{"id":179275,"date":"2019-04-03T16:56:08","date_gmt":"2019-04-03T14:56:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=179275"},"modified":"2019-04-03T16:56:10","modified_gmt":"2019-04-03T14:56:10","slug":"beruf-mit-sinn-perspektive-und-jobgarantie-fachschule-heilerziehungspflege-an-der-max-eyth-schule-stillt-bedarf-eines-wachsenden-marktes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=179275","title":{"rendered":"Beruf mit Sinn, Perspektive und Jobgarantie &#8211; Fachschule Heilerziehungspflege an der Max-Eyth-Schule stillt Bedarf eines wachsenden Marktes"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Nicholas Smallwood oder Evelin Br\u00fcckmann ihren Dienst antreten, dann m\u00fcssen sie als erstes mehrere T\u00fcren auf- und abschlie\u00dfen. Die beiden Heilzerziehungspfleger arbeiten in geschlossenen Wohneinheiten. Smallwood betreut in einem Wohnheim der Schottener Dienste in Homberg\/Ohm eine Gruppe von Autisten, deren Fremd- und Selbstgef\u00e4hrdungspotenzial so gro\u00df ist, dass sie nicht in einer offenen Wohnform untergebracht sein k\u00f6nnen, Br\u00fcckmann arbeitet in Reiskirchen\/Lindenstruth im Martinsheim. Hier werden psychisch kranke Menschen betreut. Auch ihre Klienten m\u00fcssen rund um die Uhr beaufsichtigt werden, ben\u00f6tigen Pflege und eine Tagesstruktur. F\u00fcr all das und mehr sind die Heilerziehungspfleger zust\u00e4ndig. Ausgebildet wurden sie an der Fachschule Heilerziehungspflege der Alsfelder Max-Eyth-Schule. Der zweij\u00e4hrige Studiengang plus das einj\u00e4hrige Berufspraktikum zieht Studierende aus der weiteren Region an und genie\u00dft bei den verschiedensten sozialen Einrichtungen einen guten Ruf.<br>\n\u201eDas Berufsbild der HEPs, wie die Heilerziehungspfleger gerne genannt werden, ist eines der vielf\u00e4ltigsten und anspruchsvollsten in den sozialen und pflegerischen Berufen\u201c, erl\u00e4utert Sabine Fath-Keller. Die Abteilungsleiterin der Max-Eyth-Schule begleitet seit Jahren die Ausbildung der HEPs und beobachtet auch den Markt: \u201eDer Bedarf an Fachkr\u00e4ften, die qualifiziert Menschen mit Unterst\u00fctzungsbedarf betreuen, w\u00e4chst rasant\u201c, so ihr Fazit, \u201ef\u00fcr unsere Absolventen bedeutet das, dass sie nach ihrer Ausbildung zu 99% einen Arbeitsplatz finden, ja, sogar unter verschiedenen Angeboten w\u00e4hlen k\u00f6nnen.\u201c<br>\nSo erkl\u00e4rt es sich auch, dass sowohl Nicholas Smallwood als auch Evelin Br\u00fcckmann von sich sagen k\u00f6nnen, dass sie genau die Arbeit machen, die ihnen gef\u00e4llt, auch wenn es Au\u00dfenstehenden erst einmal unwahrscheinlich erscheint. \u201eAls ich das erste Mal hier im geschlossenen Wohnbereich war, musste ich auch erstmal schlucken\u201c, verr\u00e4t der 23-j\u00e4hrige Gr\u00fcnberger, nicht zuletzt, weil in fast allen Zimmern keine M\u00f6bel au\u00dfer den Betten standen, und die waren am Fu\u00dfboden festgeschraubt. \u201eMit der Zeit habe ich verstanden, dass es nicht anders geht. Die Krankheitsbilder unserer M\u00e4nner hier kann man zwar nicht \u00fcber einen Kamm scheren, aber ihr Gef\u00e4hrdungspotenzial ist eben nicht zu untersch\u00e4tzen.\u201c Im letzten Jahr hat Smallwood sein Studium in Alsfeld abgeschlossen hat. Mit seinem Realschulabschluss hat er zun\u00e4chst die Ausbildung zum Sozialassistenten gemacht. Inzwischen hat er nicht nur den Abschluss zum HEP, sondern auch die Fachhochschulreife in der Tasche. \u201eIch kann also sp\u00e4ter auch noch an einer Hochschule studieren.\u201c Doch das ist Zukunftsmusik, denn die Arbeit mit seinen Klienten macht ihm gro\u00dfen Spa\u00df. \u201eAutisten sind auf sich selbst bezogen, sie kommen auch nicht zu mir mit W\u00fcnschen oder Anregungen. Wenn es mir dann gelingt, ihnen mit meinen Angeboten \u2013 spielen, handwerkliches Arbeiten, Spazierg\u00e4nge \u2013 manchmal ein L\u00e4cheln zu schenken, ihnen eine sch\u00f6ne Seite des Lebens zu zeigen, dann gibt mir das unheimlich viel und l\u00e4sst Frustration und R\u00fcckschritte schnell vergessen.