{"id":175452,"date":"2018-08-16T20:49:50","date_gmt":"2018-08-16T18:49:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=175452"},"modified":"2018-08-16T20:49:50","modified_gmt":"2018-08-16T18:49:50","slug":"40-schuelerinnen-und-schueler-aus-china-zu-gast-in-lauterbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=175452","title":{"rendered":"40 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus China zu Gast in Lauterbach"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08-12_China_Austausch-Hoodies2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-175457\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08-12_China_Austausch-Hoodies2-265x177.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08-12_China_Austausch-Hoodies2-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08-12_China_Austausch-Hoodies2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08-12_China_Austausch-Hoodies2-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/2018-08-12_China_Austausch-Hoodies2.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Es trennen sie 8.936 Kilometer \u2013 eine stolze Anzahl, selbst im digitalen Zeitalter, wenn es sie analog zu \u00fcberwinden gilt. Auf diesen langen Weg hat sich vor gut zwei Wochen eine Reisegruppe aus Xiangshan in China gemacht. Ihr Ziel: Lauterbach. Hier besteht seit nunmehr sechs Jahren eine Schulpartnerschaft zwischen der Alexander-von-Humboldt-Schule und der Xiangshan No. 3 High School. Schon mehrfach f\u00fchrten inzwischen Fahrten die einen in das Reich der Mitte, die anderen in den Vogelsberg.<\/p>\n<p>Eine Woche verbrachten die ca. 16-j\u00e4hrigen Chinesen nach einer einw\u00f6chigen Deutschland-Rundreise in Lauterbach. Direkt nach den Sommerferien konnten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der AvH ihre G\u00e4ste in Empfang nehmen \u2013 diese hatten ihrerseits Gelegenheit, ihre Gastfamilien kennenzulernen. W\u00e4hrend der feierlichen Begr\u00fc\u00dfung in der Aula betonte Schulleiterin Gitta Holloch die Bedeutung dieses doch au\u00dfergew\u00f6hnlichen Austauschs: Im Fokus beider Schulen stehe es, die Horizonte zu weiten, die anderen Kulturen kennenzulernen, das jeweils andere System zu entdecken und zu verstehen. \u201eM\u00f6glicherweise lernen wir gerade durch die Andersartigkeit oder Fremdheit des jeweils anderen Systems auch manche Aspekte des eigenen Systems sch\u00e4tzen, die wir vor dem Austausch als selbstverst\u00e4ndlich hingenommen haben\u201c, lud sie ein, offen mit den neuen Erfahrungen umzugehen.<\/p>\n<p>Gelegenheit zum Entdecken anderer Lebenswelten und Gepflogenheiten hatten in Lauterbach nat\u00fcrlich insbesondere die G\u00e4ste. Selbstverst\u00e4ndlich lernten sie zun\u00e4chst ihre Gaststadt aus vielen Blickwinkeln kennen: Eine Stadtf\u00fchrung, ein Besuch beim B\u00fcrgermeister, eine Besichtigung einer T\u00f6pferei, ein ausgedehnter Stadt- und Shopping-Bummel und ein Schwimmbadbesuch standen hier auf dem Programm. Eine Tagesfahrt f\u00fchrte die Gruppe bei strahlendem Sonnenschein nach Kassel auf den Herkules zu den Wasserspielen, es gab ein gemeinsames Sport-Event und nat\u00fcrlich ein Grillfest. Eine weitere Fahrt f\u00fchrte zum Hoherodskopf, und nat\u00fcrlich gab es auch in den Familien noch viel Zeit f\u00fcr gemeinsame Unternehmungen.<\/p>\n<p>Andr\u00e9 Tolksdorf, Koordinator der Reise an der AvH, betonte die Bedeutung eines solchen Austauschs: \u201eEs ist an der Zeit, auch \u00fcber europ\u00e4ische Grenzen hinauszusehen\u201c, unterstreicht er den Sinn dieser f\u00fcr eine Schule doch sehr aufwendigen Unternehmung. \u201eDer China-Austausch findet eine hohe Akzeptanz bei den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, und wir freuen uns sehr, dass unsere Schulleitung uns eine solch au\u00dfergew\u00f6hnliche Schulpartnerschaft erm\u00f6glicht.