{"id":178592,"date":"2019-03-12T10:28:34","date_gmt":"2019-03-12T09:28:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=178592"},"modified":"2019-03-12T10:29:27","modified_gmt":"2019-03-12T09:29:27","slug":"literatur-gegen-das-vergessen-eduard-stieler-schule-und-ulenspiegel-praesentieren-literatur-zum-holocaust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=178592","title":{"rendered":"Literatur gegen das Vergessen &#8211; Eduard-Stieler-Schule und Ulenspiegel pr\u00e4sentieren Literatur zum Holocaust"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Scho\u00df ist fruchtbar noch, aus dem das kroch\u201c, hei\u00dft es im Epilog von Bertolt Brechts Drama \u201eDer aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui\u201c.<br>\nWie soll man umgehen mit dem Holocaust nach 75 Jahren? Wie soll man sich verhalten angesichts weltweit immer deutlicher zutage tretender antiliberaler, antisemitischer und revisionistischer Tendenzen in der politischen \u00d6ffentlichkeit?<br>\nNun, einen Beitrag dazu, demokratisch-aufgekl\u00e4rte Kontrapunkte zur Gleichg\u00fcltigkeit und Relativierung eines der gr\u00f6\u00dften Verbrechen der Menschheitsgeschichte, das in deutschem Namen von deutschen T\u00e4tern begangen worden ist, zu setzen, will der Literaturkurs in der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums der Eduard-Stieler-Schule leisten. Der Kurs, der von Hugo Zentgraf geleitet wird, fungiert unter dem Thema \u201eKunst und Literatur zum Holocaust\u201c und stellte sich am 20. Februar 2019 in Kooperation mit der Buchhandlung \u201eUlenspiegel\u201c der \u00d6ffentlichkeit.<br>\nIm Kulturkeller des Vonderau-Museums in Fulda, der f\u00fcr diese Veranstaltung einen sehr w\u00fcrdigen Rahmen abgab, pr\u00e4sentierten die Sch\u00fclerinnen an diesem Abend Eindr\u00fccke aus den literarischen Werken, die sie sich im Rahmen des Literaturkurses erschlossen hatten. Sehr einf\u00fchlsam und mit viel Gesp\u00fcr f\u00fcr die Texte lasen sie nach einer kurzen Einf\u00fchrung Passagen aus Friedrich D\u00fcrrenmatts \u201eDer Verdacht\u201c, Aleksandar Ti\u00c5\u00a1mas \u201eKapo\u201c, Hans Falladas \u201eJeder stirbt f\u00fcr sich allein\u201c, Marcel Reich-Ranickis \u201eMein Leben\u201c, Jurek Beckers \u201eJakob der L\u00fcgner\u201c, Peter Weiss\u00e2\u20ac\u2122 \u201eDie Ermittlung\u201c und aus Marek Halters \u201eAuf der Suche nach den 36 Gerechten\u201c.<br>\nDie Art und Weise der Vortr\u00e4ge legte ein beredtes Zeugnis von der intensiven Auseinandersetzung der Sch\u00fcler mit den dargebotenen Werken ab, und keiner der Anwesenden konnte sich an diesem Abend der beklemmenden Atmosph\u00e4re entziehen, die durch die Texte entstand. Jedem Zuh\u00f6rer wurde klar, welch eminente Bedeutung der Literatur in der Vermittlung der Erinnerung an den Holocaust zukommt: Weil uns die Zeitzeugen sukzessive wegsterben, ist es umso dringlicher erforderlich, das Andenken an die Opfer und das Identifizieren der T\u00e4ter fortzuf\u00fchren. Keine andere Instanz als die Kunst kann hier so emotionale, personifizierte und von der N\u00fcchternheit der Statistik der Historiografie emanzipierte Einblicke in den Zivilisationsbruch des 20. Jahrhunderts leisten.<br>\nDie gesamte Organisation des Abends \u2013 von der Anmietung des Saales, \u00fcber die Finanzierung, das Verfassen der Flyer, die Zubereitung der H\u00e4ppchen bis zur Moderation \u2013 lag in den H\u00e4nden des Literaturkurses.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eDer Scho\u00df ist fruchtbar noch, aus dem das kroch\u201c, hei\u00dft es im Epilog von Bertolt Brechts Drama \u201eDer aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui\u201c. Wie soll man umgehen mit dem Holocaust nach 75 Jahren? Wie soll man sich verhalten angesichts weltweit immer deutlicher zutage tretender antiliberaler, antisemitischer und revisionistischer Tendenzen in der politischen \u00d6ffentlichkeit? 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