{"id":175651,"date":"2018-09-01T09:06:47","date_gmt":"2018-09-01T07:06:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=175651"},"modified":"2018-09-01T09:06:47","modified_gmt":"2018-09-01T07:06:47","slug":"grosse-linien-der-deutschen-geschichte-auf-den-spuren-alsfelds-nachgezeichnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=175651","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Linien der deutschen Geschichte auf den Spuren Alsfelds nachgezeichnet"},"content":{"rendered":"<p>Der gro\u00dfe ovale Tisch im altehrw\u00fcrdigen Sitzungssaal des Alsfelder Rathauses war voll am Freitagnachmittag, und eine passendere Kulisse als dieses geschichtstr\u00e4chtige Geb\u00e4ude mitten in der Stadt h\u00e4tte es wohl kaum geben k\u00f6nnen, denn es ging um Geschichte in dieser Stunde, f\u00fcr die sich neben vielen anderen G\u00e4sten auch Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz auf den Weg gemacht hatte \u2013 zum ersten Mal war er in dem 500 Jahre alten Rathaus und zeigte sich schon allein davon sehr angetan.<br \/>\nGrund f\u00fcr den gro\u00dfen Bahnhof war das Erscheinen des f\u00fcnften historischen Kalenders der Albert-Schweitzer-Schule, entstanden als freiwillige Projektarbeit des Geschichts-Leistungskurses der diesj\u00e4hrigen Abiturienten, gemeinsam mit zwei Sch\u00fclern der jetzigen Q3, die auch federf\u00fchrend f\u00fcr die Fotografien waren. F\u00fcr Layout und Gestaltung zeichnete mit Fabian Fricke ebenfalls ein ehemaliger Sch\u00fcler der Albert-Schweitzer-Schule verantwortlich. Geleitet wurde das Projekt von Oberstudienrat Michael Rudolf, der neben seiner T\u00e4tigkeit als Lehrer auch ehrenamtlicher Stadtarchivar Alsfelds ist. Ihn sowie eine Gruppe beteiligter Sch\u00fcler konnte B\u00fcrgermeister Stephan Paule begr\u00fc\u00dfen, daneben waren der Landtagsabgeordnete Kurt Wiegel, Landtagskandidat Michael Ruhl, der kommissarische Leiter des Staatlichen Schulamtes Michael Scholz, Vertreter der Schulleitung und Lehrerschaft der Albert-Schweitzer-Schule, darunter der stellvertretende Schulleiter Christian Bolduan, sowie Dieter Welker vom F\u00f6rderverein des Gymnasiums anwesend. Als weitere G\u00e4ste waren Christina Jahn, die Leiterin der Stadtb\u00fccherei, Marion J\u00e4ckel vom TCA und Andreas Lenth, dessen historische Postkarten und Fotos den Kalender ma\u00dfgeblich bereichern, zugegen. Sie hatten das Projekt unterst\u00fctzt und begleitet. F\u00fcr die Heinz-und-Gisela-Friederichs-Stiftung war Sebastian Decher, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Firma Hartmann Spezialkarosserien GmbH, im Rathaus erschienen. Die Stiftung hatte gemeinsam mit dem F\u00f6rderverein der Schule und der Stadt Alsfeld das Projekt finanziell unterst\u00fctzt.<br \/>\nB\u00fcrgermeister Paule, selbst von Haus Lehrer f\u00fcr Geschichte, freute sich sichtlich \u00fcber das Kalenderprojekt und das gro\u00dfe Engagement sowohl der Sch\u00fcler als auch des Projektleiters. Das Einbinden der historischen Ereignisse in einen aktuellen Kontext sei gelungen, so Paule, der sich am Ende der Veranstaltung mit Geschenken bei der Gruppe f\u00fcr dieses neue Aush\u00e4ngeschild seiner Stadt bedankte.<br \/>\n\u201eAlsfeld ist etwas Besonderes\u201c \u2013 sichtlich begeistert vom Charme der Alsfelder Altstadt und dem Ambiente im Rathaus kam der Kultusminister in seiner Ansprache zu der Erkenntnis, dass dieses Ensemble Geschichte unmittelbar begreifbar mache. Dies in Verbindung mit dem Engagement und dem historischen Interesse auf allen Seiten sei f\u00fcr ihn Anlass gewesen, der Einladung Kurt Wiegels nachzukommen und die Leistung der Sch\u00fclergruppe zu w\u00fcrdigen. Auch als Jurist sei er fasziniert von Geschichte \u2013 vieles werde erst durch den Blick auf die historischen Wurzeln verst\u00e4ndlich. \u201eEs ist sch\u00f6n zu sehen, wie man Geschichte auch machen und erleben kann\u201c, lobte Lorz die Projektarbeit als gelungenes Beispiel f\u00fcr erforschendes und entdeckendes Lernen an au\u00dferschulischen Lernorten. Faszinierend sei, wie in dem vorliegenden Kalender die gro\u00dfen Linien der deutschen Geschichte auf den Spuren Alsfelds nachgezeichnet seien \u2013 dies zeige exemplarisch f\u00fcr andere Regionen, wie Politik und Weltgeschehen sich auswirkten. Lorz lobte das Engagement aller Beteiligten: \u201eIhre Arbeit ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, was man nicht verordnen und in Rahmenpl\u00e4nen messen kann\u201c, so der Kultusminister an Michael Rudolf, \u201ees ist das, was einen guten Lehrer und gute Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ausmacht.