{"id":176761,"date":"2018-11-09T06:20:57","date_gmt":"2018-11-09T05:20:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=176761"},"modified":"2018-11-09T06:20:57","modified_gmt":"2018-11-09T05:20:57","slug":"mysterienspiel-truthgeba-leobgyth-lioba-von-inga-storck-schnabel-im-kultureller-fulda-uraufgefuehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=176761","title":{"rendered":"Mysterienspiel &#8220;Truthgeba \u2013 Leobgyth \u2013 Lioba&#8221; von Inga Storck-Schnabel im Kultureller Fulda uraufgef\u00fchrt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DSC_0005.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-176766\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DSC_0005-265x273.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DSC_0005-265x273.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DSC_0005-257x265.jpg 257w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DSC_0005-768x792.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DSC_0005-582x600.jpg 582w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DSC_0005.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Eine steile Treppe f\u00fchrt den Besucher in einen Gew\u00f6lbekeller auf dem Gel\u00e4nde eines ehemaligen Jesuitenkollegs. Einfache St\u00fchle stehen dicht beieinander, jeder ist herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei, gespendet wird f\u00fcr das Projekt der Deutschen PalliativStiftung (Schirmherr: Dr. Thomas Sitte). Dem Besucher strahlen zwei gro\u00dfe Lioba-Bilder entgegen, die der Fuldaer K\u00fcnstler Raimund Roth in der alten Technik der Hinterglasmalerei gemalt und gestiftet hat. Am Ende der Auff\u00fchrung \u00fcberreicht der K\u00fcnstler eines der wunderbaren Werke den Lioba-Schwestern (Cella St. Lioba Petersberg).<\/p>\n<p>Von den Gem\u00e4lden ausgehend kann das Auge des Betrachters an allen vier Ecken des Raumes Instrumente wahrnehmen. In einem Winkel eine Harfe, die den Zuschauer schon in die Zeit des Mittelalters versetzt. David Fl\u00fcgel erfasst mit gro\u00dfem Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen die N\u00f6te, die Sehns\u00fcchte dieser Zeit. In einem anderen Winkel stehen gleich zwei Instrumente, ein Tasten- und ein R\u00f6hrenglockenspiel. Schwester Hildegard Wolters (OSB) zarte Finger gleiten behutsam und beherzt von einem zum anderen Instrument und locken die verschiedenen Stimmungen der Situationen hervor. In einem anderen Winkel ein Trommler, der durch starke Tommelwirbel die Besucher oftmals aufschreckt. Mit einer jugendlichen Freude und Elan spielt Samuel Baumann sein Instrument so gewaltig, so dass sich der Kulturkeller oftmals zu einem Klangk\u00f6rper verwandelt. In einem anderen Winkel ein Mischpult. Andreas Schnell, ein Profi der Technik, wechselt in gro\u00dfer Pr\u00e4zision von mittelalterlichem Chorgesang hin\u00fcber zu dramatischen Naturger\u00e4uschen, die Johannes Lowien in gro\u00dfer Phantasie zusammengef\u00fcgt hat. So unterschiedlich die Musik in ihrer Dramatik, so unterschiedlich die Darstellungen der Performances. Monika und Petra Kling bewegen sich akribisch in allen ihren t\u00e4nzerischen Aussagen, obwohl ihre Bewegungsm\u00f6glichkeiten durch ihre Kost\u00fcme grundverschieden sind. Alle drei Performances f\u00fchren spielerisch und farbenpr\u00e4chtig hin zu den Dialogen. Eine gro\u00dfe spielerische Reife beider Darstellerinnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150655.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-176765\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150655-265x199.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150655-265x199.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150655-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150655-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150655.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Die Kindheitsgeschichte von der Geburt bis zum Weggehen als junge Schwester ist das Thema der kleinen Truthgeba (sp\u00e4tere Lioba). Ein Glanzauftritt vor der Pause die kleine Lioba mit dem Taufnamen Truthgeba (Marietta Fl\u00fcgel). Ihr anmutiges und voller Poesie verk\u00f6rpertes Wesen erobert im Sturm die Herzen der Zuschauer und das Herz ihrer Mutter Aebbe (Maria Baumann), die nach diesem Auftritt ihr Kind f\u00fcr immer in das Kloster Thanet (England) abgeben muss. Eine reife Leistung der Schauspielerin, die ihren Abschiedsschmerz nur sehr leise ohne gr\u00f6\u00dferen Ausbruch darstellt. Die gute alte Amme (Karin Katroschan) in ihrer burschikosen und zupackenden Art gibt ihr den n\u00f6tigen Halt.