{"id":177267,"date":"2019-01-21T17:02:02","date_gmt":"2019-01-21T16:02:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=177267"},"modified":"2019-01-21T17:03:50","modified_gmt":"2019-01-21T16:03:50","slug":"bewegende-gastfreundschaft-in-einfachheit-und-abgeschiedenheit-kleingruppen-eiterfeld-und-oblaten-erleben-drei-tage-bei-der-landbevoelkerung-panamas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=177267","title":{"rendered":"Bewegende Gastfreundschaft in Einfachheit und Abgeschiedenheit Kleingruppen Eiterfeld und Oblaten erleben drei Tage bei der Landbev\u00f6lkerung Panamas"},"content":{"rendered":"<p>Der Flug der ersten Reisegruppe der Fuldaer Wallfahrer zum Weltjugendtag verlief ohne Probleme, auch wenn der Umstieg in New York eine knappe Angelegenheit war. P\u00fcnktlich um 20 Uhr Ortszeit landeten die Jugendlichen in Panama City. Noch am Flughafen erfolgte die Aufteilung der Gruppen. Dabei fuhren viele Jugendliche in den Gro\u00dfraum von Col\u00c3\u00b3n, einer Stadt im Norden Panamas. Die Gruppen der Marienschule, der Oblaten und der Jugendlichen aus Eiterfeld dagegen machte sich auf die Reise zur Landbev\u00f6lkerung, die bis zu vier Stunden entfernt in westlicher Richtung von Col\u00c3\u00b3n auf der anderen Seite des ber\u00fchmten Panamakanals leben.<\/p>\n<p>Am Flughafen bestiegen die genannten Pilgergruppen den Bus und machten sich auf eine n\u00e4chtliche Reise. Gegen 2 Uhr kamen sie in Rio Indio an, wo sie herzlich von dortigen Gemeindemitgliedern mit Liedern begr\u00fc\u00dft wurden. Doch Rio Indio war nicht das Ziel der Reise. Das Gep\u00e4ck wurde auf einen kleinen LKW geladen und die Jugendlichen stiegen vom Reisebus in einen kleineren Bus um. Auf holpriger Piste, die stellenweise kaum mehr als Stra\u00dfe zu erkennen ist, kamen sie gegen 3 Uhr in Miguel de la Borda an. Dort z\u00fcndeten die Dorfbewohner ein Feuerwerk und begr\u00fc\u00dften die G\u00e4ste mit Trommelmusik und Tanz. \u201eDiese herzliche Begr\u00fc\u00dfung hat mich tief bewegt\u201c, sagt Valentin B\u00f6hm aus Ebersburg-Ried, der zur Pilgergruppe der Oblatenjugend geh\u00f6rt. \u201eEs war f\u00fcr mich unbegreiflich, wie viele Dorfbewohner uns mitten in der Nacht begr\u00fc\u00dften\u201c, so B\u00f6hm. Nach dem herzlichen Willkommen ging es f\u00fcr die Oblatengruppe in die Gastfamilien.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Eiterfelder war Miguel de la Borda dagegen nur eine Zwischen\u00fcbernachtung von einigen wenigen Stunden. Da der Ort das absolute Ende der Fortbewegung per Auto ist, ging es f\u00fcr die Jugendlichen kurz nach dem Morgengrauen mit einem kleinen Boot auf dem Fluss Miguel weiter zur Siedlung Nazareth. Das kleine Dorf, dass aus wenigen H\u00fctten, einer kleinen Schule und einer kleinen Kirche besteht, hie\u00df die Jugendlichen herzlich willkommen. Die Pilger, die zusammen mit ihrem Pfarrer Markus Bl\u00fcmel und Ordinariatsrat Thomas Renze reisten, erlebten hautnah das Leben der einfachen Landbev\u00f6lkerung, erfuhren in einem Theaterst\u00fcck der Dorfbewohner von den Schwierigkeiten der Industrialisierung und Globalisierung, unter denen die Landbev\u00f6lkerung zu leiden hat. \u201eIch bin ganz bewegt von den Tagen in Nazareth\u201c, sagt Markus Bl\u00fcmel. \u201eDiese Einfachheit und zugleich die Sch\u00f6nheit der Natur und der Sch\u00f6pfung sind mein pers\u00f6nliches Highlight dieser Tage.\u201c Am zweiten Tag standen ein Badeausflug mitten im Urwald und der Besuch einer weiteren Siedlung auf dem Programm. Zugleich spielten die Jugendlichen W\u00fcrfelspiele mit den Kindern und schlossen die Tage in der Siedlung mit einem bunten Abend ab.<\/p>\n<p>Die Gruppe der Oblaten verbrachte die Tage in Miguel de la Borda. Voller Stolz zeigten die Einwohner ihr Dorf, was als zentraler Anlaufpunkt f\u00fcr die Siedlungen am Fluss am Umschlagsplatz und Hauptort dient. Deshalb verf\u00fcgt der Ort \u00fcbe eine gr\u00f6\u00dfere Schule, in der in der Schulzeit 200 Sch\u00fcler bis zur mittleren Reife lernen. In den Ferien, die derzeit in Panama sind, ist die Schule dennoch ge\u00f6ffnet. Etwa 50 Kinder nahmen an einem Ern\u00e4hrungsprogramm teil, weil sie zu arm sind, um in den Ferien eine geregelte Mahlzeit zu erhalten. Die 18 Jugendlichen um Pater Jens Watteroth wurden von der Schulleitung herzlich empfangen und lernten danach den Schulgarten sowie das Projekt zur Fischzucht kennen. Sie staunten auch \u00fcber die einfache Schulk\u00fcche, wo auf Holzfeuer in gro\u00dfen Sch\u00fcsseln gekocht wurde.