{"id":177238,"date":"2019-01-21T16:47:56","date_gmt":"2019-01-21T15:47:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=177238"},"modified":"2019-01-21T16:47:56","modified_gmt":"2019-01-21T15:47:56","slug":"journalist-heribert-prantl-beim-jahresauftakt-der-kab-klare-absage-an-extremismus-plaedoyer-fuer-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=177238","title":{"rendered":"Journalist Heribert Prantl beim Jahresauftakt der KAB &#8211; Klare Absage an Extremismus \u2013 Pl\u00e4doyer f\u00fcr Europa"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Aula-Bonifatiushaus.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-177240\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Aula-Bonifatiushaus-265x165.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"165\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Aula-Bonifatiushaus-265x165.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Aula-Bonifatiushaus-768x480.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Aula-Bonifatiushaus-600x375.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Aula-Bonifatiushaus.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>F\u00fcr einen Zeitraum von eineinhalb Stunden konnte man bei 200 Zuh\u00f6rern in der Aula des Fuldaer Bonifatiushauses eine Stecknadel fallen h\u00f6ren, als der Journalist Heribert Prantl bei der Jahresauftaktveranstaltung 2019 der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Di\u00f6zesanverband Fulda zum Thema \u201eVom Populismus zum Extremismus \u2013 Die Wiedergeburt von alten Wahnideen und Idiotien \u2013 und was dagegen zu tun ist\u201c sprach. Unterbrochen wurde sein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Europa und seine Absage an Extremismus ab und zu von Beifall, bevor ein nicht enden wollender Schlussaplaus bewies, das der Journalist nicht nur den Nerv, sondern auch Herz und Verstand der Zuh\u00f6rer erreicht hatte.<\/p>\n<p>H\u00f6chste Aufmerksamkeit fanden die Ausf\u00fchrungen von Prof. Dr. Heribert Prantl, Leiter des Ressorts Meinung bei der S\u00fcddeutschen Zeitung zur Frage von Populismus und Extremismus. Per se m\u00fcsse man \u201ePopulismus\u201c als wertneutrales Mittel zum Transport von Politik sehen. Gef\u00e4hrlich werde es jedoch, wenn mit extremen Gedankengut populistisch verpackt \u00c4ngste in Menschen wachgerufen werden. Diese \u00c4ngste seien gef\u00e4hrlich und f\u00fchrten schnell zu einem gef\u00e4hrlichen Nationalismus wie er weltweit derzeit zu beobachten sei. An internationalen Politiker Beispielen wie Trump, Erdogan, Duterte, Salvini, Strache und Orban machte Prantl den aufstrebenden populistischen extremen Nationalismus deutlich. \u201eEine Politik wie sie Trump macht, zerst\u00f6rt Anstand und Respekt\u201c wird Prantl deutlich.<\/p>\n<p>Mit Verweis auf 70 Jahre Menschenrechte zitierte er den \u201eGeist der Br\u00fcderlichkeit\u201c. \u201eLeute wie Gauland und Weidel verdammen diese Br\u00fcderlichkeit in die Abstellkammer\u201c.<\/p>\n<p>Der Jahresbeginn 2019 sei ganz besonders von extrem nationalistischen Gedanken gepr\u00e4gt. W\u00e4hrend viele Europ\u00e4er ihre Kr\u00e4fte f\u00fcr ein vereintes Europa sammeln und sich engagieren m\u00fcsse man dennoch den Eindruck gewinnen, dass die Anti-Europ\u00e4er derzeit st\u00e4rker seien. Dies werde gerade am Brexit deutlich.<\/p>\n<p>\u201eEuropa ist bedroht\u201c und damit sei unsere Heimat bedroht, machte Prantl deutlich und sprach sich f\u00fcr die Liebe zur Heimat aus. \u201eHeimat ist das was Halt gibt. Eine Politik, die Halt gibt, ist eine Politik gegen den Extremismus\u201c und erteilte dem Missbrauch des Wortes Heimat als \u201enationalistisches altes Geschwurbel \u00fcber Identit\u00e4t\u201c eine Absage.<\/p>\n<p>Heimat bedeute auch die Freiheit sich bewegen zu k\u00f6nnen. Die offenen Grenzen Europas k\u00f6nnten als Markenzeichen f\u00fcr diese Freiheit dienen.