{"id":179746,"date":"2019-04-23T10:58:18","date_gmt":"2019-04-23T08:58:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=179746"},"modified":"2019-04-23T10:58:19","modified_gmt":"2019-04-23T08:58:19","slug":"blick-auf-das-leere-grab-verbindet-menschen-bischof-gerber-predigte-an-ostern-im-hohen-dom-zu-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=179746","title":{"rendered":"Blick auf das leere Grab verbindet Menschen &#8211; Bischof Gerber predigte an Ostern im Hohen Dom zu Fulda"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Morgen der Auferstehung Jesu Christi kamen Maria Magdalena und andere Frauen, dann auch die J\u00fcnger Petrus und Johannes zum leeren Grab. \u201eDas ist eine erste zarte \u00f6sterliche Erfahrung: Menschen, die in ihrem Leben zutiefst irritiert und verunsichert sind, deren Weg so manchen Abgrund erlebt hat, erfahren sich als ausgerichtet auf etwas Gemeinsames: Mit dem Blick auf das leere Grab w\u00e4chst die Verbindung untereinander.\u201c Das hob der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber in einem feierlichen Pontifikalamt am Ostersonntag im Fuldaer Dom hervor. In der vergangenen Woche h\u00e4tten bei aller Verschiedenheit Menschen unterschiedlicher Kulturen und Weltanschauungen erlebt, dass ihre Blicke in die gleiche Richtung wiesen, auf die Ereignisse in Paris. Die erste Zeugin des Ostermorgens k\u00f6nne auch uns heute fragen, welche Bilder in uns lebten. \u201eZweifelsohne sind es neben manch anderem Bild auch an diesem Morgen noch die Bilder aus Paris, die da vor unserem inneren Auge aufsteigen. Das ist die brennende Kathedrale und die weltweite Betroffenheit, die das ausgel\u00f6st hat. Es sind Bilder, die wir so schnell nicht vergessen, Bilder, die viele Menschen wohl auch noch Jahre sp\u00e4ter im R\u00fcckblick mit diesem Jahr 2019 verbinden werden\u201c, betonte der Oberhirte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Brand von Notre-Dame macht Not in der Welt bewusst<br>\nMan m\u00fcsse sich fragen, warum gerade diese Bilder in einem so eine starke Wirkung h\u00e4tten. F\u00fcr manchen sei die Kathedrale Notre-Dame de Paris mit pers\u00f6nlichen und wertvollen Erfahrungen verbunden. Anderen werde bewusst, dass dieser Dom f\u00fcr ein wertvolles St\u00fcck europ\u00e4ischer Kulturgeschichte stehe. F\u00fcr wieder andere spiegelten sich in diesen Bildern auch viele der unz\u00e4hligen Dramen, die derzeit den Globus pr\u00e4gten. \u201eDa kann die ungeheure Dynamik des Feuers, das in Minuten den ganzen Dachstuhl ergreift, erinnern an den Fl\u00e4chenbrand, den so mancher Konflikt etwa in Afrika oder im Nahen Osten entfacht hat. Da erinnern die ru\u00dfgeschw\u00e4rzten Fenster an die Perspektivlosigkeit vieler Menschen nach einem Schicksalsschlag. Da erinnert das eingest\u00fcrzte Dach in der Vierung an die Schutzlosigkeit, der Menschen immer wieder durch verschiedene Arten von Gewalt ausgeliefert sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch an Ostern eigenen Schmerz zulassen<br>\nZu Anfang seien Maria Magdalena und die Osterzeugen ratlos gewesen, hatte der Bischof eingangs in Erinnerung gerufen. Keine 48 Stunden nach den schrecklichen Erfahrungen des Karfreitags brach bei den Frauen und M\u00e4nnern, die Jesus nachgefolgt waren, noch kein Osterjubel aus. \u201eDas kann f\u00fcr uns eine erste, entlastende Osterbotschaft sein: Nehmt euch da, wo ihr durch einen Schicksalsschlag herausgefordert seid, die Zeit, die ihr braucht. Habt Geduld, bis euch eine neue Perspektive aufgezeigt wird und steht zu eurem Schmerz.