{"id":179779,"date":"2019-04-29T09:47:04","date_gmt":"2019-04-29T07:47:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=179779"},"modified":"2019-04-29T09:47:05","modified_gmt":"2019-04-29T07:47:05","slug":"baumbluete-laesst-auf-naturverjuengung-hoffen-tag-des-baumes-hessenforst-setzt-bei-zukunftsplaenen-auf-natur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=179779","title":{"rendered":"Baumbl\u00fcte l\u00e4sst auf Naturverj\u00fcngung hoffen &#8211; Tag des Baumes: HessenForst setzt bei Zukunftspl\u00e4nen auf Natur"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die B\u00e4ume in Hessens W\u00e4ldern bl\u00fchen in verschwenderischer Pracht. Trotzdem geht es dem Wald am Tag des Baumes nicht gut. Sturm, Borkenk\u00e4fer und Pilze haben gro\u00dfe L\u00f6cher in den Wald gerissen. Hessens Waldbesitzer stehen vor der Herausforderung, einen klimastabilen Mischwald auf den waldfreien Fl\u00e4chen zu etablieren. Daf\u00fcr kann die Bl\u00fctenpracht wertvoll sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kraftakt nach Katastrophenjahr 2018<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zurzeit bl\u00fcht es im Wald in nahezu verschwenderischer Art und Weise. Ein Kraftakt f\u00fcr die Waldb\u00e4ume \u2013 und das, wo sie nach der D\u00fcrre des letzten Jahres noch geschw\u00e4cht sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Baumbl\u00fcten sind dabei mehr oder weniger auff\u00e4llig. \u201eW\u00e4hrend Arten wie Vogelkirsche und Spitzahorn vor dem Austrieb junger Bl\u00e4tter auffallend wei\u00df oder grellgr\u00fcn bl\u00fchen, nimmt man die Bl\u00fcten von Eiche und Buche kaum wahr\u201c, so Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs HessenForst. Bei den Nadelb\u00e4umen f\u00e4llt die L\u00e4rche mit ihren roten Bl\u00fcten auf. Fichtenbl\u00fcten bleiben oft unerkannt, liefern jedoch gro\u00dfe Mengen von gelbem Bl\u00fctenstaub. Da sie in der Regel zur gleichen Zeit wie der Raps bl\u00fchen, schreiben viele die gelbe Staubschicht auf Autos und an Fenstern ihm zu. \u201eTats\u00e4chlich sind Rapspollen jedoch so schwer, dass sie der Wind nicht weit verweht. Es sind die leichten Pollen der Fichte, die sich nicht nur in den bl\u00fchenden Baumkronen, sondern auch in der ganzen Landschaft verteilen\u201c, sagt Gerst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nehmen, was die Natur gibt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis in den vergangenen Herbst hinein war es extrem warm, die B\u00e4ume litten unter enormem Trockenstress. \u201eDie B\u00e4ume registrieren, wenn ihr Leben in Gefahr ist. Um den Fortbestand ihrer zu Art sichern, bildeten sie viele Bl\u00fctenknospen aus, damit aus vielen Samen viele Nachkommen entstehen k\u00f6nnen\u201c, wei\u00df Gerst. Forstleute sehen diesen Prozess mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn die Entwicklung gro\u00dfer Samenmengen schw\u00e4cht die B\u00e4ume zus\u00e4tzlich. Andererseits bieten Sie die Chance, dass sich auf entwaldeten Fl\u00e4chen von Natur aus wieder kleine B\u00e4umchen entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So wird HessenForst nicht alle freien Fl\u00e4chen bepflanzen. Vielerorts wird diese nat\u00fcrliche Verj\u00fcngung der B\u00e4ume genutzt.&nbsp;Jeder Same, der keimt ist eine Chance. Aktiv werden F\u00f6rsterinnen und F\u00f6rster nur da, wo die Naturverj\u00fcngung ausbleibt, nicht dicht genug ist oder wo die aufkommenden Baumarten mit Blick auf den Klimawandel keine Zukunft haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Mischung macht\u00c2\u00b4s<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eBei der Wiederbewaldung achten wir darauf, dass wir Baumarten etablieren oder f\u00f6rdern, die gut zu den Bodenverh\u00e4ltnissen passen und mit steigenden Temperaturen und weniger Niederschlag auskommen\u201c, betont Gerst. \u201eZudem legen wir Wert darauf, dass Mischbest\u00e4nde entstehen. Wenn verschiedene Baumarten nebeneinander vorkommen und eine ausf\u00e4llt, entsteht noch lange keine Freifl\u00e4che.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Zukunft werden Baumarten, die mit Hitze und D\u00fcrre besser klar kommen als die meisten unserer heimischen Arten, an Bedeutung gewinnen. Roteiche, Esskastanie und Walnuss werden beispielsweise zwischen die bereits etablierten Arten gemischt. Bei den Nadelb\u00e4umen zeichnet sich die Douglasie als klimarobuste Art ab. Sie kommt aus Nordamerika und wird schon seit einigen Jahrzehnten in Hessens W\u00e4lder eingemischt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gelegenheit dazu gibt es mehr als genug: Seit Januar 2018 sind in Hessens W\u00e4ldern gro\u00dfe Freifl\u00e4chen entstanden. St\u00fcrme, Borkenk\u00e4fer und Pilze hinterlie\u00dfen sichtbare Spuren. Gerst blickt besorgt in die Zukunft: \u201eWir m\u00fcssen leider in diesem Sommer mit weiteren nennenswerten Sch\u00e4den rechnen. Das traumhafte, warme und trockene Fr\u00fchlingswetter k\u00f6nnte f\u00fcr den Wald zum Alptraum werden.\u201c<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die B\u00e4ume in Hessens W\u00e4ldern bl\u00fchen in verschwenderischer Pracht. Trotzdem geht es dem Wald am Tag des Baumes nicht gut. 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