fcbingen und Marburg die F\u00e4cher Arch\u00e4ologie, Vorgeschichte, Geschichte und Kunstgeschichte und wurde 1974 mit einer Arbeit \u00fcber \u201eDie Entwicklung des ionischen Volutenkapitells im 6. und 5. Jh. v. Chr. und seine Entstehung\u201c promoviert. In dieser Zeit arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent an der Universit\u00e4t Marburg, 1974-1975 erhielt er ein Reisestipendium des Deutschen Arch\u00e4ologischen Instituts in Berlin. 1975 schlug er das Angebot einer Assistentenstelle zur arch\u00e4ologischen Grabung in Olympia aus, um 1976 die Stelle als Leiter des Kulturamts seiner Heimatstadt Stadt Fulda anzutreten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Dr. Kirchhoff sein Amt 1976 antrat, hatte die Entwicklung Fuldas zur Kulturstadt gerade begonnen. In dem jungen Wissenschaftler, der sich der Kultur und Geschichte seiner Heimatstadt Fulda verschrieben hatte, fand der damalige Oberb\u00fcrgermeister Dr. Wolfgang Hamberger einen kongenialen Partner zur Umsetzung seiner Pl\u00e4ne. In nur wenigen Jahren wurden die kulturellen Institutionen der Stadt &#8211; von der Volkshochschule \u00fcber die Musikschule, das Stadtarchiv, bis zum Schlosstheater und zum Vonderau-Museum &#8211; auf eine neue Grundlage gestellt. Dr. Kirchhoffs gl\u00e4nzende Kenntnisse auf dem Gebiet der Denkmalpflege und der Architekturgeschichte f\u00fchrten dazu, dass f\u00fcr die neu begr\u00fcndeten Kultureinrichtungen passende Geb\u00e4ude gefunden wurden, die wesentlich zum weiteren Erfolg des Kulturlebens beitrugen. Das Stadtarchiv fand sein Domizil im Palais Buttlar, das Schlosstheater in der f\u00fcrstlichen Winterreitbahn, die Musikschule im umgebauten Landkrankenhaus und das Vonderau-Museum in der alten Stadtschule. An allen baulichen und inhaltlichen Konzeptionen war Dr. Kirchhoff ma\u00dfgeblich beteiligt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein \u201eliebstes Kind\u201c war das Vonderau-Museum, dessen neu konzipierte Dauerausstellung, die 1994 zum Stadtjubil\u00e4um er\u00f6ffnet wurde, im Wesentlichen seine Handschrift tr\u00e4gt. Bis zuletzt hat er sich mit seinem Rat bei der anstehenden Fortentwicklung des damaligen Konzepts beteiligt. Oberb\u00fcrgermeister Dr. Heiko Wingenfeld betont: \u201eDr. Kirchhoff war als Kenner aller Bereiche der Fuldaer Stadtgeschichte eine Instanz. Sein unersch\u00f6pfliches Wissen und seine Kenntnisse in allen Bereichen der regionalen Historie machten ihn zu einem viel gefragten Ratgeber, der mit seinem trockenen Humor, seiner Bescheidenheit, aber auch mit seinem anregenden Intellekt viele, die ihn n\u00e4her kannten, faszinierte.\u201c Als Leiter des st\u00e4dtischen Kulturamts hat er zwischen 1976 und 2011 Ma\u00dfst\u00e4be gesetzt und Bleibendes hinterlassen. \u201eSein Ansatz bei allen Betrachtungen war nie provinziell. Stets blickte er \u00fcber den Tellerrand hinaus und war aufgrund seines umfassenden Allgemeinwissens in der Lage, L\u00f6sungen von bleibendem Wert zu finden\u201c, betont Wingenfeld. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diskussionen mit Dr. Kirchhoff \u00fcber Fragen der Architekturgeschichte und der Denkmalpflege waren ebenso anregend wie herausfordernd, da man sicher sein konnte, dass die von Dr. Kirchhoff vorgetragenen Thesen nahezu alle Aspekte der abendl\u00e4ndischen Bau- und Kulturgeschichte ber\u00fccksichtigten. Jede Art von \u00f6ffentlichen W\u00fcrdigungen war ihm verd\u00e4chtig. So hatte er es sich auch verbeten, dass zu seiner Verabschiedung aus dem aktiven Dienst Reden gehalten wurden. Ihm ging es um die Sache und um das Ganze, nicht um die Befriedigung von pers\u00f6nlichen Eitelkeiten. \u201eBei der Erf\u00fcllung der ihm selbst gestellten Aufgaben legte Dr. Kirchhoff ein preu\u00dfisches Pflichtbewusstsein an den Tag. Wir werden uns gerne an einen gro\u00dfen Gelehrten, an eine authentische und in der Sache streitbare Pers\u00f6nlichkeit und an einen liebensw\u00fcrdigen Menschen erinnern\u201c, sagte Wingenfeld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Stadt Fulda trauert um den langj\u00e4hrigen Leiter des st\u00e4dtischen Kulturamts und profunden Kenner der Fuldaer Stadtgeschichte, Dr. Werner Kirchhoff. In den mehr als 35 Jahren an der Spitze des Kulturamts hat er das kulturelle Leben der Stadt entscheidend gepr\u00e4gt und gro\u00dfe Fu\u00dfspuren hinterlassen. 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