{"id":179181,"date":"2019-04-01T11:17:51","date_gmt":"2019-04-01T09:17:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=179181"},"modified":"2019-04-01T11:17:52","modified_gmt":"2019-04-01T09:17:52","slug":"persoenliche-beziehung-zu-jesus-christus-ermoeglichen-bischof-gerber-feierlich-in-sein-amt-als-bischof-von-fulda-eingefuehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=179181","title":{"rendered":"\u201ePers\u00f6nliche Beziehung zu Jesus Christus erm\u00f6glichen\u201c Bischof Gerber feierlich in sein Amt als Bischof von Fulda eingef\u00fchrt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem feierlichen Pontifikalamt im \u00fcberf\u00fcllten Fuldaer Dom wurde am Sonntag Bischof Dr. Michael Gerber (49) durch den zust\u00e4ndigen Metropoliten, Erzbischof Hans-Josef Becker (Paderborn), in sein Amt als Oberhirte des Bistums Fulda eingef\u00fchrt. In und um den Fuldaer Dom nahmen 2.000 Menschen an dem Gottesdienst teil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An dem Gottesdienst, der vom hessenfernsehen live \u00fcbertragen wurde, nahmen rund 30 katholische Bisch\u00f6fe teil, neben Erzbischof Becker auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx (M\u00fcnchen und Freising) sowie der Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterovi\u00c4\u2021 (Berlin) und Bisch\u00f6fe aus Rum\u00e4nien, den Niederlanden, Burundi und Kamerun. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck war durch Bischof Prof. Dr. Martin Hein (Kassel), die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau durch Kirchenpr\u00e4sident Dr. Volker Jung vertreten. An der Amtseinf\u00fchrung nahmen auch zahlreiche Repr\u00e4sentanten des \u00f6ffentlichen Lebens teil; der hessische Ministerpr\u00e4sident wurde von Kultusminister Dr. Alexander Lorz (CDU) vertreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Verlauf der festlichen Amtseinf\u00fchrung \u00fcberreichte der p\u00e4pstliche Nuntius dem Domdechanten, Prof. Dr. Werner Kathrein, das Ernennungsschreiben, das dieser dann den Mitgliedern des Domkapitels vorzeigte. Dompr\u00e4bendat Pfarrer Thomas Renze verlas als j\u00fcngstes Mitglied des Domkapitels eine deutsche \u00dcbersetzung der in lateinischer Sprache abgefassten Urkunde. Erzbischof Becker \u00fcbergab Bischof Gerber den aus dem 12. Jahrhundert stammenden altehrw\u00fcrdigen Stab der \u00c4bte und Bisch\u00f6fe von Fulda, gemeinhin als Bonifatiusstab bezeichnet, und geleitete den neuen Di\u00f6zesanbischof zur Kathedra, wo dieser Platz nahm und dadurch \u201evon seinem Bistum Besitz ergriff\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Menschen pers\u00f6nliche Beziehung zu Jesus Christus erm\u00f6glichen<\/strong><br> Bischof Dr. Gerber hob in seiner Predigt in Bezug auf den Auftrag der Kirche hervor: \u201eEs geht darum, einen Raum zu er\u00f6ffnen, Beziehungen zu erm\u00f6glichen, durch die Menschen in eine pers\u00f6nliche Beziehung zu Jesus Christus und zu seinem Evangelium finden.