{"id":176643,"date":"2018-10-26T09:01:11","date_gmt":"2018-10-26T07:01:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=176643"},"modified":"2018-10-26T09:02:09","modified_gmt":"2018-10-26T07:02:09","slug":"fulda-und-petersberg-bewerben-sich-gemeinsam-%e2%80%a8um-das-europaeische-kulturerbe-siegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=176643","title":{"rendered":"Fulda und Petersberg bewerben sich gemeinsam \u00e2\u20ac\u00a8um das Europ\u00e4ische Kulturerbe-Siegel"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Michaelskirche-karolingische-Krypta-e1540537315977.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-176645\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Michaelskirche-karolingische-Krypta-e1540537315977-265x398.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Michaelskirche-karolingische-Krypta-e1540537315977-265x398.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Michaelskirche-karolingische-Krypta-e1540537315977-177x265.jpg 177w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Michaelskirche-karolingische-Krypta-e1540537315977-400x600.jpg 400w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Michaelskirche-karolingische-Krypta-e1540537315977.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Die Stadt Fulda und die Gemeinde Petersberg streben f\u00fcr das Nominierungsjahr 2021 eine gemeinsame Bewerbung um das Europ\u00e4ische Kulturerbe-Siegel an. Mit diesem zeichnet die Europ\u00e4ische Kommission St\u00e4tten aus, die einen herausragenden symbolischen Wert f\u00fcr die Entwicklung Europas besitzen. Im Falle Fuldas und Petersbergs geht es um die herausragende Bedeutung der beiden Orte als Bildungszentren des Fr\u00fchmittelalters.<\/p>\n<p>Fuldas Oberb\u00fcrgermeister Dr. Heiko Wingenfeld hob in der j\u00fcngsten Sitzung des Schul- und Kulturausschusses die Bedeutung dieser Initiative im Rahmen der Aktivit\u00e4ten zum Jubil\u00e4umsjahr 2019 hervor. Aus Sicht der Stadt Fulda liegt die europ\u00e4ische Dimension im Besonderen darin, dass die Reichsabtei Fulda und ihr Nebenkloster Petersberg f\u00fcr die karolingische Bildungsreform stehen, die im 8. und 9. Jahrhundert ma\u00dfgeblich das Zusammenwachsen verschiedener V\u00f6lker zu einer kulturellen Einheit angesto\u00dfen und damit langfristig die Entwicklung der europ\u00e4ischen Wertegemeinschaft beeinflusst hat. Der Schul-, Kultur- und Sportausschuss der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung begr\u00fc\u00dfte ausdr\u00fccklich die Bewerbung und unterst\u00fctze einstimmig den Auftrag an die Verwaltung, alle erforderlichen Schritte auf den Weg zu bringen.<\/p>\n<p>Unter dem Schulleiter und Abt Rabanus Maurus (Abt 822\u2013842) wurde das Hauptkloster in Fulda mit seinen Nebenkl\u00f6stern in der ersten H\u00e4lfte des 9. Jahrhunderts zu einem f\u00fchrenden Bildungszentrum im Frankenreich. Eines dieser Nebenkl\u00f6ster gr\u00fcndete Rabanus 836\/838 auf dem benachbarten Petersberg und machte seine k\u00fcnstlerisch reich ausgestattete Kirche zur Grablege der Heiligen Lioba, einer Missionsgef\u00e4hrtin des Bonifatius. Petersberg diente Rabanus von 842 bis 847 als haupts\u00e4chlicher Schaffensort. Bis ins 12. Jahrhundert hinein genoss das Kloster Fulda nicht nur reichsweite Beachtung f\u00fcr seine Schule, seine Bibliothek und sein Skriptorium, sondern auch f\u00fcr die Werke der bildenden Kunst.