{"id":176516,"date":"2018-10-22T16:58:36","date_gmt":"2018-10-22T14:58:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=176516"},"modified":"2018-10-22T16:58:36","modified_gmt":"2018-10-22T14:58:36","slug":"kombination-aus-film-und-musik-aus-nostalgie-und-starkem-tobak-bandsalad-trifft-gundermann-begeisterung-fuer-guten-rock-und-einen-nachdenklichen-film","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=176516","title":{"rendered":"Kombination aus Film und Musik, aus Nostalgie und starkem Tobak &#8211; Bandsalad trifft Gundermann: Begeisterung f\u00fcr guten Rock und einen nachdenklichen Film"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_176517\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/2018-10-20_Bandsalad-1.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-176517\" class=\"size-thumbnail wp-image-176517\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/2018-10-20_Bandsalad-1-265x177.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/2018-10-20_Bandsalad-1-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/2018-10-20_Bandsalad-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/2018-10-20_Bandsalad-1-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/2018-10-20_Bandsalad-1.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-176517\" class=\"wp-caption-text\">Begeisterte Musik mit Draht zum Publikum und einer Leidenschaft f\u00fcr guten, handgemachten Sound: \u201eBandsalad\u201c mit Matthias Karle, J\u00fcrgen Litzka und Bruno Frank im Alsfelder Kino.<\/p><\/div>\n<p>Ein Event aus Musik und Film hat man im Alsfelder Kino nicht alle Tage. Kein Wunder also, dass Theaterleiterin Silke Kunzelmann sich freute, im vollbesetzten Saal das Publikum pers\u00f6nlich zu begr\u00fc\u00dfen, das der Quasi-Premiere der Alsfelder Band \u201eBandsalad\u201c lauschen und sich danach den viel diskutierten Film \u201eGundermann\u201c zu Gem\u00fcte f\u00fchren wollte. Es war die Kombination aus Film und Musik, aber auch aus Nostalgie und starkem Tobak, die diesen Abend f\u00fcr das Publikum zu etwas Besonderem machte.<br \/>\nEtwas Besonderes war der Abend auch f\u00fcr die Band: Die Musiker Matthias Karle, Bruno Frank und J\u00fcrgen Litzka sind in der Region f\u00fcr anderen Sound bekannt. Mit ihrer Band \u201eBandsalad\u201c und dem Thema \u201eOstrock trifft Westsound\u201c haben sie sich einen ganz eigenen Wunsch erf\u00fcllt, den sie nun erstmals mit einem gro\u00dfen Publikum auf der B\u00fchne teilten \u2013 es funktionierte, wie sie erfreut feststellen konnten: Die alten Songs der Puhdys, von City oder Karat haben nicht nur heute noch oder wieder ihre Fans, ihre Inhalte scheinen mitunter aktuell wie eh und je zu sein. Dennoch scheint der Faktor Nostalgie bei dieser Musik eine gro\u00dfe Rolle zu spielen: S\u00e4nger, Gitarrist und Bassist J\u00fcrgen Litzka erinnerte in seiner Moderation immer wieder an erste Begegnungen mit den Ostbands \u2013 damals, als Alsfeld noch Zonenrandgebiet war, die Puhdys in der legend\u00e4ren Hazienda spielten und die Musiker von Karat sich in der Stadthalle noch \u00fcber Werbekulis freuten. Zeiten, in denen er und seine damaligen Musikerkollegen noch kein Englisch sprachen und sich daher gerne mit dem deutschsprachigen Rock besch\u00e4ftigten, der zu einem gro\u00dfen Teil aus der damaligen DDR kam.