\u201c Aus dieser Christusbeziehung heraus sollten die Menschen die Herausforderungen ihres Lebens so angehen k\u00f6nnen, dass sie daran \u201eletztlich nicht zerbrechen, sondern wachsen\u201c, und menschliche Beziehungen \u201ewahrhaft menschlich\u201c gestalten. Gerade in einer Zeit der Gegens\u00e4tze und Abgrenzungen seien die Menschen neu herausgefordert, \u201eVerantwortung f\u00fcr unseren Planeten zu \u00fcbernehmen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eZusammen wachsen\u201c im Bistum Fulda<br>\n\u201eZusammen wachsen\u201c \u2013 unter diesem Motto stehe der Prozess der Kirchenentwicklung im Bistum Fulda, rief der neue Oberhirte in Erinnerung. Da, wo die Gl\u00e4ubigen zusammenk\u00e4men, solle ein Raum entstehen, wo man sich von Schl\u00fcsselerfahrungen des Glaubens wie die des hl. Bonifatius erz\u00e4hlen k\u00f6nne. Der Codex Ragyndrudis, der die Schwerthiebe des Martyriums des hl. Bistumspatrons aufweise, sei als stummer Zeuge f\u00fcr einen Menschen zugegen, der zutiefst vom Evangelium ber\u00fchrt gewesen sei. Die hl. Elisabeth, die zweite Patronin des Bistums Fulda, habe beispielhaft vorgelebt, was die Verk\u00fcndigung der Frohen Botschaft durch die Hinwendung zu den Armen bedeute. \u201eIch glaube, Zeugen wie Bonifatius oder Elisabeth geben uns heute eine Empfehlung mit: Gestaltet eine Pastoral am Puls und in F\u00fchlung mit den tiefen Regungen der Herzen der Menschen, die euch begegnen. Seid dabei nicht unkritisch, sondern schaltet Verstand und Herz ein. Zieht keine voreiligen Schl\u00fcsse, sondern bringt das, was ihr da entdeckt, in den Dialog mit dem Wort Gottes und mit dem Weg der Kirche.\u201c Wer in der Seelsorge t\u00e4tig sein wolle, m\u00fcsse in Ber\u00fchrung sein mit den Regungen der eigenen Seele. Erst als der verlorene Sohn im Evangelium des Tages dem Hunger dem Hunger seines Leibes und dem Hunger seiner Seele einen Namen geben konnte, erst dann habe sich f\u00fcr ihn wieder eine Perspektive ergeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ersch\u00fctterung durch Missbrauch<br>\n\u201eIn diesen Jahren und erneut in diesen Monaten sind wir ersch\u00fcttert vor dem, was geschehen ist, wo Seelsorger nicht in Ber\u00fchrung waren mit wesentlichen Dynamiken ihrer eigenen Seele, wo sie wesentliche Dimensionen ihrer Existenz ausgeblendet oder gar abgespaltet haben\u201c, sagte Bischof Gerber mit Bezug auf den Missbrauch in der katholischen Kirche. \u201eWir sind ersch\u00fcttert, wie das dann ihr Handeln gepr\u00e4gt hat, so dass die Seele anderer, insbesondere von Minderj\u00e4hrigen, aber auch von anderen Schutzbefohlenen, in einer Weise verletzt wurde, dass lebenslange Sch\u00e4digungen und Beeintr\u00e4chtigungen die Folge sind.\u201c Es gehe hier nicht um irgendein Fehlverhalten im Laufe der langen Kirchengeschichte, sondern um ganz konkrete Menschen. Die Problematik unserer Tage habe zu tun mit dem Kern des Sendungsauftrages von Kirche, n\u00e4mlich Menschen zu helfen, dass ihr Leben Weite und Tiefe erfahre. \u201eErsch\u00fcttert m\u00fcssen wir feststellen, dass in vielen F\u00e4llen genau das Gegenteil passiert ist.\u201c Dem m\u00fcsse sich die Kirche stellen. Vieles gelte es hier neu auszurichten. \u201eWir sp\u00fcren als Verantwortliche in der Kirche, dass das eine Herausforderung ist, der wir nicht leicht gerecht werden.\u201c Die Frage nach einem glaubw\u00fcrdigen Miteinander als Christen und einem glaubw\u00fcrdigen Weg der Nachfolge stelle sich. \u201eDas ist eine der ganz gro\u00dfen Baustellen f\u00fcr die Kirche unserer Tage.