<\/p>\n<p>Nach dem Besuch in der Schule stand auch ein Termin bei der \u00f6rtlichen Polizeistation an. Die vier Beaten dort sind eine Woche lang Tag und Nacht f\u00fcr alle Belange der Region zust\u00e4ndig. Dazu geh\u00f6rt auch der Fluss und seine Siedlungen. F\u00fcr den Weltjugendtag und den Besuch der Deutschen wurde der Urlaub f\u00fcr die Polizisten gestrichen und sie verrichteten eine Extrawoche in erh\u00f6hter Personalst\u00e4ke, um die Sicherheit vor Ort zu gew\u00e4hrleisten. Es gab aber zu keiner Zeit Bedenken in dieser Hinsicht. Zur Dorff\u00fchrung geh\u00f6rte auch das \u00f6rtliche Krankenhaus, das derzeit von einem Zahnarzt f\u00fcr eine Woche geleitet wird. Der Mediziner f\u00fchrte die Jugendlichen durch die Behandlungsr\u00e4ume, in denen unter teils einfachen Bedingungen alle medizinischen F\u00e4lle von Geburt bis Karies der Z\u00e4hne behandelt werden. Der erste Tag endete mit einem Volleyballturnier am Strand, eine Heiligen Messe in Deutsch und Spanisch sowie einer Auff\u00fchrung mit Tanz und Musik seitens der deutschen Jugendlichen. \u201eBesonders bewegt hat mich in der Heiligen Messe der Friedensgru\u00df. Da standen alle Menschen auf, gingen auf uns zu und w\u00fcnschten uns den Frieden. Das hat mich \u00fcberrascht und zugleich im Herzen bewegt\u201c, beschreibt Valentin B\u00f6hm seine Eindr\u00fccke.<\/p>\n<p>Am zweiten Tag ging es nach einem Spaziergang am Strand mit zwei Booten den Fluss hinauf. Die Jugendlichen besuchten eine Siedlung, die \u00fcber einen schmalen Flussarm nur schwierig zu erreichen war. Dort trafen sie die Dorfbewohner, die in einfachen H\u00fctten lebten und eine kleine Pilgergruppe aus Chile beherbergten. Sofort entstand ein kleiner Austausch, mit gegenseitiger Vorstellung und gemeinsamen Liedersingen. Zudem schenkten die vom Besuch der Deutschen \u00fcberraschten Dorfbewohner gleich Getr\u00e4nke aus. Sie brachten mittels \u00dcbersetzung durch Schwester Kathrin zum Ausdruck, dass sie sehr stolz \u00fcber den Besuch der Pilger in ihrem Dorf seien, weil sie nur so den Weltjugendtag erleben k\u00f6nnten. Auf dem R\u00fcckweg besuchten die Jugendlichen die Eiterfelder Kleingruppe im Dorf Nazareth und tauschten sich \u00fcber ihre Erlebnisse aus. Der Abend in Miguel de la Boda endete f\u00fcr die Oblatengruppe mit einer traditionellen Tanzvorf\u00fchrung der Kinder und einem gemeinsamen Tanz mit den Dorfbewohnern, der h\u00e4ufig indigene und afrikanische Wurzeln hatte.<\/p>\n<p>Bede Gruppen verlie\u00dfen am Freitag wieder ihre Gastfamilien und reisten nach Rio Indio. Dort kamen alle Kleingruppen der Region zusammen. So trafen die Jugendlichen nicht nur die Gruppe der Mariensch\u00fclerinnen, sondern auch viele Jugendliche aus Mexiko, Peru und Kanada, die in der Region untergebracht waren. Sie feierten mit zwei kanadischen Bisch\u00f6fen eine lebendige Heilige Messe und erlebten so zum ersten Mal ein kleines Weltjugendtagsgef\u00fchl. Nach einer Vorstellung der Kultur Panamas stellten die Jugendlichen sich gegenseitig die Kultur der Heimatl\u00e4nder vor. F\u00fcr die Fuldaer Pilger ergab sich auch ein kurzes Gespr\u00e4ch mit dem Bischof von Col\u00c3\u00b3n, Manuel Ochogav\u00c3\u00ada Barahona OSA. Nach einer Nacht in einer sehr einfachen Unterkunft ohne flie\u00dfendes Wasser brachen die Jugendlichen in traditionellen lateinamerikanischen Bussen nach Col\u00c3\u00b3n auf. Dort nahmen sie an der zentralen Abschlussfeier des Bistums Col\u00c3\u00b3n Kuna-Yala teil, bei dem sie auch die anderen Teilnehmer des Bistums Fulda trafen. Nach einer Heiligen Messe mit vielen tausend Teilnehmern genossen die Jugendlichen das kulturelle Programm mit Musik und Tanz auf einem gro\u00dfen Platz. Der schwierigen Organisation auf Seiten der Verantwortlichen Panamas geschuldet, mussten die Gruppe der Eiterfelder, der Oblaten und der Marienschule erneut in tiefer Nacht in eine andere Schule umziehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_177269\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Messe-Colon-WJT-IMG_6263.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-177269\" class=\"size-thumbnail wp-image-177269\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Messe-Colon-WJT-IMG_6263-265x199.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Messe-Colon-WJT-IMG_6263-265x199.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Messe-Colon-WJT-IMG_6263-768x576.jpg 768w, 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