<\/p>\n<p>Zwar stelle das Kulturerbe-Siegel den ideellen Wert einer St\u00e4tte f\u00fcr Europa in den Mittelpunkt, doch h\u00e4tten Fulda und Petersberg mit der Michaelskirche auf dem einstigen Klosterfriedhof sowie der Propsteikirche auf dem Petersberg dar\u00fcber hinaus eine herausragende Bausubstanz aus der Karolingerzeit zu bieten, erl\u00e4uterte Dr. Wingenfeld. \u201eFulda steht damit so deutlich wie kein anderes Kloster f\u00fcr das Aufeinandertreffen der christlichen Missionsziele mit dem fr\u00e4nkischen Herrschaftsanspruch und Bildungsprogramm im 8. und 9. Jahrhundert, die zusammen das Entstehen der europ\u00e4ischen Wertegemeinschaft ma\u00dfgeblich beeinflusst haben.\u201c<\/p>\n<p>Da f\u00fcr eine positive Entscheidung der europ\u00e4ischen Kommission vor allem entscheidend ist, dass junge Menschen f\u00fcr die Bedeutung des Ortes sensibilisiert werden, kommt der breiten Verankerung der Bewerbung in der regionalen Schul- und Bildungslandschaft eine entscheidende Bedeutung zu. Sowohl die Hochschule Fulda als auch das Bistum, die Theologische Fakult\u00e4t mit dem dort angesiedelten Forschungsprojekt der Bibliotheca Fuldensis und das Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege haben nach ersten Vorgespr\u00e4chen ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Vorhaben zugesichert. In den kommenden Monaten soll nun eine Lenkungsgruppe das inhaltliche Vorkonzept weiter vertiefen und zusammen mit weiteren Projektpartnern einen Ma\u00dfnahmenkatalog erstellen, um das Thema in den Schulen, aber auch bei den Einheimischen und den zahlreichen Touristen bekannt zu machen.<\/p>\n<p>Bis Mitte des Jahres 2019 haben Fulda und Petersberg noch Zeit, um die Bewerbung beim Hessischen Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Kunst vorzulegen. Sofern vom Land das Vorhaben unterst\u00fctzt wird, muss sich die Bewerbung noch in der Kultusministerkonferenz gegen m\u00f6gliche andere deutsche Kandidaten behaupten. Ende des Jahres 2021 w\u00e4hlt dann die Europ\u00e4ische Kommission aus zwei deutschen Vorschl\u00e4gen eine St\u00e4tte aus, die das Kulturerbe-Siegel erhalten wird. Zuletzt waren die Rath\u00e4user in M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck als Orte des Westf\u00e4lischen Friedens ausgezeichnet worden.<\/p>\n<p><em>Hintergrund: Das Europ\u00e4ische Kulturerbe-Siegel (englisch: European Heritage Label) ist eine Auszeichnung f\u00fcr Kulturdenkmale, Kulturlandschaften oder Gedenkst\u00e4tten, die f\u00fcr europaweit bedeutend gehalten werden. Das Siegel entstand 2006 aus einer zwischenstaatlichen Initiative europ\u00e4ischer Staaten und wurde dann im Jahre 2011 in eine EU-Initiative mit aktualisierten Kriterien abge\u00e4ndert. Zu den ausgezeichneten Orten in Deutschland nach dem alten System geh\u00f6ren St\u00e4tten des Eisernen Vorhangs (darunter auch Point Alpha) sowie wichtigen Schaupl\u00e4tze der Reformation (z.B Lutherstadt Wittenberg); nach dem neuen System wurden bislang das Hambacher Schloss, St\u00e4tten des musikalischen Erbes in Leipzig sowie St\u00e4tten des Westf\u00e4lischen Friedens (M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck) zertifiziert.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Stadt Fulda und die Gemeinde Petersberg streben f\u00fcr das Nominierungsjahr 2021 eine gemeinsame Bewerbung um das Europ\u00e4ische Kulturerbe-Siegel an. Mit diesem zeichnet die Europ\u00e4ische Kommission St\u00e4tten aus, die einen herausragenden symbolischen Wert f\u00fcr die Entwicklung Europas besitzen. 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