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gemeinsam in der Nachfolge Jesu<br>\nDer Ruf in die Nachfolge f\u00fchre bei Jesus \u201ein die Gemeinschaft seiner J\u00fcngerinnen und J\u00fcnger\u201c, die teilen miteinander ihre Erfahrungen und ihre ganz allt\u00e4glichen Sorgen und N\u00f6te teilten. So sei auch Bonifatius eingebunden in ein Netzwerk von Weggef\u00e4hrten eingebunden gewesen. \u201eIch bin sehr dankbar, als Priester, als Bischof eingebunden zu sein in solche Formen der Weggemeinschaft: mit den Priestern meiner Priestergemeinschaft, mit befreundeten Familien, mit Menschen, die als Frauen und M\u00e4nner des geweihten Lebens ihren Weg gehen. Ohne diese Beziehungen k\u00f6nnte ich diesen meinen Weg so nicht gehen.\u201c \u201eZusammen wachsen\u201c \u2013 das Leitwort der Kirchenentwicklung im Bistum Fulda fordere die Kirche dazu heraus, unterschiedliche Formen des \u201eZusammen\u201c zu entdecken, damit Wachstum m\u00f6glich werde. \u201eIch gehe gerne mit Ihnen auf Entdeckungsreise\u201c, so der Bischof.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der neue Bischof kam als Pilger<br>\nAm Vorabend seiner Amtseinf\u00fchrung war Bischof Dr. Gerber als Pilger in Begleitung von knapp 1.000 Mitpilgern, die sich ihm auf seiner zweit\u00e4tigen Fu\u00dfwallfahrt auf der letzten Etappe der Bonifatiusroute vor allem am Samstag angeschlossen hatten, in seiner Di\u00f6zese eingetroffen. Gerber dankte den Frauen, Kindern und M\u00e4nnern, die mit ihm gepilgert waren, f\u00fcr dieses \u201estarke Zeichen der Solidarit\u00e4t\u201c. Wie er in seiner Predigt ausf\u00fchrte, hatten viele Pilger auf einer Schriftrolle unterschrieben, die beim Gottesdienst dann vorne vor dem Altar unter dem historischen Codex des hl. Bonifatius aufgestellt war. Darin stecke die Botschaft, dass die Geschichte, die Gott mit den Zeugen der Evangelien und mit Bonifatius geschrieben habe, die Geschichte, von der der Ragyndrudis-Codex erz\u00e4hle, heute mit uns weitergehe. \u201eGott will mit uns Geschichte schreiben, mit unserer bisweilen krakeligen Handschrift.\u201c In den Jahren, die vor dem Bistum Fulda l\u00e4gen, k\u00e4men auch schmerzhafte Erfahrungen und Entscheidungen, gab Gerber zu bedenken. \u201eEs wird die Zukunft auch gepr\u00e4gt sein vom Abschied von Liebgewonnenen. Dabei wird manche Entt\u00e4uschung nicht ausbleiben.\u201c Doch auch diese Erfahrungen k\u00f6nnten tiefer auf den Grund verweisen, den Jesus Christus selbst gelegt habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Beginn seiner ersten Predigt als Di\u00f6zesanbischof hatte Dr. Gerber betont, dass sich ein neuer Bischof fragen mit einer Haltung aus Ehrfurcht fragen m\u00fcsse, welche Geschichte Gott mit den Menschen vor Ort geschrieben habe. Er dankte denen, die die Geschichte des Bistums in den vergangenen Jahren und Monaten gepr\u00e4gt h\u00e4tten: Bischof em. Heinz Josef Algermissen, der die Di\u00f6zese lange Jahre umsichtig geleitet habe, dessen langj\u00e4hrigem Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke sowie Di\u00f6zesanadministrator Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez. Sein Dank galt aber auch allen, die sich im Bistum an unterschiedlichen Stellen \u201edurch Gebet, Engagement und Zeugnis\u201c eingebracht h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gru\u00dfworte aus Kirche und Staat<br>\nZu Beginn des feierlichen Gottesdienstes hatte der p\u00e4pstliche Nuntius Erzbischof Dr. Eterovi\u00c4\u2021 in einem Gru\u00dfwort zu Bischof Gerber gesagt: \u201eVom Heiligen Geist gef\u00fchrt, m\u00f6gen Sie es auf beste Weise erf\u00fcllen, die Christen zur Freude am Glauben zu f\u00fchren, indem Sie pers\u00f6nlich den Katholiken und allen Bewohner innerhalb der Di\u00f6zese Fulda Zeugnis geben von jener Freude am Bund Gottes mit den Menschen, der ewig g\u00fcltig ist und jedem, der glaubt, Ewigkeit schenken will.