\u201c<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich verbrachten die chinesischen Sch\u00fcler und ihre Lehrer auch viel Zeit in der Schule selbst: Sie besuchten den Unterricht und entdeckten viel Gemeinsames, aber auch viel Unterschiedliches. Der Mathematikunterricht fiel ihm eher leicht, fand Lin Xianhuan. Er erz\u00e4hlte, dass die chinesischen Sch\u00fcler keinen Gruppenunterricht kennen, sie lernen nicht im Dialog mit den anderen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, sondern lernen von Vortr\u00e4gen der Lehrer. Dass der Umgang zwischen Lehrern und Sch\u00fclern in Deutschland lockerer ist als in China, fand auch Yuan Dantao. Er sprach f\u00fcr die mitgereiste Lehrerschaft, die Deutschland vorher auch nicht kannte. Die Sch\u00fcler h\u00e4tten in Deutschland viel mehr Freiheiten als in China, fand der Lehrer. Was ihm sonst noch aufgefallen war an Deutschland? Die Autofahrer fahren alle so r\u00fccksichtsvoll, meinte er und f\u00fcgte hinzu: Deutschland ist unter allen L\u00e4ndern der EU das sch\u00f6nste \u2013 wenn auch die Versorgung mit schnellem Internet zu w\u00fcnschen \u00fcbriglie\u00dfe. Zum Sinn der nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell aufwendigen Reise sagte Dantao, dass viele seiner Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sich diese Reise durchaus leisten k\u00f6nnten und dass sie es wie er wichtig f\u00e4nden, zu reisen und sich einen \u00dcberblick \u00fcber die Welt zu verschaffen. Diese Intention unterstrichen auch die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u2013 egal, ob aus Lauterbach oder aus Xiangshan.<\/p>\n<p>Der 17-j\u00e4hrige Ekko St\u00f6ppler nimmt schon zum dritten Mal an dem Austausch teil, und er ist l\u00e4ngst nicht der einzige Wiederholungst\u00e4ter. Ihn fasziniert, dass man in den Gastfamilien wirklich ein komplett anderes Leben f\u00fchrt und die Menschen auf pers\u00f6nlichem Niveau kennenlernt. Auch der Ablauf der Reise sei au\u00dferhalb der Touristenstr\u00f6me organisiert, sodass man viele wertvolle und ungew\u00f6hnliche Einblicke bek\u00e4me. Er macht sich im Herbst sogar bereits zum dritten Mal auf den Weg nach China.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Alexander-von-Humboldt-Schule ist dieses ferne Land auch deshalb so interessant, weil es in der Regel nicht das naheliegende Reiseziel ist, wie Jean-Luc Heineck anf\u00fchrt. \u201eWenn man eine weite Reise macht, dann eher in die USA\u201c, findet der 17-J\u00e4hrige. Dem k\u00f6nnen sicher viele der knapp vierzig jungen Leute, die im Herbst die knapp 9.000 Kilometer zur\u00fccklegen m\u00f6chten, zustimmen. Viele bunte ungew\u00f6hnliche Bilder haben ihre Vorreisenden schon aus China mitgebracht, viel erz\u00e4hlt, viele Erwartungen geweckt. Umso neugieriger sind die China-Neulinge unter den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, die im Oktober ihren Gegenbesuch abstatten. \u201eWir haben uns sehr bewusst genau f\u00fcr die Chinafahrt entschieden\u201c, f\u00fchren Berenike Dietz und Antonia Schneider aus. Wie ihr Gast Lin Xianhuan und wie ihre Mitsch\u00fcler wollen sie dann die Gelegenheit nutzen, mehr \u00fcber ihr Gastland zu lernen, Freundschaften zu schlie\u00dfen und beim Umgang mit der neuen Kultur auch viel \u00fcber sich selbst zu erfahren.<\/p>\n<p>Eine Reise also, die ganz im Sinne Alexander von Humboldts steht und den vielen jungen Erwachsenen und auch den Lehrkr\u00e4ften viele neue Erfahrungen beschert \u2013 ganz egal, ob in Deutschland oder in China. Die Woche in Lauterbach jedenfalls verging f\u00fcr alle Beteiligte wie im Flug, wie Oberstufenleiter Karsten Kr\u00e4mer best\u00e4tigte. Er betonte zum Abschied der Delegation die unaufl\u00f6sbare Verbindung von Reisen und Bildung. Allerdings machte er auch deutlich, dass nach Ansicht des Philosophen Jean-Jacques Rousseau Reisen erst dann sinnvoll ist, wenn man bereit ist, sich Fremden gegen\u00fcber zu \u00f6ffnen \u2013 eine F\u00e4higkeit, die man den Teilnehmenden an diesem Sch\u00fcleraustausch gerne unterstellen d\u00fcrfe. Er dankte allen Menschen, die ma\u00dfgeblich am Gelingen des Austauschs beteiligt waren, darunter nicht zuletzt den Gasteltern und der Dolmetscherin, die das mitunter etwas holprige Englisch der G\u00e4ste mehr als ausgeglichen hat.<br \/>\nMit der Abreise der chinesischen Gruppe begibt sich das frisch begonnen Schuljahr an der AvH nun wieder in geordnete Bahnen, wenngleich der Gegenbesuch schon beschlossen und geplant ist: Schon in wenigen Wochen werden die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus Deutschland und China sich im Reich der Mitte wiedersehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Es trennen sie 8.936 Kilometer \u2013 eine stolze Anzahl, selbst im digitalen Zeitalter, wenn es sie analog zu \u00fcberwinden gilt. Auf diesen langen Weg hat sich vor gut zwei Wochen eine Reisegruppe aus Xiangshan in China gemacht. Ihr Ziel: Lauterbach. 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