{"id":176771,"date":"2018-11-19T08:45:02","date_gmt":"2018-11-19T07:45:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=176771"},"modified":"2018-11-19T08:45:02","modified_gmt":"2018-11-19T07:45:02","slug":"erste-event-f-veranstaltung-lockte-knapp-40-frauen-in-das-alte-postamt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=176771","title":{"rendered":"Erste \u201eEvent-F\u201c &#8211; Veranstaltung lockte knapp 40 Frauen in das Alte Postamt"},"content":{"rendered":"<p>Nachhaltigkeit, Frauenwahlrecht, Upcycling \u2013 Themen mit denen sich zwar nicht nur Frauen auseinandersetzen, die aber dennoch f\u00fcr Frauen hochinteressant und aktuell sind. Verschrieben hatte sich diesen Themen am vergangenen Donnerstag Stefanie Planz, die dazu einige Mitstreiterin in den Konferenzsaal des Ludwig in das Alte Postamt eingeladen hatte. Unter dem Motto \u201eEvent F\u201c will die Alsfelderin zuk\u00fcnftig immer mal wieder Frauen zu interessanten Abenden zusammenf\u00fchren und ins Gespr\u00e4ch bringen. Sie selbst berichtete zum Start in den Abend von sich selbst \u2013 als ein pl\u00f6tzlich ver\u00e4nderter Lebensentwurf sie dazu zwang, sich beruflich und finanziell anders aufzustellen. Nicht zuletzt sei ihr dabei bewusst geworden, dass gerade die Biographien von Frauen dazu angetan sind, in sp\u00e4teren Jahren Versorgungsl\u00fccken aufzuweisen.<\/p>\n<p>Ein Thema, das auch die Alsfelder Autorin und Kolumnistin Traudi Schlitt immer wieder aufgreift. Sie sei sich zwar durchaus bewusst, dass man als Frau in Deutschland und Westeuropa insgesamt komfortabler lebe als in vielen anderen Teilen der Welt, besonders weit sei man in Sachen Gleichberechtigung dennoch seit vielen Jahren nicht bekommen: Noch immer sitzen in DAX-Unternehmen weniger Frauen als M\u00e4nner mit den Vornamen Michael und Andreas, f\u00fchrte sie mit Hinweis auf einen Beitrag im manager magazin aus, noch immer g\u00e4ben sich zu viele Frauen damit zufrieden, trotz guter Schul- und Studienabschl\u00fcsse in einer bestimmen F\u00fchrungsebene nicht vorzukommen. Schlitt hatte aus Anlass des 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums zur Einf\u00fchrung des Frauenwahlrechts eine Kolumne mitgebracht, die zeigte, welch langen Weg die M\u00fctter des Wahlrechts gehen mussten und welche Widerst\u00e4nde sie zu \u00fcberwinden hatten. Dass es heute in Deutschland immer noch ein Ministerium \u2013 n\u00e4mlich das Heimatministerium von Horst Seehofer \u2013 gebe, in dem keine einzige Frau vertreten ist, lie\u00df sie unkommentiert stehen. Humor, so die Autorin abschlie\u00dfend, sei zwar angesichts der Lage nicht immer angebracht, helfe aber mehr als Verbissenheit.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chste Frau mit viel zu erz\u00e4hlen bat Planz Barbera Sch\u00f6nenberg zum Interview. Diese f\u00fchrt seit Anfang des Jahres in Alsfeld einen Laden f\u00fcr Shabby Chic, in dem sie alte M\u00f6bel aufarbeitet, anbietet und dazu auch passende Accessoires bereith\u00e4lt. Sie erz\u00e4hlte von ihrem spannenden Werdegang und dem Mut, den es braucht, um sich mit seinem Traum vom eigenen Gesch\u00e4ft selbstst\u00e4ndig zu machen. Schnell war deutlich, dass dies kaum mit einer 40-Stunden-Woche geht, und auch der F\u00e4higkeit bedarf, R\u00fcckschl\u00e4ge zu \u00fcberstehen. Sch\u00f6nenberg hatte kleine Beispiele ihrer handwerklichen Kunst mitgebracht und versprach: Vom alten Schrank zum Shabbyteil sei es zwar ein langer Weg, kleinere Sachen aber k\u00f6nne man auch ohne viel Erfahrung anfertigen.<br \/>\nF\u00fcr den modischen Teil des Abends war Ute Lochno zust\u00e4ndig. Sie hatte neueste Herbsttrends am Start und sprach vor einer sch\u00f6nen Modenschau mit Stefanie Planz \u00fcber Nachhaltigkeit in der Mode. Kein leichtes Thema \u2013 lebt die Modebranche doch mehr als jede andere von wechselnden Trends und schnellem Konsum. Wichtig sei, dass man Teile habe, die man auch nach Jahren noch gut tragen k\u00f6nne und mit neuen kombinieren k\u00f6nne. Nichtsdestotrotz empfahlen sie den Frauen, regelm\u00e4\u00dfig auszumisten: Was man ein Jahr nicht getragen habe, k\u00f6nne in den Second-Hand-Laden oder vielleicht zum Upcycling. Auch daf\u00fcr war eine Expertin vor Ort: Schauspielerin Johanna Mildner vertrat die erkrankte Schneidermeisterin Ruth Henkel, die beeindruckende Beispiele von Kleidern bereitgestellt hatte, die sie in Workshops oder auf Anregung von Kundinnen gefertigt hatte: Das Brautkleid einer Mutter war zum Abiturkleid der Tochter geworden, ein altes Lodencape einer anderen Frau zum stylischen Winterteil mit Glam-Faktor. \u00dcber die Wahnsinnsideen und die perfekte handwerkliche Umsetzung staunten die Zuschauerinnen sehr, konzentrierten sich dann aber auch auf die neuen Teile, die die vier Models von Ute Lochno zeigten. Darunter waren eine Hose und ein Hosenanzug, die aus F\u00e4den hergestellt sind, die wiederum aus recyceltem PET gewonnen werden. Best\u00fcckt hatte Lochno ihre Schau mit Accessoires aus dem Alsfelder Weltladen \u2013 ein weiteres Beispiel gelungener Kooperation in der Fachwerkstadt.<br \/>\nAm Ende eines langen Abends hatten die anwesenden Damen ganz viele neue Eindr\u00fccke gewonnen, nahmen Denkans\u00e4tze mit und viele Ideen, die sie vielleicht schon bald umsetzen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Nachhaltigkeit, Frauenwahlrecht, Upcycling \u2013 Themen mit denen sich zwar nicht nur Frauen auseinandersetzen, die aber dennoch f\u00fcr Frauen hochinteressant und aktuell sind. Verschrieben hatte sich diesen Themen am vergangenen Donnerstag Stefanie Planz, die dazu einige Mitstreiterin in den Konferenzsaal des Ludwig in das Alte Postamt eingeladen hatte. 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