{"id":179341,"date":"2019-04-09T12:03:27","date_gmt":"2019-04-09T10:03:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=179341"},"modified":"2019-04-09T12:03:28","modified_gmt":"2019-04-09T10:03:28","slug":"schueler-des-wu-kurses-schuelerlabor-der-ass-engagieren-sich-fuer-ihre-umwelt-und-gesundheit-und-sagen-dem-plastikmuell-in-alsfeld-den-kampf-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=179341","title":{"rendered":"Sch\u00fcler des WU Kurses \u201eSch\u00fclerlabor\u201c der ASS engagieren sich f\u00fcr ihre Umwelt und Gesundheit und sagen dem Plastikm\u00fcll in Alsfeld den Kampf an"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass das Klima in Gefahr ist, wei\u00df man nicht erst seit gestern, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sich jedoch in hohem Ma\u00dfe f\u00fcr die Klimarettung engagieren und selbst aktiv werden, ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Schlie\u00dflich geht es um ihre Zukunft. In vielen St\u00e4dten hat sich daraus die \u201efriday for future\u201c Bewegung entwickelt. An der Albert-Schweitzer-Schule hingegen besch\u00e4ftigt sich der Wahlunterrichtskurs \u201eSch\u00fclerlabor\u201c genau damit, hier insbesondere mit dem Themengebiet Umweltverschmutzung und Gesundheit. Kursleiterin Dr. Ulrike Laube zeigte sich beeindruckt von dem hohen Engagement der 15- bis16-J\u00e4hrigen bei ihrer Arbeit.<br>\nDie Hauptaufgabe war, dass jede Sch\u00fclergruppe sich eines Gro\u00dfprojektes annimmt und intensiv mit dem gew\u00e4hlten Thema besch\u00e4ftigt. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler w\u00e4hlten folgende Themen: Sucht und Drogen, Wie sch\u00e4dlich ist fast food?, Wie giftig sind Zigarettenstummel in der Umwelt?, Die Folgen der Regenwaldzerst\u00f6rung und  Der Umgang mit Plastikm\u00fcll. Zu Beginn eines jeden Projektes war zun\u00e4chst ausf\u00fchrliche Recherchearbeit angesagt, des Weiteren wurde experimentell im Sch\u00fclerlabor am gew\u00e4hlten Thema gearbeitet. Dabei wurde die Wirkung von bestimmten Substanzen wie z.B. Nikotinsud, Alkohol und sogar Cola in verschiedenen Konzentrationen an Wasserfl\u00f6hen getestet und ausgewertet. Dabei kamen schon ganz erstaunliche Ergebnisse heraus, z.B. welch geringe Konzentrationen an Nikotinsud eines Zigarettenstummels fatale Folgen f\u00fcr Mikroorganismen im Wasser haben. Als dritter Untersuchungsschritt standen Interviews auf dem Programm: Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler befragten in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone Passanten nach ihrer Meinung zu den genannten Themen und werteten diese aus.<br>\nDie Plastikproblematik hat die Sch\u00fcler besonders betroffen gemacht, denn jedes Jahr werden 10 Millionen Tonnen Plastik unkontrolliert entsorgt, wobei der Gro\u00dfteil davon im Meer landet. Dabei werden ganze \u00d6kosysteme zerst\u00f6rt und die die Statistiken zeigen, dass es jedes Jahr mehr wird. Mittlerweile wird Mikroplastik auch im Endverbraucher Mensch nachgewiesen. Grund genug, um den Menschen ein neues Bewusstsein nahezubringen. Auf Deutschlands Stra\u00dfen allein landen jedes Jahr etwa 20.000 Tonnen Plastikm\u00fcll: Achtlos weggeworfen von Menschen, denen es ganz egal ist, was sie hinterlassen und welche Folgen dies f\u00fcr die Umwelt hat. Plastik zersetzt sich so gut wie gar nicht und ben\u00f6tigt je nach Material ungef\u00e4hr 400 Jahre bis es nahezu zersetzt ist. \u201eWir haben bei unserer Umfrage in Alsfeld festgestellt, dass es den meisten Menschen durchaus bewusst ist, dass Plastikm\u00fcll zum einen nicht in die Natur geh\u00f6rt und zum anderen grunds\u00e4tzlich schlecht f\u00fcr die Umwelt ist\u201c, so Eren und Nabaa aus der Sch\u00fclergruppe, \u201eund trotzdem sehen sie wenig Spielraum, ihr Verhalten bez\u00fcglich des Plastikkonsums zu ver\u00e4ndern.\u201c Zu verlockend sind da wohl die praktisch abgepackten Lebensmittelportionen, eingepackt in die unverw\u00fcstlichen Kunststofffolien, sowie die vielen Plastikt\u00fcten, die mittlerweile zu unserem allt\u00e4glichen Lebensstandard geh\u00f6ren. Ganz besonders gilt das f\u00fcr die vielen Schnellrestaurants, die es immer zu geben scheint. Dort entkommt man nur sehr schlecht der Wegwerfmentalit\u00e4t, dort wird schlichtweg alles eingepackt, sogar der Kunststoffstrohhalm bekommt noch eine Verpackung. Coffee to go- und Softdrink-Becher haben lediglich die Aufgabe, das gew\u00fcnschte Getr\u00e4nk f\u00fcr einen kurzen Augenblick aufzubewahren, bis es konsumiert wurde. Danach ist es per