{"id":176730,"date":"2018-11-09T06:13:05","date_gmt":"2018-11-09T05:13:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=176730"},"modified":"2018-11-09T06:13:05","modified_gmt":"2018-11-09T05:13:05","slug":"you-brought-peace-to-our-families-vernissage-der-ausstellung-wonder-of-the-female-body-in-der-richard-mueller-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=176730","title":{"rendered":"\u201eYou brought peace to our families\u201c &#8211; Vernissage der Ausstellung \u201eWonder of the Female Body\u201c in der Richard-M\u00fcller-Schule"},"content":{"rendered":"<p>Mit einer inspirierenden und kurzweiligen Feierstunde wurde die Wanderausstellung \u201eWonder of the Female Body\u201c des Vereins LebKom e.V., der sich im Rahmen des FULDA-MOSOCHO-PROJEKT gegen die Genitalverst\u00fcmmelung von M\u00e4dchen in Kenia einsetzt, in der Richard-M\u00fcller Schule er\u00f6ffnet. Gastredner Michael Brand dankte Schulleiterin Claudia H\u00fcmmler-Hille daf\u00fcr, das Thema aufgegriffen zu haben. \u201eDer Einsatz f\u00fcr die Menschenrechte woanders ist Einsatz f\u00fcr unsere eigenen Menschenrechte\u201c, sagte der Bundestagsabgeordnete, der auch Mitglied im Bundesausschuss f\u00fcr Menschenrechte und humanit\u00e4re Hilfe ist.<\/p>\n<p>Die Direktorin der Richard-M\u00fcller-Schule hob zu Beginn der Vernissage das gro\u00dfe Interesse an dem Thema \u201eWie k\u00f6nnen M\u00e4dchen vor Genitalverst\u00fcmmelung gesch\u00fctzt werden\u201c hervor, das sich angesichts der vielen BesucherInnen der Vernissage zeige und keineswegs selbstverst\u00e4ndlich sei. H\u00fcmmler-Hille f\u00fchrte in ihrer Begr\u00fc\u00dfungsansprache aus, wie es der Fuldaer Professorin Dr. Muthgard Hinkelmann-Toewe in den vergangenen 15 Jahren gelungen sei, einen positiven Wandel in der Region Mosocho zu initieren und nachhaltig zu begleiten. Die Professorin der Hochschule Fulda  ist daf\u00fcr bereits zusammen mit dem Verein LebKom e.V. von Unicef ausgezeichnet worden, die das Projekt zu einem der f\u00fcnf wirksamsten im Einsatz gegen FGM (Female Genital Mutilation) weltweit z\u00e4hlt. Die Rednerin ging der Frage nach, wie Hinkelmann-Toewe zu diesem Erfolg gelangen konnte, so viele M\u00e4dchen zu retten. \u201eMit Negativem, Defizit\u00e4rem kann man bekanntlich wenig positive Energie entfalten\u201c, so die Direktorin. Hinkelmann-Toewe habe es mit ihrem Wert-Zentrierten Ansatz geschafft, einen positiven Zugang zu finden, eine Situation mit den Betroffenen herzustellen, bei der bei beiden Seiten das Gef\u00fchl vorherrscht, etwas davon zu haben. Dabei sei es ein elementarer Schritt gewesen, dem Beschneidungsritual eine religi\u00f6se Dimension abzuerkennen und das eigentliche Motiv herauszuarbeiten: \u201eEs geht um Besitz und um Unterdr\u00fcckung, um ein Instrument um die vermeintliche Wildheit des Weiblichen zu z\u00e4hmen\u201c, so fasst H\u00fcmmler-Hille zusammen. Ziel sei es, dass alle Beteiligten erkennen, dass Nichtbeschneidung ein Gewinn f\u00fcr alle darstelle. Multiplikatoren dieser Einsicht sind innerhalb des Projekts vor allem Lehrerinnen und Lehrer der Region Mosocho in Kenia, ebenso wie B\u00fcrgermeister