\u201c Die Ausbildung in der Max-Eyth-Schule hat ihn gut auf diese ungew\u00f6hnliche T\u00e4tigkeit vorbereitet. \u201eDer Bereich Autismus ist zwar viel zu breit, als dass man in ersch\u00f6pfend behandeln k\u00f6nnte\u201c, erl\u00e4utert Fachlehrerin Kerstin Pfeiffer, \u201eaber unsere Studierenden erhalten viel Grundlagenwissen, auf das sie je nach Interessenslage sehr gut aufbauen k\u00f6nnen.\u201c<br>\nAuch f\u00fcr Evelin Br\u00fcckmann war schnell klar, dass sie etwas Soziales machen wollte, als sie mit Mitte F\u00fcnfzig beschloss, sich noch einmal beruflich zu orientieren. Mit einem theologischen Hintergrund, viel Erfahrung als Chorleiterin und Klavierlehrerin, dazu ihr Engagement als Unterst\u00fctzerin und F\u00fcrsprecherin zweier erwachsener Menschen mit geistiger Behinderung, erschien ihr nach einiger Recherche die Ausbildung zur HEP als genau das Richtige f\u00fcr sie. \u201eIch habe schon w\u00e4hrend der zwei Jahre an der Schule gemerkt, dass das hier genau mein Ding ist\u201c, freut sie sich. Dass sie direkt nach ihrem Berufspraktikum und dem Abschluss zur HEP im Martinsheim gelandet ist, war entweder Zufall oder F\u00fcgung, erinnert sie sich. Schon nach einem halben Tag Probearbeit war ihr klar, dass sie in der Einrichtung f\u00fcr Menschen jeden Alters mit psychischen Erkrankungen genau richtig ist. Auch Michael Kraft, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Martinsheims, ist gl\u00fccklich, dass Br\u00fcckmann sich f\u00fcr sein Haus entschieden hat und nun nicht nur in den geschlossenen Bereich gewechselt hat und die Ausbildung von Praktikanten \u00fcbernommen hat, sondern dass sie auch begonnen hat, die Beziehungen zur Max-Eyth-Schule zu intensivieren. \u201eMeine Erfahrung war, dass es hier eine hohe Verkn\u00fcpfung von schulischen Inhalten und Praxis gibt, sodass die Ausbildung nie losgel\u00f6st von den tats\u00e4chlichen Einsatzgebieten der HEPs stattfindet. Sie bereitet sehr gut auf den Umgang mit zu betreuenden Menschen in den unterschiedlichsten Einrichtungen vor\u201c, so Br\u00fcckmann \u00fcber ihr Studium an der Alsfelder Schule. \u201eDas Konzept der Schule, das Berufspraktikum nicht blockweise studienbegleitend zu machen, sondern an einem St\u00fcck nach zwei Jahren Theorie, ist f\u00fcr Arbeitgeber ein sehr guter Ansatz\u201c, erg\u00e4nzt Kraft: \u201eDie Praktikanten verf\u00fcgen \u00fcber viel Wissen und sind \u00fcber einen langen Zeitraum verbindlich einsetzbar.\u201c Und die Studierenden wiederum erhalten einen wirklich realistischen Einblick in ein m\u00f6gliches Arbeitsfeld. Und davon gibt es viele: HEPs werden in Altenpflegeheimen, in Einrichtungen mit behinderten Menschen, in Kitas oder in allen sonstigen Einrichtungen eingesetzt, in denen sich Menschen mit Unterst\u00fctzungsbedarf aufhalten. \u201eMan kann hier wirklich seine eigenen Talente und Neigungen um- und einsetzen\u201c, betont Pfeiffer.<br>\nF\u00fcr Evelin Br\u00fcckmann bedeutet das, dass sie nicht nur ihre Lebenserfahrung in die Waagschale werfen kann, sondern auch ihr Musiktalent: Sie hat im Martinsheim mit einem Chor ein hochwertiges Freizeitangebot geschaffen, das von vielen Bewohnern gerne angenommen wird. Zu ihren Aufgaben geh\u00f6rt auch viel Pflegerisches: Hilfe beim Toilettengang oder beim Waschen, beim Essen oder auch beim Anziehen. \u201eDas Sch\u00f6ne an unserem Beruf ist, dass wir sowohl p\u00e4dagogisch als auch pflegerisch arbeiten k\u00f6nnen und uns nach der Ausbildung genau die Stellen aussuchen k\u00f6nnen, die uns liegen.\u201c<br>\nDie Qual der Wahl kommt auch bald auf Horst Eckhardt und Natascha Konradi zu. Wie Joline Stumpf sind sie im dritten Ausbildungsjahr und stehen kurz vor ihren Pr\u00fcfungen im Sommer. Stumpf hat danach schon einen Vertrag in der Tasche: Die 21-J\u00e4hrige kann direkt nach dem Abschluss ihrer Ausbildung als Sozialdienstleiterin in einer Kirtorfer Einrichtung anfangen. \u201eWir wissen zwar, dass unsere Ausbildung gut ist und der Markt leergefegt, aber das haben wir dann doch nicht alle Tage\u201c, freut sich Abteilungsleiterin Fath-Keller \u00fcber diesen Erfolg.