<\/p>\n<p>Nicht alte kleingeistige nationalistische Abschottung d\u00fcrfe die Zukunft pr\u00e4gen, vielmehr m\u00fcssten alle demokratischen politischen Kr\u00e4fte sich f\u00fcr den Sozialstaat, f\u00fcr ein soziales Europa engagieren und mitgestalten. Dies d\u00fcrfe sich aber nicht nur auf starke st\u00e4dische Regionen begrenzen, sondern m\u00fcsse auch die l\u00e4ndlichen Gebiete einbeziehen. Wirtschaften d\u00fcrfe nicht nur als Gewinnmaximierung verstanden werden, sondern m\u00fcsse auch dazu dienen, dass Menschen ihre Heimat in den Provinzen haben, dort ihre Wurzeln sp\u00fcren und sich aufgehoben f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Gerade die europ\u00e4ische Politik m\u00fcsse sich abwenden von einem ungez\u00fcgelten Finanzkapitalismus und dem Erscheinungsbild eines Gebildes, das nur aus Vorschriften bestehe. Vielmehr m\u00fcsse alles getan werden um den Menschen das Wir-Gef\u00fchl als Europ\u00e4er zu geben.<\/p>\n<p>Die Nation Europa sei eine junge zarte Pflanze, die f\u00fcr ihre Menschen trotz aller Konstruktionsfehler, trotz seiner demokratischen und sozialen Defizite Heimat und Zukunft biete, so Prantl.<\/p>\n<p>Er rief die KAB wie alle Verantwortungstr\u00e4ger in NGO, Kirche, Politik und Wirtschaft auf, sich f\u00fcr den Sozialstaat und damit f\u00fcr alle Menschen, unabh\u00e4ngig ihrer Leistungsf\u00e4higkeit zu engagieren. Insbesondere hob er die F\u00f6rderung der Kinder, die F\u00f6rderung der Menschen mit Behinderung und die Pflege und Sorge um die Alten hervor.<\/p>\n<p>Einem nationalistischen Extremismus, der vielfach auch rassistisch gepr\u00e4gt sei, k\u00f6nne mit einfachen Mitteln entgegengetreten werden. \u201eDemokratie ist ein Grundprinzip. Sie ist das erfolgreichste, beste und friedlichste Betriebssystem\u201c ermunterte der Journalist die Zuh\u00f6rer zum Handeln und weiter \u201eDemokratie hei\u00dft: Jeder hat eine Stimme, keiner ist mehr wert als der andere, alle sollen mitbestimmen, was zu geschehen hat. Junge und Alte, Altb\u00fcrger und Neub\u00fcrger, Menschen mit oder ohne Behinderungen\u201c.<\/p>\n<p>Im vorangegangenem Er\u00f6ffnungsgottesdienst in der Kapelle des Bonifatiushauses, Mitveranstalter des KAB IMPULS 2019, hatte KAB Di\u00f6zesanpr\u00e4ses Pfarrer Christian Sack dazu aufgerufen, die Liebe Gottes, die jeder Christ von Gott erhalte, an die Menschen im eigenen Umfeld weiter zu geben. \u201eAls Getaufte sind wir aufgerufen Gottes Liebe weiter zu verschenken\u201c.<\/p>\n<p>Der KAB Di\u00f6zesanvorsitzende Marcus M\u00fcller, der unter den 200 G\u00e4sten viele Verbands- und Organisationsvertreter, sowie Vertreter der Kommunalen Gremien wie auch Abgeordnete aus Land- und Bund willkommen hei\u00dfen konnte, warb in seiner Begr\u00fc\u00dfung um aktives Engagement f\u00fcr die freiheitlich demokratische Grundordnung und gegen jegliche Art von Extremismus und Rassismus. Dabei betonte er, dass es f\u00fcr die KAB eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sei, diesen Kampf ausschlie\u00dflich mit demokratischen Mitteln zu f\u00fchren und erteilte jeder Art von Gewalt eine Absage.<\/p>\n<p>Mit einem kleinen Kaffeepr\u00e4sent aus dem KAB eigenen Kaffeeprojekt in Guatemala bedankte sich der Di\u00f6zesanvorsitzende Egon Sch\u00fctz am Ende der Veranstaltung bei dem Referenten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>F\u00fcr einen Zeitraum von eineinhalb Stunden konnte man bei 200 Zuh\u00f6rern in der Aula des Fuldaer Bonifatiushauses eine Stecknadel fallen h\u00f6ren, als der Journalist Heribert Prantl bei der Jahresauftaktveranstaltung 2019 der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Di\u00f6zesanverband Fulda zum Thema \u201eVom Populismus zum Extremismus \u2013 Die Wiedergeburt von alten Wahnideen und Idiotien \u2013 und was dagegen zu &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":177239,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-177238","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-startseite"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/177238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=177238"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/177238\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":177241,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/177238\/revisions\/177241"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/177239"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=177238"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=177238"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=177238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}