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, w\u00fcrdigte den neuen Fuldaer Oberhirten in seinem Gru\u00dfwort als \u201elebendigen, inspirierenden Mitbruder, der auch von innen her jung ist\u201c. Gerber sei ein Bischof, der Hoffnung ausstrahle. Marx w\u00fcnschte ihm, dass seine geistliche Tiefe ihn auch weiter begleiten m\u00f6ge. Sodann dankte er auch Bischof em. Algermissen und dem bisherigen Di\u00f6zesanadministrator Diez f\u00fcr deren Gastfreundschaft bei der Herbstvollversammlung der deutschen Bisch\u00f6fe in Fulda. \u201eWir hoffen, Du wirst so gastfreundlich sein wie Deine Vorg\u00e4nger\u201c, so der Kardinal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hessens Kultusminister Dr. Lorz \u00fcbermittelte im Namen des erkrankten Ministerpr\u00e4sidenten Volker Bouffier die Gr\u00fc\u00dfe der Landesregierung. Der Kirchenartikel der Weimarer Reichsverfassung, der bis heute das Staatskirchenverh\u00e4ltnis pr\u00e4ge, erm\u00f6gliche eine lebendige und vertrauensvolle Partnerschaft zum Wohle der Menschen. Dadurch, dass der Bischof in der Tradition des heiligen Bonifatius stehe, k\u00f6nne Geschichte f\u00fcr die Menschen \u201ehier und heute gegenw\u00e4rtig werden\u201c, als Quelle der Ermutigung und Inspiration f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der evangelische Bischof Dr. Hein hob hervor, dass evangelische und katholische Christen eins seien \u201ein dem lebendigen Christus\u201c und die Aufgabe h\u00e4tten, den Glauben in dieser Verbundenheit zu bezeugen. \u201eEs ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit mehr, sich zu Christus zu bekennen\u201c, gab er zu bedenken. Die Christen r\u00fcckten heute zusammen und gingen mitten hinein in die Welt, \u201eder wir das Evangelium von Jesus Christus schulden\u201c. \u00d6kumene bezeichnete er als eine Lebensnotwendigkeit und eine Lebenswirklichkeit der Kirchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Weltjugendtagskreuz war am Tag zuvor von Jugendlichen auf dem Pilgerweg 15 Kilometer weit nach Fulda mitgetragen worden; am Ende des Weges hatten es auch der neue Bischof und sein Amtsvorg\u00e4nger Bischof em. Algermissen getragen. Di\u00f6zesanadministrator Weihbischof Diez, der Gerber und die Pilger im Dom willkommen gehei\u00dfen hatte, hatte am Samstag im Dom den Segen mit der Bonifatiusreliquie erteilt. In Vorbereitung auf den gro\u00dfen Tag der Amtseinf\u00fchrung war im Dom auch eine Vigil gefeiert worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>In einem feierlichen Pontifikalamt im \u00fcberf\u00fcllten Fuldaer Dom wurde am Sonntag Bischof Dr. Michael Gerber (49) durch den zust\u00e4ndigen Metropoliten, Erzbischof Hans-Josef Becker (Paderborn), in sein Amt als Oberhirte des Bistums Fulda eingef\u00fchrt. In und um den Fuldaer Dom nahmen 2.000 Menschen an dem Gottesdienst teil. 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