\u201c Mit einem Gutschein f\u00fcr die Schule unterstrich Lorz diese Wertsch\u00e4tzung.<br \/>\nMichael Rudolf selbst dankte allen beteiligen Sch\u00fclern, Unterst\u00fctzern und Wegbegleitern. \u201eGeschichte ist vor Ort\u201c, so der Stadtarchivar, dem es immer wieder gelingt, seine Geschichtskurse am Gymnasium daf\u00fcr zu begeistern. Er skizzierte die Idee hinter dem Kalender, der als Versuch gestartet war, im Jahr 2019 ausgew\u00e4hlte Jubil\u00e4en ins Zentrum zu stellen, die mit der \u201eZahl neun\u201c verkn\u00fcpft sind. Die Ergebnisse ihrer Recherchen im Stadtarchiv, in der Bibliothek und im Postkartenarchiv sowie die Auseinandersetzung mit verschiedenen Publikationen stellten die anwesenden Sch\u00fcler und Abiturienten selbst vor. Die G\u00e4ste im Rathaus blickten in Ausz\u00fcgen auf die Wirkung der Napoleonischen Kriege im 19. Jahrhundert, auf die Fachwerkstadt und ihre Bewohner, auf die revolution\u00e4ren Ersch\u00fctterungen rund um das Hambacher Fest und das Erscheinen des Hessischen Landboten im Jahr 1834, von dem auch Exemplare im Alsfelder Gasthaus Zum Schwanen gefunden worden waren, und in Folge dessen auch auf den Vorm\u00e4rz. Besonders interessant war ein Blick auf die Bedeutung, die der Verkehrsausbau und die langersehnte Anbindung an das Eisenbahnnetz zur Zeit der Industrialisierung auf Alsfeld hatten. Auch die j\u00fcngere und j\u00fcngste Geschichte wird in dem Kalender beleuchtet: So ist neben der Zeit des Nationalsozialismus jeweils ein Kalenderblatt der der Nachkriegszeit und zuletzt der der Wiedervereinigung gewidmet. Als grenznaher Ort war Alsfeld 1989 Anlaufstelle f\u00fcr viele DDR-B\u00fcrger, die sich hier ihr Begr\u00fc\u00dfungsgeld abholten und ohne Angst vor Repressalien in Westdeutschland aufhielten. Ein St\u00fcck der Berliner Mauer in der Volkmarstra\u00dfe erinnert nachhaltig an diese Zeit.<br \/>\nNachdem die beiden Fotografen \u00fcber ihre Motive und die Bildauswahl gesprochen hatten, ergriff Kurt Wiegel das Wort. Die Anwesenheit des Ministers ehre die jungen Leute, so der Landtagsabgeordnete, der die au\u00dferordentliche Leistung der Gruppe hervorhob, auf die anschlie\u00dfend auch noch einmal Christian Bolduan einging. Eine solche Projektarbeit stelle hohe Anforderungen an alle Beteiligten, so der stellvertretende Schulleiter. Man m\u00fcsse Irrwege in Kauf nehmen und als Verantwortlicher stets das Ma\u00df zwischen selbstst\u00e4ndiger Arbeit und notwendiger Unterst\u00fctzung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Auge behalten. F\u00fcr die Schule sei es ein Gl\u00fccksfall, einen Geschichtslehrer zu haben, der auch seine Expertise als Stadtarchivar einbringe.<br \/>\nAls letzter Redner w\u00fcrdigte Dieter Welker die Arbeit und das vorliegende Ergebnis. \u201eWenn ihr nach den historischen Wurzeln sucht und sie findet, gebt ihr der Stadt ein neues Gesicht\u201c, richtete er seine Worte an die Sch\u00fcler und Abiturienten. Der Besuch des Ministers unterstreiche die Bedeutung des Projekts und k\u00f6nne die Beteiligten stolz machen. Der F\u00f6rderverein der Schule unterst\u00fctze die Ideen von Michael Rudolf stets gerne: Sie inspirierten nachfolgende Jahrg\u00e4nge und etablierten nachhaltige Erfahrungen und Fertigkeiten bei den jungen Menschen.<br \/>\nDer Kalender ist in einer Auflage von 1.000 St\u00fcck erschienen und zum Preis von 6 Euro in Alsfeld bei Buch 2000, Ramspeck am Markt, Rosi M\u00fcck und im Tourist Center sowie in der Albert-Schweitzer-Schule erh\u00e4ltlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der gro\u00dfe ovale Tisch im altehrw\u00fcrdigen Sitzungssaal des Alsfelder Rathauses war voll am Freitagnachmittag, und eine passendere Kulisse als dieses geschichtstr\u00e4chtige Geb\u00e4ude mitten in der Stadt h\u00e4tte es wohl kaum geben k\u00f6nnen, denn es ging um Geschichte in dieser Stunde, f\u00fcr die sich neben vielen anderen G\u00e4sten auch Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. 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