\u201c Sp\u00e4testens an Pfingsten, 50 Tage nach Ostern, sei die Osterfreude bei den Zeugen der Auferstehung durchgebrochen, und doch h\u00e4tten sie jene traumatischen Erfahrungen des Karfreitags wohl immer wieder ein Leben lang eingeholt. Die christliche Bilderwelt habe Jesus zun\u00e4chst als Hirten mit dem Lamm gezeichnet. Das Bild des Gekreuzigten sei erst sp\u00e4ter gekommen. \u201eVielleicht musste die Generation jener, die Jesus tats\u00e4chlich damals in Jerusalem am Kreuz gesehen hatte, erst verstorben sein, bis es m\u00f6glich war, Jesus so darzustellen\u201c, gab Gerber zu bedenken. \u201eDas kann eine Osterbotschaft sein f\u00fcr all diejenigen, deren Herz an diesem Osterfest noch wenig \u00f6sterlich gestimmt ist: Nehmt die Dynamik eurer Trauer ernst \u2013 setzt euch nicht unter Druck und meint nicht, ihr m\u00fcsstet dieses und jenes l\u00e4ngst \u00fcberwunden haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auferstehung Jesu verschafft neue Lebensperspektive<br>\nDie Botschaft der Evangelien zum Ostermorgen sei deutlich vernehmbar: \u201eDa werden Frauen und M\u00e4nner entz\u00fcndet von dem, der nun nicht mehr im Grab ist. Da gewinnen sie eine neue, bislang ungeahnte Perspektive f\u00fcr ihr Leben.\u201c Sie seien in ihrem Leben durch ein Feuer gegangen, das ihnen viel lieb Gewonnenes genommen habe. Doch zugleich seien sie durch den Weg mit Jesus auch gereift und dann an Pfingsten mit der Flamme des Heiligen Geistes erf\u00fcllt worden, um anderen Menschen einen Weg zu Jesus Christus zu weisen und einen neuen Horizont erschlie\u00dfen. Der Blick nach Frankreich 2019 zeige nicht nur eine brennende Kathedrale und unz\u00e4hlige wertvolle Kunstsch\u00e4tze vergangener Epochen, sondern er lasse auch Menschen mit brennenden Herzen entdecken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEs sind Menschen, die als Pers\u00f6nlichkeiten geformt sind von dem Geist, der einst hat die Kathedralen erbauen lassen. Es sind Menschen, die heute vom Auferstandenen entz\u00fcndet sind\u201c, fuhr der Bischof fort. \u201eMit ihrem Leben und mit ihren brennenden Herzen zeigen sie uns Perspektiven auf in den brennenden Fragen, die uns in diesen Jahren umtreiben. Es sind Menschen wie die Br\u00fcder von Taiz\u00e9, deren Gemeinschaft am vergangenen Mittwoch 70 Jahre alt wurde und die konsequent in Freundschaft mit Menschen unterschiedlicher Herkunft einen \u00e2\u20ac\u0161Pilgerweg des Vertrauens\u00e2\u20ac\u02dc gehen.\u201c Bischof Gerber nannte als Beispiel auch den vor wenigen Wochen 95 Jahre alt gewordenen Bruder Jean-Pierre Schumacher, den letzten \u00fcberlebenden Trappistenm\u00f6nch des Klosters von Tibhirine in Algerien. \u201eAuch in Zeiten existenzieller Bedrohung zu Beginn der 90er-Jahre hatte diese Gemeinschaft konsequent am Dialog mit den muslimischen Nachbarn festgehalten. Dieses Engagement haben seine Mitbr\u00fcder mit dem Tod bezahlt. Am 8. Dezember vergangenen Jahres wurden sie als Zeugen des Dialogs zwischen den Religionen seliggesprochen.\u201c Ein weiteres Beispiel seien Charles de Foucauld und Menschen wie die kleinen Schwestern und Br\u00fcder, die ihren Weg konsequent an der Seite der Armen und Benachteiligten gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eLassen wir uns von Jesus, dem Auferstandenen, Augen und Herz \u00f6ffnen, damit wir erkennen, wo sein Osterfeuer in uns brennen m\u00f6chte\u201c, forderte der Bischof die Gl\u00e4ubigen auf. Sie sollten sich \u00fcberraschen lassen, in welcher Begebenheit und in welcher Begegnung sein Feuer sie entz\u00fcnden wolle und welcher Horizont sich ihnen dadurch erschlie\u00dfe. \u201eChristus ist auferstanden von den Toten, er geht uns voran\u201c, schloss der Oberhirte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Am Morgen der Auferstehung Jesu Christi kamen Maria Magdalena und andere Frauen, dann auch die J\u00fcnger Petrus und Johannes zum leeren Grab. \u201eDas ist eine erste zarte \u00f6sterliche Erfahrung: Menschen, die in ihrem Leben zutiefst irritiert und verunsichert sind, deren Weg so manchen Abgrund erlebt hat, erfahren sich als ausgerichtet auf etwas Gemeinsames: Mit dem &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-179746","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/179746","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=179746"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/179746\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":179747,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/179746\/revisions\/179747"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=179746"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=179746"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=179746"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}