{"id":179713,"date":"2019-04-23T10:42:11","date_gmt":"2019-04-23T08:42:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=179713"},"modified":"2019-04-23T10:42:12","modified_gmt":"2019-04-23T08:42:12","slug":"energievision-2050-multimediavortrag-zu-klima-und-energie-zog-750-schuelerinnen-und-schueler-der-alexander-von-humboldt-schule-in-seinen-bann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=179713","title":{"rendered":"\u201eEnergievision 2050\u201c \u2013 Multimediavortrag zu Klima und Energie zog 750 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Alexander-von-Humboldt-Schule in seinen Bann"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klimapolitik und Energiewende sind derzeit in aller Munde \u2013 nicht zuletzt die Sch\u00fcleraktion \u201eFridays for Future\u201c hat die Dringlichkeit zu handeln wieder ganz nach oben in die Schlagzeilen und vielleicht auch auf die Agenden von Politikern gebracht. Klimaziele gibt es schon lange: So will Deutschland den Aussto\u00df an sch\u00e4dlichen Treibhausgasen bis 2050 um 95%, also fast komplett, senken. Kann das gehen? Wie kann das gehen? Ist das wirklich n\u00f6tig? Und warum? Und warum passt dieses Thema so gut in das Humboldt-Jahr, das anl\u00e4sslich des 250. Geburtstages des Reisenden und Gelehrten und Namensgeber des Lauterbacher Gymnasiums in diesem Jahr gefeiert wird?<br>\nAll diese Fragen besch\u00e4ftigen auch die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Alexander-von-Humboldt-Schule. In einem mehrw\u00f6chigen Projekt des PoWi-Unterrichts haben sie sich in allen Jahrgangsstufen damit auseinandergesetzt; den Abschluss bildete nun eine Tagesveranstaltung mit dem Team von Multivision e.V., einem bundesweit t\u00e4tigen Verein, der sich unter dem Titel \u201eEurovision 2050\u201c mit den Gr\u00fcnden und Folgen des Klimawandels auseinandersetzt und mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern L\u00f6sungsans\u00e4tze erarbeitet.<br>\nMit Jonas La\u00df und seinem Team machten sich in drei Runden am vergangenen Dienstag 750 junge Menschen auf die Reise der Energie \u2013 woher sie kommt, wie wir wie sie nutzen und welche Konsequenzen unser Handeln f\u00fcr das Klima und die Menschen in der Welt hat. Und diese Reise begann am Morgen eines jeden Sch\u00fclers: Wer hat schon auf sein Smartphone geschaut? Wer ist mit dem Auto zur Schule gefahren worden? Wer hat schon gefr\u00fchst\u00fcckt? All das sind energierelevante Themen, wie der Referent deutlich machte. Er erkl\u00e4rte \u2013 angepasst an das Wissen der jeweiligen Altersstufen -, woher Energie in Deutschland kommt, was Treibhausgase sind, wof\u00fcr sie wichtig sind und warum zu viele von ihnen die Erde so sehr erw\u00e4rmen, dass die Pole schmelzen und viele L\u00e4nder jetzt schon von \u00dcberschwemmungen, Unwettern und D\u00fcrren bedroht sind. Ein zwanzigmin\u00fctiger Film ging zum Einstieg sehr anschaulich auf all das ein: Hier kam ein Klimaforscher zu Wort, der deutlich machte, dass jeder von uns im Jahr f\u00fcr 30 Quadratmeter geschmolzenes Packeis verantwortlich ist. Dabei bestehe das Problem nicht in der Menge der Energie, sondern in der Herkunft: F\u00fcr die Klimabelastung ma\u00dfgeblich verantwortlich sind fossile Brennstoffe, deren Wirkung ebenso dargestellt wurde, wie die Auswirkungen des Klimawandels beispielsweise in der Sahelzone \u2013 eine Region, die wie Bangladesch unter den Folgen zu leiden hat, deren Ursachen es nicht zu verantworten hat. Die Lage ist ernst, soviel wurde schnell klar, doch es ist jetzt noch nicht zu sp\u00e4t, etwas zu tun, so Zukunftsforscher Ludwig Engel, der appellierte, das Unm\u00f6gliche zu fordern, um Fortschritt zu generieren. Einige Beispiele im Film zeigen eindrucksvoll, wie auch Sch\u00fclerprojekte und Forschungen junger Wissenschaftler die Entwicklung hin zu einer guten, verantwortungsbewussten Energiepolitik ver\u00e4ndern k\u00f6nnen, beispielsweise durch die Entwicklung von speziellen Batterien, die Energie aus nachhaltigen Quellen speichern k\u00f6nnen.<br>\nBei so viel Input waren von Jonas La\u00df zwischendurch immer wieder auch die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler gefragt: Was w\u00fcrden sie wohl vorschlagen, um die Treibhausgasemission zu senken und verantwortungsbewusster mit Energie umzugehen? Und die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler hatten viele Vorschl\u00e4ge parat: Eine AG gr\u00fcnden, die \u2013 analog zur Sch\u00fclerinitiative \u201ePlant for the Planet\u201c B\u00e4ume pflanzt, die sowohl CO2 aufnehmen als auch mit ihren Wurzeln den Boden festigen und vor Erosion sch\u00fctzen. Weniger mit dem Auto und mehr mit dem Fahrrad und dem Bus fahren \u2013 ein Vorschlag, der mit Blick auf die vielen Elterntaxis durchaus seinen Reiz hat. Mehr Solarenergie, Erdgas oder Erdw\u00e4rme nutzen, Solarzellen auf Schulen bauen \u2013 die Antworten zeigten, dass sich selbst schon die F\u00fcnft- und Sechstkl\u00e4ssler intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hatten. Und Jonas La\u00df nahm all diese Antworten ernst, hatte zahllose Beispiele und Erg\u00e4nzungen parat, Erkl\u00e4rungen, warum und wie etwas geht oder nicht, und erstaunliche Informationen zu Vorschl\u00e4gen, die jetzt bereits in der Umsetzung sind, wie beispielsweise ein Auto, das rundum mit Solarzellen best\u00fcckt ist, denn: Auch bei Elektroautos m\u00fcsse man stets schauen, woher der Strom denn komme. Neben Solarenergie wurden noch Wind- und Wasserkraft sowie Geothermie ins Spiel gebracht und Vor- und Nachteile erl\u00e4utert.