und Dorf\u00e4lteste, die das von Mitarbeitern des Vereins LebKom e.V. vermittelte Wissen um die Anatomie der Geschlechtsorgane und deren Funktion, aber auch das Erkennen von Unterdr\u00fcckung und Gewalt weitergeben. <\/p>\n<p>Auch MdB Michael Brand zollte Professorin Hinkelmann-Toewe und ihren MitstreiterInnen gr\u00f6\u00dften Respekt. Als Vater von drei T\u00f6chtern werde es ihm angesichts des Themas immer wieder bewusst, in welch privilegierten Verh\u00e4ltnissen man hierzulande aufwachse. In einigen Regionen Afrikas seien fast alle kleinen M\u00e4dchen von FGM bedroht. Weltweit seien 200 Millionen Frauen ihrer Gesundheit und Unversehrtheit sowie ihrer Sexualit\u00e4t beraubt! Ersch\u00fctternd sei, dass das Los der Geburt \u00fcber das grausame Schicksal entscheide. Brand machte in seiner pers\u00f6nlichen und einnehmenden Ansprache deutlich, dass es wichtig sei, Verantwortung zu \u00fcbernehmen \u201ef\u00fcr ein Thema, was angeblich so weit weg ist\u201c und sich \u201ef\u00fcr einen Wandel einzusetzen\u201c. Er hob hervor, dass der Verein LebKom e.V. sich dieser Verantwortung in besonderer Art und Weise stelle, genauso wie die Schule, die mit dieser Ausstellung das Thema \u201eFGM\u201c in den Fokus r\u00fcckt. \u201eWir sind stolz darauf, dass aus Fulda f\u00fcr Menschenrechte weltweit so viel getan wird.\u201c An Prof. Hinkelmann-Toewe gewandt f\u00fcgte er hinzu: \u201e&#8230;und daf\u00fcr mag ich Sie so.\u201c<\/p>\n<p>Ein echtes Highlight der Vernissage war der wissenschaftliche Beitrag \u201eDer Wert-Zentrierte Ansatz, was er bewirkt und wo er gebraucht ist\u201c von Frau Prof. Muthgard Hinkelmann-Toewe, die es mit ihrer authentischen und inspirierenden Art schaffte, alle Anwesenden in den Bann zu ziehen und f\u00fcr ihre Sache zu begeistern. Sie ermutigte die Direktorin und die Mitorganisatoren der Ausstellung, Birgit Rohleder und Silvia Kehl, sich nach kenianischer Tradition f\u00fcr die gelungene Veranstaltung und den stimmungsvollen Rahmen selbst zu beklatschen. <\/p>\n<p>\u201eAfrikapolitik muss Begeisterung ausl\u00f6sen und zwar nach beiden Seiten\u201c, verdeutlichte Hinkelmann-Toewe. Angesichts der Lage in vielen afrikanischen Staaten, die von Diktatoren beherrscht und wo Frauen massiv unterdr\u00fcckt w\u00fcrden, sei die Tatsache, dass es in der Region Mosocho, die ca. 130000 Einwohner hat, seit f\u00fcnfzehn Jahren keine Beschneidungen mehr gebe, geradezu ein Wunder. Die Familien h\u00e4tten sich von innen heraus reformiert, geschlechtsspezifische Gewalt sei ersetzt durch friedvolles Verhalten und die Gleichheit von Mann und Frau nun aktiv von den Menschen vor Ort zur Umsetzung gebracht. Das Ende der Beschneidung sei eine Folge davon. Vor allem seien die M\u00e4nner von Anfang an mit einbezogen worden. Durch den Wert-Zentrierten Ansatz w\u00fcrden sich M\u00e4nner bewusst, dass sie die Frauen als Entwicklungstr\u00e4gerinnen br\u00e4uchten, sie diese mit ihrem Verhalten und der Forderung nach Beschneidung allerdings unterdr\u00fcckten. Die Ungleichbehandlung der Geschlechter beginne bereits \u201eauf dem Wickeltisch\u201c, so Hinkelmann-Toewe. Mit \u201eWonder of the Female Body\u201c in den Wert-Zentrierten Seminaren  des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTes w\u00fcrden anatomische \u00dcbereinstimmungen des weiblichen und m\u00e4nnlichen Geschlechtsorgans bewusst gemacht, was eine wichtige Basis f\u00fcr die Gleichstellung der Geschlechter sei. M\u00e4nner w\u00fcrden sich durch Selbstreflektion nach der Teilnahme am Projekt entscheiden, nun echte Partner f\u00fcr ihre Frauen zu sein.  \u201eYou brought peace to our families!\u201c so zitiert die Professorin einen der ersten Projektteilnehmer, den Vize-B\u00fcrgermeister von Mosocho, Richard Aminga. \u00e2\u20ac\u00a8Die Erfolgsgeschichte Mosochos strahlt auf die Nachbarregionen Kisii South und Marani aus, wo bereits die ersten 1000 M\u00e4dchen nachhaltig gesch\u00fctzt sind. Nun fragt ganz Kisii-County mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern durch \u00fcber 350 hochrangige Offizielle die Zusammenarbeit nach dem in Fulda entwickelten Wert-Zentrierten Ansatz an. \u00e2\u20ac\u00a8Die Freude der kenianischen Familien, die das schreckliche Ritual der Beschneidung \u00fcberwunden haben, \u00e4u\u00dferte sich f\u00fcr die Besucher der Vernissage eindr\u00fccklich in einer Videobotschaft aus Mosocho mit Gr\u00fc\u00dfen an die Richard-M\u00fcller-Schule und einem \u201eBody-Song\u201c. Die Familien bedankten sich bei ihrer \u201eDr. Muthgard\u201c.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend stellte Jasmina Otterbein als Vertreterin der Sch\u00fclerschaft (SV) dar, dass der Schulgemeinde sehr viel daran liege, das Thema FGM pr\u00e4sent zu machen. Die mit ihrem Kuchen- und Taccoverkauf erzielten Einnahmen spendete die SV an den Verein LebKom e.V., wof\u00fcr sich Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Ulrike Maschke herzlich bedankte. Unter den G\u00e4sten befanden sich Vertreter verschiedener \u00f6ffentlicher und kirchlicher Einrichtungen, sowie der leitender Schulamtsdirektor Harald Persch, Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke, Prof. Dr Hartmann von der theologischen Hochschule, Dr. Herbert B\u00fcttner (Kreishandwerkerschaft Fulda), Frau Lengsfeld (antonius netzwerk Mensch) Herr Bien (Perspectiva) und Sybille Herbert f\u00fcr den Magistrat. F\u00fcr die ber\u00fchrende musikalische Mitwirkung erhielten die Mitglieder der Sch\u00fclerband (Katharina Uebe und Timo Ziebart) und Lilly und Torsten Schumacher viel Applaus. <\/p>\n<p>Die Wanderausstellung ist noch bis zum 04.12.2018 im Handelszentrum der Richard-M\u00fcller-Schule zu sehen und w\u00e4hrend der Schulzeit ge\u00f6ffnet. Anmeldung bei der Schulverwaltung (0661-9687-0). Interessierten und Schulklassen bietet der Verein LebKom e.V. F\u00fchrungen an (0661-64125).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Mit einer inspirierenden und kurzweiligen Feierstunde wurde die Wanderausstellung \u201eWonder of the Female Body\u201c des Vereins LebKom e.V., der sich im Rahmen des FULDA-MOSOCHO-PROJEKT gegen die Genitalverst\u00fcmmelung von M\u00e4dchen in Kenia einsetzt, in der Richard-M\u00fcller Schule er\u00f6ffnet. 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