{"id":175559,"date":"2018-08-26T19:25:07","date_gmt":"2018-08-26T17:25:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=175559"},"modified":"2018-08-26T19:25:07","modified_gmt":"2018-08-26T17:25:07","slug":"martin-haeusling-mep-referierte-im-koenigreich-flieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=175559","title":{"rendered":"Martin H\u00e4usling (MEP) referierte im K\u00f6nigreich Flieden"},"content":{"rendered":"<p>Der gr\u00fcne EU-Abgeordnete Martin H\u00e4usling war in Flieden auf dem Biolandhof von Irene und Werner Hartmann zu Gast. Eingeladen hatten der gr\u00fcne Kreisverband sowie der Ortsverband Flieden von B\u00fcndnis 90\/ Die Gr\u00fcnen. Thema des Abends war die Suche nach Wegen aus der Klimakrise. Markus Hofmann, Direktkandidat f\u00fcr die Gr\u00fcnen sprach einleitend \u00fcber die Klimakrise, dessen Begriff er wesentlich zutreffender fand als Klimawende, denn eine Wende k\u00f6nne man ja durchaus auch als positiv klassifizieren. Der derzeitige Stand der Klimaforschung allerdings lie\u00df eine Einsch\u00e4tzung als Krise zu. Ernteverluste in Milliardenh\u00f6he, Fl\u00fcsse trockneten aus, der Sauerstoffgehalt in den Gew\u00e4ssern sinkt, so dass Fische sterben, w\u00e4rmeliebende Sch\u00e4dlinge vermehrten sich und befallen ganze W\u00e4lder und Felder. Wer den bisherigen Klimawandel ignoriere oder ihn als gegeben hinnehme verhalte sich verantwortungslos. Das der Klimawandel gr\u00f6\u00dftenteils menschengemacht ist, sei wissenschaftlicher Konsens, so Hofmann. Anhand von Studien k\u00f6nne man nachvollziehen, dass die Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs erschreckend sei. \u201eSeit 1890 hat sich die Jahresdurchschnittstemperatur auf der Wasserkuppe um 2,1 Grad Celsius erh\u00f6ht. Allein seit 1990 um 1,2 Grad. In der Zeit zwischen der letzten Eiszeit vor 20.000 Jahren, als es in der Rh\u00f6n und im Harz noch Gletscher gab bis heute hat sich die Temperatur im Mittel um vier bis f\u00fcnf Grad erh\u00f6ht.\u201c 2015, 2016 und 2017 waren die hei\u00dfesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen von Wetterdaten und 2018 wird sich nahtlos einreihen, ist Hofmann \u00fcberzeugt. \u201eDer Ausstieg aus der Kohle wird unumg\u00e4nglich und die Verbrennung fossiler Brennstoffe muss ein Ende haben.\u201c<\/p>\n<p>Martin H\u00e4usling zeigte in seinem Referat die Ursachen des Klimawandels innerhalb der Landwirtschaft auf. Die Landwirtschaft ist bedeutende Mitverursacherin des Klimawandels, so H\u00e4usling. In Deutschland ist sie f\u00fcr 6,3 Prozent der Treibhausgase (THG) verantwortlich. Wird die Erzeugung von chemisch-synthetischem Stickstoffd\u00fcnger und Pestiziden hinzugez\u00e4hlt, steigt der Anteil aber auf rund 16 Prozent. Mit Landnutzungs\u00e4nderungen, wie zum Beispiel der Regenwaldabholzung f\u00fcr den Sojaanbau, sogar auf rund 30 Prozent. Hier sieht H\u00e4usling Potential zur CO\u00c2\u00b2 Reduzierung \u201edenn Weidehaltung mit artgerechter F\u00fctterung und Fl\u00e4chenbindung ist deutlich klimafreundlicher. Je mehr Weidehaltung und je mehr Grundfutter vom eigenen Gr\u00fcnland desto klimafreundlicher ist die Bilanz der Tierhaltung\u2013und der Produkte\u201c. Das gelte besonders f\u00fcr Milchk\u00fche und Fleischrinder, aber \u2013 in geringerem Ma\u00dfe &#8211; auch f\u00fcr Schweine und H\u00fchner. Das System \u00d6kologischer Landbau ben\u00f6tige ein Drittel weniger fossile Energie pro Hektar als der konventionelle Landbau. Im \u00d6kolandbau werde durchschnittlich doppelt soviel CO2 im Boden gespeichert und deutlich weniger Lachgas emittiert. Gr\u00fcnlandschutz ist Klimaschutz. Das gesamte Treibhauspotential einer minerald\u00fcngerbasierten Fruchtfolge kann gegen\u00fcber einer Leguminosen- also H\u00fclsenfruchtbasierten Fruchtfolge mit 100 zu 36 angegeben werden. Gleichzeitig wird die Humusbilanz deutlich verbessert. Das Einsparpotential f\u00fcr Treibhausgase im \u00d6kolandbau zum Beispiel in der Schweinehaltung liegt bei 33 Prozent, bei Winterweizen bei 55 Prozent<\/p>\n<p>Die Fruchtfolge spiele im \u00f6kologischen Landbau eine zentrale Rolle, so H\u00e4usling. N\u00e4hrstoffversorgung, Krankheits- und Sch\u00e4dlingsdruck, Verunkrautung sowie Bodenstruktur und Humusgehalt stehen in enger Beziehung zu ihr. Dazu m\u00fcssen \u00d6kolandwirtinnen und -landwirte die klassischen Fruchtfolgeregeln beachten, die zum Teil \u00fcber die Jahre konventionellen Wirtschaftens schon fast in Vergessenheit geraten sind. Diese geben auch die M\u00f6glichkeit, auf Schwankungen des Marktes, witterungsbedingte Turbulenzen oder aktuelle Probleme (zum Beispiel in der Verunkrautung eines Feldes) zu reagieren. Somit w\u00e4re eine Glyphosat-Nutzung obsolet. H\u00e4usling pl\u00e4diert f\u00fcr die Abkehr der Exportorientierung und die F\u00f6rderung der regionalen Verarbeitung und Vermarktung. Das brachte Markus Hofmann nochmals auf den Punkt in dem er das Projekt Solidarische Landwirtschaft Osthessen erkl\u00e4rte, ein in Osthessen einzigartiges Projekt, in dem Verbraucher direkt mit dem Landwirt interagiert. Bundesweit gebe es ca. 200 solidarische Landwirtschaften (SoLawi). Die Vorteile l\u00e4gen f\u00fcr den Verbraucher auf der Hand, so Hofmann: Kurze Wege, frische und saisonale Lebensmittel. Er forderte Unterst\u00fctzung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Bereich regionaler Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln. In der anschlie\u00dfenden Diskussion mit den \u00fcber 30 Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rern, darunter einige Bio- als auch konventionelle Landwirte sowie der Direktkandidatin f\u00fcr den Wahlkreis 14 Silvia Br\u00fcnnel, ging es um Effizienz, Fairness und regionale Wertsch\u00f6pfung in der Landwirtschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der gr\u00fcne EU-Abgeordnete Martin H\u00e4usling war in Flieden auf dem Biolandhof von Irene und Werner Hartmann zu Gast. Eingeladen hatten der gr\u00fcne Kreisverband sowie der Ortsverband Flieden von B\u00fcndnis 90\/ Die Gr\u00fcnen. Thema des Abends war die Suche nach Wegen aus der Klimakrise. 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