<br>\n\u00dcber ein Highlight in der Ausbildung kann auch Horst Eckhardt berichten. Er hat die M\u00f6glichkeiten der Europa-Schule genutzt und eines seiner Praktika in England gemacht. \u201eIch habe hier mit Menschen gearbeitet, die aufgrund verschiedener Ursachen Hirnsch\u00e4digungen erlitten haben\u201c, berichtet der 51-J\u00e4hrige. \u201eZum einen habe ich hier Einblick in ein sehr interessantes Arbeitsfeld erhalten, zum anderen konnte ich auch aus einer anderen Perspektive auf die Arbeit schauen.\u201c Eckhard hat fr\u00fcher in einem kaufm\u00e4nnischen Beruf gearbeitet. Nachdem er selbst l\u00e4ngere Zeit einen Angeh\u00f6rigen gepflegt hatte, strebte er eine Umschulung an. Die Heilerziehungspflege traf genau seine Vorstellungen, besonders die P\u00e4dagogik interessiert ihn sehr. F\u00fcr den Gie\u00dfener war die Entscheidung, seine Umschulung in Alsfeld zu machen, ein Gl\u00fccksgriff: \u201eDie Ausbildung deckt unheimlich viele Bereiche ab, und es wird sehr geschaut, was die beruflichen Interessen der Studierenden sind. Darauf liegt immer auch ein Augenmerk.\u201c<br>\nDas kann auch Natascha Konradi best\u00e4tigen. Wie Nicholas Smallwood hat auch sie vor der HEP-Ausbildung die Sozialassistenz an der Max-Eyth-Schule erlernt. In der Heilerziehungspflege sch\u00e4tzt sie die Verbindung von Pflege und P\u00e4dagogik und k\u00f6nnte sich gut vorstellen, in einer kleinen Wohngruppe zu arbeiten. \u201eIch m\u00f6chte den Menschen mit Unterst\u00fctzungsbedarf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erm\u00f6glichen. Dazu geh\u00f6ren ganz praktische Dinge wie die Pflege, aber auch das Schaffen einer Tagesstruktur, das Anleiten, m\u00f6glichst viel selbst zu tun. Was ich auch sehr sch\u00e4tze an dieser Ausbildung ist, dass wir alle so verschieden sind. Wir sind zwischen zwanzig und 55 Jahre alt, wir kommen aus den verschiedensten Lebenssituationen \u2013 auch davon k\u00f6nnen wir alle gegenseitig profitieren.\u201c<br>\nAuch Joline Stumpf blieb nach der Ausbildung zur Sozialassistentin an der Max-Eyth-Schule. Sie sieht gro\u00dfes Potenzial in den Praktika, die zum Studium geh\u00f6ren \u2013 nicht zuletzt, weil eines davon auch f\u00fcr sie ein T\u00fcr\u00f6ffner zum ersten Karriereschritt nach dem Studium war. \u201eDies ist ein sch\u00f6nes Beispiel f\u00fcr die Qualit\u00e4t unserer Ausbildung\u201c, zeigt sich Abteilungsleiterin Fath-Keller erfreut. In Zeiten wachsender Anforderungen an Pflege und P\u00e4dagogik sieht sie ihre Abteilung an der Max-Eyth-Schule gut aufgestellt. Zu Recht, wie die Beispiele von Nicholas Smallwood, Evelin Br\u00fcckmann, Horst Eckhard, Joline Stumpf und Natascha Konradi eindrucksvoll zeigen.<br>\nMehr Informationen zur Fachschule Heil- und Erziehungspflege an der Max-Eyth-Schule gibt es unter http:\/\/www.mes-alsfeld.de\/interessen\/sozialwesen-und-paedagogik\/fachschule-heilerziehungspflege\/allgemein.html.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-03-25_MES_HEP-2-bru\u00cc\u02c6ckmann-600x400.jpg\" alt=\"\" data-id=\"179277\" data-link=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?attachment_id=179277\" class=\"wp-image-179277\"\/><figcaption>Einen vertrauensvollen Umgang pflegen Evelin Br\u00fcckmann und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael Kraft.\n<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-03-25_MES_HEP-4-studierende-600x400.jpg\" alt=\"\" data-id=\"179278\" data-link=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?attachment_id=179278\" class=\"wp-image-179278\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-03-25_MES_HEP-4-studierende-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-03-25_MES_HEP-4-studierende-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-03-25_MES_HEP-4-studierende-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/2019-03-25_MES_HEP-4-studierende.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Natascha Konradi (links ), Joline Stumpf (Zweite von rechts) und Horst Eckhardt sprechen mit Abteilungsleiterin Sabine Fath-Keller \u00fcber das Studium an der Fachschule.\n<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wenn Nicholas Smallwood oder Evelin Br\u00fcckmann ihren Dienst antreten, dann m\u00fcssen sie als erstes mehrere T\u00fcren auf- und abschlie\u00dfen. 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