Definition Abfall. <br>\nGenau diese Plastikflut hat die Sch\u00fcler aufger\u00fcttelt und daher haben sie sich entschlossen selbst aktiv zu werden. Den Grundstein f\u00fcr das aktive Vorgehen hatte bereits Mitte Januar der Umweltforscher Christian Weigand bei einem sehr mitrei\u00dfenden Vortrag in der Albert-Schweitzer Schule gelegt. Er hatte auf die dramatische Situation durch den Plastikm\u00fcll in den Meeren hingewiesen und aufgezeigt, wie sich jeder Einzelne gegen die M\u00fcllflut engagieren kann, sodass die Sch\u00fclergruppen nun auch selbst Hand anlegten: Sie griffen zu M\u00fcllsack und M\u00fcllzange und sammelten an mehreren Nachmittagen aus den Parks und Stra\u00dfengr\u00e4ben Alsfelds kiloweise Abfall, der offenbar aus Autofenstern heraus entsorgt worden war. Das Motto hie\u00df: \u201eWir f\u00fcr ein sauberes Alsfeld! Kampf dem Plastikm\u00fcll\u201c \u2013 und so sind sie dann losgezogen, unterst\u00fctzt vom Bauhof der Stadt Alsfeld, die diese Aktion sehr begr\u00fc\u00dft und unterst\u00fctzt hat. Das Ergebnis konnte sich bereits nach dem ersten Nachmittag sehen lassen: Mehr als 50 kg M\u00fcll trugen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in wenigen Stunden zusammen. \u201eDabei wurde nun auch ganz nebenbei das Bewusstsein der Jugendlichen sensibilisiert, n\u00e4mlich dass sie selbst keinen M\u00fcll mehr in die Umwelt werfen\u201c, freut sich Kursleiterin Frau Dr.Laube, \u201eim Gegenteil: Sie machen jetzt auch ihre Mitmenschen darauf aufmerksam, wenn sie sie beim wilden M\u00fcllentsorgen erwischen.\u201c \u201eWir fanden es wirklich schlimm, wie sorglos Menschen mit ihrem M\u00fcll umgehen\u201c, lautet ein Fazit der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler: \u201eGerade an den Stra\u00dfenr\u00e4ndern von Autobahnauf- und abfahrten t\u00fcrmt sich der Abfall, der achtlos aus Autofenstern entsorgt wird \u2013 nach dem Motto: \u00e2\u20ac\u0161Mein Auto ist sauber, der Rest geht mich nichts an.\u00e2\u20ac\u02dc\u201c Aus Autofenstern fliegen aber nicht nur Essensverpackungen, sondern auch unz\u00e4hlige Zigarettenkippen. Wie sch\u00e4dlich diese f\u00fcr die Umwelt sind, hat bereits eine Gruppe des WU-Kurses Sch\u00fclerlabor nachgewiesen, doch den wenigsten Rauchern scheint dies bewusst zu sein \u2013 ganz abgesehen von der Brandgefahr bei noch glimmenden Zigaretten. \u201eWir w\u00e4ren daf\u00fcr, dass solche Vergehen verfolgt und auch bestraft werden\u201c, waren sich die jungen Umweltsch\u00fctzer einig.<br>\nAm Ende ihrer Projektarbeit haben sich die ASS-Forscher nun beim Bundesumwelt-Wettbewerb (BUW) beworben, eine Initiative vom Leibniz Institut f\u00fcr P\u00e4dagogik und Naturwissenschaften in Kiel. Das Wettbewerbsmotto hie\u00df: \u201eVom Wissen zum nachhaltigen Handeln\u201c und  nun bleibt zu hoffen, dass die Jury Gefallen an den Projekten findet und es vielleicht sogar ein Preis daf\u00fcr gibt. Wenn nicht, steht eine Gewinnerin jetzt schon fest: Die Stadt Alsfeld hat viel gewonnen mit jungen Menschen, die mit Bewusstsein und offenen Augen unterwegs sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-03-30_Mu\u00cc\u02c6llprojekt-1-600x450.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-179342\"\/><figcaption>Wie katastrophal sich Plastik im Meer f\u00fcr Pflanzen, Tiere und Menschen auswirkt, zeigt diese Arbeit von Eren Arslan (li.) und Nabaa Al-Asadi (re.)\n<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-03-30_Mu\u00cc\u02c6llprojekt-2-600x450.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-179343\"\/><figcaption>Nicht sch\u00f6n, aber lehrreich: Das Einsammeln von M\u00fcll machte deutlich, wie unachtsam Menschen damit umgehen.\n\n<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-03-30_Mu\u00cc\u02c6llprojekt-3-600x450.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-179344\"\/><figcaption>Die Wirkung von Zigarettenkippen auf die Umwelt war eine weitere Projektarbeit der Sch\u00fclerlabor-Gruppe.\n<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-0 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Dass das Klima in Gefahr ist, wei\u00df man nicht erst seit gestern, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sich jedoch in hohem Ma\u00dfe f\u00fcr die Klimarettung engagieren und selbst aktiv werden, ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Schlie\u00dflich geht es um ihre Zukunft. In vielen St\u00e4dten hat sich daraus die \u201efriday for future\u201c Bewegung entwickelt. 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