{"id":180063,"date":"2019-05-13T12:14:02","date_gmt":"2019-05-13T10:14:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=180063"},"modified":"2019-05-13T12:14:04","modified_gmt":"2019-05-13T10:14:04","slug":"eine-welt-grosser-malerischer-und-plastischer-subtilitaet-erinnerungen-vernissage-der-ausstellung-mit-werken-von-klaus-staudt-bis-zum-30-juni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=180063","title":{"rendered":"\u201eEine Welt gro\u00dfer malerischer und plastischer Subtilit\u00e4t\u201c &#8211; \u201eErinnerungen\u201c \u2013 Vernissage der Ausstellung mit Werken von Klaus Staudt \u2013 Bis zum 30. Juni im Kunstturm M\u00fccke"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er nimmt mit seinem in mehr als f\u00fcnfzig Jahren gewachsenem \u00c5\u2019uvre eine unverwechselbare Position im Bereich der geometrischen Abstraktion ein, seine Werke bestechen durch Klarheit, Ruhe und Konzeption. Klaus Staudt, Meister der transparenten Bildr\u00e4ume, Sch\u00f6pfer von Reliefs, Plastiken, Zeichnungen und Graphiken, die alle Ausdruck seiner geometrisch-systematischen Kompositionsweise sind, zeigt bis Ende Juni unter dem Titel \u201eErinnerungen\u201c eine kleine Auswahl seiner Werke im Kunstturm M\u00fccke. Am vergangenen Sonntag wurde die Ausstellung im Beisein des K\u00fcnstlers er\u00f6ffnet.<br>\nF\u00fcr die k\u00fcnstlerischen Leiter Thomas Vinson und Volker Sch\u00f6nhals war diese Ausstellung eine besondere Freude, wie die beiden Laudatoren freim\u00fctig und vor einem gro\u00dfen Publikum in dem kleinen, aber sehr feinen Kunstraum \u00e4u\u00dferten. Beide verbindet eine jahrzehntelange Beziehung zu Staudt, angefangen beim Studium Sch\u00f6nhals\u00e2\u20ac\u02dc in Offenbach, wo Staudt dessen Professor war. \u201eDie Ausstellung ist so klar, ruhig und durchdacht\u201c, lobte Sch\u00f6nhals beim Blick in den Turm, dessen strahlend wei\u00dfer Innenraum, ein Kubus mit viel Glas, einen geradezu perfekten Hintergrund f\u00fcr Staudts geradlinige, symmetrische Kunst abgibt.<br>\n\u201eWir sind sehr gl\u00fccklich, diese gro\u00dfartigen Arbeiten hier zu zeigen\u201c, er\u00f6ffnete Thomas Vinson seine Einf\u00fchrung, \u201ein einem kleinen Ort fernab der gro\u00dfen St\u00e4dte.\u201c Wie er war auch das Publikum der Meinung, dass diese Ausstellung ein gro\u00dfer Gewinn f\u00fcr die Region sei; Werke, die man in der Regel in gro\u00dfen H\u00e4usern und Galerien sieht, zeigte ein Blick auf die Vita Staudts doch, welche R\u00e4ume \u2013 k\u00fcnstlerisch wie geographisch \u2013 der K\u00fcnstler abdeckt: Vom Studium der der Malerei an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste in M\u00fcnchen \u00fcber die Mitgliedschaft in der Vereinigung \u201enouvelle tendence\u201c bis hin zur Professur an der Hochschule f\u00fcr Gestaltung in Offenbach. Zahlreiche Auslandsaufenthalte, konzeptionelle Auftr\u00e4ge beim Aufbau verschiedener Sammlungen und Installationen im \u00f6ffentlichen Raum, wie bei der Allianz-AG in Berlin oder DaimlerChrysler in Stuttgart, spannen einen weiten Bogen der Schaffenskraft des 1932 in Otterndorf\/Niederelbe geborenen K\u00fcnstlers, der zun\u00e4chst mit einem Medizinstudium in sein berufliches Leben gestartet war.<br>\nOb das wohl der Grund f\u00fcr das viele Wei\u00df in seinem Werk sei, fragte Thomas Vinson rhetorisch, als er sich mit verschiedenen Stichworten dem \u00c5\u2019uvre n\u00e4herte. Nicht nur Wei\u00df allein machte Vinson aus, sondern auch ein \u201eunglaublich zartes Grau\u201c. Die Linienf\u00fchrung Staudts werde in der Literatur durchgehend als klar und nachvollziehbar beschrieben, er arbeite mit Licht und Schatten, spiele mit Schr\u00e4gen und halben Schr\u00e4gen, was seinen Werken eine vielschichtige Dynamik verleihe. \u201eDie Werke k\u00f6nnen unfassbar sein, obwohl sie direkt vor einem sind \u2013 erschaffene Ph\u00e4nomene\u201c, f\u00fchrte Vinson aus. Staudts Urmaterial ist das Plexiglas \u2013 unschwer auch in der Ausstellung im Kunstturm zu erkennen. Es ist dem K\u00fcnstler weniger Haube oder Rahmen, sondern vielmehr Tr\u00e4ger der geometrischen Objekte, teils unsichtbar, transluzid, das \u201eMaterial des Immateriellen\u201c, wie Carolin Koch es in einem Essay \u00fcber den K\u00fcnstler einmal auf den Punkt brachte. Doch auch andere Materialien finden sich in Staudts Schaffen, wie Vinson angab: Polystyrol, Stahl, Glas, Ziegel. Bei Staudts reichhaltigem Werk sei es nicht einfach gewesen, f\u00fcr den kleinen Ausstellungsraum in M\u00fccke eine Auswahl zu treffen. Man habe dabei auf farbige Arbeiten, die es durchaus auch in Staudts \u00c5\u2019uvre zu finden gibt, verzichtet. Zu viel Pr\u00e4senz h\u00e4tten diese beansprucht \u2013 man habe die wei\u00dfen St\u00fccke, die Skulpturen, Reliefs und Zeichnungen im Turm wirken lassen wollen. Eine Entscheidung, die gemeinsam mit dem K\u00fcnstler getroffen wurde und die dem Raum sehr gerecht wird.<br>\nMit einem Zitat von Jo Enzweiler schloss Vinson seine Betrachtungen: \u201eDir ist es gelungen, durch den Einsatz von scheinbar harten Materialien und tats\u00e4chlichen eindeutig definierbaren Methoden mit deinen Bildern eine so zarte Welt aufzubauen, eine Welt gro\u00dfer malerischer und plastischer Subtilit\u00e4t.\u201c<br>\nEs stimme ihn gl\u00fccklich, dass an dieser Stelle ein so gro\u00dfartiger Ort entstanden sei, \u00e4u\u00dferte sich der K\u00fcnstler zum Abschluss. Er hatte einige Jahre in Bernsfeld gewohnt und hat somit auch einen biographischen Bezug zu der Region. Mit Blick auf die Machbarkeit und die Rolle von Kunst in der Gesellschaft w\u00fcnschte er gerade den ehrenamtlichen Verantwortlichen des Kunstturm M\u00fccke e.V., dass die kommunalen Gremien und der B\u00fcrgermeister ihre Arbeit sch\u00e4tzen und unterst\u00fctzen.<br>\nW\u00e4hrend eines ersten Rundgangs in dem an diesem ersten Maisonntag teils sonnendurchfluteten, teils dunkel verschatteten Ausstellungsraum konnten die G\u00e4ste der Vernissage sich den Objekten und Bildern n\u00e4hern. Ihrer Transparenz nachsp\u00fcren, das Spiel aus Spannung und Leichtigkeit in den Werken entdecken und erfassen, was Vinson zuvor mit der Unfassbarkeit dieser Symbiose aus Klarheit und Struktur, aus Licht und Material und aus scheinbarer Gewichtslosigkeit gemeint hatte.<br>\nDie Ausstellung in M\u00fccke ist noch bis zum 30. Juni an jedem Sonntagnachmittag von 14 bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet. F\u00fchrungen oder individuelle \u00d6ffnungszeiten vereinbart man unter der Telefonnummer 0172 1365286. Gef\u00f6rdert wird die Schau von ART-regio, dem Kulturengagement der Sparkassenversicherung, und dem Hessischen Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Kunst.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2019-050-05_Staudt_Erinnerungen-5-600x400.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-180065\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2019-050-05_Staudt_Erinnerungen-5-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2019-050-05_Staudt_Erinnerungen-5-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2019-050-05_Staudt_Erinnerungen-5-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2019-050-05_Staudt_Erinnerungen-5.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Klaus Staudt w\u00fcnschte begl\u00fcckw\u00fcnschte den Kunstturm M\u00fccke e.V. f\u00fcr seinen einmaligen Ausstellungsraum und unterstrich die Bedeutung von Kunst und Kultur in der Gesellschaft.\n<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2019-050-05_Staudt_Erinnerungen-6-600x400.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-180066\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2019-050-05_Staudt_Erinnerungen-6-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2019-050-05_Staudt_Erinnerungen-6-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2019-050-05_Staudt_Erinnerungen-6-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2019-050-05_Staudt_Erinnerungen-6.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Volker Sch\u00f6nhals, Klaus Staudt und Thomas Vinson (von links nach rechts) w\u00e4hrend der Vernissage.\n<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Er nimmt mit seinem in mehr als f\u00fcnfzig Jahren gewachsenem \u00c5\u2019uvre eine unverwechselbare Position im Bereich der geometrischen Abstraktion ein, seine Werke bestechen durch Klarheit, Ruhe und Konzeption. 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