<br>\nAuch einen Blick auf den Kohlenstroffkreislauf in der Natur gew\u00e4hrte La\u00df den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern \u2013 und einen Ansatz, wie man diesen Kreislauf nutzen k\u00f6nnte, um am Ende CO2-neutral daraus hervorzugehen. In einem gut durchdachten, interessant angelegten Marsch durch die M\u00f6glichkeiten der Lagerung, des Abbaus und der Nutzung von CO2 wurde das Publikum selbst zum Klimaexperten, verstand, was die Ozeane damit zu tun haben und wie Holz als Baustoff wirkt.<br>\nDennoch wird an einer drastischen Reduktion des Aussto\u00dfes an Treibhausgasen kein Weg vorbeif\u00fchren, so ein Fazit des Tages. Knapp neun Tonnen CO2 produziert ein Mensch in Deutschland pro Jahr. Gut eine Tonne d\u00fcrfte es noch sein, wobei ein Flug nach Mallorca dies schon zur H\u00e4lfte aufbraucht. Kann man diese Reduktion schaffen?<br>\nJa, man kann, so der Appell des Multivision-Teams: \u201eVer\u00e4nderung ist m\u00f6glich. Ihr habt diesen Zustand nicht herbeigef\u00fchrt\u201c, so Jonas La\u00df an die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler gerichtet, \u201eaber ihr k\u00f6nnt und m\u00fcsst mithelfen, dass wir das Klima retten k\u00f6nnen. Und ihr d\u00fcrft meiner Generation durchaus in den Hintern treten!\u201c<br>\nSebastian Recklies, mitverantwortlicher Koordinator dieses PoWi-Projektes, zeigte sich im Anschluss sehr erfreut \u00fcber die hohe Resonanz und das gro\u00dfe Interesse der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aller Jahrgangsstufen. Es zeige sich, dass das Klima als gro\u00dfes, bedeutendes Thema der Gegenwart erkannt sei. Alexander von Humboldt f\u00e4nde dies sicher gut: Er hat bereits vor 200 Jahren \u00fcber den Einfluss des Menschen auf die Natur geforscht und wichtige Erkenntnisse zur Fotosynthese geliefert. Und so passte diese Veranstaltung, die von der Sparkasse Oberhessen und den Lauterbachen Stadtwerken unterst\u00fctzt wurde, auch ganz hervorragend in die Aktivit\u00e4ten des Humboldtjahres, dem jeder Fachbereich des Gymnasiums in diesem Jahr mit verschiedenen Aktionen Rechnung tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-04-09_Energievision-4-la\u00df-600x400.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-179717\"\/><figcaption>Kompetent, offen, mitrei\u00dfend: Jonas La\u00df von Multivision e.V. hatte viel Informationen im Gep\u00e4ck.\n<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-04-09_Energievision-3-interesse-600x400.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-179716\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-04-09_Energievision-3-interesse-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-04-09_Energievision-3-interesse-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-04-09_Energievision-3-interesse-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-04-09_Energievision-3-interesse.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Auch nach der Veranstaltung hatten viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler noch Fragen an den Experten.\n<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-04-09_Energievision-2-mittendrin-600x400.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-179715\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-04-09_Energievision-2-mittendrin-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-04-09_Energievision-2-mittendrin-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-04-09_Energievision-2-mittendrin-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-04-09_Energievision-2-mittendrin.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Jonas La\u00df vom Verein Multivision e.V. schaffte es spielend, die Kinder und Jugendlichen f\u00fcr das Thema Energie und Klima zu interessieren.\n<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Klimapolitik und Energiewende sind derzeit in aller Munde \u2013 nicht zuletzt die Sch\u00fcleraktion \u201eFridays for Future\u201c hat die Dringlichkeit zu handeln wieder ganz nach oben in die Schlagzeilen und vielleicht auch auf die Agenden von Politikern gebracht. 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