<br \/>\nEine Hiobsbotschaft \u00fcbermittelt in einer Traumdeutung eine weise \u00e4ltere Nonne (Regina Henkel) der jungen Schwester Lioba, die ihr Kloster Thanet in England bald verlassen muss, um in einem fremden Land mit einer fremdartigen G\u00f6tterkultur und Sprache heimisch zu werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150679.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-176764\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150679-265x199.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150679-265x199.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150679-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150679-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150679.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Aufbrausende Naturger\u00e4usche, Trommelwirbel, Dunkelheit und Bedrohungen, schwarze Flattergestalten belagern das Kloster, in dem \u00c4btissin Lioba (Monika Kling) mit ihren Nonnen heimisch geworden ist, mitten in den dunklen W\u00e4ldern Germaniens. Durchhalten ist das Wort, das immer wieder aufleuchtet. \u00c4btissin Lioba wird immer st\u00e4rker in ihrer Ausstrahlung, je gef\u00e4hrlicher die Situation f\u00fcr sie und ihre Nonnen wird. An diesem unheimlichen Ort wieder eine Hiobsbotschaft von der Priorin (Gisela Klingel): \u201eDie Nonne Elisabeth ist aus dem Kloster gefl\u00fcchtet.\u201c Wie ihre Mutter Aebbe damals nicht zusammenbrach, als sie ihr Kind hergeben musste, so reagiert auch Lioba in ihrer pers\u00f6nlichen Reife voll Vertrauen, ihre Tochter (Nonne Petra Kling) in den dunklen W\u00e4ldern wiederzufinden. Sie legt alle Angst beiseite und will sich schutzlos dieser Wildnis und Dunkelheit stellen. In diesem Augenblick gewaltiger Trommelwirbel, gro\u00dfe und kleine Flattergestalten (Maria u. Simeon Baumann, Theresa u. Johannes Fl\u00fcgel, Karin Katroschan) erscheinen unter Rabengekr\u00e4chze aus der Dunkelheit.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150692.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-176763\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150692-265x199.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150692-265x199.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150692-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150692-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/P1150692.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Nach einer noch gr\u00f6\u00dferen Ger\u00e4uschkulisse tauchen der \u201eHeld des Eichenhains\u201c (Tim Ulmer) mit dem \u201eStab der Macht\u201c, im Schlepptau den alten Germanen (Robert Richter) und die Nonne Elisabeth (Petra Kling) als Opfergabe zur S\u00fchne f\u00fcr den Mord, den der Hl. Bonifatius an der \u201eheiligen G\u00f6ttin der Germanen \u2013 der Eiche\u201c vollzogen hat, unheilvoll auf. Den Schwur, den der \u201eHeld des Eichenhains\u201c beim F\u00e4llen seiner \u201eG\u00f6ttin\u201c ablegte: \u201eIch will der R\u00e4cher f\u00fcr dich sein\u201c, sollte in diesem Augenblick vollzogen werden. Schwester Elisabeth soll nun get\u00f6tet werden. Die Heilige Lioba legt in diesem Moment alle ihre \u00c4ngste ab und bietet sich selber als Opfergabe an. Der Bann der Angst weicht von der Nonne Elisabeth, sie ist gerettet. Ihre \u00c4btissin ist in ihrem Wunsch nach Frieden so stark geworden, dass der \u201eHeld des Eichenhains\u201c, obwohl schreiend, br\u00fcllend, drohend, ihr in ihrer Verkl\u00e4rtheit nichts mehr antun kann. Lioba in ihrer Friedensbereitschaft ist nicht mehr als Opfergabe zu gebrauchen. Der \u201eHeld des Eichenhains\u201c bleibt bei seinem Schwur, R\u00e4cher f\u00fcr \u201eseine G\u00f6ttin\u201c zu sein. Er wird wiederkommen. Der alte Germane hat vor der St\u00e4rke dieser Frau schon vorher kapituliert. Beide Spieler \u00fcbermitteln die germanische Welt \u00fcberzeugend und kraftvoll.<\/p>\n<p>Alexander Baumann spricht mit ausdrucksstarker Stimme \u00fcber die G\u00f6tterwelt der Germanen und das Leben der Heiligen Lioba. Die Zuschauer gehen betroffen nach Hause. Eine weitere Theaterauff\u00fchrung findet zum Stadtjubil\u00e4um am Sonntag, 10. M\u00e4rz 2019, um 15:00 Uhr im Kulturkeller Fulda statt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Eine steile Treppe f\u00fchrt den Besucher in einen Gew\u00f6lbekeller auf dem Gel\u00e4nde eines ehemaligen Jesuitenkollegs. Einfache St\u00fchle stehen dicht beieinander, jeder ist herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei, gespendet wird f\u00fcr das Projekt der Deutschen PalliativStiftung (Schirmherr: Dr. Thomas Sitte). 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