<br \/>\n\u201eDenke ich an Deutschland\u201c von Puhdys er\u00f6ffnete die musikalische R\u00fcckschau. In dem Lied, das aus Gr\u00fcnden der Zensur in der DDR den Titel \u201eIch will nicht vergessen\u201c tragen musste, geht es erstaunlich aktuell zu: \u201eDenke ich an Deutschland ist mir auch nach schrein. F\u00e4llt mir soviel Hass, Not und Elend ein.\u00e2\u20ac\u00a8Dann seh\u00e2\u20ac\u02dc ich die Erde zu Asche verbrannt. Hier bin ich geboren, auch das ist mein Land.\u201c Die Musiker interpretierten die bekannten Songs von Anfang auf ihre Weise \u2013 Leidenschaft, markante Stimmen und jede Menge Freude an der Musik offenbarten sich dem Publikum, das von direkt begeistert mit dabei war. Matthias Karle hat der Wechsel von den Drums zur Gitarre und dem Akkordeon gutgetan, er fing gemeinsam mit den beiden anderen Musikern die Stimmung perfekt ein und trug sie in den Kinosaal. Es waren bekannte Songs, die \u201eBandsalad\u201c spielte, aber auch St\u00fccke, die nur Ostrock-Fans oder nat\u00fcrlich Menschen kannten, die zu der Zeit dieser Songs in der DDR lebten. Und davon waren einige im gutgemischten Publikum, das sich zwar vorrangig aus Menschen \u00fcber vierzig zusammensetzte, aber hier und da auch j\u00fcngere mitnahm, denen der Ostrock heute etwas sagt und die sich auch f\u00fcr den Film interessierten. Erinnerungen, Emotionen, Nostalgie weckten die Lieder, etwa die \u2013 zumindest f\u00fcr Wessis \u2013 DDR-Hymnen \u201eAm Fenster\u201c von City. oder \u201eAlt wie ein Baum\u201c von den Puhdys oder das Liebeslied mit Kitschfaktor, die \u201eJugendliebe\u201c von Ute Freudenberg, gesungen von Bruno Frank. Lieblingssongs der Band waren die St\u00fccke \u00fcbrigens alle \u2013 getragen von guten Inhalten, Erinnerungen an bestimmte Anl\u00e4sse oder einfach richtig guter Musik, die die Musiker von \u201eBandsalad\u201c handgemacht und begeistert f\u00fcr ihr Publikum spielten.<br \/>\nNat\u00fcrlich waren auch zwei Songs von Gundermann auf der Setliste von Bandsalad zu finden. Eine musikalische wie inhaltliche Entdeckung war der Liedermacher sowohl f\u00fcr das Publikum als auch f\u00fcr Band, die zwei wundersch\u00f6ne Songs aus dem Film zum Besten gab und am Ende mit dem Lied \u201eLinda\u201c auf einen melancholischen, starken, auch kontrovers zu sehenden Film einstimmte, der die Besucher vom ersten Moment an bannte.<br \/>\nEs ist die Geschichte eines liederschreibenden Baggerfahrers, der Poet ist, Idealist, Spitzel der Stasi und Bespitzelter der Stasi. Einer der die Welt verbessern will, aber selbst an seinen Ma\u00dfst\u00e4ben scheitert und ganz oft zur tragischen Figur wird \u2013 bis hin zu seinem fr\u00fchen Tod.<br \/>\nEs war ein langer Kino-Abend mit viel guter Musik, sei es live oder im Film, ein Abend, der Erinnerungen weckte und Fragen stellte, der Nostalgie mit Unbehagen konfrontierte und der zeigte: Einfache Urteile, schnelle L\u00f6sungen und eine genaue Abgrenzung von Gut und B\u00f6se gibt es auch hier nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Ein Event aus Musik und Film hat man im Alsfelder Kino nicht alle Tage. Kein Wunder also, dass Theaterleiterin Silke Kunzelmann sich freute, im vollbesetzten Saal das Publikum pers\u00f6nlich zu begr\u00fc\u00dfen, das der Quasi-Premiere der Alsfelder Band \u201eBandsalad\u201c lauschen und sich danach den viel diskutierten Film \u201eGundermann\u201c zu Gem\u00fcte f\u00fchren wollte. 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